Archiv für den Monat Juni 2019

Billy Coen und Lucas Schoppe: Regelmodell und „Allen Kindern beide Eltern“

Kommentare, zu wertvoll, um sie in Versenkung verschwinden zu lassen.

[Kontext] Es geht um die Lüge, dass es angeblich kein Regelmodell gebe, welches das Recht des Kindes auf beide Eltern einschränkt.

Billy Coen:

Zu dem von dir abgebildeten und kommentierten Tweet von Barley: Dieses Argument ist mir in letzter Zeit vielfach untergekommen und ich empfinde es aus noch anderer Perspektive, als das von dir Beschriebene, für einen extrem verlogenen Versuch des Framings der öffentlichen Meinung. Nicht nur, dass durch wohlfeiles Geschwätz mit Verweis auf „was für die Kinder im Einzelfall wichtig ist“ versucht wird, das Wechselmodell als diesen Interessen potentiell monolithisch im Wege stehend darzustellen, womit klar versucht wird, alleine schon durch das übliche „UND WANN DENKT ENDLICH MAL EINER AN DIE KINDER???“ (Copyrights by Helen Lovejoy – „The Simpsons“) über emotionale Beeinflussung die Meinung zu dem Thema zu den eigenen Gunsten zu steuern.

Diese Aussage stellt nämlich darüber hinaus geradezu eine dummdreiste Lüge dar, spätestens wenn sie aus dem Munde einer Justizministerin kommt, die von Amtswegen her eigentlich wissen müsste, DASS WIR IN DEUTSCHLAND EIN REGELMODELL HABEN! Eines, welches sie und ihre Parteigenossen seit Dekaden mit gezückten Krallen gegen jeden Angriff verteidigen. Und auch ihr – wie gesagt – wohlfeiles Geschwätz stellt nichts anderes dar, als einen weiteren Versuch, Angriffe auf diesen Status Quo möglichst schon im Keim zu ersticken.

Und wer mit teils abstrusesten Beispielen kommt aus dem Bereich „das Herrchen des Hundes, mit dem der Neffe des Schwagers meiner Cousine gelgentlich spielt, hat mal gehört, dass…“, um aufzuzeigen, wie unmöglich es doch bei all den Einzelschicksalen wäre solch ein Regelmodell zu installieren – obwohl in Wahrheit schon längst eines installiert ist, welches dadurch nur ersetzt werden soll – ist in einer politischen Debatte nach meiner Meinung nicht mehr Ernst zu nehmen.

Was damit wegzuquatschen versucht wird, ist nämlich, dass das existierende Regelmodell so ausgelegt ist, dass es Eltern von Anfang an in oppositionelle Positionen bringt, weil es nur die Frage kennt „wer bekommt das Kind und wer bezahlt und darf das Kind hin und wieder vielleicht mal sehen“. Das heißt, dass sie derzeit, sollten sich die Eltern nicht von Anfang an harmonisch selbst organisiert haben, bei eventuell anfänglich nur geringfügigen Differenzen institutionell geradezu gegeneinander aufgehetzt werden. Das – trotz Barleys Gequake – EXISTENTE Regelmodell ist also ein beständiger Durchlauferhitzer für in vielen Fällen vielleicht anfangs noch vermittelbare Differenzen. Das Wechselmodell als Regelmodell würde schon alleine psychologisch das Gegenteil darstellen, denn es würd ja eben als Regel die gemeinschaftliche, gleichverteilte Kindessorge als Basis nehmen und nur davon abweichen, wenn konkrete Gründe dagegen vorlägen, wie zum Beispiel fehlendes Interesse bei einem der Elternteile oder auch dass sich ein Elternteil verhaltensbedingt von vornherein als regelmäßig Erziehungsverantwortlicher selbst ausschließt.

Wenn man sich mal anschaut, wer so derzeit vom existierenden Regelmodell mehrheitlich klar profitiert, lässt sich gut mutmaßen, in wessen Zungen die den Status Quo verteidigenden Fraktionen so derart engagiert sprechen.

