Ockhams Rasiermesser in der Geschlechterdebatte

Ockhams Rasiermesser benennt ein Prinzip, wonach gilt, dass von mehreren hinreichenden möglichen Erklärungen für ein und denselben Sachverhalt die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen ist.

Der Umstand, dass Frauen in Führungspositionen seltener vertreten sind und weniger verdienen, lässt sich mit Ockhams Rasiermesser auf einen Nenner bringen:

Frauen sind benachteiligt.

Es lässt sich aber eine andere, konkurrierende Formel finden, nämlich:

Frauen wollen nicht.

Beide Formeln bestehen aus drei Wörtern und beschreiben einen einfachen Sachverhalt, womit dem Ockhamschen Prinzip genüge getan ist. Welche liegt nun richtig?

Um das zu klären, lohnt sich der Blick auf andere Sachverhalte, nämlich:

  • dass Männer die meisten Selbstmörder stellen
  • sowie die meisten Obdachlosen
  • die meisten (tödlich) Verunglückten im Berufsleben
  • als Jungen in der Schule zurückbleiben
  • als Väter von den Müttern entsorgt werden können
  • als Opfer häuslicher oder sexueller Gewalt mehr auf sich allein gestellt sind, weniger Hilfe erhalten
  • generell die geringere Lebenserwartung haben

Gäbe es eine gesamtgesellschaftlich wirkende strukturelle Gewalt gegen Frauen – wie von Feministen behauptet – dann wären Frauen von all diesen niederschmetternden, von totaler Machtlosigkeit geprägten Verhältnissen öfter betroffen, genau wie sie in Chefpositionen weniger vertreten sind. Das würde Sinn ergeben.

Der Feminist wird hier natürlich sofort einwenden, dass Jungen, Männer und Väter daran „selbst schuld“ seien. Frauen seien einfach zäher, stärker und fähiger im Überlebenskampf. Wenn es aber so wäre, dann wären Frauen auch in Führungspositionen öfter vertreten. Nehmen wir die großen Internetkonzerne: Amazon, Google, Twitter, Facebook etc. – alle von Männern gegründet. Wenn bei Frauen sowohl der Willen als auch das Potential dazu vorhanden wären, sie hätten selbst Unternehmen gegründet und zur Weltspitze geführt, so dass Männer neidisch vor den Toren ständen und Einlass per Männerquoten verlangten. Tatsächlich ist es kein Widerspruch, dass Frauen gesamtgesellschaftlich bevorzugt sind, und dennoch in Chefpositionen seltener vertreten.

Denn Arbeit bedeutet nur selten „Karriere und Selbstverwirklichung“, wovon Feministen in Amüsierberufen ständig faseln sondern Entbehrung, Mühsal und Leid, übrigens auch im vermeintlichen „Himmel“, von dem Feministinnen die „Hälfte“ wollen, den Chefpositionen. Da sich Frauen tendenziell häufiger über das Ernährermodell der Maloche entziehen können, tun sie es auch. Frauen – was Feministen selbst einräumen – legen mehr Wert auf die sogenannte „Work-Life-Balance“, das heißt, sie sind weit weniger als Männer bereit, ihr ganzes Leben einem Konzern zu opfern, was aber eine Führungsposition mit sich bringt, ergo: Sie wollen nicht – ganz einfach.

4 Gedanken zu „Ockhams Rasiermesser in der Geschlechterdebatte

  1. only me

    „…wonach gilt, dass von mehreren hinreichenden möglichen Erklärungen für ein und denselben Sachverhalt die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen ist.“

    Was da leicht unter den Tisch fällt: Die Theorie darf nicht falsch sein.

    „Wie funktioniert ein Computer?“ – „Magie“

    Einfachste, aber falsche Erklärung.

    In diesem Fall wird verwechselt:
    a) Frauen SIND benachteiligt.
    b) Frauen FÜHLEN sich benachteiligt.

    a) ist falsch, b) ist wahr.

    Antwort
  2. Marcio

    In Gesellschaften, in denen Frauen wirklich benachteiligt sind sollten sich dann ja Teile deiner obigen Aufzählung „umkehren“.
    Und eine quick-and-dirty Analyse hält dem Stand
    Für Suizid ist das zwar nicht der Fall, die Unterschiede scheinen aber in traditionelleren Gesellschaften deutlich weniger ausgeprägt:

    Bei der Lebenserwartung wird das Ganze etwas diffuser, dennoch zeigt sich eine ähnliche Tendenz: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_life_expectancy
    Geschlechtsunterschiede in der Bildung gehören fast schon zum Allgemeinwissen, dennoch auch ein Wikipedia Link:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Sex_differences_in_education

    Sachfremde Anmerkung zum Schluß:
    Verdammt gute Arbeit! Unbedingt so weitermachen!

    Antwort
    1. uepsilonniks Autor

      Die Frage ist, ob Frauen in Ländern, die sie benachteiligen, auch wirklich benachteiligt sind. Auch in solchen Ländern genießen Frauen das Privileg, von der außerhäuslichen Arbeit tendenziell mehr freigestellt zu werden und von einem Ernährer zu leben. Siehe dazu die Zeilen zu „Saudi-Arabien“ in diesen Artikel: Das Hausfrauenmodell und die „Unterdrückung“ der Frau

      Oder auch:

      Der Mythos der patriarchalischen Unterdrückung im Iran

      Im Westen sind trotz Erfolge des Feminismus‘ Frauen unglücklicher geworden. Warum? Weil sie mehr arbeiten müssen.

      Und Danke!

      Antwort

Kommentar verfassen:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s