Billy Coen: Die Revolution frisst ihre Allies

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen.

Kontext. Es geht um männliche Feministen, sog. Allies:

Bei der ihre eigenen Kinder fressenden Revolution – wobei ich den Begriff Revolution bei diesem ganzen Social-Media-Gepöbel, welches ich auch nur unter hochnotpeinlich kindisch subsummieren würde, ebenfalls für nicht wirklich angebracht empfinde – steht natürlich das im Mittelpunkt, was Christian auf AE schon öfters als Thema hatte: eine Ideologie des eigentlich nie gut genug Seins. Man mag versuchen, so gut wie nur möglich zu sein, doch ein einziger Fehltritt reicht – wobei ein Fehltritt auch heißen kann, etwas gesagt zu haben, was jemand mit viel Mühe und Bereichtschaft zum negativen Interpretieren eigentlich völlig offensichtlich anders wahrzunehmen vorgibt, als es eigentlich gemeint war – und schon ereilt einen die Exkommunikation auf Lebenszeit.

Besonders heikel wird es für die Vielzahl von Menschen, die im identitätspolitischen Dünkel qua Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, etc., etc., etc. zu den „Privilegierten“ und damit per Geburt zu den Bösen gehören. Die befinden sich doch in diesen Kreisen regelrecht in einem Piranhabecken. Sie sind umgeben von Menschen, die ihnen mit ununterbrochenem Argwohn begegnen und nur auf den Moment warten, wann es den einen entscheidenden Moment zum Zuschlagen gibt.

Ich kann es einfach nicht verstehen, wie man sich als Mann immer noch einreden kann, es sei auch für Männer,die was auf sich halten, quasi alternativlos, feministisch zu sein. Ich kann nicht verstehen, wie man die offensichtliche Misandrie, die in sehr weiten Teilen dieser Ideologie allgegenwärtig ist, so ausblenden oder gar legitimieren kann. Sie wird einem doch tagtäglich in Endlosschleife z. B. über unsere Medien regelrecht ins Gesicht gedroschen. Und da kann man sich dann auch nicht auf das gängige Allzweckargument zurückziehen, es gäbe ja nicht DEN Feminismus, womit in Diskussionen immerzu nur den nicht wegzudiskutierenden Argumenten anderer ausgewichen wird. Natürlich gibt es DEN Feminismus und zwar den, der in Politik, Medien und darüber in der Gesellschaft den Ton angibt. Was bringt es, wenn irgendwo vereinzelte, sich als Feministinnen verstehende Frauen auf kleinen, privaten Blogs Dinge schreiben, welchen wohl auch die Mehrheit von uns hier kaum widersprechen würde, wenn sich gerade in den Medien und der Politik, also in einflussreichen Positionen, eine ganze Phalanx völlig durchgeschallerter Hohlnüsse aufgereiht hat, die durch ihren Einfluss im öffentlichen Diskurs ihre eigene Geisteshaltung derart salonfähig gemacht haben, dass sie ihren pathologischen Männerhass noch nicht einmal mehr verbergen oder zumindest abmildern müssen. Über (weiße, alte, heterosexuelle) Männer kann öffentlich eigentlich so ziemlich alles rausgehauen werden, was einem gerade so durch die Hohlräume zwischen den Ohren geistert; man braucht keinerlei persönliche Konsequenzen befürchten. Auf der anderen Seite können speziell weiße Männer bereits verunglückte oder einfach nur von der angesprochenen Person nicht erwünschte Komplimente oder offensichtlich scherzhaft gemeinte, völlig harmlose Äußerungen zur Existenzvernichtung gereichen. Aber all das hat, wenn es einem nicht ins idealisierte Bild dieser Ideologie passt, natürlich dann auch wieder nicht das Geringste mit Feminismus zu tun.

Jeder kann mal einem Irrtum erliegen, aber gerade jene, die gerne so tun als würden sie als ganz große Denker alles hinterfragen, sollten doch, wenn an dieser Selbstwahrnehmung nur ein Bisschen was dran sein sollte, auch nicht permanent so aktiv die Augen davor verschließen, was sich inzwischen in der von ihnen so idealisiert wahrgenommenen Ideologie so in absolut dominierender Position als „guter Ton“ etabliert hat. Oder ist es gar kein Verschließen der Augen? Ist vielen der „Allies“ durchaus bewusst, was dort abgeht und folgen sie tatsächlich vielmehr der Logik, dass man sich durch Kolaboration selbst in eine sicherere Position bringen kann? Nun, da zeigt sich wohl anhand der inzwischen mannigfaltigen Beispiele von „Allies“, die letztlich doch selbst auch zu Opfern von Rufmordkampagnen wurden, dasselbe, wie z. B. bei den Juden, die meinten ihren Arsch retten zu können, indem sie mit der SS rumzogen und die Verstecke andere Juden haben auffliegen lassen, letztlich aber zusammen mit jenen, die sie verraten haben, in der nächsten Gaskammer ermordet wurden.

Bei einer von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit durchdrungenen Ideologie ist es für angehörige der gehassten Gruppe unmöglich, etwas zu tun, was ihnen Absolution von der Sünde, zu dieser Gruppe zu gehören, verschafft. Niemand hat sich etwa sein Geschlecht ausgesucht und jeder, der vorrangig aufgrund dieser Eigenschaft zum Opfer von Hass wird, verdient Mitgefühl. Wer sich aber ohne Not zum Kolaborateur macht, sich selbst aktiv an Hasskampagnen gegen andere Angehörige der „eigenen Gruppe“ beteiligt, der darf sich nicht wundern, wenn sich für ihn das Mitgefühl von nicht dieser Ideologie angehörigen Menschen in sehr engen Grenzen hält, wenn sich plötzlich die geballte Feindseligkeit derer, die er für seine Weggefährten hielt, auf einmal gegen ihn richtet. Kharma is a bitch!

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