Lucas Schoppe:

„dass das existierende Regelmodell so ausgelegt ist, dass es Eltern von Anfang an in oppositionelle Positionen bringt“ Ich glaube, dass ist DER wesentliche Punkt. Die Diskussion wird dann tatsächlich so geführt, als ob die Rechte des einen Elternteils (gewöhnlich die Mutter) nur dann gewahrt werden können, wenn die Rechte des anderen (gewöhnlich der Vater) weitgehend ignoriert werden.

Wenn es tatsächlich um das Kind und das gern beschworene Kindeswohl ginge, wäre das nicht möglich. Denn dem Kind sind natürlich beide Eltern wichtig, und wenn die miteinander im Konflikt stehen, dann geht der Konflikt mitten durch das Kind – und ist dort völlig unlösbar. Wer tatsächlich das Kind in den Mittelpunkt stellt, wird in jedem Fall dafür eintreten, dass Verhältnis zwischen den Eltern so zu gestalten, dass beide damit gut leben können – ohne im beständigen Konflikt zu sein.

Wie das bei ungleichen Rechten funktionieren soll, hat noch nie irgendjemand aus den diversen Müttervereinigungen erklären können.

Hier finde ich die Väterpolitik denn auch tatsächlich deutlich sinnvoller. Die setzt dem „Das Kind gehört zur Mutter“ ja kein „…nein, es gehört zum Vater“ entgegen – sondern, in einem Väteraufbruch-Slogan: „Allen Kindern beide Eltern“.

Humorlose Feministen und Holz vor der Hütte

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Frage: „Wieviele Feministinnen braucht man, um eine Glühbirne einzudrehen?“

Antwort: „Eine. UND DAS IST NICHT WITZIG!!!

Dieser Witz spielt auf die geradezu sprichwörtliche Humorlosigkeit der Feministinnen an. Der Punkt aber, dass diese humorlos seien, wird umso humorloser und empörter zurückgewiesen.

Erinnern möchte ich dazu noch mal auf das unerwünschte Dirndl-Kompliment von Onkel Brüderle, welches eine vollkommen humorbefreite, nationale Debatte auslöste – das sind die Themen, die die Gesellschaft beschäftigen, und nicht etwa sagen wir: Vergewaltigung im Gefängnis.

Und nun haben wir da oben wieder Frauen im Dirndl und einen eindeutig zweideutigen Spruch dazu. Das vernichtende Urteil: Dies sei Sexismus. Denn in der überspannten Wahrnehmung der Feministen gilt: Sexy = Sexismus. Denn ja: Hier geht es um Sex. Ein Mann der die Werbung sieht, denkt an Sex. Aber: Das ist vollkommen in Ordnung. Die beteiligten Frauen wissen das auch nur zu gut und sie nehmen es mit Humor, es gefällt ihnen, sie fühlen sich nicht zu einem „Sexobjekt reduziert“ – allerdings heißt es über solche Frauen, sie hätten „patriarchale“ Frauenfeindlichkeit „internalisiert“. Diese Werbung arbeitet mit einem Witz, einem Witz mit Sex, ein sexy Witz, aber Feministen können nicht im geringsten darüber lachen. Warum?

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Warum dieser Hass, wenn eine Frau als schön und begehrenswert dargestellt wird?

Eine Frau, die als sexy dargestellt wird, wird nicht zum „Sexobjekt reduziert„, sie wird vielmehr aufgewertet – weshalb die Klage oft von Frauen kommt, die nicht das geringste zum Sexobjekt mitbringen. Allerdings spiegelt sich in der begehrenswerten Frau das ganze Geschlechterverhältnis wieder. Mit ihr als die Begehrte und mit ihm als Begehrenden. Und da hängt ein ganzer Rattenschwanz an Konsequenzen dran, die die Gesellschaft so gestalten, wie sie eben ist. Die begehrenswerte Frau ist ganz Frau und der begehrende Mann ist ganz Mann, in solcher Werbung manifestieren sich die beiden Geschlechter, welche aber der Feminist vernichten, dekonstruieren will. Ein wohl hoffnungsloses Unterfangen, denn die Geschlechter sind kein soziales Konstrukt sondern auch biologisch festgelegt, das heißt, es wird immer Männer geben, die begehren und dazu wird es immer auch die entsprechenden Frauen geben. Das eigentliche Problem des Feministen ist nicht, dass der Mann die Frau unterdrückt – das ist nicht der Fall – das eigentliche Problem ist, dass Mann und Frau, die beiden Geschlechter tatsächlich existieren und immer existieren werden, weshalb das Ziel des Feministen niemals zu erreichen ist – das ahnt er wohl, von daher die humorlose Verbissenheit.

