Archiv für den Monat Dezember 2019

Hass auf PickUp weil die Frau falsch ist

DI0h1QQW0AEBcc7

islieb.de

Die Anklagen gegen PickUp sind vielfältig. Das Ansprechen von Frauen sei manipulativ, Frauen würden zu Objekten gemacht, das sei übergriffig, gewalttätig und sexuelle Belästigung und schlimmer noch: In eine Sendung zum Thema „Flirten“ wird allen Ernstes ein Vergewaltigungsopfer reingesetzt um dann scheinheilig zu fragen, ob ein neuer Puritanismus Einzug hält: Flirten, Vergewaltigung… und sie merken es nicht…

Verführungskünstler sind Hassobjekte der Feministen, weshalb sie in die Nähe von Vergewaltigung gerückt werden. Diese Keule zeigt dann aber auch, das der Feminist offenbar nichts stichhaltiges dagegen vorbringen kann, dass ein Mann auf eine Frau, die er attraktiv findet, zugeht und sie anspricht, denn sensationelle Neuigkeit: Er will sie nicht vergewaltigen.

Diesen Hass gegen Männer, die Frauen ansprechen, führe ich auf zwei Punkte zurück.

Zum einen ist ein PickUp-Artist ein emanzipierter Mann. Er weiß seine Interessen zu wahren. Viele Männer akzeptieren auch eine asoziale Frau als Partnerin, die schlecht für sie ist, die sie schlecht behandelt, aus Angst, „keine andere abzukriegen“. Ein Verführungskünstler lässt sich von seiner Partnerin nicht schlecht behandeln, wie es heutzutage oft der Fall ist in Beziehungen mit Pudeln und Dominetten. Er trennt sich und sucht sich eine neue, bessere Frau. Und da Feministen Männern die Butter auf dem Brot nicht gönnen, können sie es natürlich auch nicht ertragen, dass Männer souverän darüber entscheiden, wen sie als Partnerin annehmen.

Um zum zweiten Punkt zu kommen, hole ich etwas aus. In dieser Sendung erklärt eine Feministin, dass sie zu ihren ganzen Männergeschichten gekommen wäre, weil sie „auch“ die Männer angesprochen hätte. Nun, wer für Gleichberechtigung ist, kann dann nur festhalten, dass PickUp auch für Männer erlaubt sein muss, wenn es Frauen gestattet ist, und somit nichts daran auszusetzen wäre.

Das ist für Feministen aber nicht der Fall. Warum? Um die Frage zu klären, hilft es wenn man sich die feministischen Klagen anhört, dass PickUp Geschlechterrollen aus den 50ern reproduzieren würde. Und das ist natürlich, wer wüsste es nicht, finsteres Mittelalter und übelste Frauenunterdrückung. Wenn also eine Frau Männer anspricht, ist das in Ordnung, da damit angeblich überholte Rollenmodelle negiert werden. Macht aber ein Mann dasselbe, dann lebt er damit ein Verhalten, welches in der schönen neuen feministischen Welt überwunden zu sein hat. Das ist ein Grund für den Hass auf PickUp: Hier manifestieren sich die traditionellen Geschlechterrollen. Er übernimmt die Initiative. Er übernimmt die Gesprächsführung. Er aktiv, sie passiv. Er verführt, sie wird verführt.

Der Feminist kann die naheliegende Frage, was die Alternative für den Mann ist, nicht beantworten in einer Welt, in welcher er allein bleibt, wenn er nicht die Initiative übernimmt. Denn die Frauen weigern sich. Sie sprechen Männer nicht von sich aus an. Und das führt den Feministen zielsicher zu der Klage, dass Mädchen zu ihren Nachteil erzogen seien, deshalb passiv und nehmend wären (was Humbug ist), ergo: Die Frau ist falsch – woran sie aber natürlich unschuldig ist. Sie sollte auf Männer zugehen, tut es aber nicht. Die Frau – nein: Die  ganze Gesellschaft sollte „ganz anders“ sein, um es mit Simone de Beauvoir zu sagen.

Ist sie aber nicht. So gehört gespielte Ablehnung zur weiblichen Rolle im Spiel des Flirts. Das versteht die Feministin scheinbar nicht. Da sitzt sie verbiestert und erklärt, wenn sie „Nein“ sagt, dann meint sich auch „Nein“. Ja! Ganz genau! So wie sie das sagt ist das auch offenkundig, das gilt aber nicht, wenn sich eine Frau ziert: „Also ich weiß nicht, ich gebe meine Nummer nicht so gerne raus.“ Menschliche Kommunikation besteht nicht aus 1 oder 0, Schwarz oder Weiß, „Ja“ oder „Nein“ – erst recht nicht in einem Flirt! Dieser ist ein Spiel aus Annähern und wieder auf Distanz gehen, es knistert und prickelt, man steht unter erotischer Spannung, weil der Flirt Unwägbarkeiten enthält, das Risiko, etwas falsches zu sagen oder zu tun, wie zum Beispiel jemanden zu küssen, eine Spannung, die keine wäre, wenn die Menschen ein binäres Kommunikationsverhalten pflegen würden.

