Crumar zur Geschlechterentwicklung in Parteien und Gewerkschaften

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Man hat mit dem politischen Ausverkauf analog zur SPD auch die identische Entwicklung bei den Mitgliedern.
Hier wird das grafisch für den DGB dargestellt:
https://www.boeckler.de/107622.htm#

Von 6,8 Millionen Mitgliedern 2005 zu knapp 6 Millionen 2017 und der Frauenanteil ist in erster Linie deshalb von 31,8 auf 33,7% gestiegen, weil in dieser Zeit mehr Männer als Frauen ausgetreten sind.

Man muss zudem in Rechnung stellen, dass ca. 25-30% aller Mitglieder bereits in Rente sind und in nicht allzu ferner Zukunft werden diese wegsterben.

Die Idee, die Gewerkschaften zu „verweiblichen“ war natürlich mit der Erwartung verbunden, ein größerer Anteil an hauptamtlich beschäftigten Frauen führe zu einem größeren Mitgliederanteil von Frauen (d.h. zu mehr Mitgliedern).
Gerade in den Dienstleistungsberufen – und das wurde im Rahmen einer künftigen „Dienstleistungsgesellschaft“ diskutiert.
Diese Erwartungshaltung wird natürlich immunisiert, wenn man allein aus Gründen der „Repräsentanz“ Frauen beschäftigt.

Und so reflektieren diese Frauen dann innergewerkschaftlich:
„Da der Frauenanteil in ver.di 51,25 % beträgt, bedeutet dies einen Anteil von Frauen in den Organen und Gremien von mindestens der Hälfte.
In den gewählten Landesleitungen in 10 von 11 ver.di-Landesbezirken sind zwei der drei Mandate mit Frauen besetzt und auch im höchsten Wahlangestellten-Organ, dem Bundesvorstand, sind sogar von 14 Mandaten 9 mit Frauen besetzt.“
https://frauen.verdi.de/themen/++co++efcfeade-1432-11e3-a745-52540059119e/

Die Entwicklung: „2001 hatte Verdi 2,8 Millionen Mitglieder, heute (Anm. 2018) sind es noch 1 987 000.“

Es ist m.E. gelungen, den frame einmal komplett umzudrehen.
Statt dass die Frauen Rechenschaft ablegen müssen über die in sie gesetzten Erwartungen, muss die Gewerkschaft sich den Erwartungen der Frauen unterwerfen.

Im gleichen Artikel süffisant bemerkt: „Bis heute ist der Verdi-Vorstand mit 14 Mitgliedern doppelt so groß wie das Führungsgremium der IG Metall. Verdi beschäftigt rund 3000 hauptamtliche Gewerkschafter, die größere IG Metall kommt mit 2500 aus.“

Und (Herv. von mir): „Die IG Metall dagegen, die sich vor knapp zehn Jahren eine Strukturreform zugunsten der Betriebsarbeit verpasst hatte, hält die Mitgliederzahl mit 2,3 Millionen ziemlich stabil.“
https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/verdi-bsirske-will-die-gewerkschaft-radikal-veraendern/20843448.html

Könnte es unter Umständen damit zu tun haben, dass eine bürokratische Schicht in einer bestimmten Gewerkschaft sich zum Beispiel in erster Linie mit sich selbst beschäftigt?
Gibt es hier etwa Vermutungen über das gender dieser bürokratischen Schicht? 😉

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