Archiv für den Monat Mai 2020

Billy Coen: „Jahrelange Propaganda wirkt!“

Billy Coen:

„Jahrelange Propaganda wirkt!“

Ja, leider. Arne verlinkte heute auf einen Spiegelbeitrag zu [den Morden in] Mexiko. Ich bin über die dortigen Kommentare ehrlich fassungslos. Gleich mehrere Kommentatoren, vor allem mit weiblichen Usernamen, sind erstens, obwohl dies mit nichts belegt werden kann, davon überzeugt, dass die 10 % Frauen unter den dortigen Mordopfern wegen ihres Geschlechts getötet werden, und zweitens die 90 % der Männer, weil sie ja alle kriminelle Gangmitglieder sind, und somit selbst Schuld an ihrem Tod. Da tun sich Abgründe auf und für mich wird es immer wichtiger, weite Teile der feministischen Ideologie als faschistische Bewegungen unter Verfassungsschutzaufsicht zu stellen. Denn das sind die Blüten, die eben diese beständige gequirlte Scheiße treibt, die man den Menschen pausenlos in die Köpfe presst. Hier vor allem „Femizid“. Würde jemand in einem Beitrag über Bandenkriminalität in den USA ähnliches über Schwarze statt über Männer schreiben, würde der Beitrag umgehend gelöscht und der User gesperrt. Aber selbiges Gehetze gegen hier sogar ermordete Männer? Kein Problem!

Man beachte hierbei auch die geile Logik: Es gibt zwar nichts als Beleg, dass die Frauen getötet wurden, weil sie Frauen sind, aber man bezeichnet es halt als Femizid. Und wenn jemand auf die männlichen Opfer hinweist, dann sind die eben nicht so schlimm, weil die wurden ja im Gegensatz zu den Frauen nicht wegen ihres Geschlechts ermordet. Und woran sieht man, dass die Frauen ermordet wurden, weil sie Frauen waren? Na weil es doch ein Femizid war; informier dich doch mal auf Wikipedia, was das ist, du Trottel!

Ich weiß nicht, was ich an solchen Auswüchsen schlimmer finde: die widerliche Selbstgerechtigkeit, das faschistoide Gruppendenken oder die abartige Melange aus Arroganz und unfassbarer Dämlichkeit, die feministisch indoktrinierte Deppen immerzu gemeinsam haben?

Interessante Frauenkolumne auf „Jetzt.de“

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Ich bin über eine interessante Reihe auf „Jetzt.de“ gestoßen; ich kopiere mal einen Artikel auszugsweise rein:

Die Frau von heute muss kein Heimchen am Herd mehr sein. Stattdessen kann sie einen Mann auch aus Liebe heiraten und nicht nur, weil er ein guter Ernährer ist. Wir fragen Frauen, was für sie Weiblichkeit im neuen Jahrtausend bedeutet.

Was bedeutet für dich Frausein im Jahr 2020?

Es ist eine großartige Zeit, eine Frau zu sein. Endlich können wir toxische Weiblichkeit, die Männer als Geldobjekte und Kinder als Eigentum begreift, hinter uns lassen. Die Frau von heute kann ein nützliches, produktives Mitglied der Gesellschaft sein, ihren Mann stehen und Liebe geben.

Kritische Frauenforschung hat viel dazu beigetragen, zerstörerische Aspekte von Weiblichkeit, die als Sklavenhalterinnenmentalität den Planeten zugrunde richtet, zu benennen und zu überwinden, das ist herausragend und kann vielleicht die Welt retten.

Wie stehst Du zu #you_kill_children_too?

Dieser Hashtag ist einfach nur noch historisch. Dass sich bereits mehrere Frauen das Leben nahmen, weil sie unter ihm angeklagt wurden, zeigt, dass sie sich ihrer Schuld zumindest ansatzweise bewusst sind.

Auch mir hat es geholfen, mich selbst und meine Weiblichkeit kritisch zu hinterfragen. Ich habe noch nie Kinder oder Männer misshandelt oder getötet, aber ich muss mich fragen: Bin ich dazu nicht doch fähig; wie schnell könnte ich zur Täterin werden? Warum kennen nur Männer aber nicht Frauen den Ehrenkodex, keine Gewalt anzuwenden? Das ist natürlich ein schmerzhafter Prozess der Selbsterkenntnis, aber bitter notwendig. Durch diese Bewegung werden die Strukturen aufgebrochen, die Frauengewalt erst möglich machen.

Habt ihr weitere so schöne Fragen für mich, die mir die Möglichkeit geben, mich selbst zu erniedrigen? Darf ich die Scheiße von euren Schuhen lecken?

Weitere Kolumnen auf Jetzt.de.

Meine Traumpartnerin – Positives über Weiblichkeit

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Ich möchte hier ein paar Zeilen meiner Vorstellung widmen, wie eine Frau als Partnerin ein Gewinn ist und keine weitere Last – eine Frau, mit der man besser durch’s Leben kommt.

Als Beispiel und Vorbild möchte ich hierzu Porzelinchen aus dem Film „Toy Story 4“ nennen. Sie sieht gut aus und verfügt zudem über einen tadellosen Charakter:

Sie ist stark, ohne aggressiv zu sein.

Sie übernimmt Initiative, ohne herrisch zu sein.

Sie ist selbstbewusst, ohne herabzuwürdigen.

Sie ist kämpferisch, ohne gewalttätig zu sein.

