100 Jahre allgemeines Wahlrecht

Derzeit läuft auf allen Kanälen die Propaganda, wonach vor 100 Jahren Frauen das Wahlrecht erhielten. Das ist mal wieder die halbe Wahrheit und damit eine ganze Lüge.

Fefe schlüsselt auf:

Angesichts der aktuellen Feiern zu „100 Jahre Frauenwahlrecht“ fragt sich vielleicht der eine oder andere, ab wann es eigentlich Männerwahlrecht in Deutschland gab. Hier ist die Wikipedia-Seite zur Geschichte des Wahlrechts in Deutschland.

Wahlen gibt es seit 1815.

Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt waren nach 1815 die ersten Staaten mit Repräsentativverfassung. Wählen durften in der Regel nur reiche Männer, beispielsweise jene, die einen bestimmten Steuersatz zahlten.

Das zählt also nicht (Reichenwahlrecht, nicht Männerwahlrecht).

Weiter geht es 1848 mit der Märzrevolution.

Im April und Mai 1848 gab es die ersten Wahlen auf gesamtdeutscher Ebene, zur Frankfurter Nationalversammlung. Diese Versammlung entwarf eine gesamtdeutsche Verfassung und ein Wahlgesetz für allgemeine und gleiche Wahlen. Die mächtigsten deutschen Fürsten nahmen die Verfassung allerdings nicht an.

Nicht überall, zählt also nicht.

Der nächste Schwung war der Norddeutsche Bund, mit dem norddeutschen Wahlgesetz von 1869, das später auch im Deutschen Reich galt.

Wählen durften Männer über 25 Jahren, sofern sie nicht etwa durch Entmündigung vom Wählen ausgeschlossen waren.

Das klingt schon mal gut, allerdings:

In den deutschen Gliedstaaten blieb allerdings meistens ungleiches Wahlrecht in Kraft, zum Beispiel das Dreiklassenwahlrecht in Preußen oder ein Pluralwahlrecht (in dem manche Wähler mehrere Stimmen haben) in anderen Einzelstaaten.

Zählt also auch noch nicht.

Die von Sozialdemokraten geführte Novemberrevolution 1918 brachte Deutschland das Verhältniswahlrecht und das Frauenwahlrecht. Zusammen mit den Grundsätzen der allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahl schrieb die Weimarer Verfassung von 1919 dies auch den Gliedstaaten vor.

Mit anderen Worten: Das Männerwahlrecht gibt es in Deutschland genau so lange wie das Frauenwahlrecht. 100 Jahre.

Esther Vilar erzählt in „Der dressierte Mann“ eine köstliche Anekdote über das Frauenwahlrecht in der Schweiz: Dort ließ man in einem Kanton die Frauen selbst darüber abstimmen, ob sie das Frauenwahlrecht wollten. Und ihre Antwort lautete: Nein! Diese Nicht-Wählerinnen fürchteten wohl, dass ihnen mit dem Wahlrecht ihr größtes Privileg – das Privileg schlechthin – verloren gehen könnte: Das Hausfrauenmodell. Denn die traditionellen Rollen – Frau am Herd, Mann im Bergwerk – war niemals Nachteil sondern immer nur Vorteil der Frauen, weshalb es mit dem Frauenwahlrecht, bei welchem Frauen die Mehrheit der Wähler stellten, auch nicht abgeschafft wurde.

In vielen Ländern war das Wahlrecht abhängig vom Ausüben des Kriegsdienstes, das heißt Männer bezahlten mit ihrer körperlichen Unversehrtheit und ihrem Leben. Entgegen dem feministischen Wahn, wonach „Männer Kriege führen“ (tatsächlich werden sie geführt) und Frauen für Frieden stehen, spielten in der Realität letztere eine unrühmliche Rolle: Sie waren für Krieg und dafür, dass Männer – und nur diese – ihre Leben auf dem „Felde der Ehre“ ließen. Beispielhaft hierfür lässt sich der „Orden der weißen Feder“ anführen. Gunnar Kunz schreibt dazu (unten verlinkt):

Im August 1914 wurde der Orden von der Weißen Feder gegründet, der Frauen aufforderte, weiße Federn als Zeichen der Feigheit an junge Männer zu verteilen, die der Britischen Armee noch nicht beigetreten waren. Dieselbe Taktik wurde übrigens auch in Russland und den USA angewandt. Sie bestand darin, Männer in aller Öffentlichkeit zu beschämen, damit sie schließlich in den Krieg zogen.

Von dieser Möglichkeit machten Frauen reichlich Gebrauch. So reichlich, dass zahllose tragische Schicksale die Folge waren. Eine Kleinanzeige in der Times vom 8.7.1915 verdeutlich es: Jack FG. Wenn du nicht bis zum 20. in Uniform bist, dann existierst du für mich nicht mehr. Ethel M. Dass dies kein Einzelfall war, belegt der Film Der General von Buster Keaton, dessen Geschichte auf eben dieser Prämisse beruht. Manche Frauen sahen im Übrigen im Orden der Weißen Feder eine bequeme Möglichkeit, sich ganz nebenbei ihres ehemaligen Geliebten zu entledigen.

