Sind Männer sozial kompetenter?

Der Mythos lautet: Frauen sind generell die besseren, unter anderem auch die sozial kompetenteren Menschen, weshalb mit Frauen an der Macht alles besser werde. Dies wird besonders von Pudeln gerne geglaubt, mit den Fakten aber stimmt das nicht überein. So eine repräsentative Studie über Führungskräfte, zu welcher die Studienleiterin das Fazit zieht:

„Anders als allgemein vermutet, sind weibliche Führungskräfte was die Kommunikation und einen weicheren Führungsstil betrifft keine Bereicherung für die Unternehmen“, so das Fazit von Prof. Dr. Marion Büttgen vom Lehrstuhl für Unternehmensführung der Universität Hohenheim. […] Die Expertin geht mit ihrem Ergebnis noch weiter: Frauen in Führungspositionen seien sogar noch weniger verträglich als Männer. „Die Studie hat gezeigt, dass Frauen in einer höheren Position dazu neigen, ihren Willen um jeden Preis durchzusetzen, auch wenn sie dafür mit ihren Kollegen einen Streit anzetteln müssen.“

Dabei, obwohl ihre eigene Untersuchung dem widerspricht, sieht auch die Professorin negative Eigenschaften als typisch männlich an, etwa wenn sie ausführt (Hervorhebung von mir):

Zwar könne man nicht sagen, dass alle weiblichen Führungskräfte narzisstische, rücksichtslose und männliche Charaktereigenschaften besitzen…

„Männlich“ steht hier in einer Reihe mit destruktiven, schädlichen Eigenschaften wie „narzisstisch“ und „rücksichtslos“, merke: Wenn’s männlich ist, ist’s irgendwie asozial, das Gegenteil von sozial kompetent. Die Überzeugung, dass die Frau der sozial kompetentere oder bessere Mensch ist, sitzt tief, so tief, dass man negative Eigenschaften selbst dann noch für männlich hält, wenn die eigene Forschung das Gegenteil ergibt. Im Alltag scheinen aber auch Frauen wenig davon zu spüren, dass Frauen besser wären, so stellt z.B. „Stutenbissigkeit“ zwar ein Klischee dar, aber eines, das sich in der Realität tatsächlich wiederfindet. Und immer mal wieder kommen Umfragen zum Ergebnis, dass Frauen männliche Chefs den weiblichen vorzuziehen, weil sie verträglicher sind, womit man die ganze #metoo-Debatte abhaken kann.

Einen weiteren Blick ins Berufsleben und den Unterschieden zwischen Männlein und Weiblein in Sachen Sozialkompetenz wagt der Wirtschaftscoach Christine Bauer-Jelinek: „Der falsche Feind, schuld sind nicht die Männer!“ Sie stellt hierzu fest (sinngemäß aus dem Gedächtnis): „Was Frauen nicht verstehen: Herr Meyer und Herr Schmidt streiten sich über die Finanzierung, aber Hans und Franzl gehen anschließend gemeinsam ein Bier trinken.“ Was hier zum Tragen kommt, ist, dass man(n) etwas nicht persönlich nimmt, dass man das eigene Ego zurücknimmt, sich nicht selbst angegriffen fühlt in einem Streit, der mit einem persönlich auch nichts zu tun hat. Frauen scheinen diese Fähigkeit weitaus weniger zu besitzen. Das hat auch was mit Emotionsregulierung zu tun. Frauen gelten allgemein hin als das emotionalere Geschlecht. Das ist die Folge eines Privilegs: Frauen dürfen ihre Emotionen viel freier ausleben als Männer. Männer haben zu funktionieren, und wer von seinen Gefühlen beherrscht wird, wird von seinen Aufgaben abgelenkt, funktioniert also nicht richtig. Deshalb wird der Junge zu Selbstbeherrschung erzogen, und kann später in Interaktionen mit anderen Menschen rationaler, vernünftiger – sozial kompetent eben – agieren, da er nicht von narzisstischen Emotionen überwältigt wird. Dieses „persönlich nehmen“ zeigt sich im feministischen Diskurs auch bei der Frage, ob Komplimente über das Äußere gestattet sein sollten oder nicht. Feministinnen nehmen das persönlich und bilden sich ein, weil ein Mann eine Frau schön findet, verlöre er ihre Kompetenz aus dem Blick und „reduziere“ sie – im schlimmsten Fall – zu einem Sexobjekt.

Die ganze Welt, in der wir leben, wurde nicht von Einzelgängern erbaut, sondern von Männern, die Teamarbeit betrieben und betreiben, was natürlich besser funktioniert, wenn man soziale Kompetenzen mitbringt. Jeden Tag arbeiten Millionen und Milliarden von Männern ganz selbstverständlich zusammen im Team, was die ganze Welt am Laufen hält, funktionieren, ohne dass ihnen ihr Ego in die Quere kommt. Und die Krönung des Ganzen: Ausgerechnet das Hormon, welches schlechthin für Männlichkeit im Sinne einer gewalttätigen Männlichkeit steht – Testosteron – macht sozialer, während das Frauenhormon Östrogen asozialer macht! Vor dem Hintergrund ist es wirklich rätselhaft, wie der Eindruck einer höheren sozialen Kompetenz bei Frauen zustande kam. Vermutlich unsere Zuneigung zur Mutter, die dann auf die Frauen projiziert wird und so zu einem Confirmation Bias führt.

