„Patriarchat überwinden“ – Was bedeutet das?

Screenshot_2019-02-05 FSI auf Twitter Skandal um Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages am 13 02 209 Zur Anhörung Wech[...]

In der Väterherrschaft haben Väter nix zu melden. Das ist aber nur zum Besten aller.

Eine besondere Mutprobe ist es, vor einer Versammlung von Kampflesben einen Vortrag über die Vorzüge des „Patriarchats“ zu halten… Dieser Witz bedarf keiner weiteren Erklärung: Denn wie man alltäglich auf allen Kanälen um die Ohren gehauen bekommt, ist unsere Gesellschaft ein „Patriarchat“, d.h. eine Gesellschaftsform, welche für alle menschengemachten Übel auf der Welt verantwortlich ist. „Patriarchat“ heißt „Herrschaft der Väter“. Diese Benennung wäre zum Lachen, wenn es nicht soviel Leid verursachen würde, dass seltsamerweise die Mutter die Möglichkeit hat, den anderen, störenden Elternteil zu entsorgen und somit gegen den Willen dieses Vaters darüber bestimmen kann, wie sie mit ihren Kindern lebt – eine Definition von Macht. Da wir also in einer Mütterherrschaft leben und Mütter die Macht auch außerfamiliär und institutionell innehaben, stellt sich die Frage, was das Gerede vom „Patriarchat“ soll. Es bedeutet, das Problem liegt bereits darin, dass Vaterschaft überhaupt existiert, dass es Männer gibt, die sich als Väter begreifen, und Kinder, die in solchen Männern ihre Väter erkennen. Das ist ein  – wenn nicht der – Kern feministischer Politik: Die Abschaffung des „Patriarchats“ bedeutet die Abschaffung von Vaterschaft. Die Kinder sollen gar nicht erst eine liebevolle und tragfähige Beziehung zu ihren Vätern entwickeln, denn Feministen wissen wohl: Alleinerziehen ist Befreiung.

Allerdings steht dabei schon allein das Wissen um Vaterschaft dieser Befreiung im Weg. Man weiß von Kindern, die aus anonymen Samenspenden entstanden sind und sich aus eigenem Antrieb heraus auf die Suche nach ihren Vätern machen. Kinder also, die ihren Vater nie kennengelernt hatten aber dennoch den Wunsch verspüren, ihn kennenzulernen. Ein Fallbeispiel wäre diese alleinerzogene Tochter, die eine recht „problematische“ Beziehung zu einer Mutter führt, die ihre Abneigung gegen den „biologischen Erzeuger“ nicht gerade subtil auslebt:

Ein Jahr später, ich durfte mit ein Paar wenigen Freunden in meinem Zimmer meinen 15. Geburtstag feiern. Als wir gerade anfingen rum zu kichern und spaßig und ausgelassen zu werden, ging meine Zimmer Tür auf und meine Mutter kam herein. Meine Mutter, hatte immer große Freude daran, für mich gute Situationen zu benutzen um Bomben platzen zu lassen, die darauf abzielten mich bloß zustellen oder in irgendeiner Weise seelisch zu verletzen.

Sie kam also herein und wir wurden natürlich sofort still, blickten sie an. Sie ließ ihren Blick einmal durch unsere Runde schweifen, schaute mich dann an und sagte: “ Ich hab noch ein Geburtstagsgeschenk für Dich!“ Ich horchte auf. Den Ton den sie Anschlug, war für meine Freunde erst Mal ein sehr freundlicher. Ich allerdings wurde sofort nervös.

Sie fuhr lächelnd fort: “ Dein Vater ist gestorben, Happy Birthday!“ Sie überreichte mir dabei, das Anschreiben vom Jugendamt, indem ihr Mitgeteilt wurde das mein Vater verstorben sei. In Anlage als Kopie hinzugefügt, seine Sterbeurkunde.

Sie drehte sich ohne ein weiteres Wort um, schloss die Tür wortlos hinter sich.

Es ist ein halbes Jahr Vakuum danach in meinem Kopf. Ich kann nur Wirren zu dieser Zeit rekonstruieren. Klar erinnern kann ich mich dann wieder ab dem Moment als ich panisch vor Angst um mein Leben fürchtend, die Wohnung meiner Mutter verließ. (zur Gänze lesenswert)

Um solche Unfälle zu vermeiden, wäre es natürlich sehr praktisch, wenn man sich der Existenz von Vaterschaft gar nicht bewusst wäre, wenn Vaterschaft einfach keine Sache wäre, wie dieses Goldstück erkannte:

vorpatriarchal_

Das ist Nonsense: Die Matriarchatsforschung ist noch unseriöser als Gender-Studies. Aber Ok: Die Ursache des Übels  – die „Herrschaft“ – ist also die Bindung. Was bedeutet dies? Es bedeutet Liebe. Die Liebe eines Vaters zu seinen Kindern und ganz besonders die Liebe von Kindern zu ihren Vätern; gäbe es nur Ersteres, wäre die Entsorgung von Vätern bei weitem nicht so problematisch. Eine Mutter, die die Liebe ihrer Kinder zu dem Vater akzeptiert, muss darauf natürlich Rücksicht nehmen.

