Doppelmoral bei Beschneidung von Jungen und Mädchen

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Billy Coen:

Und mal ab von der Doppelmoral ist es eben genauso geschehen: Bei den entsprechenden Entscheidungsfindungen ob und welche Form der Genitalverstümmelung erlaubt sein darf, wurden von den Lobbygruppen, denen man von politischer Seite zuzuhören willens war (Feministinnen und die Zentralräte jungenbeschneidungsfreudiger Religionen) sehr deutlich dichotomische Darstellungen der Beschneidungen von Mädchen und Jungen präsentiert.

Bei ersteren natürlich die umfassendste Form ohne Betäubung und am besten noch auf blankem Boden, umweht von Steppenstaub und durchgeführt mit alles andere als sterilen Instrumenten (falls man Tonscherben so bezeichnen möchte) und bei letzteren natürlich die kleinste Variante in steriler Umgebung und mit (mindestens quasi) medizinischer Akkuratesse durchgeführt.

Durch diese beständige Form des zweierlei Darstellens hat sich nun mal eingeprägt, dass Beschneidungsformen bei Mädchen IMMER die reinste Folter sind, bei Jungen hingegen NIE mehr als eine Petitesse, die keinerlei Risiken und Folgeerscheinungen mit sich bringt.

Es ist schon bezeichnend für die Scheißegalhaltung, mit der man Jungen und Männern in unserem frauenunterdrückenden Patriarchat begegnet, dass selbst die Stimmen der klaren Mehrheit von Medizinern ungehört blieben und man sich stattdessen in vorauseilendem Gehorsam – wer will schon Rassist geheißen werden – ausschließlich die Argumente der konservativen Vertreter etwaiger Religionsgemeinschaften zu eigen gemacht hat. Das ist in etwa so, als würde man sich bei Überlegungen zur Regulierung von Finanzmärkten ausschließlich die Meinung von Hedgefond-Bankern einholen.

Ein Gedanke zu „Doppelmoral bei Beschneidung von Jungen und Mädchen

  1. beweis

    Wenn ich deutsche Politiker erlebe, rufe ich oft die Seite
    https://www.bundestag.de/parlament/plenum/abstimmung/abstimmung/?id=169
    auf. Dort kann ich sehen, wie dieser Mensch zum Thema Legalisierung der Genitalverstümmelung von Jungen abgestimmt hat. Das ist für mich persönlich ein zentrales Kriterium der Bewertung.

    Es zeigt sich dort, ob Politiker bereit sind, die körperliche Unversehrtheit kleiner Kinder anderen Dingen unterzuordnen. Das ist in meinen Augen ein Tabubruch und ein Verstoß gegen alle humanistischen und menschlichen Werte. Egal, ob das nun Mitläufer, Religiöse oder Gutmeinende sind, wenn sie die Unversehrtheit unserer Schwächsten und Kleinsten opfern, dürfen sie nicht in Entscheidungspositionen verbleiben.

    Antwort

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