Allerdings spricht er nicht für die Frauen. Ich habe gar nicht gezählt, wie oft mir Frauen untergekommen sind, die zum Interview der SZ sinngemäß anmerkten, dass sie vor Lachen unter dem Tisch liegen würden.

 

Billy Coen: Frauen und Krieg

Ein Kommentar, zu wertvoll um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen.

Die ganze Chose mit der „toxischen Männlichkeit“ ist auch, selbst wenn man sie auf ihre angeblichen allgemein akzeptablen Komponenten runterbricht, einfach nur hochgradig zynisch.

Nehmen wir mal die Sache mit dem Krieg als Beispiel: in archaischen Gesellschaften war Krieg oft tatsächlich der unmittelbare Schutz der eigenen Gruppe, vor allem der Frauen und Kinder. Diesen Schutz übernahmen schon immer selbstverständlich die Männer. Obwohl in Massengesellschaften der Sinn von Kriegen dann eher schon auf größere Zusammenhänge runtergebrochen wurde („Für Führer und Vaterland“), war es doch oft nach wie vor die wesentliche Motivation jedes einzelnen Soldaten im gesellschaftlichen Zwangsdienst, mit dem Einsatz seines eigenen Lebens zumindest das seiner ihm nächsten Stehenden zu schützen. Nicht umsonst wurden Feinde zu jeder Zeit rituell als monströse Barbaren skizziert, die Frauen vergewaltigen und Kinder fressen.

Dieses Herunterbrechen des Krieges auch in Massengesellschaften auf diese archaischen Ursprünge wurde (und wird) auch von Frauen so betrieben. Männer, die sich in Kriegszeiten dem Dienst an der Waffe verweigern, werden nicht wahrgenommen als Menschen, die einfach an ihrem eigenen Leben hängen, sondern als Feiglinge, die den Frauen einfach nicht den ihnen zustehenden Schutz bieten wollen. Diese Männer mussten schon immer – auch und vor allem – von Frauen ausgehenden Erniedrigungen klarkommen. Grundtenor: „Wenn alle Männer solche Schlappschwänze wären, könnten hier problemlos die wildesten Barbaren reinmarschieren und ungestört uns Frauen vergewaltigen und unsere Kinder fressen“.

Dieses Denken steckte schon immer so tief drin, dass bekanntlich selbst die angeblich ach so sehr an Gleichberechtigung interessierten Suffragetten keinen Widerspruch zu ihren Phrasen sahen, wenn sie sich gleichzeitig an der inszenierten, öffentlichen Beschämung von Männern beteiligten, die doch tatsächlich keine Lust hatten, sich an der Front des ersten Weltkrieges mit sehr großer Wahrscheinlichkeit abschlachten oder zumindest verstümmeln zu lassen.

Männer, die ihrer gesellschaftlichen Pflicht der völligen Selbstaufgabe nachkamen, wurden hingegen öffentlich – auch und vor allem – von Frauen dafür bejubelt.

Nun aber in Zeiten, in denen es Gott sei Dank schon viele Jahrzehnte her ist, dass sich Menschen in unseren westlichen Gesellschaften mit der realen Bedrohung eines Krieges direkt vor der eigenen Haustür auseinanderzusetzen hatten, wird auf einmal so getan, als sei Krieg etwas absolut ureigen Männliches, mit dem Frauen, das friedfertige Geschlecht eben, nie auch nur das Geringste zu tun gehabt hätten. Da wird es unter „toxisch männlichem“ Verhalten subsummiert, so als hätten Männer einfach nur irgendeine Art perverse Affinität dafür, sich abschlachten zu lassen. Über Jahrtausende hinweg wurden Milliarden von Männern in kriegerische Himmelfahrtskommandos geschickt und Frauen standen immer voll und ganz dahinter, vor dem Hintergrund des seinerzeitigen durchaus realen Gefühls, von Feinden umringt zu sein, aber kaum ist eben dieses Bedrohungsszenario weg, führt feministischer Gruppennarzissmus dazu, dass sich Menschen, nur aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit, die Hände in Unschuld waschen und jede Verantwortung für geschichtliche Greul auf die Mitglieder des anderen Geschlechts schieben. Und wie schnell sich da auch wieder eine Kehrtwende vollziehen würde, würde auch für uns die Bedrohung durch einen Krieg wieder realer, das zeigten unter anderem die Reaktionen auf die Vorkommnisse der Kölner Silvesternacht damals. Auch dort wurde ja den „guten Männern“ vorgeworfen, die „bösen Männer“ nicht aufgehalten und die Frauen nicht geschützt zu haben. Dahinter steckte nichts anderes, als die immer noch vollumfängliche Anspruchshaltung den Männern gegenüber, dass diese sich völlig selbstverständlich in Gefahr begeben müssten, sich notfalls gar opfern müssten, um nicht nur ihre eigene sondern gegebenenfalls irgendeine Frau zu beschützen.

