Männerwelten, oder: Männer sind keine Arschlöcher

Ich in einer Bar. Eine Frau ist zudringlich. Berührt mich immer wieder, obwohl ich sie aufgefordert habe, das sein zu lassen. Schließlich gebe ich entnervt auf und suche mir einen anderen Platz. Sie folgt mir und beschimpft mich als „Schlappschwanz“.

Was ist jetzt der Unterschied zwischen mir – oder irgendeinem beliebigen Mann – und jedem dahergelaufenen Sexisten?

Männer sind keine Arschlöcher. Deswegen generalisieren sie ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung nicht auf alle Frauen, kommen anders als Anne Wizorek nicht auf die Idee, Frauen in Kollektivhaft zu nehmen. Sie wissen: Es gibt sowohl unter Männern wie Frauen Arschlöcher wie anständige Menschen.

Der zweite Punkt ist: Man würde sie schlicht nicht ernstnehmen. Klagen und Jammern ist dem weiblichen Geschlecht vorbehalten. Ein Mann, der sich beschwert, eine Frau hätte ihn „unangemessen angeblickt“, würde sich nur lächerlich machen.

Nun also eine neue Medienkampagne, in der Dreck über Männern ausgekübelt wird. Durch eine Minderheit zwar, aber einer lautstarken. Und mit einer durch die Leidmedien verzerrt dargestellten Bedeutung – denn sexuelle Belästigung ist selten, wie jeder beobachten kann, der mit offenen Augen durch die Welt geht. Beispiel #Aufschrei, welcher als tausendfaches Aufbäumen gegen Belästigung gehandelt wurde. Hoffmann notierte hierzu im „Lexikon der feministischen Irrtümer“:

Erst lange nachdem die mediale Sau durchs Dorf getrieben worden war, untersuchte jemand den feministisch-journalistischen Zahlenzauber genauer: der Schriftsteller Ralf Bönt in dem von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebenen Band „Anmerkungen zur Sexismusdebatte“ in der Reihe „Aus Politik und Zeitgeschichte“: Tatsächlich, stellte Bönt fest, hatten nicht Zehntausende von Frauen über angebliche Opfer-Erfahrungen getwittert, sondern es handelte sich um Zehntausende von Tweets, also Wortmeldungen in der entstandenen Debatte, wobei einer Stichprobe zufolge „lediglich 1,5 Prozent von ihnen der Intention von Anne Wizorek entsprachen“. 27 Prozent kritisierten die feministische Position und 32,5 beanstandeten die Einseitigkeit und den hysterischen Tonfall, mit dem die Debatte geführt wurde. „Der Rest“, so Bönt, „war Spam, Werbung, Wiederholungen.“ All diese Stimmen verzeichneten Journalisten ungerührt als Opfer sexueller Belästigung. Ein ehrliches Interesse, sich näher in die Debatte einzulesen, bestand in den Redaktionsstuben offenbar kaum – sondern eher das Interesse daran, mal wieder einen „Sexskandal“ auf die Titelseiten zu bringen und sich zugleich als moralische Instanz fühlen zu dürfen.

Solche Hetzkampagnen führen zu einer gegenseitigen Entfremdung der Geschlechter. Wo Liebe herrschen sollte, herrscht Hass und Vorurteil. Den Frauen ist damit kaum geholfen. Stattdessen erleben sie, wie sich eine „Gläserne Wand“ zu ihren männlichen Kollegen aufbaut.

Was Anne Nühm dazu meint.

Ein Gedanke zu „Männerwelten, oder: Männer sind keine Arschlöcher

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