Archiv für den Monat Oktober 2019

Billy Coen: Superheldinnen in Fiktion und Realität

Ein Kommentar, zu schön, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Naja, bei Superhelden spielt Realismus ja eh keine wirkliche Rolle. Selbst der noch am realistischsten konzipierte (auch außerhalb von absoluten Comic-Nerd-Kreisen bekannte) Superheld Batman dürfte wohl weit über dem Level liegen, was je ein Mann jemals tatsächlich erreicht hat oder erreichen wird.

Alleine schon deshalb habe ich überhaupt kein Problem mit weiblichen Superhelden; wie wohl auch schon immer eigentlich keiner ein Problem damit hatte. Die Probleme kamen eigentlich erst auf, als man meinte, wie auch im vorliegenden Fall, die ganze Sache mit Feminismus würzen zu müssen, also genau mit der Ideologie, die schon seit zig Jahren damit beschäftigt ist, auf Comic- und Videospielnerds einzudreschen und sie, medial unterstützt, als zurückgebliebene Deppen darzustellen, die so randständig und „creepy“ sind, dass sie natürlich völlig zurecht nie eine abbekommen – schon gar keine so „starke und selbstbewusste“ Frau, wie sich Feministinnnen irrigerweise gerne selbst skizzieren – und den dadurch entstandenen Frauenhass nun in ihrer Nerdblase ungehemmt ausleben.

Man pusht also die Verfilmung z. B. eines Comicfranchises mit Phrasen und bindet auch in den Filmen immer wieder gerne Narrative ein, wie sie die eigentlichen Fans von hirnsedierten Puderplunzen wie etwa im Gamingbereich einer Annita Sarkeesian seit Jahren vorgeplärrt bekommen und wundert sich, dass diese Fans dann davon genervt sind. Obwohl, natürlich wundert man sich nicht, sondern fühlt sich natürlich nur darin bestätigt, dass man es bei den Fans nur mit Frauenhassern zu tun hat. Die immer wider gleiche Taktik. Man provoziert mit haltlosen Anklagen aufgrund übelster Vorurteile gegen eine bestimmte Gruppe deren Angehörige, bis diese darauf endgültig nur noch entnervt reagieren können und präsentiert diese Reaktionen dann als Bestätigung der eigenen Vorurteile.

Was mich persönlich immer noch am meisten nervt an der ganzen „Frauen-Sichtbarmachungs-Quäkerei“ ist aber, wenn es sich auf Dinge aus der Realität bezieht. Nicht nur in Spielen die in Weltkriegssettings handeln, sondern unlängst schon in einschlägigen Filmen wird verlässlich aus einschlägigen Kreisen rumgeplärrt, dass da mal wieder nur alles weiße Männer in den Hauptrollen bzw. als spielbare Charaktere auftauchten. Ja Schätzeleins, wo wart ihr tollen Powerfrauen denn in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts? Da hat komischerweise keine einzige geschrien: „Hier, bitte nehmt mich auch mit! Ich wollte schon immer mal als roter Fettfleck in der russischen Pampa enden!“.

Auch die Bundeswehr wurde für euch ja erst interessant, als seit gut 40 Jahren keine deutschen Soldaten mehr in realen Kriegseinsätzen verheizt worden waren und Bund eigentlich nur noch stand für Ausbildung und sicherer Arbeitgeber mit guten Aufstiegschancen und stattlichen Bezügen. Aber wenn schon Frauen, dann natürlich auch damals (in den 90ern) nur als rein freiwillige Nummer und nicht als Pflicht. Gleichberechtigung schön und gut, aber… naja!

Und auch bis heute noch: Wo seid ihr denn alle, ihr großen Twitterheldinnen, wenn mal wieder nach Erdbeben hunderte von Menschen unter Schuttmassen begraben sind? Wenn es gilt einen beschädigten Kernreaktor notdürftig abzuschirmen? Warum sieht man da in Fernsehberichten immer nur Männer an der vordersten Front? Und glaubt mir, wäre auch nur eine einzige von euch dabei, wir würden es geradezu ins Gesicht geschmettert bekommen, denn gerade unsere Medienanstalten suchen händeringend nach diesen Bildern von euch Powerfrauen. Einzig sie finden sie irgendwie nicht.