Es wären fraglos exakt dieselben Damen, die sich jetzt über „toxische Männlichkeit“ das Maul zerreißen, die in veränderter politischer Gefahrenlage umgehend eben diese von allen Männern vehement einfordern würden, denn schließlich ginge es dann ja wieder darum, die schützenswertesten Wesen überhaupt, also sie selbst, vor Heerscharen barbarischer Feinde zu bewahren. Und hinterher hatte man das alles natürlich gar nicht gewollt und setzt die Dauerbeschämung der „toxischen, kriegerischen“ Männer ungebrochen fort.

So finde ich es im Übrigen nachvollziehbar, wenn experimentelle Studien zu Ergebnissen kommen, dass Frauen dazu neigen, eine als Feinde qualifizierte Gruppe weit unversöhnlicher und auch grausamer zu behandeln. Frauen waren schon immer in der Situation, Feinde immer nur als reine Bedrohung für ihr eigenes „Nest“ wahrnehmen zu müssen. Der Umgang mit dieser Bedrohung wurde wiederum schon immer an die Männer delegiert. Das heißt, Frauen haben Feinde immer eher abstrakt, nur in Form der von ihnen ausgehenden Gefahr gesehen, während für Männer der Feind etwas war, mit dem sie sich permanent, Auge in Auge, konfrontiert sahen. Sie waren diejenigen, die die Sache regeln mussten und das auch gegebenenfalls unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Es ist somit im Sinne des Selbsterhaltungsinteresses nachvollziehbar, dass Männer eher gewillt sind, auch mit Feinden Kompromisse zu finden, um es entweder gar nicht erst zu kriegerischen Handlungen kommen zu lassen oder zumindest durch fairen Umgang mit dem Feind nach Beendigung von Kriegshandlungen eine bessere Basis für eventuellen künftigen Frieden zu schaffen. Die weibliche Position ging hingegen eher davon aus: wird der Feind, der mich bedroht, komplett vernichtet, so ist auch die Bedrohung dahin. Wer aber mit der Erreichung dieses Zieles nichts zu tun haben muss, sich durch seine soziale Rolle nie dafür die Hände schmutzig zu machen braucht, dem fällt es auch leichter, sich über mögliche Konsequenzen dessen keinerlei Gedanken zu machen. Mögliche Rachehandlungen des gedemütigten Feindes? Egal! Denn auch darum werden sich ja dann die Männer kümmern… Ja, ich weiß, alles stark überspitzt und vereinfacht, aber ich denke, da zumindest eine Facette dran nicht völlig unzutreffend beschrieben zu haben.

Was ich mit diesem sehr ausführlich geschilderten Beispiel sagen will: für mich ist diese ganze Quakerei von „toxischer Männlichkeit“ nicht nur absurd unterkomplexer Kokolores, es ist verlogen, heuchlerisch und zynisch vor dem Hintergrund realer Bedingungen, damals wie heute. Kurzum: einfach nur widerlich!

Die maskulistische Revolution

Nach 100.000 Jahren Matriarchat ist nun die Zeit gekommen, diese Tyrannei zu stürzen und ein Patriarchat zu errichten, in welchem die Frauen ihre alten Schulden abzuarbeiten haben. Das heißt, Frauen gehen ihr Leben lang malochen und geben die Kinder und das Geld, welches sie verdienen, dem Vater.

