Migranten und Multikulti

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…weil Europa noch nicht zum Suizid bereit ist?

Was Gerechtigkeit ist, darüber wird viel philosophiert. Der Philosoph John Rawl legte dazu ein bestechendes Konzept vor:

Rawl stellt die Frage, wie ein gültiger, gerechter Gesellschaftsvertrag aussehen würde. Also eine Abmachung, die alle rationalen Menschen freiwillig getroffen hätten. Hierzu entwirft er einen „Urzustand“. Man kann sich das wie einen Raum vorstellen, in welchen die Regeln der Gesellschaft festgelegt werden, in die man hineingeboren wird, wobei – und das ist der springende Punkt – niemand weiß, welchen gesellschaftlichen Status er innehaben wird. Keiner weiß, welcher Klasse er angehören wird, noch sonst irgendwas wie Körperkraft, Intelligenz, Gesundheit, Geschlecht, Hautfarbe etc.

Und jetzt stelle man sich vor, man säße in diesem Raum und stellte sich vor, man wäre in einem miesen Land geboren und hätte die Chance, in ein gutes Land zu migrieren. Viele würden sich wohl wünschen, über eine solche Option zu verfügen.

Derzeit bahnt sich eine neue Flüchtlingskrise an. Tausende von Migranten wurden von der Türkei zur Grenze Griechenlands chauffiert, welches sich aber weigert, sie passieren zu lassen. Jetzt hat Erdolf 1.000 Polizisten hinterhergeschickt, die sicherstellen sollen, dass Migranten, die den Übergang bereits geschafft haben, nicht wieder zurück auf türkischen Boden kommen. Das heißt: Tausende von Menschen, zu denen tragischerweise auch Kinder gehören, sind gefangen im Niemandsland zwischen zwei Staaten und werden dort aufgerieben. Wie wird es weitergehen? Winkt Griechenland die Flüchtlinge durch, nimmt die Türkei sie zurück, oder bildet sich dort ein dauerhaftes Lager?

In Deutschland trendet dazu der Hashtag „#wirhabenplatz“, soll heißen, es gibt keine Probleme, wenn tausende oder gar Millionen von Migranten einwandern. Das ist ein Irrtum, und das beharrliche Weigern, die daraus resultierenden Probleme anzuerkennen, verschafft der AfD Zulauf.

Über die Situation in Frankreich berichtet bspw. der „Deutschlandfunk“:

Führende französische Islamwissenschaftler schlagen Alarm: Radikale Islamisten seien dabei, schleichend ganze Stadtviertel unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie zwängten ihre extrem konservativen Normen der muslimischen Gemeinde auf. Der Staat, obwohl der Laizität verpflichtet, reagiere hilflos.

„Wir haben es mit einem Paralleluniversum zu tun. Es geht im Grunde um den Konflikt zwischen zwei gegensätzlichen Weltbildern: dem der Emanzipation, der Aufklärung und dem salafistischen Verständnis von einem Gott, der die ungeteilte Aufmerksamkeit und das ganze Engagement des Gläubigen einfordert.

„Es ist ein Kulturkampf zwischen denen, die unsere muslimischen Mitbürger mit ihrer salafistischen Vision in Geiselhaft nehmen, eine Vision, die direkt zum Dschihad gegen die Ungläubigen führt – und auf der anderen Seite jenen, die daran glauben, dass es in der französischen Gesellschaft für alle Menschen, unabhängig von ihrem Glauben, den gleichen Platz gibt, nach dem Prinzip der Laizität.“

Die französischen Sicherheitsdienste haben in einer geheimen Analyse, über die das „Journal de Dimanche“ dieser Tage berichtete, 150 Territorien ausgemacht, die sich bereits in der Hand der Islamisten befinden.

Bis hin zu den Kleidervorschriften für die Frauen. Das Tragen des Schleiers sei in bestimmten Gegenden für Frauen mittlerweile unausweichlich. Frauen, die dies nicht tun, liefen Gefahr, geschlagen und vergewaltigt zu werden.

Zugleich bräuchten die Frauen den Schleier als eine Art Versicherungspolice gegen Überfälle. Denn Kriminelle lassen verschleierte Frauen in Ruhe.

….

Außenstehende würden in solchen Viertel gar nicht mehr geduldet, wer nicht dazu gehöre, werde schnell von kräftigen jungen Männern unter Androhung von Gewalt zum Gehen aufgefordert. Kinder sollen nicht mehr in die öffentlichen Schulen gehen, weil die ja laizistisch seien und damit islamfeindlich. Stattdessen würden sie in islamischen Einrichtungen, in illegalen Koranschulen oder per Internet unterrichtet.

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Weniger schlimm, aber in die Richtung gehend, wird über die Situation an den Schulen berichtet:

Zwischen April und Juni hat es demnach mehr als 1000 religiös motivierte Streitfälle in französischen Klassenzimmern von der Grundschule bis zur Oberstufe gegeben, davon 404 „schwere Fälle“.

In dem jüngsten Geheimdienstbericht sind etliche Beispiele dafür aufgeführt. In einer Klasse weigerten sich Kinder, dem Unterricht zu folgen, weil im Klassenzimmer rote Tische standen. Sie argumentierten, diese Farbe sei „haram“, also vom Islam verboten. Blanquer sprach angesichts solcher Fälle von einem „neuen Erfindergeist“, wenn es darum gehe, die Institution Schule in Frage zu stellen. In dem Bericht sind zudem etliche Fälle von verweigerter Teilnahme am Sport- und Schwimmunterricht aufgelistet. Die Verbreitung salafistischer Glaubensgrundsätze in vielen Banlieue-Gemeinden führe dazu, dass sich auch der Biologieunterricht immer schwieriger gestalte. Sexuelle Aufklärung könne nicht stattfinden, weil dies geradezu tumultuarische Proteste auslöse. So weigerten sich Schüler schon, menschliche Körperteile zu zeichnen. Klassiker französischer Literatur würden nicht gelesen, weil sie den strengen Sittenvorstellungen in den Familien zuwiderliefen, heißt es in dem Bericht. Die neue Prüderie gehe so weit, dass sich schon in Grundschulklassen Jungen weigerten, Mädchen die Hand zu geben.