Aber natürlich werdet ihr alle nur ausgebremst durch das böse Patriarchat. Alleine, dass ihr in medialen Darstellungen nicht immerzu als alleskönnende Heldinnen auftaucht, ist dafür verantwortlich, dass ihr euch das einfach noch nie zugetraut habt. Ah ja! Genau so herum wird die Kausalitätskette verlaufen. Klingt sehr plausibel.

Allerdings wenn es dann mal nicht um solche Petitessen wie Naturkatastrophen oder Supergaus geht, sondern unsere Erde tatsächlich mal von einer außerirdischen Supermacht angegriffen wird, ja, dann werdet ihr euch gewiss wirklich, wie im Film, von den Fesseln des euch bremsenden Patriarchats befreien. Dann werden wir Männer noch froh sein, dass wir euch haben, wenn ihr euch eine Extradosis Frappuccino bei Starbucks gönnt, eure Smartphonekraft vereinigt und den außerirdischen Invasoren mal die Meinung twittert, dass denen Hören und Sehen vergeht. YEAH! Das wird’s bringen!

Fallbeispiel für toxische Weiblichkeit und Häusliche Gewalt

Sandra Hermann, die sich auch für männliche Opfer häuslicher Gewalt einsetzt, berichtet in dem gänzlich empfohlenem Sammelband „Gleichberechtigung beginnt zu zweit“ von einem drastischen Fall:

So konnte zum Beispiel einer der Männer, die sich an mich wand-
ten, über mehrere Jahre lang seine Wohnung nicht mehr verlassen. Er
litt an einer degenerativen neurorogischen Erkrankung und war auf
den Rollstuhl angewiesen. Seine Frau nahm ihm den Rollstuhl weg (er
war ihr im Weg), demütigte ihren Mann fortlaufend, bezeichnete ihn
unter anderem als „unnützen Krüppel“, der ihr nur noch auf der Ta-
sche liege und ihr keinen Nutzen mehr bringe. Um sich fortzubewegen
musste er durch die Wohnung robben, zuletzt nur noch in Unterhosen,
weil sie seine Wäsche nicht mehr mit wusch, sondern entsorgte. War-
um solle sie ihn unterstützen und versorgen, er würde sich ja auch
nicht um sie kümmern, sei kein richtiger Mann, sondern ein Versager
und nur noch eine Last Er war ihr komplett ausgeliefert. Oft schlug sie
in ihrer Wut und Überforderung auf ihn ein. Als er diese jahrelange
Demütigung nicht mehr ertragen konnte und Gegenstände nach ihr
warf, um sie von sich fern zu halten, holte sie die Polizei; Sie fühle sich
von ihm bedroht, und die Kinder hätten Angst vor ihm. Sie ließ ihm
einen Platzverweis erteilen und erwirkte ein Kontaktverbot. Obwohl es
wohl das Beste war, was ihm passieren konnte, empfindet er es als
Strafe, fühlt sich schuldig, als Versager (tertiäre Viktimisierung) und
würde lieber wieder heute als morgen zurück zu seiner Frau und na-
türlich zu seinen Kindern – die sie ihm seither vorenthält.

Ich könnte noch von vielen weiteren solcher perfiden Tragödien
berichten. Das Ergebnis war und ist so gut wie immer dasselbe.

Häusliche Gewalt wird leider bisher immer noch nur einseitig be-
trachtet. Es herrscht nach wie vor die Meinung, dass die Männer im-
mer Täter und die Frauen immer Opfer sind.

Das ist in gleich mehrerer Hinsicht typisch:

1. Der Mann wird zum Täter  gemacht völlig unabhängig von der tatsächlichen Gewaltrichtung. MANNdat hat mehrere ähnliche Fälle dokumentiert, in welchen er die Polizei zu Hilfe rief, dann aber gegen ihn als vermeintlicher Gewalttäter vorgegangen wurde, ein Polizist wird mit den Worten zitiert: Natürlich nehmen wir erst mal den Mann mit“ Der Satz „Ruf doch die Polizei, die glauben dir eh nicht“ fällt oft aus weiblichen Mund.

