„Seit der Steinzeit essen die Männer den Frauen alles weg“

Kürzlich bin ich über die feministische Klage gestolpert, der Umstand, dass Frauen körperlich schwächer sei, sei Folge ihrer historischen Benachteiligung: Die Männer hätten ihnen alles weggegessen.

Dazu als erstes die Frage: Wenn Frauen genauso kompetent und willens sind, warum sind sie dann nicht selbst auf die Jagd gegangen? Laut Feministen arbeiteten und kämpften Frauen in der Geschichte genauso hart wie Männer, und die Übernahme dieser Sichtweise durch die Spieleindustrie führt dazu, dass in WWII-Shootern schwarze Frauen als Wehrmachtssoldatinnen zu sehen sind, genauso wie es ein Trend in der Medienindustrie wird, dass Frauen wie ein Schwarzenegger zu seinen besten Zeiten rennen, schießen, kämpfen. Ähnliche Argumentation findet sich auch bei Schrupp: Es sei „wissenschaftlich“ bewiesen (naja, Feminismus und Wissenschaft), dass in der Steinzeit das Geschlechterverhältnis egalitär gewesen sei und die Frauen genauso hoch gewachsen und körperlich stark waren wie die Männer. Und in einem Wikingergrab mit Waffen lag eine Frau! (woher will man das wissen, wenn Skelette von Männern und Frauen sich nicht unterscheideten?) Erst vor 4.000 Jahren etwa begannen die Männer den Frauen alles wegzuessen, woraufhin sie schrumpften und schwächlich wurden. Und nochmal der Logikfehler: Warum, wenn die Frauen genauso stark waren wie die Männer, genauso geschickt in er Jagd, genauso kämpferisch, warum besorgten sich diese antiken Powerfrauen ihr Futter nicht einfach selbst, wenn sie erleben mussten, dass die fiesen Männer sie nur unzureichend ernährten?

Es ist einfach Humbug. Dass Frauen von Natur aus körperlich (!) schwächer sind, zeigt, dass seit der Steinzeit und darüber hinaus Geschlechterrollen wirkten, in welchen er die härtesten Arbeiten auf sich nahm und die Erträge seiner Arbeit mit ihr teilte. Der Mensch als Spezies konnte überleben, obwohl etwa die Hälfte der Population es sich leistete, keine Muskeln, keine Körperkraft aufzubauen, welche bei der Arbeit oder in Gefahrensituation vorteilhaft wäre, also dem Überleben dient. Es war kein Selektionsnachteil, der Mensch überlebte trotzdem, als soziales Gefüge, als eine Gruppe mit Sorge für Andere. Das heißt den evolutionären Kriterien unterlag der Mensch nicht als atominisiertes Individuum, sondern als Mitglied einer Gemeinschaft – der Mensch ist auch von der Evolution her ein soziales Wesen. Man sorgt füreinander und ganz besonders sorgt und sorgte der Mann für die Frau, weshalb es für sie nicht nachteilhaft war, ihre Chancen zu überleben und ihre Gene weiterzugeben, nicht beeinträchtigte, wenn sie nicht ähnlich wie der Mann Körperkraft aufbaute. Dieses weibliche Merkmal deutet nicht darauf hin, dass egoistische Männer Frauen keinen Zugang zu Nahrung gewährten („Die Männer essen den Frauen alles weg!“), sondern dass der Mann schon immer der beste Freund der Frau war, ihr das Leben erleichterte. Ich wiederhole in einem Satz: Körperschwäche der Frau war kein evolutionärer Nachteil, da der Mann für sie sorgte und die härtesten Aufgaben und Arbeiten für sie übernahm.