Die Klage, dass die traditionelle Rolle für die Frau nachteilhaft sei, ist natürlich Humbug. Man ist privilegiert, wenn man sich in der Postion befindet, ein Angebot anzunehmen oder abzulehnen, während derjenige, der sich (!) anbietet, das Risiko eingeht, etwas falsches zu sagen oder sich eine mehr oder wenige schroffe Abfuhr einzuhandeln. Das ist der Grund, warum sich die traditionellen Rollen halten: Nicht weil man Frauen beibringt, ihre Interessen nicht zu wahren, sondern weil Frauen im Gegenteil ihre Interessen schützen und das Risiko meiden, sich eine seelische Verletzung einzuhandeln. Die beklagten Zustände gehen nicht auf Nachteile sondern Vorteile der Frau zurück – weshalb auch heute noch kaum eine Frau zu finden ist, die einen erwachsenen gesunden Mann ernährt.

Billy Coen und El_Mocho über Eliten

Kommentare zu schön, um sie in der Versenkung verschwinden zu lassen:

[Kontext] Es geht um „korrekte“ Sprache, die einem von oben aufgedrückt wird.

Billy Coen:

Naja, man beachte das oder in der Definition von Elite. Die Vertreter der herrschenden Kreise waren weiß Gott nicht immer die auch kognitiv begabtesten.

Und genau dieser rein feudalistische Elitarismus trieft in den von Chrissy zitierten Textpassagen aus jeder Silbe. Ich meine, man muss sich nur mal die selbstgerechte Benevolenz zu Gemüte führen, wie das Mädel da über jene schreibt, die „Fehler“ machen. Denen müsse man schließlich die Möglichkeit geben, sich für ihre Fehler zu entschuldigen und Buße zu tun. Da darf dann der Delinquent, dafür dass man ihm nur die Zunge rausschneidet, statt ihn gleich zu häuten und in siedendem Öl zu frittieren, noch dankbar vor Eurer Exzellenz auf die Knie sinken und den Siegelring küssen.

Da wird kein einziger Gedanke mehr daran verschwendet, dass man selbst vielleicht nicht derjenige ist, der im Besitz der einzigen und reinen Wahrheit ist und über andere zu richten befugt ist, dass man vielleicht gar selbst ein mit dem Kopf voraus durch jede Wand rennen wollender Ideologe ist, der sich weit abseits dessen bewegt, was weniger ideologisch vernagelte Menschen noch als „geistig normal“ betiteln würden.

Das sind im Übrigen dieselben Leute, die, wenn man ihre ideologischen Dogmen mal mit ein Bisschen Empirie und wissenschaftlicher Erkenntnis auseinander nimmt, sich gerne auf vorzugsweise französische Philosophen zurückziehen und darauf pochen, dass es so etwas wie Wirklichkeit nicht gibt und alles nur ein andauernder Prozess des täglichen Aushandelns ist. Das gilt aber natürlich keinesfalls für „ihre Wirklichkeit“. Das haben gefälligst alle anderen so zu schlucken.

Das ist feudalistischer Elitarismus in Reinkultur.

 

El_Mocho:

Die Eliten, die historisch gesehen die Aufklärung vorangetrieben haben, waren weder Bauern und Arbeiter noch der herrschende Feudaladel. Die französischen Aufklärer, die letztlich für die Revolution und den Sturz des Feudalismus verantwortlich waren, stammten aus der Mittelschicht, sie waren Kinder von Handwerkern, Händlern oder aus dem niederen Adel. Der Unterschied zur heutigen „Elite“, die uns die PC-Sprache aufzwingen will, liegt darin, dass die Franzosen gegen die Herrschenden standen und das System stürzen wollten, während die heutigen PC-Ideen das System stützen und in seinem Sinne agieren. Das zeigt sich auch darin, wie ihre Ideen in Politik und Medien übernommen und durchgesetzt werden. In der Tagesschau ist wie selbstverständlich von „Studierenden“ und „sexualisierter Gewalt“ die Rede, als wenn das allgemein anerkannte Begriffe wären und nicht ideologische Floskeln. Die Stadtverwaltung von Hannover hält ihre Angestellten an, die Gendersprache zu verwenden und sie haben sicher mit Sanktionen zu rechnen, wenn sie sich weigern. Ebenso wenn Studenten vorgeschrieben wird, diese Sprache zu verwenden in ihren Examensarbeiten bei Gefahr, durch zufallen wenn sie es nicht tun. Dies ist nun wirklich ein Fall, in dem es um Machtverhältnisse geht; die Mächtigen versuchen uns zu zwingen, in gewisser Weise zu sprechen, und wenn wir es nicht tun, drohen uns Sanktionen.

