„Du bist selbst schuld, wenn Du vergewaltigst wirst!“

Über die Aussage, dass eine Frau „selbst schuld“ sei, wenn sie vergewaltigt wird, z.B. weil sie aufreizend gekleidet war, bin ich bis jetzt nur gestolpert, wenn sich Feministen gegen solche angebliche Statements empörten. Ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen einzigen westlichen weißen Mann erlebt, der diese Position ernsthaft verteidigte. Wenn Frauen angeben, Opfer geworden zu sein, ob es nun zutrifft oder nicht, wird das ernstgenommen, sowohl von der Polizei als auch bei Hashtagkampagnen wie #aufschrei oder #metoo, die so erfolgreich waren wie keine andere, was dagegen spricht, dass weibliche Opfer im Gegensatz zu männlichen totgeschwiegen oder in Zweifel gezogen werden.

Dass Vergewaltigung niemals gerechtfertigt ist, dem widerspricht im europäischen Raum gerade mal 1% der befragten Männer. Jetzt gibt es aber im real existierenden Matriarchat zigtausende von Euronen dafür, zigtausende von Menschen zu befragen auf eine Weise, die zum Ergebnis kommt, rund ein Drittel der Bevölkerung würden Vergewaltigung unter bestimmten Umständen für gerechtfertigt halten. Warum das die Steigerung von Bullshit ist – Elephantshit -, erläutert Sally hier. Für solche Hetze, für solche Hate-Speech, die Männer dämonisiert, die die Liebe und die Beziehung zwischen den Geschlechtern vergiftet – #toxischerFeminismus – für solchen Auswurf ist Geld da – vom männlichen Steuerzahler.

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Man kann also davon ausgehen, dass alle Vergewaltiger hassen und dieses Verbrechen – zu Recht – als eines der schlimmsten begreifen.

Gibt es denn überhaupt eine Mitschuld, wenn man einem solchen Verbrechen zu Opfer fällt? Dazu ein Beispiel: Ich habe das Recht, nicht bestohlen zu werden. Wenn ich aber meine Wohnung verlasse, und die Haustür sperrangelweit offen stehen lasse, und ich anschließend Wertgegenstände vermisse, wird mir wohl jeder halbwegs klar denkender Mensch eine Mitschuld zu bescheinigen, natürlich ohne, dass ich dem Recht verlustigt gehe, nicht bestohlen zu werden – es ist nach wie vor falsch und der Täter macht sich strafbar. Wenn ich darauf hysterisch reagiere mit einem „Der sagt, ich sei selbst schuld“ ist damit wirklich niemanden geholfen, denn es gibt nun mal Kriminalität wie in jeder nicht totalitären Gesellschaft, und deshalb ist es angebracht, entsprechende Vorsichtmaßnahmen zu ergreifen. Nur weil ich am Bahnhof dazu aufgefordert werde, auf mein Gepäck zu achten, leben wir nicht in einer „Diebstahlkultur“ und mir wird auch nicht zwischen den Zeilen mitgeteilt, ich sei selbst schuld, wenn ich beraubt werde.

20 Gedanken zu „„Du bist selbst schuld, wenn Du vergewaltigst wirst!“

  1. only me

    „als eines der schlimmsten begreifen.“

    Ich find z.B. Raubüberfall mit Messer im Bauch deutlich schlimmer.

    Antwort
      1. only me

        Weitere Dinge, die ich schlimmer finde als eine Vergewaltigung:
        – durch Finanzbetrug um die Lebensersparnisse gebracht werden
        – durch PAS vom Kind entfremdet werden
        – durch Falschbeschuldigung im Gefängnis landen und sei es auch nur Untersuchungshaft
        – durch unachtsamen Autofahrer auf Zebrastreifen erfasst und schwer verletzt werden

        Wenn man erst mal den „Frauen sind heilig“ Gedanken abgelegt hat, wird die Liste der Verbrechen, die schlimmer sind als Vergewaltigung, immer länger.

        Antwort
      1. only me

        Nein, eigentlich kommentiere ich nur bei AE und ganz ab und an bei angrenzenden Blogs wie diesem oder Geschlechterallerlei

        Antwort
  2. beweis

    Was ist denn überhaupt Vergewaltigung heutzutage? Juristisch ist es ja Vergewaltigung, wenn ich einer Frau gegen ihren Willen den kleinen Finger ins Ohr stecke. Ist es Vergewaltigung, wenn ich mit einer Frau Geschlechtsverkehr habe, die am Tag zuvor gesagt hatte, sie wolle niemals mit mir schlafen? Ist es auch Vergewaltigung, wenn eine Frau erotische Gewaltphantasien hat und mich bittet, diese brutal zu realisieren?