Und ich so:

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Viele verbiesterte Emanzen machen den Fehler, Aggression, Verbiesterung und latente Gewalt – Motto: „Frauen sollten öfter schreien“ – für Stärke zu halten. Sie sind stolz darauf, dass Männer scheinbar Angst vor ihnen haben (tatsächlich meiden solche Männer einfach nur unangenehme Gesellschaft). Sie pflegen einen toxischen Feminismus, der sich über Erniedrigung von Männern groß und überlegen fühlt.

Anders als Porzelinchen oben. Sie ist angenehme Gesellschaft und man kann auf sie bauen. Man kann sich auf sie verlassen. Sie ist tatsächlich stark und das bedeutet, dass man auch keine Angst vor ihr haben muss; Aggression und Angriff sind eher ein Zeichen von Schwäche. Mit so einer Frau an der Seite bleibt es nicht allein an einem hängen, für die Familie zu sorgen. So eine Frau ist eine tatsächliche Bereicherung, ein Gewinn für’s Leben, der Jackpot.

Man in the Middle: Männerfeindin als Wehrbeauftragte

Man in the Middle:

Der geschlechterpolitische Skandal der Woche ich die Wiederbesetzung der Position des Wehrbeauftragten der Bundeswehr, und zwar durch Eva Högl. Högl ist hauptberuflich Feministin (u.a. als Landesvorsitz der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Berlin) und ausgewiesene Männerhasserin, die sich für Frauenquoten und beliebige Verfassungsbrüche kämpft, solange sie Männern schaden. Eigendarstellung s. z.B. hier.

Skandalös ist ihre Ernennung zur Wehrbeauftragten u.a. deshalb, weil sie keine Ahnung von der Bundeswehr hat und sich dort wohl kaum für die Interessen der Soldaten einsetzen kann und vermutlich auch gar nicht will bzw. soll. Die SPD (die hier offenbar das Vorschlagsrecht hatte) möchte diesen Effekt offenbar auch haben. Einer von etlichen Presseartikeln von gestern darüber: Fokus.

Zur Erinnerung: nach dem Gesetz über den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, dort § 1 Verfassungsrechtliche Stellung, Aufgaben Absatz (3) hat der Wehrbeauftragte Die Aufgabe

… durch Eingaben nach § 7 [Eingaberecht des Soldaten] oder auf andere Weise Umstände bekannt werden, die auf eine Verletzung der Grundrechte der Soldaten oder der Grundsätze der Inneren Führung schließen lassen.

Wer glaubt ernsthaft, eine Person würde auch nur entfernt dieser Aufgabe nachkommen, die sich seit Jahrzehnten aktiv für die Verletzung der Grundrechte von Männern, also den meisten Soldaten, durch Frauenquoten u.ä. Maßnahmen einsetzt.

Die Berichterstattung über den Skandal informiert ansonsten mehr über die Ideologie der Berichterstatter als über den Fall selber.

Beispiel: der Spiegel bejubelt Högl als „hartnäckigen Aufklärerin“ und orakelt „manche Problemzonen der Truppe kennt sie schon“. Was genau sie kennt und was für die SPD eine Problemzone ist, wird nicht klar gesagt. Der Artikel lobt jedenfalls Högls Einsatz bei der Aufklärung der NSU-Morde – vermutlich sieht die SPD die Bundeswehr als Heimat von Rechtsradikalen an, und unter der Prämisse wäre Högl in der Tat sehr gut qualifiziert, die diesen Verein von Nicht-SPD-Wählern in Schach zu halten.

Für ZEIT Online ist eigentlich nur wichtig, daß Högl eine Frau (oder vielleicht sogar ein Frau*, wer weiß) ist und die zweite Frau auf diesem Posten, und daß sie als Anwältin der Soldaten und Soldatinnen gilt. Von ihrer Qualifikation her erscheint Högl allenfalls geeignet als Anwältin der Soldatinnen, als kleiner unterdrückter Minderheit.

Einen relativ guten Überblick über die Reaktionen gibt die Welt.

Wie die Zwangssexualisierung der Sprache die Funktion geschlechtlicher Irrelevanz abschafft

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„Die Erpressung unserer Studenten ist Realität. Eine krude Ideologie schränkt die Freiheit der Wissenschaft ein. Es reicht nicht mehr, korrekt Deutsch zu schreiben. Man muss nun auch politisch auf Linie sein. Sonst droht Punktabzug.“ (Anonym)

Der Satz: „99 Sängerinnen und ein Sänger sind 100 Sänger“ wird von linguistischen Dilettanten als Beispiel dafür angeführt, dass die deutsche Sprache Frauen benachteilige – wobei ihnen ein Schnitzer unterlaufen ist, denn hier wird fälschlicherweise zugrundegelegt, dass „Sänger“ allein Männer meine – dass also der Satz vom Sinngehalt lautete: „99 Sängerinnen und ein Sänger sind 100 männliche Sänger“.

(Wie es zu dem Irrtum kam, das generische „Maskulinum“ grenze Frauen aus, habe ich hier erläutert. Kurz: Man nehme an, es gäbe keine exklusiv-weibliche Sprachform (-in, -innen). Dann würde es heißen: „Die Student“, „der weibliche Student“, das heißt, das Wörtchen „Student“ wäre nicht in Verdacht geraten, allein einen Mann zu meinen)

Wenn man also ausdrücken will, dass man tatsächlich Männer meint, muss man das Adjektiv „männlich“ bemühen, ansonsten ist nur eine Funktion gemeint, in der das Geschlecht nicht die geringste Rolle spielt. In „Die Sänger unterhielten das Publikum“ spielt allein die Funktion als Sänger eine Rolle, das Geschlecht, wie andere Eigenschaften, die Menschen anhaften, sind hier schlicht irrelevant. Wenn dir jemand damit kommt, das generische Maskulinum betone Männer und grenze Frauen aus, sag ihm, dass in solchen Fällen das Geschlecht genauso wenig gemeint ist wie Alter, gesundheitlicher Zustand, Gewicht, sozialer Hintergrund, Hautfarbe etc…

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Was meint sie jetzt? Dass es keine weiblichen Hasser und Hetzer gibt, oder verwendet sie etwa das generische Maskulinum? Und: „Teamleitung“ und „Teamleiter“ sind nicht dasselbe.