Die beste Gegenwehr ist (sofern man kein Student oder Angestellter in Hannover ist), die Vorschriften einfach zu ignorieren und so zu sprechen wie man es gewohnt ist. Sprache ist zwar in gewisser Weise willkürlich („sozial konstruiert“), aber der Prozess der Sprachentwicklung vollzieht sich spontan, nicht von oben gesteuert. Im III. Reich mussten alle mit „Heil Hitler“ grüßen, aber es hat sich nicht durchgesetzt.
Nicht umsonst hat man den Vertretern der Gendersprache nachgewiwsen, dass sie selber wieder in die alte Sprache zurückfallen, wenn sie sich nicht konzentrieren.

Sibel Chick mag keine geschminkten Männer

Hier heult sich Sibel Chick darüber aus, dass Frauen auf recht subtile Weise herabgewürdigt werden, in dem man verhasste Männer wie Hussein wie Frauen schminkt, und damit der Lächerlichkeit preisgibt – ein hartes Los für Frauen mit sexistischem Bewusstsein und der Überzeugung, dass Männer „Arschlöcher“ seien.

Denn diese Demütigung des verweiblichten Mannes funktioniert nur unter der Annahme, dass die Frau „minderwertiger“ sei als der Mann, da sonst das Anmalen eines Mannes wie ein Frau keine Demütigung wäre.

Zuerst: Sie verwendet das falsche Wort. Frauen sind das höherwertige Geschlecht, sie werden besser geschützt, ihr Tod sorgt für größeres Aufsehen, auch dann noch, wenn mehr minderwertige Männer sterben – minderwertig, da ihr Tod hingenommen wird; es herrscht ein Empathy-Gap gegen Männer, der bereits bei Kindern wirkt und der auch schon mal für Massenabschlachtungen genutzt wird. Frauen sind wertvoller, und man weist ihnen mehr positive als negative Eigenschaften zu, bei Männern ist es umgekehrt: Man nennt es den „Women are wonderful effect“.

Das richtige Wort ist also nicht „minderwertig“ um Frauen im Vergleich zu Männern zu beschreiben. Männer werden als kompetenter und auch überlegen angesehen – das sind die richtigen Begriffe. In dem Zusammenhang schrieb ich schon mal über Giftseelchen, die sich in der Fiktion daran aufgeilen, wenn es einer Frau einem Mann so richtig gibt, ihn demütigt, erniedrigt:

Man stelle sich vor, eine erwachsene Frau würde Gewalt gegen ein Kind ausüben. Es wird deutlich, dass ein solches Arrangement schwerlich dazu geeignet ist, die Täterin in dem Fall als „starke und überlegene“ Figur darzustellen, denn ein Erwachsener ist einem Kind generell überlegen. Sie würde vielmehr ein ziemlich schäbiges Bild abgeben, was auch zeigt, wie unterschiedlich die Wahrnehmung zwischen Kindern, Frauen und dem entsorgbaren Geschlecht ist. Wer Gewalt gegen Kinder und Frauen ausübt, sieht ganz und gar nicht gut aus – im Gegenteil. Zurück zu unserem Beispiel mit der Frau in Film und Fernsehen, die ihren Partner erniedrigt und gegen ihn Gewalt ausübt: Ihre „Größe“ und Überlegenheit basiert auf der Annahme, dass der Mann der Frau generell überlegen ist! Denn wenn man davon ausgehen würde, dass der Mann wie ein Kind der Frau unterlegen ist, könnte die weibliche Figur nicht als besonders stark erscheinen, sich nicht in dem Ruhm sonnen, einem Mann überlegen zu sein und ihn zu demütigen. Das hat was von einer veritablen Doppelbindung: Das feministische Giftseelchen erfreut sich an der Frauengewalt gegen den Mann, frohlockt über den Triumph des Weibchens über das Männchen, muss aber zugleich zumindest unbewusst die Pille schlucken, dass in einem generellen, alltäglichen Sinn, in der Vorannahme der Mann der Größere, der Überlegene ist.