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Nach der Revolution Frauensache

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In der neuen, besseren, gerechteren Gesellschaft werden die Frauen die harten, schmutzigen, schlauchenden Arbeiten übernehmen, etwa als Müllfrauen, Kanalarbeiterinnen oder Gerüstebauer. Auch viele Chefposten  – mit Plackerei verbunden – werden von Frauen besetzt sein, das macht aber nichts, denn diese Frauen werden einer Gehirnwäsche unterzogen, schon als Kinder durch den Vater, so dass sie ihre Macht als Männerdiener nutzen, sich als Verbündete der Männer begreifen, denen geholfen werden muss, da sie es ja so schwer haben in einer von fiesen, toxischen Frauen beherrschten Welt. So wird sie bspw. als Frau an der Macht Gesetze verabschieden, die Beschneidung von Jungen verbieten aber von Mädchen erlauben. Oder Gesetze, die unwillkommenes Verhalten von Frauen gegenüber Männern verfolgen und deren Karriereende bedeutet sowie Verlust jeglicher Reputation. Wenn eine Frau bei der Arbeit stirbt, wird das kein Thema sein. Fühlt sich aber ein Mann durch eine Frau belästigt wird das breit diskutiert und Anti-Belästigungs-Gesetze werden verabschiedet.

Die Kinder werden von den Vätern großgezogen. Den Mädchen bleut man ein, das sie ihr Leben der Gesellschaft, also den Männern und ihren Kindern zu opfern haben. Das heißt, sie arbeitet ihr Leben lang und stellt damit den Vater von der Arbeit frei. Sollte es zur Trennung kommen, muss die Mutter dennoch weiterzahlen und malochen, selbst wenn sie erleben muss, dass ihre Kinder zum Hass gegen sie erzogen werden.

Allgemein werden Männer als bessere Menschen gelten. Frauen hingegen werden als toxisch angegriffen. Da Frauen im Patriarchat – welches aber nur „Matriarchat“ genannt wird, in welchem alles zu Gunsten der Frau ausgerichtet sei – größeren Belastungen ausgesetzt sind und weniger Hilfe erhalten, weil sie grundsätzlich weniger Empathie genießen, stellen sie auch die Mehrheit und den Drogenkranken, Selbstmördern und Obdachlosen. Dies wird aber so ausgelegt werden, dass Frauen aufgrund ihrer Toxizität selbst schuld daran seien, sie müssten nur diese schädlichen Charaktereigenschaften ablegen.

Männer dürfen nahezu beliebig ihre Frauen misshandeln, die allgemeine Propaganda aber verbreitet das Bild von der brutalen Frau, unter der Männer und Kinder zu leiden haben und gegen die vorgegangen werden muss. Auch werden Frauen gezwungen, im Kriegsfall ihr Leben und Unversehrtheit zu opfern, was man aber in der Propaganda so auslegen wird, dass sie kriegsgeil wären, und deshalb Kriege führen würden, obwohl sie geführt werden.

Diese Patriarchat, Pardon: „Matriarchat“ wird das Paradies. Zwar nicht für Frauen, aber die haben ja auch eine jahrtausendealte Schuld abzutragen.

Crumar: Seine Verantwortung, ihr Urteil

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

In dem Vorgang, dass er postkoital fragt und sie antwortet sind zwei Grundüberzeugungen enthalten, nämlich die der aktiven Rolle des Mannes in der Sexualität und dass letztlich Sex etwas ist, was „Mann“ will und dessen Qualität „Frau“ postkoital zu urteilen hat.
Wer im Nachhinein Noten über eine vorher zu erbringende Arbeit eines anderen verteilen kann, ist m.E. klar im Vorteil und der zugrunde liegende Vorgang weist auf ein Machtgefälle hin, welches konträr zu feministischen Voraussagen entstanden ist.

Aus diesem Machtgefälle und Grundschullehrerin-Bedürfnis wiederum entstehen dann weibliche Bücher a la „Meine 10 schlechtesten sexuellen Erlebnisse“.
Auf eine bizarre Art und Weise ist die Eingangsvoraussetzung solcher Frauenliteratur „vergessen“ zu haben, dass 50% von „sexuelle Erlebnisse“ aus der Autorin bestanden haben.
Dass zwischen sexueller Selektion und postkoitaler Bewertung eine gewisse – nun ja – zeitliche Deckungslücke besteht und sich nichts, rein gar nichts ändern wird, wenn Frau auf anwesende Abwesende plädiert, wird sich irgendwann herumsprechen.
Hoffe ich.