Das heißt, erst, wenn ich das Geschlecht explizit thematisieren will, zum Beispiel weil ich ausdrücken will, dass Sängerinnen seltener die geeignete Stimme für Gangsta-Rap mitbringen, erst dann macht es Sinn, sich geschlechtlich auszudrücken. Gender-Sprech bedeutet, dass das Geschlecht überall erzwungen wird, auch in solchen Kontexten, in welchen das Geschlecht keinerlei Relevanz hat. Es ist eine Plage. Es verstümmelt die deutsche Sprache, denn es nimmt ihr die Möglichkeit, Funktionen, Berufe unabhängig vom Geschlecht zu benennen. Eine elegante Ausdrucksform, wie sie sich zum Beispiel in dem Satz „Frauen sind die besseren Autofahrer“ findet, verschwindet. Die sogenannte „geschlechterneutrale“ Sprache ist also gar nicht geschlechterneutral, sie führt das Geschlecht überall ein; tatsächlich geschlechterneutral ist das generische Maskulinum, da dieses eben kein Geschlecht meint – übrigens war die Benennung dieser Wortform als „Maskulinum“ ein Irrtum.

Erstaunlich offen geben Anhänger von Gendersprech zu, dass es ihnen darum geht, das richtige Denken zu erzwingen. Feminismus will bis in die Köpfe der Menschen hineinregieren. Wie in jedem totalitären System ist die „Politik“ überall präsent, platzt überall rein, raubt Achtsamkeit, forciert gewaltsam ihren Willen und nötigt einen damit, den Kotau vor ihr zu machen. Das geht inzwischen soweit, dass Studenten, die ihre Arbeiten in korrektem Deutsch schreiben, schlechter benotet werden. Man wird also genötigt, das richtige Neusprech anzuwenden. Wer sich dem verweigert, gibt zu erkennen, dass er sich den totalitären, ideologischen Vorgaben nicht unterordnen will, was mit handfesten Nachteilen verbunden ist: Sprache wird zum Ausweis der richtigen Gesinnung, und die politisch korrekte Gesinnung wird zunehmend wichtiger als die Kompetenz in einer Disziplin:

Waren die übrigen Bewerber die besten Wissenschaftler auf ihrem Gebiet? Anscheinend spielt das keine Rolle. Entscheidend ist, wie gut sie in der Lage sind, „Unterschiede und Verbindungen zwischen Vielfalt, Gleichheit und Integration“ während ihrer Bewerbungsgespräche zu erörtern, wie es in der Diversity Guidance der Universität von Kalifornien heißt. Die abgelehnten Bewerber zeigten ein unzureichendes Wissen über die „Dimensionen der Vielfalt, die sich aus unterschiedlichen Identitäten, insbesondere unterrepräsentierten Minderheiten ergeben“. Vielleicht waren einige so kühn, dass sie vorschlugen, dass Rassen- und Geschlechtersquoten bei MINT-Einstellungen im Widerspruch zum Forschungsauftrag der Universität stehen.

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Vor 13 Jahren: Hexenjagd auf Eva Herman

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Öffentlich-Rechtliche: Kinder sind eine Last, die Frauen stranguliert und von der Karriere abhält (man beachte den leidenden Gesichtsausdruck). Eva Herman: Kinder müssen wieder geliebt und gewertschätzt werden.

„Die NS-Familienpolitik hinterließ ein kulturelles Problem: Die Hausfrauenehe und – noch allgemeiner – die Anerkennung der mütterlichen (Arbeits-)Leistung galt im Nachkriegsdeutschland und vor allem nach 1968 für viele kritische Intellektuelle als ein Produkt der faschistischen Mutterideologie. Das war historisch falsch und folgenreich. Denn ‚Mütterlichkeit‘ stand nun unter politischen Verdacht.“(143)

Dieser Absatz, der auf den Punkt bringt, was Hermans Problem war, nämlich eine Geringschätzung der Mutter und damit einhergehender Kinderfeindlichkeit, erschien in einer Reihe der Bundeszentrale für politische Bildung. Gegen Eva Herman lief vor 13 Jahren eine gewaltige, gleichgeschaltete Medienkampagne, da sie an heiligen, auch feministischen, Überzeugungen rüttelte. Dabei ging man weniger auf ihre eigentlichen Anliegen ein, als dass man viel mehr versuchte, sie als Nazi zu brandmarken, oder zumindest als nicht besonders helle im Köpfchen, was genauso vernichtend ist.

Wir haben als reiches Land eine der geringsten Geburtenraten überhaupt – wir kriegen die demografische Kurve nicht (Herman). Die Ursache hierfür suchte Herman im dritten Reich und den nachfolgenden 68er. An anderer Stelle brachte sie es noch mal kurz und knackig auf den Punkt: Die Familienwerte wurden missbraucht und dann für unbrauchbar befunden.