Der Mann ist der kompetentere, überlegene. Deshalb wird er herabgewürdigt, wenn man ihn wie eine Frau schminkt (was einen Mann mit gelungener, selbstsicherer Männlichkeit aber nicht tangiert – er wird es mit Humor nehmen). Eine Frau, die sich hingegen wie ein Mann gibt, einen Hosenanzug trägt, wird nicht erniedrigt. Und die männliche Überlegenheit – nicht auf allen, aber auf vielen Gebieten – ist nicht nur ein beliebiges soziales Konstrukt, es wird durch die Realität gestützt. Die gute Sibel – „Männer sind Arschlöcher“ – Chick tut nichts, um als Vorbild für junge Frauen einen anspruchsvollen Studiengang zu belegen, einen schweren, wie es junge Männer machen. Stattdessen studiert sie eine Laberdisziplin, in welchem sie ihre Lebensweisheit über Arschlochmänner mit pseudowissenschaftlichen Geschwätz vertiefen wird.

Der Weltenbauer und Sternenfahrer Mann steht ganz gut da; die Frau verblasst im Vergleich zu ihn. Deshalb wollen verhinderte Geschlechternationalistinnen den Mann dekonstruieren, schon bei dein Kindern.

Judith Butler auf der Titanic, oder: Über Männlichkeit

mann

Deshalb hassen Feministen den Mann: Er ist nicht zu schlecht, er ist zu gut.

Er ist Journalist. Und Feminist. Also ein boshafter Mann und er findet Männer erbärmlich. Damit meint er nicht nur Männer im allgemeinen sondern auch ganz spezielle: Die auf der Titanic nämlich. Denn nicht alle waren ohne weiteres bereit, das zu opfern, was allen Lebewesen, die da kreuchen und fleuchen, das kostbarste ist: Ihr Leben. Nicht alle waren so gesittet wie der Herr Astor – in heutige Zeiten umgerechnet ein Multimilliardär – der höflich fragte, ob er einen freien Platz in einem Rettungsboot belegen könnte, was man ihm negativ beschied. Unabhängig davon, dass unser boshafter Journalist diese Männer erbärmlich fand, war die Überlebenschance einer armen Frau auf der Titanic höher als die eines reichen Mannes, was heißt, dass die meisten eine Männlichkeit pflegten, welche darin besteht, sein Leben für andere Menschen oder für die „Gesellschaft“ – im Krieg etwa – zu opfern – Männlichkeit ist etwas, das Frauenleben rettet und erleichtert. Nebenbei sahen die Frauen recht schäbig aus, denn ihre Überlebenschance war höher als die von Kindern…

titanicprozente-rate

Auf der Titanic war dem allgemeinen Vernehmen nach keine Feministin zu finden, und dass obwohl Geschlechterkrieg damals schon ein Thema war. Unser boshafter Feminist teilt mit seiner Agenda, einerseits nichts Gutes an Männern zu lassen, sie aber andererseits auf die traditionelle – und hier auch tödliche – Rolle festnageln zu wollen, feine Gesellschaft: Die der Suffragetten nämlich. Das waren Feministinnen, die für Gleichstellung der Frau waren, zugleich aber den Mann nicht aus der Rolle entlassen wollten, im Krieg sein Leben für die Gesellschaft, welche demnach eine der Frau wäre, zu opfern. Es stellt sich also die Frage, ob eine Judith Butler Männlichkeit auch dann noch „dekonstruieren“ wollte, wenn ihr Leben von einer solchen abhinge.

Männlichkeit (und Weiblichkeit) soll also dekonstruiert werden. Das sind störende „Mythen“ in der feministisch-genderistischen Agenda. Gerne wird dazu der Plural der störenden Größe verwendet: „Männlichkeiten.“ Um das näher verstehen zu können, lohnt es sich ein weiteres Abstraktum zu bemühen: Menschlichkeit. Was wäre davon zu halten, wenn jemand von „Menschlichkeiten“ spricht? Denn das wäre durchaus berechtigt, wenn man zum einen bedenkt, dass die Menschen höchst unterschiedlich sind, und zum anderen „Menschlichkeit“ entgegen der allgemeinen Auffassung oft für deren Gegenteil steht: Grausamkeit nämlich. Dennoch wird jeder bei der Aufforderung, doch bitte Menschlichkeit walten zu lassen, annehmen, dass hier zu Vergebung, Nächstenliebe, Gnade etc. aufgerufen wird. Wer von „Menschlichkeiten“ spricht, stellt nur eine banale Wirklichkeit heraus: Nämlich dass die Menschen über unterschiedliche Charaktere verfügen. Ähnlich verhält es sich bei „Männlichkeiten“. Aber auch der Genderist, der ständig mit „marginalisierten Männlichkeiten“ hantiert, wird beim Ausspruch „Wie männlich“ eher an Schwarzenegger als an einen klischeehaften, „tuntigen“ Schwulen denken – Sorry an alle Homo [Sapiens]. Der Angriff auf das Wesen der Männlichkeit wird also wohl scheitern – erst recht, wenn die Zeiten wieder härter werden sollten, und damit eine harte, also „toxische“ Männlichkeit, welche Überlebenschancen auch für andere garantieren kann, wieder hoch im Kurs steht – Feminismus und Genderismus sind Dekadenzphänomene.