Und wenn bspw. Männer höflich darauf verzichten würden, ihr eigenes Bedürfnis nach gelungener partnerschaftlicher Sexualität mit einem Brettspiel zu verwechseln und lernen würden, eigene Ansprüche und Bedürfnisse zu thematisieren sowie die Partnerin ermutigen, solche zu artikulieren, dann könnten wir einen Schritt gemeinsam nach vorne gehen.

Rammstein und die Frauen – eine Liebesgeschichte

  1. Eine Liebesgeschichte
  2. Warum Rammstein nicht rechts ist

Dass der Mann die Frau schon immer unterdrückt hat und es heute noch tut, ist ein feststehendes unhinterfragtes Dogma, so wahr wie morgens die Sonne aufgeht. Eine Geschichte, die einem unter anderem von den eigenen Müttern eingetrichtert wird. In der Geschichte waren es immer wieder die klügsten Geister, die dieses Märchen eben als Märchen durchschauten. Für die Frau gibt es kaum eine komfortablere Lebensweise, als sich das Leben von einem arbeitenden Mann unterhalten zu lassen. Das ist auch der Grund, warum das traditionelle Geschlechterrollenmodell – er im Werk – sie am Herd – bis heute nicht überwunden ist, obwohl es unmöglich ist, in dieser Gesellschaft aufzuwachsen, ohne als Mädchen eindringlich davor gewarnt zu werden: „Wer sich nicht wehrt, endet am Herd!“ Nun, besser am heimischen Herd als fremder Leute Toiletten putzen!

Rammstein singt in ihren Liedern davon, wie Männer Frauen dienen – bis in den auch mal grausamen Tod. In dem Video zu „Rosenrot“ wird die Geschichte erzählt von einem Mönch, der sich durch eine Schönheit verführen lässt, auf ihren Willen hin ihre Eltern tötet, dann aber durch eben jenes liebreizende Mädchen verraten wird, was für ihn bedeutet, als Mörder bei lebendigen Leibe verbrannt zu werden. Im Liedtext, welcher analog erzählt, wie ein Geliebter durch einen Liebesdienst zu Tode kommt, heißt es:

„Sie will es und so ist es fein
So war es und so wird es immer sein
Sie will und so ist es Brauch
Was sie will bekommt sie auch“

Der Wille der Frau regiert die Welt, und unter ihrer Schönheit verbirgt sich das Grauen.

In dem Video „Sonne“ agieren die Männer der Band als Zwergensklaven einer sowohl schönen als auch übermächtigen Herrin, die das von den Zwergen in harter Arbeit geschürfte Gold wie Koks schnupft. Ihre göttlich anmutende Schönheit ist der Schlüssel dazu, dass sie von den Männern, die da aus dem schmutzigen Grund der Welt zu ihr aufschauen, angebetet wird. Die Frau als Göttin und der Mann als deren Diener. In „Du hast“ wird das wohl weibliche Anliegen, den Eheschwur abzulegen, und sich damit bis zum Tod zu binden mit einem klaren „NEIN!“ abgelehnt. Leicht kann man nun die Zeilen „Du hast mich…“ im Sinne von „Hassen“ auffassen. Da bleibt nichts mehr von Liebesheirat, vielmehr steht die Ehe in diesen doppeldeutigen Zeilen unter Verdacht, nicht Glück zu sein sondern ein Übel, das man jemandem wünscht, den man hasst. „Roter Sand“ hingegen erzählt eine Wilder-Westen-Geschichte, ein Pistolenduell wiederum aus Liebe. Dieses hat aber kein Happy End, der Mann, der sich auf dieses selbstmörderische Unterfangen im Namen der Liebe einlässt, wird tödlich getroffen und färbt mit seinem Blut den Sand rot.

All dies sind Aspekte, die dem gewöhnlichen Narrativ, wonach der Mann oben und die Frau unten steht, entgegensteht. Die Liebe des Mannes ist eine dienende Liebe, und zwar bis den Tod, der auch grausam sein kann.