Und genau deshalb wird sich auch der Traum etwa der Emmas nicht erfüllen: Nämlich dass die Frau der Zukunft genauso hochgewachsen und muskulös sein wird wie der Mann – und das obwohl Frauen denselben Zugang zu Nahrung haben wie Männer. Es müsste ein anderer Faktor wirken, nämlich evolutionäre Selektion, das heißt: Schwache Frauen müssten sterben, bevor sie sich fortpflanzen könnten, nur starke Frauen dürften überleben. Dann, und nur dann, wäre die Frau der Zukunft genauso gebaut wie ein Mann. Das wird aber nicht eintreten, weil unsere Gesellschaft bei weiten nicht so brutal zu Frauen ist, dieses Selektionskriterium schlicht nicht existent ist und auch nie sein wird, solange es Männer gibt, die den Frauen bereitwillig die schwersten Lasten abnehmen.

[Nachtrag]

ich habe der Schrupp einen Kommentar dagelassen, den sie aber ihren Lesern, denen sie empfiehlt, sich in eine Filterbubble einzuschließen, nicht zugänglich machte:

Hallo Frau Schrupp, wenn die Frauen so stark kämpferisch waren, so geschickt auch in der Jagd, warum besorgten sie sich ihr Futter nicht selbst, wenn sie erleben mussten, dass die egoistischen Männer sie nur unzureichend ernährten? Ich habe ein paar Zeilen zum Thema Evolution geschrieben:
„Seit der Steinzeit essen die Männer den Frauen alles weg“

[Nachtrag 2] Mein Kommentar wurde jetzt doch freigeschaltet.

8 Gedanken zu „„Seit der Steinzeit essen die Männer den Frauen alles weg“

  1. Mario

    Und in einem Wikingergrab mit Waffen lag eine Frau! (woher will man das wissen, wenn Skelette von Männern und Frauen sich nicht unterscheideten?)

    Ich denke schon, dass sich auch damals der Körperbau unterschieden hat, gerade in Bezug auf die Gebärfähigkeit der Frau hin. Das Becken eines weiblichen Skelets müsste also auch früher schon breiter gewesen sein als bei einem männlichen.

    Antwort
      1. carnofis

        „… aber warum sollte das den männlichen Forschern entgangen sein?“

        Ist es nicht. Ich vermute, da wird auf diese Grab angespielt:
        https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/die-wikinger-fakten-und-legenden-das-grab-der-koenigin-100.html

        Es war danach wohl immer klar, dass es sich bei den Skeletten um Überreste zweier Frauen handelte. Unklar war, wer sie waren, welchen Status sie hatten und woher sie kamen.

        Ich denke, dass auch bei den Wikingern die Feministas Mythen und Wahrheit zu einem schwerverdaulichen Brei zusammenmischten. Im indogermanischen Raum waren Frauen längst nicht so unterdrückt, wie sie es gern gehabt hätten. Vermutlich sank ihr Status erst mit der Etablierung des Christentums.

        Antwort
  2. Mario

    Ist das denn „richtigen“ Forschern tatsächlich entgangen oder eher feministischer Sozialschwafler-Müll?
    Ich bin mir sicher, dass man durchaus hat feststellen können, ob in einem Grab ein Mann oder eine Frau lag und dies auch wissenschaftliche Beachtung gefunden hat.
    Voraussetzung ist natürlich, dass ein Skelet ausreichend gut erhalten ist.

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  3. Bill Miller

    „in einem Wikingergrab mit Waffen lag eine Frau! “
    Das heißt erstmal nicht, dass Sie mit den Waffen auch umgehen konnte. Und selbst wenn (festzustellen an Skelettveränderungen, Verletzungen etc.), heißt es noch nicht, dass das Standard war. AFAIK ist das deswegen so bekannt geworden weil es so ein extrem seltener Fund war.

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  4. Paplo

    Man könnte es aber auch anders sagen: beide Geschlechter waren gleich stark und gleich groß. Aber dann fingen die Frauen an sich von der Arbeit zu drücken. So fingen sie an die Männer zur Arbeit zu schicken und Nahrung suchen. So ging die Muskelmasse der Frauen immer weiter zurück und die Männer wurden immer stärker…also, wer hat wem verarscht?

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