Herman begann das Sakrileg, wie später Kelle, dem herrschenden, feministischen Narrativ zu widersprechen, wonach der Frau von heute ihre Karriere das höchste zu sein hat, und dass sie ihre Kinder so früh wie möglich in Krippen und Kitas abschieben soll, um sich diesem höheren Ziel zu widmen. Gleichzeitig aber bejahen eine leichte Mehrheit der Frauen eine konservative Rolle in der Familie(32), während sie erleben, dass sie diese Rolle weniger und weniger ausfüllen können aus harten finanziellen und strukturellen Zwängen heraus. Dass die Menschen immer weniger verdienen, und sich so auch die Frauen zunehmend von ihren Kindern entfernen müssen, wenn sie für sie sorgen wollen (und damit das alte Schicksal der Väter teilen), führte Herman zur Frage, was das für die Kinder bedeutet, die in die Fremdbetreuung entsorgt werden – diese sei für den Nachwuchs eh besser als Betreuung zuhause unter unfähigen Müttern, so der Tenor. Sie beschäftigte sich hierzu mit der Bindungsforschung  und problematisierte, dass das frühe Abschieben des Nachwuchses für ihn nachteilhaft sei, da es ihn hindere, die für eine gesunde psychische Entwicklung so wichtige Urbindung aufzubauen (was übrigens Väter genauso leisten können – Anmerkung yx). Das Ziel (wie auf der wegweisenden Frauenkonferenz Peking 1995 festgelegt), alle Frauen in die Erwerbsarbeit zu pressen, schadet nicht zuletzt den Kindern, die vor allem einen verlässlichen Elternteil brauchen. Weiterhin sei Mutterschaft kein Übel, sondern ein Glück (in kinderfeindlichen Diskursen, in denen ständig von „Arbeit“ gesprochen wird, wenn Mütter Zeit mit ihren Kindern verbringen, ein außergewöhnlicher Gedanke). Dass man mit Familie vielleicht glücklicher ist als mit Karriere (sofern man eine hat und nicht einfach nur malocht) scheint ein wunder Punkt zu sein bei den tonangebenden Journalistinnen, die in Interviews mit Eva Herman die Contenance verloren und vor Wut brüllten, aggressiv wurden. (35) Ist dieses Verlieren der Selbstbeherrschung vielleicht der Ahnung geschuldet, dass zum Lebensabend liebende Kinder mehr wert sind als dass man eine hohe Sprosse der Karriereleiter erklommen hat?

Das war die Todsünde die Herman begangen hatte. Nicht weil sie eine Nazi war, wurde sie niedergemacht, sondern weil ihre Kritik den feministischen Lebensentwurf für Frauen in Frage stellte. Dass man auf das eigentliche Anliegen Hermans kaum einging sondern sie mit aller Macht in die rechte Ecke schieben wollte, zeigt deutlich, dass sie eine Schwachstelle getroffen hatte. Man ging nicht inhaltlich auf sie ein, sondern bediente sich niederträchtiger Diskursmittel, wie zum Beispiel Thea Dorn, die aus dem „Eva-Prinzip“ das „Eva-Braun-Prinzip“ machte: So nahm sie zwei Zitate, eines von Herman, eines von Rosenberg (Chefideologe der Nazis) und befand, sie klängen „verdammt ähnlich“, nämlich Herman:

„Die Forderung der heutigen Frauenemanzipation wurde im Namen eines schrankenlosen Individualismus erhoben“

und Rosenberg:

„Das Hohelied des Individualismus hat längst seinen verführerischen Klang verloren, doch mittlerweile haben sich reichlich Gründe erschlossen, warum man sich von dieser gefährlichen Vorstellung befreien sollte.“

Weil man in beiden Zitaten das gleiche Wort vorkommt und man den Folgen seines Sinngehalts ablehnend gegenübersteht, sollte Herman der rechten Szene nahe stehen. Nur dass sich Herman gegen einen zügellosen Egoismus wendet, während Rosenberg vermutlich das Aufgehen des Einzelnen in der faschistischen Volksseele meinte.

Wenn man auf so bösartige Weise „argumentieren“ muss, und dabei an allem vorbeigeht, was die tatsächliche Position des Widerparts angeht, dann ist die Schlussfolgerung nicht weit hergeholt, dass der Widerpart ganz richtig liegt und man ihn nicht widerlegen kann.

Kommen wir zum Zitat, das weitläufig fehlinterpretiert wurde, dem Zitat. In freier Rede ins Unreine gesprochene sagte Eva Herman auf einer Presskonferenz folgendes:

„Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft.“

Von 30 Pressevertretern verstanden das alle richtig, nur eine nicht, Barbara Möller interpretierte das so:

„In diesem Zusammenhang machte die Autorin einen Schlenker zum Dritten Reich. Da sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter. Die hätten die 68er abgeschafft, und deshalb habe man nun den gesellschaftlichen Salat“

Und das war’s dann. Der Vorwurf, Herman habe die Familienpolitik der Nazis gelobt oder sich zumindest „verharmlosend“ über sie geäußert, wird von nun an an ihr kleben wie Teer gemischt mit Tapetenkleister.

Weiter zum Fernsehtribunal mit Johannes B. Kerner als Ankläger, Richter und Henker. Es ging im Vornherein nicht um eine faire Diskussion, schon gar nicht um das Anliegen Eva Hermans, also Wertschätzung für Familie und Kinder oder Erkenntnissen aus der Bindungsforschung. Sie sollte vernichtet werden, sie sollte unmöglich gemacht werden, etwas, das Kerner nicht schaffte, was ihm von den „Qualitätsmedien“ in den nachfolgenden Tagen vorgeworfen wurde.

