Billy Coen und Kibo zur Ausbreitung feministischer Hegemonie

Kommentare, zu wertvoll um sie in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Billy Coen:

Es ist unübersehbar, dass die feministische Ideologie eine erhebliche Diskurshegemonie hat, sowohl politisch als auch medial. Gerade letztes darf nicht unterschätzt werden. Ich denke, noch vor 25 Jahren wäre es unvorstellbar gewesen, ohne jede Zurückhaltung oder Scham nichts geringeres zu propagieren, als einen Frontalangriff auf unser demokratisches System, wie es seit der letzten Bundestagswahl immer wieder thematisiert und, so munkelt es, bereits in Hinterzimmern in Planung befindlich ist. In den Medien wird dies „schlimmstenfalls“ neutral thematisiert oder, in der Mehrheit der Berichte, sogar wohlwollend kommentiert. Man sollte nicht unterschätzen, welche Wirkungen dadurch erzielt werden. Da werden Skandale peu à peu normalisiert. Und in typischer Salamitaktik wird, sobald sich die Gesellschaft an den einen eigentlich skandalösen Zustand gewöhnt hat, die nächste Scheibe nachgelegt und zur neuen Norm gemacht. Die beklatschten Ausflüsse besagter „Sabrina“ mögen derzeit noch das Gepolter fanatisch ideologisierter Spinner sein, aber wie wird es in weiteren 25 Jahren aussehen? Ist dies dann vielleicht doch schon längst weitgehend umgesetzt mit der Legitimation, dass es ja irgendwie diffus was für Frauen ist? Und worüber wird dann geredet? Deutliche Einschränkung des Wahlrechts für Männer, weil sich Frauen (wie Studien sagen TM) von zu vielen männlichen Wählern bedroht und in ihrer Wahlfreiheit eingeschränkt fühlen? Klingt jetzt natürlich Banane, aber vieles von dem, was wir jetzt schon als normal empfinden, wäre uns vor besagter Zeitspanne wohl noch ebenso Banane erschienen.

Der von dir eingefügte Text aus der Urteilsbegründung des Bundesverfassungsgerichtes ist da auch sehr interessant. Tatsächlich waren wohl die dort getätigte Feststellung sowie der gefundene rechtliche Kompromiss eine weise, beinahe salomonische Entscheidung. Das Problem: aus Sicht des heutigen Frames lesen sich die sehr abwägenden Ausführungen des Bundesverfassungsgerichtes tatsächlich schon beinahe „frauenfeindlich“. Das, was damals wohl nur durchgeknallte Feministinnen vom Schlage einer Alice Schwarzer und schlimmer darüber dachten, findet man inzwischen teils affektiv in seinen eigenen Empfindungen diesbezüglich wieder.

Ich glaube auch nicht, dass dieser Entscheid heutzutage ebenso getätigt und schon gar nicht so „radikal“ begründet worden wäre. Man kann natürlich mit der Unveränderlichkeit der ersten Artikel des Grundgesetzes argumentieren, aber es geht ja nicht um die Artikel selbst, sondern darum, wie sie interpretiert werden. Es ist doch inzwischen Usus, dass völlig selbstverständlich dem Grundgesetz pauschal ein „Gleichstellungsauftrag“ angedichtet wird, obwohl das Wort Gleichstellung im Grundgesetz nicht ein einziges Mal auftaucht und (bislang) auch Kommentare dieses Wort konsequent nur als rechtliche Gleichstellung verwenden, was synonym für „Gleichberechtigung“ steht.

Hört man sich dann aber das Geschwalle einer Verfassungsrichterin „Professor“ Baer an, klingt das schon auffallend anders. Da wird sich klar vom Terminus der Gleichberechtigung wegbewegt und dies dadurch zu legitimieren versucht, indem man Wortlaute aus dem Grundgesetz nimmt und sie mit teils wilden Assoziationsketten verzerrt oder gar in ihr absolutes Gegenteil verkehrt.

