Billy Coen antwortet auf den Angriff der „Zeit“ gegen Väter

[Kontext] Jochen König fordert in der „Zeit“, Vätern, die nicht genug Elternzeit nehmen, das Sorgerecht zu entziehen.

Billy Coen:

Ja, es ist einfach nur noch ekelerregend, mit welcher Selbstverständlichkeit und Vehemenz der Anteil männlicher Sorgearbeit für die Familien permanent schlechtgeredet wird, einfach nur, weil es von Männern gemacht wird. Hätten wir eine Situation, in der der Teilzeitanteil von Männern und Frauen umgekehrt wäre, Frauen – je nach Statistik – zwei Drittel bis drei Viertel des familiären Einkommens erwirtschaften, während Männer überwiegend zu Hause wären und gleichzeitig 80 % des Einkommens ausgeben, ich denke uns allen ist klar, wie Idioten wie dieser „Journalist“ dann ebenso nur über die Männer herziehen und die armen Frauen ob ihrer unglaublichen Opfer betrauern würde.

Wer allen Ernstes denkt, Erwerbsarbeit sei im Vergleich zu Haushalt und Kinderpflege ein Zuckerschlecken oder eine geradezu erstrebenswerte Option, der ist in seinem ganzen Leben sicher noch keine Woche in Vollzeit einer echten Erwerbstätigkeit nachgegangen. Es ist schließlich kein Zufall, dass in früheren Zeiten, als die Bedingungen für Arbeiter noch weit schlechter waren in Ermangelung gesetzlicher Regelungen und sozialer Absicherungen, diese Arbeit zu fast 100 % von den Männern verrichtet wurde. Ebenso ist es kein Zufall, dass diese Männer mit Nachdruck über Organisation und Parteienbildung dafür stritten, dass ihnen über staatliche Eingriffe in die Rechte der Arbeitgeber Möglichkeiten gegeben wurden, von ihren Frauen und vor allem Kindern mal mehr zu haben, als sie lediglich am Sonntag mal nicht nur schlafend am frühen Morgen oder späten Abend anzutreffen. Und dieser Kampf ging noch weit bis in das 20. Jahrhundert hinein, als Gewerkschaften dafür stritten, den Samstag als üblichen arbeitsfreien Tag zu installieren (Slogan sehr vielsagend: Am Samstag gehört mein Papa mir!). All das geschah, weil Männer darunter litten, von ihren Familien entfremdet zu sein. Weil sie nicht mehr das Heranwachsen ihrer Kinder in wöchentlichen Eintagesetappen miterleben wollten.

Dennoch sind es nach wie vor überwiegend Männer, die einen großen Teil der Woche getrennt von ihren Frauen und Kindern verbringen, um z. B. dafür zu sorgen, dass das Kind im Hintergrund des Bildes auch weiterhin Spielsachen gekauft bekommt, mit denen es sich vergnügen kann.

Diese Denkfaulheit ist einfach unfassbar. Diese Unfähigkeit zu erkennen, dass das ach so vorbildliche „immer für die Kinder da Sein“ der „Super“-Muttis nur funktionieren kann, wenn da jemand ist, der durch viele Stunden gezwungener Abwesenheit dafür sorgt, dass auch stets das Geld in die Kassen fließt, mit dem „Super“-Mutti das „immer für die Kinder da Sein“ finanziert.

Aber was soll man auch von jemandem halten, der nicht dazu in der Lage ist, zu begreifen, dass der deutlich stärkere Erwerbseinsatz der Väter auch dazu führt, dass sich die meisten Familien gar nicht leisten könnten, dass der mal eben für sieben Monate oder länger in Elternzeit geht. Auf ein Drittel des mütterlichen Nettoeinkommens können viele Familien noch gerade so verzichten, aber bei einem Drittel des väterlichen Anteils weniger, würde es da schon weit heftiger im Getriebe knirschen.

Aber über so etwas muss man sich als aufrechter lila Pudel natürlich keine Gedanken machen. Egal, was ist, in jedem Fall sind Männer Schweine und an allem irgendwie Schuld, weil sie ja solche Schweine sind und Schweine immer an allem Schuld sein müssen. Und deshalb muss man sie eben über solche Dinge zu Maßnahmen zwingen. Ist ja für die Mamis. Dass die von diesen Maßnahmen auch nur Nachteile hätten, da muss nicht drüber nachgedacht werden. Hauptsache der Pudel fühlt sich gut, wenn er Maßnahmen verlangt, die in bester Manier totalitärer, faschistischer Regime in die Privatangelegenheiten von Millionen von Familien reinregeln sollen. Und natürlich immer mit der einseitigen Androhung und somit auch dem einseitigen Vorwurf gegen ausschließlich die Väter.

Widerliche Subjekte, solche Typen…

6 Gedanken zu „Billy Coen antwortet auf den Angriff der „Zeit“ gegen Väter

    1. uepsilonniks Autor

      Ja. Wieder mal werden Forderung danach laut, die Falschen zu bestrafen.

      Rabenväter sollten dazu angehalten werden, sich zu kümmern. Nicht als Zahl- sondern als echte Väter.

      Antwort
      1. Mario

        Sag nichts gegen Raben. Was das Elterndasein anbelangt, könnten sich so manche menschlichen Eltern mehr als nur eine Scheibe abschneiden.

        Antwort
  1. Pingback: Elternzeit, die Horrorfilm-Mechanik und der Sprungfederstuhl - die Links der Woche vom 19.6. bis 25.6. | Männer unter sich

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