Man wird nicht beginnen, von „Menschlichkeiten“ zu sprechen – die kulturelle Einigung, dass  mit dem Begriff positiv besetztes gemeint ist – Nächstenliebe etwa – ist zu tiefgreifend, als das sich das ändern ließe. Man müsste zu totalitären Mitteln greifen, um die Bevölkerung zu zwingen, eine neue Definition zu übernehmen. Ähnlich verhält es sich mit „Männlichkeiten“ – allerdings gibt es bereits Bestrebungen, das neue Denken mit Gewalt durchzusetzen. In Kanada etwa, wird man jetzt empfindlich bestraft, wenn man bestimmter  Persönlichkeiten nicht mit ihren Phantasiewörtern anspricht. Genderisten wollen „Ärger“ – „Gender Trouble“, wie es Judith Butler ausdrückt. Man will „Identitäten zerstören“, und dabei werden sie zu allen Mitteln greifen, die man ihnen bewilligt, und sei es, dass man einen Säugling kastriert um es als Mädchen zu erziehen zum Beweis, dass Geschlecht eben nichts anderes als ein soziales Konstrukt ist – der Hass gegen das Männliche ist so groß wie der Mann großartig ist und die Frau damit so klein aussehen lässt.

Männlichkeit – im Singular – bildet den Widerpart zu Weiblichkeit in polarer Aufeinanderbezogenheit. Wenn man Männlichkeit „dekonstruiert“, wird auch Weiblichkeit aufgelöst, eine Weiblichkeit, die als unzulänglich begriffen wird, die im Schatten des Männlichen steht. Deshalb sollen sie weg die Geschlechter, weil Weiblichkeit nach männlichen (!) Werten, die paradoxerweise von Feministen geteilt werden, nicht großartig genug dasteht. Feministen urteilen über Frauen nach männlichen Maßstäben: „Ist sie Chefin?“, „Ist sie Maschinenbauingenieurin“, „Dient sie an der Waffe?“. Allerdings dürfte dieses Unterfangen der Dekonstruktion der Geschlechter scheitern. Sobald man einen Menschen ansieht, ist man sich vollkommen im Klaren darüber, welchem Geschlecht er angehört.

2018-04-30-toxische_männlichkeit

Während diese Dekonstruktion scheitern dürfte, ist eine andere Bewegung dafür enorm erfolgreich: Die Dämonisierung des Mannes, das Niedermachen von Männlichkeit als etwas übles, dämonisches eben, Stichwort: „Toxische Männlichkeit“. Seit dem 18. Jahrhundert wird Männern unterstellt, als Mann weniger für die von ihm errichtete Zivilisation, sondern für deren Gegenteil, der Barbarei, zu stehen. Der Mann stünde für Gewaltbereitschaft, Tyrannei, für alles, was man am Menschen verurteilen kann, die Frau hingegen für das Gegenteil wie man auch in der Forschung feststellt: Männer sind mies und fies und Frauen dagegen wundervoll. Man nennt es den „Women are wonderful“-Effekt. Ein sexistischer Umstand, der „Antisexisten“ aber nicht im Geringsten stört.

Zu der Anklage, dass Männlichkeit toxisch und gewalttätig sei, schrieb ich bereits:

Denn die Anklage gegen Männer allein mit „Mädchen und Frauen“ als Anklägerinnen ist in allen Punkten zurückzuweisen. So werden Jungen häufiger zu Opfern von Gewalt, auch durch Frauen. Auch was sexuelle Gewalt angeht, werden Jungen zu Opfern und Frauen zu Tätern. Selbst als Erwachsene werden Männer in einem ähnlichen Ausmaß Opfer sexueller Gewalt. Gewalt gegen Kinder, Alte und Pflegebedürftige geht überwiegend von Frauen aus. Auch bei Mord und Totschlag von Kindern liegen Mütter vorn. Und was häusliche Gewalt angeht: Hunderte von Studien kommen international zu dem Schluss, dass Frauen genauso gewalttätig sind wie Männer, und diese sind in ihrer Brutalität auch nicht zu unterschätzen. Auch generell ergeht es Jungen in Sachen Gewalterfahrung nicht besser als Mädchen.