Eva Herman befand sich dabei allein auf weiter Flur, eine gegen alle. Und hat sich dafür grandios geschlagen. Ich gehe nur auf wenige Punkte ein:

Zum einen die Penetranz, mit der Kerner seine Interpretation ihres Zitates durchsetzen wollte. Immer wieder kam er damit und fragte scheinheilig, ob so ein Vergleich zur NS-Zeit notwendige gewesen wäre. Gesunde Kommunikation funktioniert so: A sagt etwas. B versteht etwas Ungeheures und fragt nach: „Meinst Du dies und das?“. A stellt richtig: „Nein, ich meinte das“.(67) Für Kerner war das aber wohl zu hoch. Und auch warum der NS-Vergleich wichtig ist: Hier liegen nunmal die Ursachen für gravierende Probleme in unserer Gesellschaft, nochmal: Wir kriegen doch die demografische Kurve gar nicht mehr!

Als das Wort an einen tollen Professor ging, der natürlich darüber stand, die Bücher zu lesen, deren Autorin er auf’s massivste angriff, wurde es besonders ekelhaft. (Er war so merkbefreit, dass er ein ganzes Buch zum Thema schrieb, welches hier zerpflückt wird.) Prof. Wippermann befand, Herman verwechsle Konservativismus mit Faschismus und musste erklären, letzteres bedeute Rassenzucht, Rassenvernichtung und Rassenstaat. Auch er nahm also für bare Münzen, was an Verleumdungen in der Lückenpresse stand; was in allen Zeitungen stand müsse auch richtig sein, so der Experte später, eine Äußerung, für die er in Hochzeiten der APO nur Hohngelächter geerntet hätte. Hätte er sich die Mühe gemacht, mal ins „Eva-Prinzip“ reinzuschauen, wäre er über Absätze wie diesen gestolpert:

„Was viele nicht wissen: Unsere distanzierte Haltung zu unseren Kindern steht auch in einem direkten Zusammenhang mit einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, dem Dritten Reich. Die Theoretiker des Nationalsozialismus erkannten früh, dass die Frage der Kindererziehung höchste politische Relevanz hatte. Das beschränkte sich nicht auf die erwünschte Steigerung der Geburtenrate, die sich in der Auszeichnung mit dem „Mutterkreuz-Orden“ für Frauen mit vielen Kindern ausdrückte. Es traf vielmehr die konsequente Einflussnahme auf den vormals privaten, familiären Bereich von Geburt, Mutterschaft und Säuglingspflege. Es ging nicht nur darum, „dem Führer Kinder zu schenken“, sondern die Kinder so früh wie möglich nach den Maßgaben des nationalsozialistischen Menschenbildes zu formen. Betrachtet man diese ideologischen Grundlagen, wird schnell klar, dass der Hilter-Staat alles daransetzte, jeden gesellschaftlichen Bereich zu kontrollieren und jede private Nische zu vernichten, in der sich individuelle Lebensformen entwickeln konnten. Verwirklichen ließ sich das nur, in dem die Gruppe, das Kollektiv, die „Volksgemeinschaft“ über den einzelnen Menschen gestellt wurde, eine Ideologie, die wir auch im DDR-Sozialismus immer wieder beobachten konnten. damit wurden Kinder zum Politikum. Um ihre Erziehung zu nationalsozialistischen Bürgern zu gewährleisten, solten sie der elterlichen Fürsorge so früh wie möglich entzogen werden…“

Wahrlich, so klingt ein Fan der Nazifamilienpolitik…

An anderer Stelle wurde es geradezu lustig, als Kerner und Wippermann verbieten wollten, von einer „gleichgeschalteten Presse“ zu sprechen, denn das sei Nazisprech. Dass der Begriff alltäglich gebraucht wird, spielte genauso wenig eine Rolle, wie dass sich Herman ja gegen die Gleichschaltung aussprach; sie kritisierte, dass sich die Medien ihr gegenüber wie gleichgeschaltet verhielten. Die Folgerung, damit rutsche sie Richtung Nazitum ist genauso hirnrissig, wie jemanden vorzuwerfen, er sei für eine Diktatur, da er sich gegen eine zu hohe Machtkonzentration im Staatsapparat ausgesprochen hatte. Schließlich sagte Eva Herman entnervt, man habe auch Autobahnen damals gebaut und man fahre trotzdem drauf. Wohlgemerkt: Ihr Einwand war, wenn man den Begriff „Gleichschaltung“ nicht benutzen dürfe, wegen „Nazis hatten das auch schon“, dann gelte das auch für Autobahnen. Sie sagte nicht, die Nazis hätten auch ihre guten Seiten gehabt, zum Beispiel eben diese Schnellstraßen. Dennoch wurde es so interpretiert. Das Qualitätsmedium Spiegel-Online kommentierte dies so: [Herman habe gesagt, dass] Wenn man nicht über die Familienwerte der Nazis reden dürfe, könne man auch nicht über die Autobahnen sprechen, die damals gebaut wurden“ und reiht sich damit ein in die gleichgeschaltete Lügenpresse.

Auch wurde er Vorwurf erhoben, Rechte bis Rechtsradikale würden Eva Herman zujubeln. Nun, das war so:

1. Lügenpresse sagt: „Eva Herman ist braun“,

2. Rechte sagen: „Oh, sie ist eine von uns!“,

3. Lügenpresse sagt: „Da habt ihr’s!“

Und wie wolle Herman gegen die Anbiederung von Rechts vorgehen? Natürlich so, wie man das macht in einem Rechtsstaat mit staatlichem Gewaltmonopol: Mit einer Pumpgun einem Rechtsanwalt.