    Seit #Aufschrei ist diese Definition nicht mehr nachvollziehbar. Je nach Laune kann sich jede Frau vergewaltigt fühlen, mental durch einen sexualisierten Witz, durch eine ungeschickte Anmache oder durch irgendwelche gefühlten Abwertungen mit Sprache oder Blicken. Das macht auch die geänderte Kriminalitätsstatistik deutlich, in der neuerdings derartige Dinge verrührt werden.

    Fies ist das für all die Jungen und Frauen, die wirkliche Vergewaltigungsopfer sind.

    Antwort
    1. Mario

      Kann man doch selbst nachlesen. 😉
      § 177 StGB Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung

      „(1) Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt…“
      Die feministische Deutung de sex. Übergriffs/der sex. Nötigung ist somit eigentlich hinfällig, denn es muss gegen den erkennbaren Willen gehandelt werden. Da gibt es natürlich wieder (feministischen) Diskussionsspielraum.

      „(6) In besonders schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren zu erkennen. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn
      1.
      der Täter mit dem Opfer den Beischlaf vollzieht oder vollziehen lässt oder ähnliche sexuelle Handlungen an dem Opfer vornimmt oder von ihm vornehmen lässt, die dieses besonders erniedrigen, insbesondere wenn sie mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind (Vergewaltigung), oder…“

      Beischlaf sollte eigentlich regelmäßig mit dem Eindringen in den Körper verbunden sein, erniedrigend ist imho jede (sexuelle) Handlung, die sich gegen den Willen eines Menschen richtet.
      Tatsächlich ist der § 177 StGB aber eher feministisch angelegt, denn der Begriff „Beischlaf“ ist wohl eher am „normalen“ Geschlechtsverkehr orientiert.

      Fies ist das für all die Jungen und Frauen, die wirkliche Vergewaltigungsopfer sind.

      Verstehe ich jetzt nicht ganz!?! Was ist denn mit den Männern, die sexuelle Handlungen gegen ihren Willen erdulden müssen? Es sind eben nicht nur Jungen, sondern durchaus auch erwachsene Männer von sexuellen Missbrauch betroffen. Auch wenn dies in den Medien (nahezu?) nie thematisiert wird.
      Gerade bspw. in Kriegen ist es nicht unüblich, dass Männer vergewaltigt werden, um sie physisch und psychisch zu brechen und zu erniedrigen.

      Für mich ist sexuelle Nötigung niemals zu rechtfertigen, egal ob man sie als Vergewaltigung bezeichnet oder nicht und unabhängig davon, wer Täter und Opfer ist. Mindestens genau so wenig ist aber auch zu rechtfertigen, dass männliche Opfer – und ggf. Täterinnen – regelmäßig verharmlost oder aber gänzlich ausgeblendet werden!

      Antwort
      1. beweis

        Was ist denn für dich sexuelle Nötigung? Wenn ein sabbernder FDP-Greis einen Kommentar zur Oberweite einer Journalistin abgibt? Wenn ich einen blöden Blondinenwitz rausdrücke? Wenn ich einfach eine Frau auf der Straße nach ihrer Telefonnummer frage? An der Stelle wird es doch beliebig. Und damit ist jeder Mann, der eine sexuell basierte Kontaktaufnahme vornimmt, ein potentieller Sexualstraftäter. Das ist doch krank!

        Diese Kriterien werden immer beliebiger. Sie orientieren sich an der Meinung der SichalsOpferFühlenden. Damit wird die Allmacht der Frauen, die Staatsgewalt gegen einen Mann zu richten, der spitz ist, rechtlich zementiert.

        Wie oben im Dialog von ueps und OnlyMe beschrieben finde ich auch, dass eine wirkliche Bedrohung und Tat vorliegen muss. Und nicht ein Kokettieren. Vor allem ist eine körperliche Attacke die Voraussetzung – und nicht irgendeine verbale Äußerung.

        Antwort
      2. beweis

        Und ja, die Männer werden auch vergewaltigt. Ihnen werden aber auch die Fingernägel gezogen, sie werden überall auf der Welt gefoltert und hingerichtet. Da gibt es keine Gender-Quote. Überlege selbst, ob du nach allen Regeln der Kunst gefoltert werden willst oder den Schwanz von einem ekeligen Peiniger im Hintern haben willst. Es ist widerlich, aber ich würde mich für den Schwanz entscheiden, denn der lässt mich überleben und schwillt nach überschaubarer Zeit ab.