Zurück zum Sexismus: Ist es nicht ein frauenfeindlicher Sexismus, Männlichkeit als etwas Großes und Bewundernswertes zu beschreiben, weil das ja bedeutet, dass Weiblichkeit weder groß noch bewundernswert ist? Dazu verweigerte mir mal ein anderer boshafter Feminist das Zugeständnis, dass man Männern in Not genauso wie Frauen zu helfen habe, denn wenn man „Mädchen“ als Beleidigung für einen gestandenen Mann auffasse, dann habe dieser auch nicht das Recht auf Hilfe in der Not. Bestechende Logik, aus der aber aus jeder Pore der Hass auf gelungene Männlichkeit trieft. Und umgekehrt wird auch kaum eine Frau „Mannsweib“ als Kompliment auffassen. Denn Schönheit, die sich in den schönen Dreiklang vom Guten, Wahren und Schönen einfügt, ist ein weiblicher Wert – der aber von Feministen wie andere typisch weibliche Eigenschaften verachtet wird: „Pink stinks“ – das heißt: Es sind die Feministen selbst, die ein klischeehaftes „Mädchen“ für unzulänglich halten, fern aller Attribute, auf die man stolz sein könnte. Denn alles, was Feministen bei Männern hassen, lieben sie bei Frauen, und alles, was sie bei Frauen hassen, lieben sie bei Männern. Deshalb sind sie ganz scharf darauf, dass Frauen Ingenieurswesen studieren und Jungen weinen, sich also eine Verweiblichung des Mannes wünschen. Der feministische, aber nicht der männliche Blick auf eine feminine Frau, die ein Mann attraktiv findet, ist von Herabwürdigung getragen. Männer respektieren solche Frauen, auf männliche Weise, welche sich als einen Gegenpol zu Weiblichkeit versteht.  Aber für einen linken Maskulismus ist es tatsächlich riskant, sich auf eine starke, traditionelle Männlichkeit zu berufen, könnte man einem doch gleich in mehrfacher Hinsicht einen Strick daraus drehen, indem man dann folgerichtig feststellt, dass man Männern in Not Hilfe verweigern, sie in den Kriegsdienst pressen oder ihnen die Kinder vorenthalten könnte. Diese Gefahr lässt sich aber ganz leicht abwenden: Männlichkeit oder Weiblichkeit, wie sich ein individueller Mensch gibt, ist nichts, anhand derer man Gesetze zu schreiben oder Hilfsleistungen zu verteilen hat, sie sind wie auch die Religion Privatsache.

4x13_-_face_off_151

mann_alles

Ok, aber was ist denn nun Männlichkeit? Die Antwort liefert eine Frau: Esther Vilar. Sie erkannte, dass all das männlich ist, was schwerer zu erreichen und zu halten ist. Emotionalität zum Beispiel ist damit typisch weiblich, weil es einfacher ist, seinen Emotionen nachzugeben als sich – typisch männlich – zu zügeln, sich zu beherrschen. Männlichkeit erfordert mehr Mühe, Anstrengung und auch Kompetenz. Deswegen heißt es auch öfter, dass sich ein Mann in seiner Männlichkeit gekränkt sieht, als dass es einer Frau so mit ihrer Weiblichkeit ergeht. Gelungene Männlichkeit ist nicht toxisch, im Gegenteil steht sie ganz gut da, hat was Großartiges. Denn, um auf obiges Beispiel mit der Titanic zurückzukommen, es ist Heldenhaft, kleine und große Opfer – im Extremfall das eigene Leben – zu erbringen, sich aufzuopfern. Und wem nützt es? Sogenannte „toxische Männlichkeit“, an dieser Stelle so definiert, dass sie nicht anderen sondern dem individuellen Träger dieser Eigenschaft selbst schadet, nützt der ganzen Gesellschaft im Großen und der Familie im scheinbar Kleinem – zum Beispiel der Familienvater, der sich für seine Familie zur Arbeit zwingt. So wird z.B. auch Härte gegen sich selbst als „toxische Männlichkeit“ definiert. Ein solcher „toxischer“ Mann aber taugt sehr gut dazu, harte Arbeiten, die die ganze Gesellschaft und die eigene Familie unterhalten, zu verrichten.