Am Ende wird Eva Herman gegangen, sie wird rausgeworfen. Angeblich, weil sie sich was Ungeheuerliches geleistet hätte – was nicht der Fall war. Tatsächlich war sie diejenige in der Runde, die von den Nazis am weitesten entfernt war. Ein Forschungskonzept, mit dem man die NS-Lastigkeit von Menschen feststellen konnte, kam bei Kerner und den anderen Diskutanten auf extrem hohe Werte, fast wie bei Altnazis, während Eva Herman besser als Demokraten abschnitt.(142) Das wird viele Medienschaffende überrascht haben, die Mehrheit der Bevölkerung kaum, denn es handelte sich um einen weiteren der vielen Fälle, in welchen die veröffentlichte Meinung der gleichgeschalteten Presse nicht mit der öffentlichen Meinung übereinstimmt. Dennoch – oder wahrscheinlich doch eher deswegen – hat sich die Richtung der Familienpolitik kein bisschen geändert: Ihr höchstes Ziel ist nach wie vor, den Nachwuchs in die Kinderdeponien abzuschieben, damit die Mutter unbelastet von „Blagen“ arbeiten gehen kann.

Alle Seitenangabe aus: Arne Hoffmann – „Der Fall Eva Herman – Hexenjagd in den Medien“

p.s.: Es gab eine irreführend geschnittene Fassung des Tribunals, ob es sich um diese handelt, weiß ich nicht, bezweifle es aber, da es von Eva Herman selbst auf youtube veröffentlicht wurde (Ich habe mir anlässlich dieses Textes das Video aus meinem Archiv angesehen):

Was Frauen wollen #stattBlumen

Liebe Leserin,

und wieder mal sehen wir uns mit der Frage konfrontiert: Was will die Frau? Diese Frage konnte schon das Genie Sigmund Freud nicht beantworten, obwohl er sich ihr intensiv gewidmet hatte.

Um der Antwort auf die Frage näher zu kommen, betrachten wir diese innerlich wie äußerlich hässliche Frau:

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Mit der aggressiven Geste stellt sie klar, was sie nicht will. Blumen. Was sie stattdessen will, ist mehr Geld. Und das fordert sie von dem armen Tropf, der seine Zuneigung ausdrücken will. Denn der malocht im Bergwerk sitzt im Vorstand, wie das Männer nun mal so machen. Er soll ihr Gehalt erhöhen und sein Posten an den Giftbeutel abgeben, der sich künstlich hässlich macht. Das machen Frauen öfter, besonders solche, die sich auf einen rücksichtslosen Egotrip zu Lasten ihrer Kinder und Männer begeben. Sich so zu geben, so zu stylen, dass der Gefährte, der Partner, der Mann es hasst, ist das, was diese Ekelpakete unter „Emanzipation“ verstehen.

Dieser arme Tropf da oben (nicht im Bild), der von der blöden Kuh mit der Gesellschaft verwechselt wird, wie es alle Feministen machen, ist kein PickUp-Artist, kein PUA, kein Verführungskünstler. Wäre er das, er würde seine Zuneigung einer innerlich wie äußerlich schönen Frau schenken – genau wie die Blumen. Und damit sind wir bei der Antwort auf die Frage, warum Feministinnen PickUp hassen: Sie behandeln so einen Mann wie Dreck, woraufhin der aber einfach mit einer Anderen glücklich wird: Unerhört! Das ist diesen Giftnattern unerträglich.

Liebe Leserin, wann hat dir das letzte Mal ein Mann Blumen geschenkt? Wird seltener, was? Ach, ist alles halb so wild. „Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad“ wie Feministen wissen – dass Du allein bist, gefällt ihnen, jetzt musst Du nur noch deine internalisierte Frauenfeindlichkeit überwinden und auf Männer scheißen. Denn wenn Du sie hasst, bist Du auch nicht mehr einsam. Besuche doch im „Patriarchat“ eine staatlich geförderte Aufführung der Gesellschaft zur Zerstückelung der Männer. Oder lass‘ dir von einer Bundesverdienstkreuzträgerin erklären, dass „Penetration“ nur ein gewalttätiger Akt der Frauenerniedrigung ist. Dann tut es nicht weh, wenn dich keiner penetrieren will.

Für den Fall, dass Du aber anders tickst, und vielleicht einen Mann im Leben willst, hier ein echter Geheimtipp: Verführungskunst für Frauen.

Ach übrigens: Freud wurde von seiner eigenen Tochter gewarnt, nicht soviel Aufmerksamkeit an verwöhnte Wohlstandsgören zu verschwenden, die sich einfach nur langweilten.

Und desweiteren entschuldige ich mich bei allen Giftnattern. So einen Vergleich haben diese Tiere nicht verdient.

Qui­ckie: Ich habe eine geniale Geschäftsidee und brauche dazu eine Feministin

Dies ist ein Aufruf, um das große Geld zu machen. Und zwar brauche ich eine Feministin, die mir meine Privilegien erläutert, so dass ich meine patriarchale Dividende einlösen kann. Ich teile den Gewinn dann 50/50. Leute, jetzt wird richtig fett Kohle gemacht!

(Natürlich nur männlich-exklusive Privilegien, auch eine Frau kann Maschinenbau studieren und in ihr ganzes Leben in Übervollzeit malochen.)

Djadmoros: Grundsätzliches zum Feminismus

Djadmoros (Mail-Korrespondenz):

Kontext: Es geht darum, eine möglichst allgemeine Formel für das zentrale Problem der feministischen Weltanschauung zu finden.