        Antwort
      1. Mario

        Maybe er meinte mich. Und falls nicht, antworte ich trotzdem mal. 😉
        Ich denke, wir liegen da ziemlich genau auf einer Linie.

        Für mich ist (sexuelle) Nötigung das, was recht klar strafrechtlich umrissen ist.
        Jemandem einen blöden Spruch reindrücken, nach Telefonnummern fragen oder sonst irgendwie Kontakt aufzunehmen gehört sicherlich nicht dazu.
        Als (sexuelle) Belästigung sehe ich es vielleicht an, wenn ein deutliches Nein nicht akzeptiert wird.

        Alles andere ist in meinen Augen feministischer Rotz.

        Antwort
  3. Mario

    Natürlich haben Frauen auch mit Schuld, wenn sie vergewaltigt werden. Dieser Ansicht bin ich schon seit langem. Natürlich rechtfertigen aussehen, Kleidung und offensichtlich falsches Verhalten keine Vergewaltigung. Aber wenn man einer Gefahr aus dem Weg gehen kann, sollte man das auch tun. Und das darf auch von Frauen erwartet werden

    Umgekehrt haben Feministinnen und leider auch viel zu viele “ normale “ Frauen und auch Männer kein Problem damit, Männern zu unterstellen, sie hätten den Sex ja gewollt, wenn sie vergewaltigt worden sind. Und „selbst schuld“ ist ja quasi ein geflügeltes Wort gegenüber Männern.

    Und tatsächlich würde ich Männern auch eine Mitschuld aufbürden. Ich würde mich z.b. sicherlich nicht mitten in eine Gruppe (Klischee) Hell’s Angel stellen und „Ihr schwulen Wichser!“ rufen.

    Antwort
  4. apokolokynthose

    Cousine von mir und ihr Freund bekamen mal Ärger, weil sie das Auto nicht richtig abgeschlossen hatten: „Verleitung zum Diebstahl“ nennt man das.

    Also, für mich ist das victimbläming.

    Antwort
    1. rjb

      Irgendwo in der Straßenverkehrsordnung steht, daß Fahrzeuge gegen unrechtmäßige Benutzung gesichert werden müssen. Weniger wegen Diebstahlsverhütung, sondern wegen der mit der „unrechtmäßigen Benutzung“ verbundenen potentiellen Gefahren, wenn etwa ein Besoffener mit dem fahrbereiten Auto eine Spritztour unternimmt.

      Antwort
      1. Mario

        Irgendwo in den AGB der Kfz-Versicherung wird aber auch stehen, dass Regress genommen werden kann bei unrechtmäßiger Benutzung und ggf. eine Haftung (bspw. Diebstahl bei Kasko) ganz ausgeschlossen wird.
        Du wirst dir also z.B. wenn dein Autoradio aus dem unverschlossenen Auto geklaut wird, durchaus eine Mitschuld vorwerfen lassen müssen.

        Antwort
  5. carnofis

    „Über die Aussage, dass eine Frau „selbst schuld“ sei, wenn sie vergewaltigt wird, z.B. weil sie aufreizend gekleidet war, bin ich bis jetzt nur gestolpert, wenn sich Feministen gegen solche angebliche Statements empörten. Ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen einzigen westlichen weißen Mann erlebt, der diese Position ernsthaft verteidigte.“

    Ist es nicht symptomatisch für den Feminismus, krude Thesen aufzustellen, diese als Fakt zu präsentieren und in einem kollektiven Entsetzensschrei nach staatlicher Hilfe zu rufen?

    Wir erleben denselben Aufguss doch gerade mit der „häuslichen Gewalt“, die nur deshalb europaweit in der Corona-Krise sinkt, weil Millionen Frauen sich nicht ans Telefon trauen, um sich Hilfe gegen ihren prügelnden Mann zu holen. In der Folge wird die These zum Faktum und infolge des Faktums wird „mit großer Sorge“ um staatliche Hilfe nachgesucht.
    Die große Sorge wird natürlich in den Medien wiederum auch als Faktum gehandelt, weshalb sich in der Bevölkerung trotz gegenteiliger Zahlen der Eindruck festsetzt, in Europa würden Frauen massenhaft von ihren Männern zusammengeschlagen.

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