Und auch wenn der Ernstfall eintritt, und die eigene Gruppe, besonders die Kinder und Frauen im Kriegsfall zu schützen sind, sind „toxische“ Männer, die hart gegen sich selbst und andere sind, gefragt. Nicht von ungefähr forderten Feministinnen vergangener Zeiten zwar „Gleichberechtigung“, etwa im Wahlrecht, bestanden aber gleichzeitig darauf, dass sich der Mann weiterhin zum Wohle der „Gemeinschaft“ – also der Frauen und Kinder – opfern, abschlachten ließ. Als Simone de Beauvoir Israel besuchte, wurde sie von den Frauen dort nicht so willkommen geheißen, wie sie es aus dem fetten, faulen Europa gewohnt war. Israel ist ein Land von Feinden umzingelt, da wird „harte“, „toxische“ Männlichkeit, die ein Land verteidigen kann, noch wertgeschätzt. Feminismus ist ein Dekadenzphänomen.

Also pflegen Männer nicht nur von sich selbst aus diese Toxizität, sie wird auch aggressiv eingefordert. Dies wird sichtbar etwa im Empathy-Gap, das heißt, dass man Männern mehr abverlangt und gleichzeitig Hilfe und Unterstützung verweigert. Man denke nur an die Perversion, dass bereits männliche Kinder von Hilfsangeboten ausgeschlossen werden. Das ist der Grund, warum sich Jungen und Männer häufiger das Leben nehmen und auch generell früher sterben, sie erhalten weniger Hilfe und Entgegenkommen, man ist kälter und härter zu ihnen – nicht etwa, weil sie nicht über ihre Gefühle reden könnten, was ihnen im Übrigen auch schon mal ein hämisches Lästern über die „Male Tears“ einbringen kann.

Männlichkeit hat also viel mit altruistischem Sorgen für Andere zu tun, ist selbstlos, die Gesellschaft tragend und heldenhaft – den maskulistischen Aspekt, dass hier eine Ausbeutung von Männern stattfindet, mal beiseite gelassen. Feministen spüren das instinktiv, weshalb sie zum einem solche Charakterzüge bei Frauen züchten, zum anderem bei Männern zerstören, dekonstruieren wollen. Sie gehen dabei sehr ungeschickt vor. Wenn sie bspw. „starke Mädchen“ entwerfen, dann dient diese Stärke erstens allein der Repräsentation. Das starke Mädchen sieht nur stark aus, setzt diese Stärke aber nicht für Gesellschaft und Familie ein, indem es harte Arbeiten für diese ausübt. Sie posiert, ist ein Modell, eine Schauspielerin, die Stärke ist bloße Fassade, hat keine Substanz – jede Altenpflegerin ist stärker und zäher. Und zweitens verwechselt die Feministin hier Stärke mit Gewalt und Aggression. Das Ergebnis ist ein verbiestertes Mannweib, das stolz darauf ist, Männer in die Flucht zu schlagen und dabei nur verkennt, dass sie unangenehme Gesellschaft ist.

Einer der wichtigsten Punkte ist, dass gelungene Männlichkeit dem Mann Selbstsicherheit verleiht, was u.a. bedeutet, dass er mit seiner Männlichkeit spielen kann, sie nicht so ernst nimmt. Dabei wichtig: Gelungene Männlichkeit zeichnet sich weiterhin dadurch aus, dass man nicht zu Gewalt greifen muss. Gewaltanwendung ist nicht typisch männlich, damit auch nicht toxisch männlich (da Frauen genauso gewalttätig sind), sondern das Ergebnis von Schwäche, von fragiler Männlichkeit, die sich ihrer nicht sicher ist und dann Männlichkeit mit Gewalt unter Beweis stellen will. Das haben auch Feministen nicht kapiert, die im Bestreben Männer kopieren zu wollen, sich an dem feministisch-groteskem Bild vom Mann orientieren und dann eine Karikatur einer aggressiven, verbiesterten „starken Pauerfrau“ vorführen.

Ein zweiter Aspekt bei der Definition von Männlichkeit ist, dass diese sich stärker als bei Frauen auf die Funktion, den Beruf eines Mannes bezieht und dabei ein identitätsstiftendes Moment bewirkt: „Ich bin Bauarbeiter“ – Ich bin… Frauen sind zwar auch berufstätig, aber immer noch nicht im selben Maße wie Männer und noch sehr sehr viel stärker können sie sich über ihre Tätigkeit im häuslichen Bereich definieren: Als Hausfrau und Mutter – wohingegen die Suche nach einem Mann, der seine Männlichkeit über seine Existenz als „Hausmann- und Vater“ definiert, der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleicht. Wegen dieser Identitätsstiftung über den Beruf des Mannes wird der Mann dann auch mal wieder von Feministen beneidet, von Alice Schwarzer etwa, die sich Frauen ins Militär wünscht, und zwar, damit diese dort Identität erfahren könnten (was nur nach hinten losgehen kann, da sich die Frau im direkten Vergleich zum Mann nur als unzulänglich erfahren würde).