So, und zum Abschluss noch ein Internet-Tipp: Als jemand, der sich mal aus Liebeskummer beinahe das Leben genommen hat, möchte ich auf diese Comicreihe hinweisen, in der der Autor herzergreifend verarbeitet, dass die Geliebte nicht zurückliebt:

Schisslaweng: Piraten ohne Ziel

4 Gedanken zu „Sind Männer sozial kompetenter?

  1. elmardiederichs

    Interessanter post – aus meiner Sicht werden aber verschiedene Themen miteinander vermischt. Ich werde im Folgenden nicht versuchen, zu bestimmten Themen bestimmte Standpunkte stark zu machen, sondern lediglich, diese Themen zu trennen.

    “ „Was hier zum Tragen kommt, ist, dass man(n) etwas nicht persönlich nimmt, dass man das eigene Ego zurücknimmt, sich nicht selbst angegriffen fühlt in einem Streit, der mit einem persönlich auch nichts zu tun hat.“. Frauen scheinen diese Fähigkeit weitaus weniger zu besitzen.“

    Ob Männer sozial kompetenter sind, unterscheidet sich von der Frage, ob sie größere Chancen haben, diese Kompetenz im Laufe ihres Lebens zu erwerben. Ich neige dazu, zu behaupten, daß die psychologischen Entwicklungsbedingungen für Männer viel besser sind, weil sie den Konsequenzen ihrer Entscheidungen nicht ausweichen können.

    Desweiteren muß man trennen, ob Frauen nicht in der Lage sind, ihr Ego zurückzunehmen oder ob sie dafür schlicht keine Notwendigkeit sehen. Da viele der Asymmetrien zwischen Reichen und Armen auch zwischen Männern und Frauen bestehen wie z.B.

    a) Frauen haben wie Reiche die höhere Lebenserwartung.
    b) Kriminelle Frauen haben wie kriminelle Reiche eine höhere Chance, nicht strafrechtlich verfolgt zu werden oder geringere Strafen zu bekommen, ihr böses Tun wird verharmlost oder veniedlicht.
    c) Gegenüber Frauen ist man wie gegenüber Reichen höflicher, zuvorkommender und unterwürfiger.
    d) Wie Reiche können sich Frauen vor gefährlichen oder schmutzigen Arbeiten drücken und generell gilt es als wohlerzogen, ihnen die Last des Existenzkampfes durch tägliche Arbeit zu ersparen.

    etc .. scheint es mir offensichtlich, daß in der sozialen Hierarchie Frauen über den Männern stehen. Denn daß Analoges für Reiche und Arme gilt, bezweifelt wohl niemand.

    In der sozialen Hierarchie über den Männern zu stehen, könnte bedeuten, daß Frauen selbst, wenn sie soziale Kompetenz haben, es als unangemessen, weil erniedrigend ansehen, diese gegenüber Männern auszuüben. Das ist was anderes als Unfähigkeit.

    „Das ist die Folge eines Privilegs: Frauen dürfen ihre Emotionen viel freier ausleben als Männer.“

    Würde meine Vermutung richtig sein, daß Frauen in der sozialen Hierarchie höher stehen, dann sollte man es vielleicht anders formulieren: Weil die niedrigere Kaste für die höhergestellte arbeiten und ihr dienen soll, wird sie frühzeitig dazu erzogen, die dafür nötigen Fähigkeiten zu erwerben. Bei Frauen sind diese Fähigkeiten ebenfalls gerne gesehen, aber sie sind nicht erforderlich. Insbesondere wird das wertvollere Geschlecht nicht unter dem Aspekt des Nutzens beurteilt.

    „Dieses „persönlich nehmen“ zeigt sich im feministischen Diskurs auch bei der Frage, ob Komplimente über das Äußere gestattet sein sollten oder nicht.“

    Vielleicht würde ich auch das anders formulieren: Nicht jeder Mann ist würdig, einer Frau seine Ehrerbietung und Wertschätzung beweisen zu dürfen. Eine Frau kann auch dadurch herabgewürdigt werden, wenn sie von einem Mann als Mensch gewordene Göttin verehrt wird, dessen Wert und Nutzen für Frauen zu gering ausfällt. Daher bedeutet Respekt vor Frauen, daß nur die anzubetende Frau selbst darüber entscheidet, von wem sie huldigen läßt. Denn eine Frau kann am besten entscheiden, welcher Mann wertvoll genug für sie ist, um sie durch seine Unterwerfung und Anbetungen nicht zu beleidigen.

    „Vor dem Hintergrund ist es wirklich rätselhaft, wie der Eindruck einer höheren sozialen Kompetenz bei Frauen zustande kam.“

    Das ist mir auch noch nicht klar.

    Wie gesagt: Ich bin nicht der Meinung, für meinen Standpunkt hinreichende Argumente geliefert zu haben. Was ich dagegen mache, ist, ein alternatives framing auszuprobieren und mal zu schauen, wie weit man damit kommt.

    Antwort

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