2. Der Vorwurf der Gewalt, um über das weibliche Eigentum, die Kinder allein verfügen zu können. Kinder als Eigentum anzusehen ist typisch für toxische Weiblichkeit.

3. Auch zeigt sich hier ein weiterer, tabuisierter Aspekt toxischer Weiblichkeit, nämlich einen Mann allein anhand seines Nutzwertes zu beurteilen. Hat er keinen Nutzen für die Gesellschaft – also das kollektiv Weibliche – oder einer Partnerin, ist er einfach Abfall: #menaretrash.

4. Entgegen der alltäglichen Propaganda, ist sie es, die die Macht hat. Sie hat die Macht, den Mann aus der Familie zu entfernen und aus dem Leben seiner Kinder auszulöschen. Gerade deswegen ist Sexismus gegen Männer, z.B. dass Väter relativ unwichtig oder gar schädlich für Kinder seien oder dass immer nur er der Täter bei häuslichen Konflikten wäre, äußerst potent. Er ist mit der Macht der Frau verbunden, wonach – nicht nur hier übrigens – die Formel gilt: Sexismus = Diskriminierung plus Macht.

Übrigens arbeiten Feministen daran, den Tatbestand des „Tyrannenmordes“ einzuführen, das heißt, dasss eine Frau, die angibt, von ihrem Mann, den sie ermordet hat, unterdrückt worden zu sein, straffrei ausgeht. Wenn man sich ansieht, dass die Institutionen (siehe auch institutionelle Macht) wie die Polizei männliche Opfer wie Täter behandelt, läuft das darauf hinaus, dass Frauen ein Tötungsrecht erhalten.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Deutschland gibt 120 Millionen Euro zur Bekämpfung häuslicher Gewalt aus: Punkt 2.

Weiterlesen: Grundsätzliches zu Häusliches Gewalt.

Chomsky: „Kollaborateure der Macht“

In den letzten Jahren begann ich meine Kurse damit, den Studenten klarzumachen, dass sie eine Wahl treffen müssen, die noch niemand in der Geschichte der Menschheit treffen musste. Sie müssen entscheiden, ob die organisierte menschliche Gesellschaft überleben soll. Selbst als die Nazis wüteten, war niemand mit dieser Entscheidung konfrontiert. Jetzt schon.

[…]

Allein die psychologische Hürde jedoch ist eine Blockade, die besagt, „ich kann da nicht hinsehen, ich muss bei den üblichen Vorstellungen bleiben, und dies ist irgendwie etwas so Radikales, dass wir davor Angst haben müssen“.

Schoppe: Feminismus und die (männliche) Struktur der Gesellschaft

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Erstens die projektive Vermischung der Kategorien, die eine Rede von „Männergesellschaft“ oder „Patriarchat“ erst möglich macht. Dass „der Mann“ im Feminismus weithin als Repräsentation für das Gesellschaftssystem wahrgenommen werde, halte ich für einen zentralen Punkt in Ingberts Text, und ich finde ihn völlig richtig. Natürlich lässt sich immer argumentieren, im Feminismus werde doch über Strukturen und nicht über Menschen geredet – aber das ist eine nur scheinbare Klärung. Denn wenn weiter gefragt wird, um welche Strukturen es denn ginge, werden die feministisch ja meist im Hinblick auf Männer und Männlichkeit beschrieben.

Luhmann hat, in ganz anderem Kontext, mal pikiert die Wendung von einem „System Kohl“ kritisiert und meinte, Helmut Kohl könne doch kein System sein, jedenfalls kein politisches. Die Rede von der „Männergesellschaft“ oder der „männlichen Gesellschaft“ macht ganz genau denselben Kategorienfehler, und der ist tatsächlich weit verbreitet. Wir finden ihn im Grundsatzprogramm der SPD, wenn dort von der Überwindung der männlichen Gesellschaft die Rede ist, ebenso wie in der modischen Rede von den alten weißen Männern, mit der angeblich doch gar keine alten weißen Männer, sondern nur Machtstrukturen gemeint wären.