Ausgangspunkt war der aus der Ethnologie (Klaus E. Müller) stammende Grundgedanke, dass menschliche Gesellschaften räumlich nach Endosphäre und Exosphäre (man könnte auch sagen: Binnenzone/Innenbereich vs. äußere Umwelt) gegliedert sind und diese Bereiche wenigstens tendenziell geschlechtsspezifisch zugeordnet sind. Das heißt: am »Perimeter«, an der räumlichen Außengrenze der Gemeinschaft, ist der Mann positioniert, um den Binnenbereich (mit den fortpflanzungsfähigen Weibchen und der »Brut«) zu schützen. Das kann man evolutionsbiologisch herleiten, in dieser Hinsicht sozusagen ganz konventioneller „Evochris“.

Natürlich ist das beim Menschen kulturell überformt, und man kann beliebig viel Ideologie darauf häufen, warum es auch heute noch eine »natürliche« Arbeitsteilung sein soll. Beauvoir hatte eine ähnliche Idee, als sie von Sartres Existentialismus die Konzepte von Transzendenz und Immanenz übernommen und kritisiert hat, dass Frauen traditionell dazu erzogen werden, in der Zone der Immanenz zu verharren. Transzendenz erlangt man aber vorzugsweise in der Exosphäre, wo der Mann sich selbst riskiert und dabei, wenn er nicht umkommt, über sich hinauswächst, und Frauen bleibt das Beauvoir zufolge verwehrt.

Im Laufe der Geschichte weicht diese Innen/Außen-Dichotomie auf, weil irgendwann eine Sphäre des Politischen bzw. eine bürgerliche, zivilgesellschaftliche Öffentlichkeit entsteht, also ein Bereich, der weder privat noch außergesellschaftlich ist, sondern dazwischen liegt, und diesen öffentlichen Raum hat die Frauenbewegung für Frauen erobert. Seither steht Frauen der Weg aus der beauvoirschen Immanenz im Prinzip offen. Und viele Frauen, ob nun vom Feminismus beeinflusst oder nicht, sind ihren Weg in der zivilgesellschaftlichen Sphäre erfolgreich gegangen, und insoweit es dem Feminismus darum ging, Frauen dazu zu ermuntern, betrachte ich die Frauenbewegung als legitime moderne Emanzipationsbewegung.

Nun ist das aber bloß die halbe Wahrheit: zumindest die *neue* Frauenbewegung war von Anfang an auf einem Auge blind – nämlich dafür, dass die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung für Männer nicht nur Privilegien, sondern auch Kosten mit sich bringt: klassischerweise das, was Farrell den *disposable male* nennt: als Mann bist Du im Zweifelsfall verheizbar, weil (polemisch kurzgefasst) Deine Frau im Notfall auch vom Nachbarn schwanger werden kann, ihr Fortpflanzungspotential durch Deinen Tod also für die Gesellschaft nicht vergeudet ist. Das hatte auch Esther Vilar im Grundsatz erkannt und in Breite ausformuliert (»die Frau ist vom Mann abhängig wie das Auto vom Benzin«) und war darum für Alice Schwarzer »Staatsfeind Nummer Eins«. Das ist der *empirische* Skandal des Feminismus: alles zu ignorieren, was nicht ins ideologische Raster passt.

Der *theoretische* Skandal des Feminismus, der sich mit dem empirischen Skandal wechselseitig stützt, ergibt sich aus der Frage: welchen Begriff der *Gesellschaft* haben Feministinnen eigentlich? Ein Lexikoneintrag (Lexikon zur Soziologie, VS Verlag) definiert »Gesellschaft« als »Summe von Individuen, die durch ein Netzwerk sozialer Beziehungen miteinander in Kontakt und Interaktion stehen, bzw. als Summe der sozialen Wechselwirkungen.« Aber welche Art von »sozialen Wechselwirkungen« wird vom Feminismus thematisiert? Männer erfinden das Patriarchat, das Patriarchat dient der Privilegiensicherung von Männern, und wenn das Patriarchat einmal nicht der Privilegiensicherung von Männern dient (»das Patriarchat schadet auch Männern«), dann leiden die Männer unter selbstverschuldeten Rollenzwängen. Das, was in meinen Augen der Grundgedanke aller Soziologie ist: dass es »soziale Wechselwirkungen« gibt, die sich nicht aus den Handlungsabsichten, sondern aus (beabsichtigten und unbeabsichtigten) Handlungsfolgen ergeben, fällt im Feminismus unter den Tisch bzw. wird unter den Teppich gekehrt.

Beispiel: Männer führen Kriege, die Handlungsabsicht dahinter ist: schütze Deine Sippe vor Gewalt und mehre die Deiner Sippe zur Verfügung stehenden Ressourcen. Nicht-intendierte soziale Wechselwirkung: irgendwann werden die Kollateralschäden des Kriegs zu hoch, weshalb sich ein Gewaltmonopol durchsetzen kann (also nicht nur faktisch durchsetzt, sondern aufgrund der Befriedungswirkung auch Akzeptanz genießt), das dann »Staat« heißt (z. B. Altägypten, Römisches Reich, absolutistischer Fürstenstaat). Nun kann man diese Geschichte im Sinne der griechischen Tragödie als tragische Verstrickung erzählen, die am Ende eine neue friedenssichernde Institution hervorbringt (Pharao, Caesar, Leviathan), oder im Sinne des Feminismus als »Geschichte patriarchaler Gewalt«. In letzterer Variante gibt es keine echten äußerlichen Faktoren, sondern »der Mann« ist die ultimate Ursache von allem: und weil man das irgendwie substantiieren muss: die inhärente *Psychologie* des Mannes, seine »männliche Hegemonialität« und »toxische Männlichkeit«.