Die Künstler durchschauen aber nicht nur diese matriarchale Lüge zur weiblichen Wohlstandssicherung, sie greifen auch ein anderes Motiv auf: So gesellt sich zur dienenden Liebe die räuberische Liebe als ihr gegenteiliges Widerpart, in welcher nun er oben ist. Es ist ein von Frauenverstehern wie im Mainstream geleugnetes Phänomen, wonach sich Frauen nach einem Raubtier von Mann sehnen. Dazu gehört, dass verurteilte Mörder im Knast Liebesbriefe von dahinschmelzenden Frauen erhalten, oder solche Werke zu Bestsellern werden, in denen er sie bis auf das Äußerste dominiert, sie vollständig unterwirft, wie in diesem unsäglichen „50 shades…“ Auch sind tierisch-instinkthafte, übermenschlich starke Vampire und Werwölfe ein guter Garant für Erfolg bei einem Publikum, das sich offenkundig animalische Männer wünscht, die sich nicht domestizieren lassen. Diesem Muster folgend verfolgt in Rammsteins „Du riechst so gut“ ein Werwolf eine Schönheit, um sie zuerst zu verführen, dann aber als seine Beute über sie herzufallen und damit zu einer Werwölfin, eine der ihren zu machen – räuberisch romantische Leidenschaft, die Anklang findet.

Das ist Kunst, die sich auf ein Wissen bezieht, das latent unter den Lügen des Alltäglichen verborgen liegt, kurz aufblitzt, etwas in einem anspricht, aber nicht greifbar bleibt, kaum eine klare Erkenntnis erschafft, welche die große Lüge vom herrschenden Mann und der unterdrückten Frau nachhaltig durchschaut und damit entlarvt.

Allerdings springt Rammstein im Video zu „Radio“ auf den feministischen Zug auf, indem sie die Geschichte eines Frauenaufstands gegen eine vermeintliche Männerherrschaft erzählen. Dabei wird auch eine Friseuse gezeigt, die einem Mann ein Ohr abschneidet. Diese Verstümmlung mit getauschten Geschlechtern, eine Szene, in welcher ein Mann eine Gewalttat gegen eine Frau verübt, eingebettet in einem Kontext, welcher diese Tat als eine gute und gerechte beschreibt: Das wäre eine Provokation, das würde zu einem Aufschrei führen. Gegen einen Mann geht es gänzlich unter, bleibt unkommentiert.

2. Warum Rammstein nicht rechts ist

Rammstein sieht sich immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, rechts zu sein. Einer der schwerwiegendste Hinweise darauf ist das Video zu dem gecoverten Song „Stripped“. Im Video wird Material der Nazikünstlerin Leni Riefenstahl verwendet. Jetzt geht es in dem Song darum, nackte, schöne, ästhetischen Körper zu sehen – „let me see you stripped.“ Dies wird vom Video entsprechend untermalt und auch wenn es Nazikunst ist, so muss man einräumen, dass Riefenstahls Ästhetik höchsten Ansprüchen genügt, was zur Frage führt: Darf man Nazikunst schön finden, wenn sie tatsächlich schön ist? Oder um Analogien heranzuziehen: Darf man noch Filme mit Kevin Spacey sehen oder Musik von Michael Jackson lauschen, wenn er sich tatsächlich an Kindern vergangen haben sollte? Ist seine Musik deshalb nicht mehr gut? Oder auch: Der Jude Martin van Creveld analysierte in seinem Buch „Kampfkraft“, warum die deutsche Armee den anderen überlegen war. Darf man nüchtern oder bedauernd feststellen, dass die Nazi kriegerisch vorne lagen, ohne gleichzeitig ein Nazi zu sein? Goebbels war gut in Manipulation und Propaganda. Riefenstahl war eine große Künstlerin. Auch wenn sich Nazis über das Video gefreut haben dürften, stellt es weniger Nazipropaganda als eine Provokation dar, wobei nicht Nazis sondern die breite, deutschsensible, holocaustbewusste Bevölkerung die Zielgruppe ist, und Provokation ist ein weit verbreitetes Stilmittel in der Kunst.