Allenfalls könnte es sinnvoll sein, viel sperriger mal von „durch Männer geschaffenen und aufrechterhaltenen Strukturen“ zu reden – und dann würde sich sofort die Frage anschließen, ob Frauen daran denn wirklich gar keinen Anteil haben, und welche Männer für diese Strukturen verantwortlich sind und welche nicht: Es können ja nicht alle sein.

Kurz: der Punkt ist nicht, Feministinnen zu bestreiten, dass sie über Strukturen sprechen – sondern deutlich zu machen, dass die Rede von einer „Männergesellschaft“, einem „Patriarchat“ etc. auf einem Kategorienfehler beruht, der eine sinnvolle Rede über Strukturen ausschließt.

Hin zu einer maskulistischen Filmkritik: Joker

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Filmstill: © 2019 Warner Bros. Entertainment Inc.

Spoilerwarnung.

Kennst Du „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“? Oder „Thelma und Louise“? Wenn nicht hast Du nichts verpasst. Der Film „Joker“ hingegen ist ein Phänomen. Er kommt verdammt gut an beim Publikum, was sich nicht nur im Kassenerfolg zeigt sondern auch in einer absoluten Ausnahmebewertung bei der Movie-Database, während sich die Elite  bemüßigt fühlt, ihn niederzuschreiben. Zu dem Film gibt es die Befürchtungen, er könne Nachahmer finden. Man ist sich bewusst, dass man eine große Bevölkerungsgruppe so richtig schäbig behandelt. Joker, oder: Die Angst vor den Verlierern. Trotz meiner Begeisterung möchte ich darauf hinweisen, dass ich jede Gewaltanwendung auf’s Schärfste verurteile, mein Begeisterung bezieht sich allein auf die Fiktion.

Arthur ist ein Verlierer. Er lebt bei seiner Mutter, hat einen schlechten Job, den er dann aber auch verliert. Er ist Müll, menschlicher Müll, wie Sibel Chick wohl diagnostizieren würde und somit ist die Welt nicht freundlich zu ihn. Entweder ignoriert sie ihn – man würde über seine Leiche einfach hinwegsteigen ohne Notiz zu nehmen – oder aber, wenn man doch mal auf ihn aufmerksam wird, demütig und misshandelt man ihn. Man könnte ihm unterstellen, ein „toxischer Mann“ zu sein, wie ihn Feministen liebevoll nennen würden, denn er tötet Menschen. Dieses Töten aber erfolgt nicht auf Grund einer blinden Toxizität, die wie ein Amoklauf wahllos mordet; für jeden, der da stirbt gibt es einen nachvollziehbaren Grund, warum er stirbt. Die Ursache ist eine toxische Gesellschaft, die Arthur vergiftet, drangsaliert, demütigt; die Gesellschaft behandelt ihn monströs was aus Arthur scheinbar ein Monster macht.

Er führt eine trostlose Existenz und das tut er lachend. Aufgrund einer neurologischen Störung lacht er in Stresssituation. Somit hat es einen grotesken Einschlag, dass er sein Leben oder schlimme Situationen mit einem Lachen kommentiert. Aber auch das ist angemessen: Anstatt über die grausame Verrücktheit der Welt in Verzweiflung zu versinken, lacht er sie aus – wie es sich für einen Clown gehört.

Dabei aber wird er gequält von einer tiefen Sehnsucht nach menschlicher und väterlicher Nähe. So träumt er davon, dass sein Idol, der Comedian Murray Franklin ihn väterlich in die Arme schließen würde; dass seine Nachbarin ihn lieben und eine Beziehung zu ihm führen würde. Aber von solchen Kontakten, die dem Verdurstenden Linderungen verschaffen könnten, ist er abgeschnitten.

Für ihn gibt es keine menschliche Wärme, er ist ganz unten, ganz allein, er ist Abfall – #menaretrash. Als er von drei anständigen Bürgern überfallen wird, tötet er diese aus Notwehr (nun, nicht ganz) in Clownsmaske. Das ist die Initialzündung für eine Bewegung, die unter den Motto „killRich“ langsam an Fahrt aufnimmt und am Ende die Stadt im Chaos versinken lässt – lauter Clowns, die sich auflehnen, denn sie, die im Leben gescheitert sind, werden als „Clowns“ verhöhnt von denen, die oben sind.