Ich finde das sehr bedenklich. Und ja, es ist mal wieder Zeit für Godwin’s Law: ich fände es als Beispiel mal interessant, eine Ausarbeitung zu haben, wie sich Kommentare von „Rechtssachverständigen“ über die zwanziger und dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts hinweg bezüglich der Auslegung der Verfassung der Weimarer Republik so gewandelt haben. Gewiss wird man merken, wie sich ab einem gewissen Zeitpunkt diese immer stärker dahin verändert haben, Legitimationen für das politische Gebaren der Nationalsozialisten aus der Verfassung herzuleiten, obwohl eigentlich die Lektüre der Primärquelle jeden normal denkenden Menschen recht klar zu genau dem gegenteiligen Schluss kommen lassen müsste, bzw. zuvor noch andere Sachverständige zu gegenteiligen Urteilen kommen ließ.

Meines Erachtens erleben wir derzeit etwas ähnliches und das macht mir Sorge.

Kibo:

Das Problem: aus Sicht des heutigen Frames lesen sich die sehr abwägenden Ausführungen des Bundesverfassungsgerichtes tatsächlich schon beinahe „frauenfeindlich“.

Mir geht dies so, wenn ich meinem kleinem Sohn Grimms Märchen vorlese, dann kommen diese mir geradezu extrem „frauenfeindlich“ vor. Erst beim weiteren Nachdenken fällt mir mir auf, dass die Märchen eher ein realistische Frauenbild beschreiben, wärend die heutigen Medien ein völlig einseitiges und damit unrealistisches Frauen- und insbesondere Männerbild erschaffen. Nichtsdestotrotz, hat sich dieses Bild, so stark in mir verfestigt, dass es schwerfällt zu akzeptieren, dass auch Frauen schlechten Seiten haben können.

Hört man sich dann aber das Geschwalle einer Verfassungsrichterin „Professor“ Baer an, klingt das schon auffallend anders. Da wird sich klar vom Terminus der Gleichberechtigung wegbewegt und dies dadurch zu legitimieren versucht, indem man Wortlaute aus dem Grundgesetz nimmt und sie mit teils wilden Assoziationsketten verzerrt oder gar in ihr absolutes Gegenteil verkehrt.

Mein Lieblingsbeispiel dazu stammt aus dem Urteil zum „dritten Geschlecht“:

Aus dem Gleichberechtigungsgebot des Art. 3 Abs. 2 GG folgt, dass bestehende gesellschaftliche Nachteile zwischen Männern und Frauen beseitigt werden sollen. Stoßrichtung der Norm ist es vor allem, geschlechtsbezogene Diskriminierung zu Lasten von Frauen zu beseitigen

Diese Bemerkung hat keinen echten Bezug zur Verfassungbeschwerde. Aber man hat hiermit höchstrichterlich bestätigt, dass Frauen entgegen dem Wortlaut im Grundgesetz einseitig priviligiert und Männer einseitig diskrimminiert werden dürfen. Wie gesagt, ohne dass es dazu überhaupt eine Verfassungsbeschwerde gab.

3 Gedanken zu „Billy Coen und Kibo zur Ausbreitung feministischer Hegemonie

  1. Fiete

    Baer’s ursprüngliche „Legitimation“ ihrer ideologischen Vorgehensweise, die derzeit offenbar eine riesige Lawine abgeschubst hat, ist ja sehr kurz und knackig ( sinngemäß zusammengefasst, da ich die Originaltexte dazu nicht mehr habe ):
    Weil das Recht an sich männlich und somit einseitig und systematisch ( O-Ton „asymmetrisch“ ) Männer bei der Unterdrückung von Frauen bevorteilen und so zu derselben aktiv beitragen würde, muß es maximal asymmetrisch gegen Männer gemacht, also in’s Gegenteil verkehrt werden.

    Seitdem tauchen im Netz und in den MS-Medien ( sogar in Tweets des Antimännerministeriums selbst ) immer mehr und lautere Parolen auf, die sich ganz eindeutig auf diese eben „Begründung“ von Baer beziehen.

    Die Folgen davon hat Billy oben ja sehr ausführlich und exakt dargestellt.
    Und ja, das reizt zu ganz direkten Godwinvergleichen.

    Antwort

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