Auch das Rechte gerne Rammstein hören, sticht nicht, denn Rechte stehen auf harte Musik und damit passt ihnen Rammstein als Neue-deutsche-Härte-Band besonders gut.

Um sich dem anhaltenden Vorwurf, rechts zu sein, zu entziehen, brachte die Band „Links 2 3 4“ heraus, welches einerseits mit Zeilen wie

„Sie woll’n mein Herz am rechten Fleck
Doch seh’ ich dann nach unten weg
Da schlägt es links
Links, zwo, drei, vier“

den Vorwurf aufgreift und verwirft, dann aber mit einem militärisch-martialischen Stil gleich eine neue Provokation schafft für Linke, die sich auch einem Pazifismus verpflichtet fühlen. Das Video zu dem Song beschreibt ein kommunistisches Aufbegehren von Ameisen (= Arbeiter) gegen übergroße, fette Käfer (= Oligarchen). Ein Bandmitglied kommentiert:

„Wir sehen die Welt anders als in links und rechts aufgeteilt. Aber für diesen Song bedienen wir uns der schlichten Schwarzweißmetaphern, die Journalisten scheinbar wichtig finden, um uns zu erklären.“

Dass die Band aber vielleicht doch linker steht, als zu vermuten, mache ich an einem Titel fest, der gleich im Namen eigentlich das Gegenteil verkündet: „Mein Land.“ An der Oberfläche ein rechtes Statement, wenn man aber tiefer bohrt, tun sich Tiefen auf. Eine mögliche Interpretation ist, dass eine heimatlose Seele auf der Suche nach einem Platz zum Bleiben ist, aber überall abgewiesen wird:

…hier ist nichts mehr frei
Das ist mein Land

Also ein linkes Statement gegen nationalistisches Lagerdenken, kein Mensch ist illegal, es sollte ein Platz frei sein im Land, egal, wem es „gehört.“

Eine andere Interpretation ist geradezu linksradikal: Sie beschreibt wie ein Weltbürger die ganze Welt bereist, von Nord nach Ost, von Ost nach West, und überall „sein Land“ antrifft. Egal, wo auf dem Globus er sich aufhält, er befindet sich immer in „seinem“ Land. Nationales Denken, ein Denken der Trennung von Ländern in Nationen wird verspottet: „Da kommt er angerannt, mit der Fahne in der Hand.“ Die deutsche Band feiert an einem amerikanischen Strand eine Beachparty und das unter der Direktive: „Du bist hier in meinem Land, meine Welle und mein Strand.“ Also eine linke Utopie einer Welt ohne Grenzen, ohne Nationen, ohne Nationalflagge, in der jeder gerade dort zu Hause ist, wo er eben ist.

Bleiben noch ein paar Worte zu einer ihrer neuesten Veröffentlichungen „Deutschland.“ Im Song wie auch im Video setzt man sich opulent mit der deutschen Vergangenheit auseinander. Dass sich die Bandmitglieder auch als KZ-Opfer darstellen und damit die Empörung über den Tabubruch auf sich zogen, bestätigt genau das, was den Song beschäftigt: Die gespaltene Beziehung der Deutschen zu ihrer Heimat. Eine Heimat, in der man nicht mal zur Fußball-WM Deutschlandfähnchen zeigen darf ohne eine Debatte darüber auszulösen – was in anderen Ländern nur zu Befremden führen würde, obwohl viele von denen ebenfalls keine weiße Weste haben – man denke an den Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern, der Sklaverei oder den Millionen Toten durch ihre imperialistischen Kriege – dennoch ist man stolz auf seine Nation, ist ultrapatriotistisch (damit will ich nicht solche Verbrechen mit dem Holocaust gleichsetzen). Die Deutschen tun sich da mit ihrer Beziehung zu ihrem Land viel schwerer, Sentenzen wie: „Im Geist getrennt… Im Herzen vereint… Man kann dich lieben…. Und will dich hassen… Deine Liebe Ist Fluch und Segen… Meine Liebe kann ich dir nicht geben“ dokumentieren die schizoide Beziehung der Deutschen zu ihrem Land.

Musik ist immer auch Kunst. Und Kunst kann hart sein, sie kann provozierend sein. Vor allem kann sie aber auch Tabus aufgreifen und an ihnen rütteln.