Der Film ist langsam. Das macht ihn intensiv. Die Tötungen, die begangen werden, wirken dann auch stärker auf den Zuschauer. Die Ermordeten bewahren dabei noch etwas menschliches, sind Subjekte. Das unterscheidet ihn von Filmen wie die John-Wick-Reihe und vielen anderen Actionmassakern, in welchen Männer am Fließband abgeschlachtet werden, im Sekundentakt: Zack, Zack, Zack. Solche Filme lassen den Männern keine Sekunde der Individualität geschweige denn eine Schweigeminute. Als Kontrast dazu zum Beispiel „Die Tribute von Panem“. Auch hier wird viel nebenbei geschlachtet, nur ein Tod ragt heraus: Der der zwölfjährigen Rue. Der Film widmet sich intensiv der Trauer um sie. Sie ist kein Abfall, ihr Tod ist tragisch und so legt der Film eine Gedenkpause ein. Ein Freund, mit dem ich in dem Streifen war, sagte, dass kein anderer Film ihn so bewegt hätte.

Ein kleines Mädchen, das stirbt, rührt an. Sterben weiße Männer, rührt das nicht an. Und wenn ein Film die Geschichte eines weißen Mannes im Elend erzählt, verursacht durch eine elende Gesellschaft, dann muss die schreibende Elite, die regelmäßig ihren Hass und ihre Verachtung gegen den weißen Mann wie Gift in den gesellschaftlichen Organismus spritzt – Gift, wonach Männlichkeit und Menschlichkeit Gegensätze darstellen; Gift, wonach der Mann eine toxische Krankheit sei; Gift an Schulen gegen Jungen, die genau dieser samtenen, vergiftenden Gewalt unterliegen, was dazu führt, dass sie schon früh scheitern; es ist so pervers, dass ihr IQ abnimmt und sie damit zu Abfall werden, trash, #menaretrash… – dann muss diese Elite diesen Film niederschreiben.

Und so schreibt die Elite, hier Susanne Gaschke:

“ Er heult herum über seine schwere Kindheit und seine Traumata – eine gute Therapie hätte ihn gewiss retten können.“

Niemals hätte sie so über eine traumatisierte Frau geschrieben. Exakt diese erbarmungslose Gewalt gegen Männer, die sich in großer Not befinden, führen zu genau dem, was der Film „Joker“ dokumentiert – aber Susanne Gaschke will sich ihre Schöpfung, ihr Baby nicht ansehen. Sie treibt es ab, ist noch narzisstisch stolz darauf, den Film nicht zu Ende gesehen zu haben.

Aber Artur ist nicht allein als Clown. Viele Clowns nehmen es nicht mehr hin, in der Gesellschaft, die sie wie #Abfall behandelt, weiter still zu halten; still zu halten, wenn man sie verhöhnt und mit Hass überzieht, stattdessen zetteln sie Anarchie an, einen Aufstand.

Am Ende blutet Arthur. Und mit diesem Blut malt er sich wie Make-Up ein Lächeln in sein Gesicht. Ja, nun ist er der Joker. Mit der Grazie einer Ballerina bewegt er sich zu den Wogen des wütenden Mobs, tanzt dezent; mit langsamen, bedächtigen Bewegungen würdigt er das Chaos, das er angerichtet hat. Ein Chaos, in dem toxische Männer nicht mehr bereit sind, nur zu schweigen.

Crumar über Incels

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

@Truth

Ich glaube, wer deine Erfahrung nie geteilt hat: „Frauen und die Gesellschaft haben immer gezeigt, dass ich nichts wert bin. Das kennst du vielleicht nicht, ich schon.“, hat einfach Schwierigkeiten, deine Reaktion nachzuvollziehen.

Um auf das Thema des Artikels zurück zu kommen, hat mich wirklich erschrocken, wie das Thema „Incel“ die eiskalte Verachtung offen gelegt hat, die Männern entgegen schlägt, wenn sie in den Augen der Gesellschaft und von Frauen „nichts wert sind“.