Der theoretische Skandal des Feminismus besteht also darin, Soziologie in Vulgärpsychologie zu verwandeln, indem dem Mann und seinen angeblichen Charaktermerkmalen zugeschrieben wird, was eigentlich einer Ebene »sozialer Wechselwirkungen« zuzuschreiben wäre. Die typische Feministin sieht einen Mann und *hält ihn für* die »Gesellschaft«. Weil Männer im »Patriarchat« angeblich so mächtig sind (»Macker-Internationale«), dass alles ganz anders sein könnte, wenn sie denn nur wollten. Dieser Fehlschluss ist im Kern »verschwörungstheoretisch« (komplexe anonyme Effekte werden der bewussten Planung einer kleinen, mächtigen Gruppe zugeschrieben) und führt zu der Paradoxie, dass es keine weibliche Freiheit gibt, die nicht als patriarchal verschuldete Unfreiheit gedeutet werden kann, sobald sie an irgendwelche Grenzen stößt. Und darum erwarten Feministinnen auf dem Umweg über den Staat von Männern ein kompensatorisches Handeln (Quoten, Gender Budgeting, Förderprogramme, etc. pp.), dessen Charakter als Frauen *privilegierendes* Handeln unsichtbar bleibt. Weil es für Frauen *per definitionem* keine Privilegien gibt, sondern nur kompensiertes Unterdrücktsein, und analog für Männer per definitionem keine Benachteiligung und Diskriminierung.

Im Endeffekt gibt es im Feminismus keine demokratische Vermittlung widerstreitender Interessen unter Bedingungen knapper Ressourcen (das ist das, worauf Lucas Schoppe immer wieder hinweist, seit er bloggt), sondern »Fraueninteressen« sind a priori das höchste gesellschaftliche Gut, der Trumpf, der alle anderen Karten sticht. Antje Schrupp treibt das auf die Spitze: Feminismus wird ausschließlich durch das definiert, was Frauen wollen und fordern sollten, nicht durch irgendwelche äußeren Randbedingungen. Weil jegliche Einschränkung weiblicher Handlungsmöglichkeiten *per definitionem* ein Resultat »des Patriarchats« ist. In diesem Sinne wird von Feministinnen »der Mann« mit »der Gesellschaft« gleichgesetzt.

Djadmoros: Der Mythos vom Patriarchat und der Niedergang des Feminismus

2011-10-09

Männerwelten, oder: Männer sind keine Arschlöcher

Ich in einer Bar. Eine Frau ist zudringlich. Berührt mich immer wieder, obwohl ich sie aufgefordert habe, das sein zu lassen. Schließlich gebe ich entnervt auf und suche mir einen anderen Platz. Sie folgt mir und beschimpft mich als „Schlappschwanz“.

Was ist jetzt der Unterschied zwischen mir – oder irgendeinem beliebigen Mann – und jedem dahergelaufenen Sexisten?

Männer sind keine Arschlöcher. Deswegen generalisieren sie ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung nicht auf alle Frauen, kommen anders als Anne Wizorek nicht auf die Idee, Frauen in Kollektivhaft zu nehmen. Sie wissen: Es gibt sowohl unter Männern wie Frauen Arschlöcher wie anständige Menschen.

Der zweite Punkt ist: Man würde sie schlicht nicht ernstnehmen. Klagen und Jammern ist dem weiblichen Geschlecht vorbehalten. Ein Mann, der sich beschwert, eine Frau hätte ihn „unangemessen angeblickt“, würde sich nur lächerlich machen.

Nun also eine neue Medienkampagne, in der Dreck über Männern ausgekübelt wird. Durch eine Minderheit zwar, aber einer lautstarken. Und mit einer durch die Leidmedien verzerrt dargestellten Bedeutung – denn sexuelle Belästigung ist selten, wie jeder beobachten kann, der mit offenen Augen durch die Welt geht. Beispiel #Aufschrei, welcher als tausendfaches Aufbäumen gegen Belästigung gehandelt wurde. Hoffmann notierte hierzu im „Lexikon der feministischen Irrtümer“:

Erst lange nachdem die mediale Sau durchs Dorf getrieben worden war, untersuchte jemand den feministisch-journalistischen Zahlenzauber genauer: der Schriftsteller Ralf Bönt in dem von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebenen Band „Anmerkungen zur Sexismusdebatte“ in der Reihe „Aus Politik und Zeitgeschichte“: Tatsächlich, stellte Bönt fest, hatten nicht Zehntausende von Frauen über angebliche Opfer-Erfahrungen getwittert, sondern es handelte sich um Zehntausende von Tweets, also Wortmeldungen in der entstandenen Debatte, wobei einer Stichprobe zufolge „lediglich 1,5 Prozent von ihnen der Intention von Anne Wizorek entsprachen“. 27 Prozent kritisierten die feministische Position und 32,5 beanstandeten die Einseitigkeit und den hysterischen Tonfall, mit dem die Debatte geführt wurde. „Der Rest“, so Bönt, „war Spam, Werbung, Wiederholungen.“ All diese Stimmen verzeichneten Journalisten ungerührt als Opfer sexueller Belästigung. Ein ehrliches Interesse, sich näher in die Debatte einzulesen, bestand in den Redaktionsstuben offenbar kaum – sondern eher das Interesse daran, mal wieder einen „Sexskandal“ auf die Titelseiten zu bringen und sich zugleich als moralische Instanz fühlen zu dürfen.

Solche Hetzkampagnen führen zu einer gegenseitigen Entfremdung der Geschlechter. Wo Liebe herrschen sollte, herrscht Hass und Vorurteil. Den Frauen ist damit kaum geholfen. Stattdessen erleben sie, wie sich eine „Gläserne Wand“ zu ihren männlichen Kollegen aufbaut.

Was Anne Nühm dazu meint.