Auch Suffragetten wie Emmeline und Christabel Pankhurst unterstützten den Orden nach Kräften: Frauen haben das Recht, Männer zu fragen: „Wirst du dein Vaterland verteidigen und dein Versprechen gegenüber Frauen einlösen?“ Männer haben Frauen versprochen, (…) sie vor allen Gefahren und Schwierigkeiten des Lebens zu beschützen. (…) Das Mindeste, was Männer tun können, ist, dass jeder Mann im kriegsfähigen Alter sich darauf vorbereitet, (…) die Mütter, Ehefrauen und Töchter Großbritanniens zu retten.

Und an anderer Stelle über das Wahlrecht (Punkt 5):

Zusammenfassend kann man also sagen: 1.) Männer sollten das Wahlrecht als Gegenleistung für die allgemeine Wehrpflicht bekommen. 2.) Es wurde den meisten von ihnen aber mehr als hundert Jahre lang vorenthalten. Ein großer Teil der Männer bekam das Wahlrecht zur gleichen Zeit wie die Frauen gewährt. Das war in anderen Ländern übrigens nicht anders. In Großbritannien beispielsweise erlangten 1918 nicht nur acht Millionen Frauen, sondern auch fünf Millionen Männer zum ersten Mal das Wahlrecht. 3.) Dort, wo einige, vor allem vermögende Männer bereits früher wählen durften, hatte dies nur geringe praktische Auswirkungen und wurde von Seiten der Obrigkeit nach Kräften behindert. 4.) Die Einführung des Frauenwahlrechts war daher nicht die Abschaffung einer Ungerechtigkeit, die tapfere Frauen gegen den Widerstand unterdrückender Männer erkämpft haben. Zumal sie sich dabei der Unterstützung durch Männer wie John Stuart Mill oder August Bebel sicher sein konnten. 5.) Im Gegensatz zu Männern bekamen Frauen das Wahlrecht ohne Gegenleistung.

Weiterlesen: Was nicht im Geschichtsbuch steht

4 Gedanken zu „100 Jahre allgemeines Wahlrecht

  1. Pjotr

    Es ist die altbekannte Geschichtsklitterung der Feministen. Die gesamte Geschichte der Menschheit wird als Kampf der Frauen gegen männliche Hegemonie gedeutet. Feminismus ist nichts weiter als ein neofeudales Konzept, das Privilegien als Geburtsrecht gesetzlich verankern will.

    Antwort
    1. uepsilonniks Autor

      Jep, und genau dieser Kampf, in welchem Männer und Frauen, die füreinander geschaffen sind, als Feinde gegenüberstehen, als „Unterdrücker“ und „Unterdrückte“, vergiftet das ganze Verhältnis zwischen ihnen. Bei Fefe drüben gibt es noch einen Nachtrag, nachdem der Mann das Wählen seiner Frau sabotieren konnte. Wenn wir uns dieses Propagandagift betrachten: Warum sollte er? Ist es nicht eher so, dass Mann und Frau zusammenarbeiteten und in schwierigen Zeiten gemeinsam die Probleme des Überlebens angingen? Und dass der Mann damit ein Interesse daran hat, dass seine Frau wählt, da sie vermutlich die Wahl treffen wird, die am günstigsten für den sozial-ökonomischen Status der Familie ist? Dass Mann, Frau, Kind nicht konkurrierten sondern eine Einheit bildeten mit verschiedenen Rollen, die notwendig waren um zu überleben, und bei welchen die Rolle des Mann, die außerhäusliche Arbeit zu übernehmen, keineswegs die bessere, angenehmeren war.

      Der Giftbeutel Laurie Penny nimmt genau diese Spaltung vor, löscht den Vater aus der Familie, der es dann ganz schlecht ergeht:

      „…füllt sich der Keller mit Wasser und Millionen von Frauen und Mädchen sind samt ihren Kindern da unten eingesperrt und starren nach oben, während ihnen das Wasser in die Schuhe läuft, um die Knie schwappt und langsam zum Hals steigt.“ (S.14)

      Familie besteht hier nur noch aus Mutter und ihren Kindern, der Vater wurde aussortiert. Gleichzeitig wird an das Ex-Familienmitglied bzw. an den Vater Staat die Forderung gestellt, die Restfamilie zu versorgen. Das ist das Matriarchat, es gibt allein Mutter-Kind-Beziehungen aber keine Kind-Vater. Gleichzeitig haben aber die Männer die Arbeiten der Gesellschaft zu leisten, an deren Erträgen dann Mutter und Kind ganz selbstverständlich partizipieren.

      Antwort

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