Prostitution, das weibliche Monopol auf Zärtlichkeit und die Sehnsucht des Mannes

Ich habe zu der Frage, warum sexuell aktive Frauen Schlampen, Männer hingegen Playboys sind, schon mal was geschrieben. Demnach ist Sex etwas, worüber Frauen verfügen und es möglichst profitabel an den Mann verkaufen. Wer zu günstig zu haben ist, ist demnach eine Schlampe, wie sie von Frauen dann angefeindet wird. Der teuerste Deal ist hierbei die Ehe, wenn sie nicht aus Liebe sondern aus monetären Gründen heiratet.

Die Ressource Sex und genauso auf Zärtlichkeit liegt also in Frauenhand. Frau hat es, Mann will es, was das Gewerbe der Sexarbeit begründet. Ich halte übrigens mehr von jeder Prostituierten, mit der man einen klaren Vertrag schließt, als von Frauen, die Sex manipulativ als Belohnung für Wohlgefallen in einer Beziehung anwenden. Ich selbst war nie bei einer Sexarbeiterin, ich empfände es als entwürdigend, eine Frau dafür zu entschädigen, dass sie meine Nähe zulässt. Und damit sind wir schon bei Nähe. Sex ist nicht nur für Frauen sondern auch für Männer ein Weg, Zärtlichkeit auszudrücken. Und Sehnsucht spielt hier genauso rein wie ein Gefühl von Einsamkeit, wenn man keinem Menschen, keiner Frau so nah sein kann.

Ich sagte bereits, dass Alice Schwarzer und die ganzen Frauenschützer es bitterlich beklagen würden, wenn die Rollen getauscht wären. Wenn Frauen sich erniedrigen würden, indem sie für sexuelle Nähe zahlten. Sie würden die Anbieter des Sex‘ verteufeln, die kaltblütig die Sehnsucht der Frauen ausnutzten um Kohle zu machen. So wird wohlwollend über Freierinnen berichtet, denen Sehnsucht nach menschlicher Nähe attestiert wird, und das ausgerechnet von jener Seite, für die männliche Freier nur widerliche Schweine* sind, die man verfolgen sollte.

In der Regel aber gilt: Es sind Männer die für Sex zahlen. Und da sich in den letzten Jahrhunderten das gesellschaftliche Bild vom Mann geändert hat – als toxisch – ist männliche Sexualität dämonisiert. Sie wäre nehmend, gewalttätig, grausam, beschmutzend, machtgeil, zerstörerisch. Feministen denken beim Stichwort Sex nicht an das Kamasutra sondern an Vergewaltigung. Also wirken sie demzufolge überall in der Gesellschaft, Männer für ihre Sexualität zu bestrafen und seien es nur Blicke, und so wollen sie den Kauf aber nicht den Verkauf von Sex bestrafen lassen – gleichgültig gegenüber den Interessen der Sexarbeiterinnen, die gegen eine Kriminalisierung ihrer Kunden sind und deren Situation sich damit auch verschlechtert.

Zurück zum Bedürfnis nach Zärtlichkeit. Bei Prostituierten herrschen strenge Regeln, nach denen die Dienstleistung ausgeführt wird. Eine der häufigsten ist hierbei das Verbot, auf den Mund zu küssen. Sexarbeiterinnen trennen scharf zwischen erwerbsmäßigen Sex und jenem, welchen sie in einer Beziehung mit ihrem Partner praktizieren. Allerdings gibt es eine Variante, in der diese Trennung aufgehoben ist. Beim „Girlfriend-Sex“. Hier kann sich der Freier Sex kaufen, wie ihn Liebespaare ausüben – zum Beispiel auch mit Küssen auf dem Mund. Das zeigt, dass ein Bedürfnis existiert, welches über eine mechanische schnelle Nummer weit hinausgeht. Hier kauft sich ein armes Schwein neben Sex und körperlicher Nähe auch die Illusion von empathisch-emotionaler Zärtlichkeit, vom Geliebtwerden – und das bringt mich zum Heulen, denn es deutet auf ein gravierendes Kuscheldefizit unter Kerlen hin.

Ich erinnere mich an ein besonders widerliches Exemplar von Empathin, das sich über einen Mann lustig machte, welcher nach dem Sex nur noch schluchzte. Der Mann war wohl lange Zeit von jeder menschlichen Nähe abgeschnitten so dass es aus ihm herausbrach. Auch der Männercoach Maximilian Pütz berichtet: „Ich coache Männer, die gerne Frauen kennenlernen wollen. Und Sie machen sich keine Vorstellung wieviele dann einfach dasitzen und weinen.“ (sinngemäß aus dem Gedächtnis) Pütz pflegt seine Emotionen und ist außerordentlich mitfühlend, was ihn sowohl als Verführer so erfolgreich macht, als auch als Coach. Die Männer, denen er Rat und Tat anbietet, erfahren so zum ersten Mal Mitgefühl und Verständnis für ihr karges Leben, in welchem menschliche Wärme nur in homöopathischen Dosen vorkommt.

Dies alles spielt in der Prostitutionsdebatte keine Rolle. Die Frauenretter hören schon auf diejenigen nicht, die zu retten sie vorgeben und die nicht gerettet werden wollen. Die männliche Perspektive, nach der ein Kerl sich nicht anders zu helfen weiß, als Geld hinzulegen für etwas menschliche Nähe, als Balsam für eine geschundene und verdurstende Seele, interessiert erst recht nicht.

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