Novum beim neuen Star Wars

Etwas, das sich in vielen Filmen beobachten lässt, ist, dass in ihnen reihenweise gesichts- und namenlose Männer sterben, ohne dass das dem Vergnügen am Actionspektakel einen Abbruch tut. Das gilt auch dann, wenn in einem Film „starke Frauen“ vorkommen. Auch wenn die Hauptdarstellerin eine „große Kriegerin“, eine Kämpferin ist, ist der anonymes Statist, der typische „Wachmann“, der niedergemetzelt wird, eben immer noch ein Mann.

Als Paradebeispiel hierfür ließe sich „Kill Bill“ anführen. In dem Film sind die wichtigsten Figuren alles Frauen, die zur absoluten Kampfsportelite zählen, nahezu unbesiegbar. So zum Beispiel die Anführerin der japanischen Mafia, gespielt von Lucy Liu. Als die Heldin des Streifens, gespielt von Uma Thurman, bei ihr aufschlägt um Rache zu nehmen, schickt Liu erstmal ihre Yakuzauntergebenen vor, und das sind allesamt Männer – anonym, namenlos – die dann allesamt von Thurman abgeschlachtet werden.

Der neue Star Wars führt hier ein Novum ein, etwas, das es so noch nicht gab. Und zwar lässt sich anhand der Stimmen der Soldaten der fiesen „Ersten Ordnung“ – den Stormtroopern – entnehmen, dass sich unter den Masken der Einheitsuniformen hier und da auch eine Frau versteckt, die dann ihr Leben lassen muss. Allerdings wird diese Novum dadurch abgeschwächt, dass die Darsteller unter undurchsichtigen Helmen stecken. Es drängt also nicht allzu offensichtlich ins Bewusstsein, dass hier ganz nebenbei auch Frauen sterben – anonym, namenlos.

Das führt zu der Frage, ob man sowas überhaupt wollen sollte. Man stelle sich vor, die Gesellschaft verroht so sehr, dass im Popcornkino Kinder sterben, ohne, dass der Filmspaß dadurch getrübt wäre. Wenn sich die Gesellschaft dahingehend entwickelt, dass in Hollywoodschinken der Tod auch von Frauen noch nicht mal mit einem Achselzucken sondern stattdessen mit dem Griff ins Popcorn quittiert wird, ist dies eine Entwicklung zu einer kälteren, barbarischeren Gesellschaft.

9 Gedanken zu „Novum beim neuen Star Wars

  1. GOI

    Da ist die Serie „Vikings“ schon weiter. Dort kommen aich Kriegerinnen vor, die genauso sterben wie die Männer.

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      1. GOI

        Ja, kurz vor Start der Serie hat man wohl irgendwo ein Grab einer „Schildmaid“ gefunden. Wurde dann als Beweis gesehen, dass auch Frauen mit auf die Kaperfahrten kamen.
        Solche Serien wie Vikings schaue ich auch nicht aufgrund der Authentizität, sondern als Fantasy.
        Die Serie nimmt sich auch andere Freiheiten. So ist das Zeitalter der Wikinger von 250 Jahren auf 25 Jahre eingedampft…

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  2. GOI

    „The Expanse“ sollte ich auch nennen. Dort gibt es auch mehrere weibliche Redshirts. Und weibliche Hauptcharaktere, die nicht sofort perfekt sind, sondern noch lernen müssen.

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  3. Matze

    Das ist mir auch aufgefallen. Unter der 1. Ordnung hätte es das nicht gegeben. Der Imperator war eine Rassist und Sexist (gem. des erweiterten Universium, das von Disney abgefackelt wurde.)

    Meine Zusammenfassung für den Film ist:
    Scheiß auf alles, denn alles ist möglich.

    Soweit ich das besprochen habe, finden Leute, die das erweiterte Universium kennen, den Film scheiße. Leute, die es nicht tun, finden den Film gut. Dann haben die von Disney ja alles richtig gemacht. Die alten Fans waren ja eh toxisch.

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  4. rano64

    Ist halt Fiktion. Aber ich bin mir sicher, dass in der Realität unverändert auch in Zukunft die Männer die ehrenvolle Aufgabe haben werden, fürs Vaterland sterben zu dürfen.

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