Die Mutter, die um die Vater-Kind-Liebe weiß, kann sich nicht einfach in einem gewalttätigen Akt über diese Liebe hinwegsetzen, wie es soviele „Alleinerziehende“ tun, die dann auch im Vergleich zu Vätern Totalversagerinnen sind, was ihre Kompetenz angeht, glückliche Kinder großzuziehen. Nur: Also was?! Der Vater muss genauso Rücksicht auf die Mutter nehmen. Es ist eine gegenseitige Abhängigkeit. Das erinnert an das Lamento, dass eine gleichberechtigte Sorge nach der Trennung für die Mutter bedeute, dass der Vater Macht über sie ausübe, weil sie ihm in allen wichtigen Fragen „hinterherrennen“ müsste. Auch hier: Das gilt für den Mann gleichermaßen, nur dass man einem Vater, der die Mutter-Kind-Liebe als als ein Problem ausmacht, zu Recht bescheinigen würde, zutiefst krank zu sein.

Das ist auch kein Ausreißer einer gestörten Soziopathin. Feministischerseits ist das Narrativ von Vaterschaft als Problem weit verbreitet. Laut dem Spitzenstar des zeitgenössischen Feminismus‘, Laurie Penny, seien Väter in der Familie lediglich auf Machtausübung aus, während sie über solche Familien so schreibt, als wäre das Projekt der Entväterung bereits abgeschlossen. Väter kommen in ihren Familien gar nicht mehr vor, allerdings gibt es dabei noch Probleme:

Millionen von Frauen und Mädchen sind samt ihren Kindern da unten eingesperrt und starren nach oben, während ihnen das Wasser in die Schuhe läuft, um die Knie schwappt und langsam zum Hals steigt.

Das ist mit Bravour matriarchal gedacht: Zwar ist der Mann als Vater nicht mehr Bestandteil der Familie, dennoch hat er für sie sorgen – und da er das angeblich nicht tut, ist er verantwortlich für das Elend der „Frauen und Mädchen und ihren Kindern“. Das heißt, Feministen wollen die Vorteile des „Patriarchats“ erhalten – die Arbeit des Vaters für die Familie, seine Sorge, sein lebenslanges Malochen – aber zugleich den „Nachteil“ abschaffen, sich mit einem Partner auf Augenhöhe herumschlagen zu müssen (eine Sichtweise übrigens, die unterstellt, dass sich Mann und Frau nicht in Liebe zugetan sind, sondern sich als Feinde gegenüberständen – eine typisch toxisch-feministische Betrachtung, die die ganze Gesellschaft vergiftet). Eine Vertreterin dieser Politik wäre Antje Schrupp, die Väterrechte gänzlich abschaffen und Kindererziehung über Steuern finanzieren will. Viele Trennungsväter können ein Lied davon singen: Sie dürfen ihren Kindern zwar kein Vater sein, aber für sie zu zahlen haben sie trotzdem. Kindesentfremdung ist nicht strafbar, wohl aber Unterhaltsprellerei. Das ist es, was hinter dem Kampf gegen das „Patriarchat“ steckt: Mit der Überwindung der „patriarchalen Herrschaft“ soll Vaterschaft, soll der Vater an sich abgeschafft werden.

2 Gedanken zu „„Patriarchat überwinden“ – Was bedeutet das?

  1. Jochen

    Diese Tendenzen die Väter abzuschaffen werden auch weiter gesetzgeberisch angegangen: https://www.welt.de/politik/deutschland/article190283301/Abstammungsrecht-Mutter-und-Mit-Mutter-Barley-will-lesbische-Elternpaare-gleichstellen.html
    Seit dem Ausschluß der Schuldfrage im reformierten Scheidungsrecht wird die Schuld de facto dem Mann zugewiesen, da er jetzt immer zahlen muss. Fällt dieser aus, tritt Vater Staat an seine Stelle und versorgt die alleinerziehenden Mütter. Zusätzlich stellt er eine Helferindustrie bereit (Jugendämter u.ä.), die den Müttern bei der Abwehr väterlicher Ansprüche behilflich ist. Das Matriarchat is live and kicking.

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