In dem Geheimdienstbericht wird der gewachsene soziale Druck auf Kinder aus Einwandererfamilien dokumentiert, die sich in der Kantine nicht den islamischen Nahrungsvorschriften unterwerfen wollen. So weigerten sich an etlichen Schulen Kinder, ihren Tisch mit Klassenkameraden zu teilen, die das übliche Menü aßen. Diese würden gehänselt und zum Teil auch von ihren Mitschülern bedroht, weil sie „keine guten Muslime“ seien, heißt es in dem Bericht.

Es ließen sich viele weitere Quellen anführen, die alle auf eins hinauflaufen: Die Migranten weigern sich, sich zu integrieren. Nicht sie passen sich an, sondern sie streben eine Anpassung der Einwanderungsgesellschaft an ihre Ideologie an. Und damit kommen wir zu Rawls zurück: Die Vertragspartner würden sich nicht nur darauf einigen, dass man ein Recht zu Migration hätte, sondern auch darauf, dass man im Einwanderungsland ein die Gesellschaft stützendes Mitglied wäre. Das heißt: Auch Migranten sind in der Pflicht.

Dieser Pflicht kommen aber gerade Muslime nicht nach. Und damit bin ich in den Augen Linker, meiner politischen Heimat also, ein „Rechter“, was an Idiotie kaum zu überbieten ist, denn: Der Islam ist ein rechte Ideologie. Mir meine Ablehnung des Islam als „rechts“ auszulegen, ist in etwas genauso logisch, wie mich zum Nazi zu stempeln, weil ich den Nationalsozialismus ablehne. Ich habe kein Problem mit Einwanderern aus buddhistischen Ländern, weil ein Buddhist nicht dazu neigt, mit einem Messer zuzustechen, wenn man seinen Gott beleidigt – was erlaubt sein muss. Ich bin links, nicht bescheuert. Um das zu verdeutlichen: Mir wäre es lieber, wenn ich Migranten, auch muslimische, als Nachbarn hätte, als dass sie Parallelgesellschaften bilden würden. Wenn man mit Muslimen problemlos in Schulen und Unis umgehen könnte, weil sie akzeptieren, dass man ihren Glauben nicht teilt; und die einen deswegen nicht mobben, wenn man Schweinefleisch ist; und einen nicht nötigen wollen, das Kopftuch zu tragen.

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Und damit komme ich zum Thema „Multikulti“, eine Utopie, bei der viele Linke nicht verstehen, dass sie nur funktionieren kann, wenn alle beteiligten Kulturen bestimmte Grundwerte teilen, Teil ihrer Kultur sind, wie ganz besonders Toleranz und Akzeptanz anderen Kulturen gegenüber. Es geht schief, wenn eine der beteiligten Kulturen intolerant ist. Gegen andere Kulturen. Gegen andere Religionen. Gegen andere Minderheiten wie Schwule und Lesben. Wenn in einer Kultur der Glaube gepflegt wird, man selbst sei wertvoll, ein Herrenmensch, während die Anderen Untermenschen, Ungläubige seien, die man verfolgen und töten darf, kann, soll. Liebe Linke, kapiert endlich: Die sind nicht links. Und die sind vor allem nicht: Multikulti.

Zu den Problemen mit den Flüchtlingen deshalb der Vorschlag:

Zwar fordern Betts und Collier, dass im Fall einer Notlage alle Staaten als Zeichen der Solidarität einige Flüchtlinge aufnehmen. Darüber hinaus sei es in der Regel jedoch sinnvoll, Menschen in Nachbarstaaten, mit denen sie eine Sprache und Kultur teilen, unterzubringen. Die Integration sei einfacher, die Versorgung günstiger, und zudem kehrten Flüchtlinge vor dort aus nach einem Ende der Krise eher in ihre Heimat zurück. Das entlasse andere Staaten aber keineswegs aus ihrer Verantwortung, die Zufluchtsländer massiv mit Ideen und Geld zu unterstützen

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Verständlich, dass man da weg will. Es sollte geholfen werden.

7 Gedanken zu „Migranten und Multikulti

      1. apokolokynthose

        Spontan würde ich sagen, dass Buddha das Nirvana erreicht hat und demnach keine Beleidigung mehr empfindet, weil das ja Ich-Verhaftung wäre.
        Man könnte aber natürlich Buddhisten als Gruppe beleidigen, indem man ihr Vorbild verächtlich macht. Ob das immer die Intention ist, wenn ein radikaler Buddhist das behauptet, sei mal offen, aber die prinzipielle Möglichkeit besteht, weshalb ich bei manchen dergleichen misstrauisch bin.

        Antwort
  1. Emannzer

    Einsicht. Sie kommt besser spät als nie.

    Tut mir leid und ist kein Zynismus: Ich vermute, du bist auf der Entdeckungsreise, wie schnell man in Deutschland Naxi und Rxchts werden kann. Das ging mir übrigens auch mal so;

    „Wer mit 20 Jahren nicht Sozialist ist, der hat kein Herz, wer es mit 40 Jahren noch ist, hat kein Hirn.“ (Winston Churchill, angeblich)

    Antwort

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