Am frustrierendsten fand ich beim durchstöbern der Incel-Foren nicht die Frauenverachtung, sondern das Selbstbild, das diese Incel erst dazu bringt.
Sie seien genetic failures, womit sie sich als Mensch selber entwerten.

Biologisch gesehen unabänderlich nicht in der Lage, jemals etwas gegen ihre Ohnmacht und ihre soziale Lage zu tun; aus ihrer Sicht ist das aussichtslos.
Sie haben die schwarze Pille schon geschluckt, bevor sie überhaupt wussten, dass sie existiert.

Ich nehme scharf an, sie werden eine durchgehende Opfer-Erfahrung in ihrer ganzen Schullaufbahn gehabt haben, das liebste Ziel irgendwelcher bullies, die auf ihre Kosten „Späße“ trieben. Erfahrung von Mobbing, Demütigung und sozialer Isolation und das seit ihrer Kindheit.

In diesem Sinne haben die Incel-Foren bei reddit immerhin den positiven Effekt gehabt aufzuzeigen, man ist mit seinen Erfahrungen nicht alleine gewesen.
Was diese Foren auf der anderen Seite gebracht haben ist, dass sich der „outrage“ und Verzweiflung immer weiter aufgeschaukelt hat, weil das die einzige Form von „Solidarität“ ist, zu dem die Incel im Stande sind.
Wer das ganze Leben vereinzelt war und wem es schwer fällt soziale Kontakte zu aufzubauen, wird nicht auf einmal individuell handlungsfähig und gründet morgen eine politische Kampforganisation. Auch wenn das wünschenswert gewesen wäre. 😉

Damit wurde jedoch eine Gruppendynamik erzeugt, sich im denkbar schlechtesten Sinn selbst zu sehen; also ein „race to the bottom“ in der Opfer-Erfahrung und in die Hoffnungslosigkeit.
Was ihnen entgangen ist: Zwar wurden die Chads und die Normies offen gehasst, aber ihnen damit klammheimlich Recht gegeben, die Incel/Männer zu verachten.

Zum Kern, die Legitimität der Entmenschlichung und der Verachtung durch die Gesellschaft und die Frauen in Frage zu stellen und zu kritisieren sind sie nämlich nie vorgedrungen. Einen menschlichen Umgang mit sich und anderen haben sie auch nie offensiv eingefordert. Wenn man nun sagt, Männer könnten das einfach nicht erwarten von der Gesellschaft ist das richtig, aber man kann es einfordern.

Und umgekehrt ist der verachtete Chad als verkehrt positives Spiegelbild der eigenen Erfahrung ebenfalls nicht als Mensch wahrgenommen worden.
Hat ihn jemals jemand gefragt, wie es ihm so geht als Gewinner der „genetischen Lotterie“, statt ihm nur zu unterstellen, es gehe ihm bestens?
Wird es ihm bspw. geholfen habe bei seinem Scheidungsverfahren oder im Familienrecht eine 9 zu sein? Ich glaube nicht.

Damit zurück zu dir und deinem Beitrag: Was ich dem entnehme ist, du hast keine Lust mehr zu akzeptieren, von Frauen und der Gesellschaft runtergeputzt zu werden und das ist gut so.
Selber handlungsfähig zu werden, indem man an sich arbeitet, sich Ziele setzt und die erreicht ist sehr gut.

Eine Gefahr sehe ich darin, deine eigene Erfahrung von Ablehnung gegen andere zu richten und auch da Ablehnung zu wittern, wo sie gar nicht existiert.

Du schreibst: „Wenn mir Leute, die nichtmal arbeiten sagen, ich wäre minderwertig, dann spreche ich es an.“
Ich habe keine Ahnung, warum Arbeitslose (?) dich für „minderwertig“ halten sollten, aber da fängt es eigentlich schon an. Menschen ohne Arbeit sind Menschen ohne Arbeit – nicht höher- oder minderwertig.
Auch dann würde deine eindrucksvolle Liste an erreichten Zielen dich doch eher in die Lage versetzten, einen solchen Spruch unter „Was geht´s mich an?“ einzusortieren.

