„Is was, Doc?“

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„Mein Herz wummert wie ein Motor, wollen Sie mal fühlen…?“ – weibliche Raffinesse, der Männer ausgeliefert sind.

Der Film, den ich vorstellen möchte, stammt aus dem Jahr 1972, finsteres emanzipatorisches Mittelalter also, in welchem die Frauen noch mit eisernen, ach was: stählernen Ketten an den Herd gefesselt waren.

Gut, die Theorie mit der unterdrückten Frau ist mir nicht ganz einsichtig, denn die Vorstellung, dass etwa mein Opa meine Oma unterdrückt haben soll, ist einfach lächerlich – sowohl väterlich- wie mütterlichseits.

Den Film finde ich deshalb so interessant, weil er Geschlechterrollen vorführt, die den Aussagen der Geschlechter-„studien“ widersprechen. Die Frauen sind nicht unterdrückt, sondern verfolgen mit Nachdruck ihre Interessen und man muss dazu festhalten, dass es sich weder um Science Fiction noch Fantasy handelt.

Die männliche Hauptfigur – Howard – ist seltsam initiativlos; er steht zum einen unter dem Pantoffel seiner Verlobten, die ihm sagt, was er zu tun und zu lassen hat, und ist dann zum anderen ganz Opfer des Chaos‘, dass Streisand in der Rolle von Judy auf ihn loslässt. Denn die Gute verliebt sich augenblicklich, als sie ihn sieht – diese Szene ist etwa ein Sekunde lang – und stellt ihm dann mit frechen Charme nach. Kurz: Dass Frauen damals unterdrückt seien, lässt sich der unterhaltsamen Komödie, die ich gerne empfehle, nicht entnehmen – ganz im Gegenteil. Bemerkenswert ist weiterhin, dass der Film auf einen anderen Streifen – „Leoparden küsst man nicht“ – anspielt, der bereits in den 1930ern erschien und ebenfalls nichts von der vermeintlichen Unterdrückung des schönen Geschlechts wissen will. Unter der Prämisse, dass filmische Erzählungen nicht völlig losgelöst sind von der Realität und den Zeiten, in denen sie spielen, kann man das Modell der „unterdrückten Frau“ aufgeben zu Gunsten einer anderen Theorie, wonach Männer und Frauen jeweils unterschiedlichen Rollenzwängen unterworfen waren, die man nicht als einseitig ein Geschlecht benachteiligend interpretieren kann.

3 Gedanken zu „„Is was, Doc?“

  1. Gunnar

    Nicht nur die männliche Hauptfigur ist intiativlos, auch der Präsident der Jury.

    Saukomischer Film, vor allem die Verfolgungsjagd … Hab ich damals schon im Kino gesehen. Ich kann ihn auch nur allen empfehlen, die mal herzlich lachen wollen.
    :-)

    Antwort

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