Und last but not least: Männlichkeit definiert sich nicht nur über Härte, so schreibt bspw. Schoppe:

Mit dem Ideal einer soldatischen Männlichkeit hat sich, um einmal ein weit zurückliegende Beispiel herauszusuchen, schon die Popkultur der 50er Jahre intensiv auseinandergesetzt, hat in Filmen, Songs und auch literarischen Texten ganz andere Formen von Männlichkeit angeboten: die nervös-verletzliche Männlichkeit James Deans, die Inszenierung als Sex-Symbol bei Elvis Presley, die scheue Fragilität Montgomery Clifts, die schüchtern-selbstbewusste Nerdigkeit Buddy Hollys (und das, bevor es den Begriff „Nerd“ überhaupt gab), die selbstironische Vitalität Chuck Berrys, das Spiel mit Geschlechterzuordnungen bei Little Richard – das ließe sich lange fortsetzen.

Aber zurück zur traditionellen Männlichkeit und meiner Person. Würde ich mein Leben für jemand anderen opfern? Für ein Kind: Ja. Für eine Frau? Schwierig. Für die fiktionale Mutter meiner Kinder. Was ich auf keinen Fall mit mir machen ließe, wäre, mich im Krieg für eine Obrigkeit zu opfern, die skrupellos nur die eigenen Interessen verfolgt.

So, damit bin ich dem lieben Kemper entgegengekommen, der bemängelte, dass die fiesen Maskulisten nur Hilfe für Männer in Not fordern, anstatt über Männlichkeit zu philosophieren und dafür ein Konzept vorzulegen.

DeXc218W0AAv8w_

 

„Is was, Doc?“

vlcsnap-2019-11-27-14h51m53s278

„Mein Herz wummert wie ein Motor, wollen Sie mal fühlen…?“ – weibliche Raffinesse, der Männer ausgeliefert sind.

Der Film, den ich vorstellen möchte, stammt aus dem Jahr 1972, finsteres emanzipatorisches Mittelalter also, in welchem die Frauen noch mit eisernen, ach was: stählernen Ketten an den Herd gefesselt waren.

Gut, die Theorie mit der unterdrückten Frau ist mir nicht ganz einsichtig, denn die Vorstellung, dass etwa mein Opa meine Oma unterdrückt haben soll, ist einfach lächerlich – sowohl väterlich- wie mütterlichseits.

Den Film finde ich deshalb so interessant, weil er Geschlechterrollen vorführt, die den Aussagen der Geschlechter-„studien“ widersprechen. Die Frauen sind nicht unterdrückt, sondern verfolgen mit Nachdruck ihre Interessen und man muss dazu festhalten, dass es sich weder um Science Fiction noch Fantasy handelt.

Die männliche Hauptfigur – Howard – ist seltsam initiativlos; er steht zum einen unter dem Pantoffel seiner Verlobten, die ihm sagt, was er zu tun und zu lassen hat, und ist dann zum anderen ganz Opfer des Chaos‘, dass Streisand in der Rolle von Judy auf ihn loslässt. Denn die Gute verliebt sich augenblicklich, als sie ihn sieht – diese Szene ist etwa ein Sekunde lang – und stellt ihm dann mit frechen Charme nach. Kurz: Dass Frauen damals unterdrückt seien, lässt sich der unterhaltsamen Komödie, die ich gerne empfehle, nicht entnehmen – ganz im Gegenteil. Bemerkenswert ist weiterhin, dass der Film auf einen anderen Streifen – „Leoparden küsst man nicht“ – anspielt, der bereits in den 1930ern erschien und ebenfalls nichts von der vermeintlichen Unterdrückung des schönen Geschlechts wissen will. Unter der Prämisse, dass filmische Erzählungen nicht völlig losgelöst sind von der Realität und den Zeiten, in denen sie spielen, kann man das Modell der „unterdrückten Frau“ aufgeben zu Gunsten einer anderen Theorie, wonach Männer und Frauen jeweils unterschiedlichen Rollenzwängen unterworfen waren, die man nicht als einseitig ein Geschlecht benachteiligend interpretieren kann.