„Mich hat heute eine beim Sport was gefragt. Habe ihr gesagt, das Problem soll bitte ihr Loved lösen. Und gefragt, was sie kann außer enge Leggins zu tragen.“

Hmmm. Wenn sie dich permanent um Hilfe bitten würde, ist das entweder eine klassisch weibliche Form der Kontaktaufnahme oder der Versuch, dich zu einem Orbiter zu machen.
Beim ersten Gesuch nach Hilfe ist das eigentlich ein ganz normales menschliches Miteinander.

Mit den beiden Beispielen möchte ich nur aufzeigen, du brauchst m.E. im Umgang mit anderen Menschen ein update auf den aktuellen Menschen Truth, nicht auf den, der du mal warst.

Wie Linke und Rechte Männer als Vergewaltiger verhetzen

Wir leben in einer Verleumdungskultur, wonach wir in einer „Rape-Culture“ leben, also jeder Mann ein potentieller Vergewaltiger sei und Vergewaltigung ein Verbrechen mit epidemischen Ausmaß.

Sie ist ein Vergewaltigungsopfer, welches sich bei Männern entschuldigt. Um diesen ersten wohl erklärungsbedürftigen Satz genauer zu erklären: Das Opfer ist links. Und die Täter nicht deutsch. Somit entschuldigt sich das Opfer bei Migranten, die zu Unrecht als Vergewaltigter in rassistische Kollektivhaft genommen werden; sie entschuldigt sich dafür, dass die Migranten rassistisch angefeindet werden und schließt mit einem Satz, den man gerne mal auch als weißer Mann hören würde:

Du bist nicht das Problem. Du bist überhaupt kein Problem.
Du bist meistens ein wunderbarer Mensch, der es genauso wie jeder andere verdient hat, sicher und frei zu sein.
Danke, dass es dich gibt – und schön, dass du da bist.

Das heißt: Hier, bei den richtigen Menschen macht man das, was eigentlich selbstverständlich ist und was man genauso bei den „falschen“ Menschen praktizieren sollte: Von einzelnen Tätern sollte nicht auf die ganze Gruppe geschlossen werden: Du als Individuum bist in Ordnung so wie Du bist, Du bist wundervoll und es ist schön, dass Du da bist. Eine Kollektivhaft wird energisch abgelehnt.

Jetzt sind die Gruppen, die das nicht so halten, unterschiedlich aufgestellt. Weiße Feministinnen würden nie auf die Idee kommen, sowas über weiße Männer zu sagen. Und Rechte würden sowas nie über Migranten sagen.

Ob man also einen unschuldigen Mann in Sippenhaft nimmt, hat viel damit zu tun, welche Hautfarbe er hat. Unterschiedliche Hautfarben führen zu unterschiedlichen Anklägern. Es ist in beiden Fälle Hetze, und sie wirkt. Rechte schüren Hass gegen Migranten indem sie sie zu Vergewaltigern stempeln, und Feministen schüren Hass gegen Männer, indem sie sie zu Vergewaltigern stempeln. Wenn sich diese Parteien mal die Arbeit der konkurrierenden Gruppe ansehen würden, dann könnte ihnen aufgehen, dass ihre Strategie des Schürens von Antipathie und Hass nicht sauber ist, denn genau derselbe Dreck wird von einer verfeindeten Fraktion praktiziert – Feministen sind Feinde der Rechten und die Rechten sind Feinde der Feministen, aber beide wenden dieselbe Strategie an. Oder aber als Alternative: Die feministische Fraktion erklärt auch nichtweiße Menschen zu Vergewaltigern und die rechte Fraktion macht dasselbe mit weißen Männern. So können sich sowohl linke als auch rechte Frauen – nachdem alle Männer als potentielle Vergewaltiger ausgegrenzt wurden – darauf einigen, dass alle Männer Unholde sind, ganz unabhängig von der Hautfarbe. Es lebe der Antirassismus!

Ähnlich dem obigen Beispiel richten sich nun amerikanische, rechtsgesinnte Frauen in einem Wahlwerbespot an potentiell falschbeschuldigte Männer mit der Botschaft Wir glauben dir (daran sollten sich Linke ein Beispiel nehmen):