Archiv für den Monat Juli 2020

Qui­ckie: Das grüne Frauenstatut

Wenn man wissen will, was man vom Frauenstatut der Grünen halten sollte, betrachte man folgende Anekdote:

Ein Maskulist nahm diesen Text her und schuf auf dieser Grundlage zwei neue, in dem er im Original „Männer und Frauen“ durch „Schwarze und Weiße“, sowie durch „Juden und Arier“ ersetzte. Die Konsequenz: Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eröffnet wegen Volksverhetzung. Erst als dem zuständigen Staatsanwalt zur Kenntnis gebracht wurde, wie die Hetze entstanden war, stellte er die Ermittlungen ein. Ein Verfahren gegen die Grünen gab es nicht.

Lucas Schoppe zu „toxischer Männlichkeit“ im Feld-und-Festung-Kontext

Lucas Schoppe:

„Leute, erklärt mir, wo ich falsch liege.“ Ich glaube ja, dass diese Verwirrung Sinn der Begrifflichkeit ist. Christian hatte hier ja schon mehrmals Texte zur „Motte-and-Bailey“(Feld-und Festung)-Strategie.https://allesevolution.wordpress.com/2018/04/14/nochmal-feld-und-festung-im-feminismus/

Ich behaupte etwas, was Menschen weiträumig beleidigt, gegen sie hetzt oder womit ich sie sogar bedrohe. Wenn ich daraufhin die erwartbare Kritik erhalte, biete ich eine viel harmlosere Interpretation meiner Behauptung an und verkünde empört und unschuldig, die bösartige Interpretation niemals auch nur für möglich gehalten zu haben.

Erst bewege ich mich also metaphorisch auf einem weiten Feld und greife dort an – und wenn ich daraufhin selbst angegriffen werde, ziehe ich mich in meine diskursive Festung zurück.

Der Begriff „toxische Männlichkeit“ ist dafür regelrecht idealtypisch geeignet. Natürlich kann er ausdrücken, dass Männlichkeit insgesamt irgendwie toxisch wäre, und das betrifft dann auch alle Männer. Das ist unterschwellig, aber deutlich eine faschistoide Bildlichkeit: Die Giftmetapher funktioniert nur, wenn wir unterschwellig einen gesunden Volkskörper voraussetzen, der dann von einer bestimmten Gruppe (Männer halt) vergiftet wird.

Wird aber das kritisiert, werden Nutzer*innen dieser Begrifflichkeit unschuldig erklären, dass es beim Begriff „Männlichkeit“ doch ganz gewiss nicht um Männer ginge (wer kommt denn auf so eine Idee?), sondern um Männlichkeitserwartungen und -konstruktionen. Und die würden ja auch, und gerade, Männern das Leben schwer machen. Die Idee, dass diese Erwartungen möglicherweise vor allem von Frauen entwickelt werden, ist mir dabei allerdings nie begegnet.

Natürlich ist das Quatsch. Ginge es beim Begriff „toxische Männlichkeit“ tatsächlich um Erwartungen, und nicht um reale Männer, dann würden die Nutzer’innen sich anders ausdrücken – sie würden z.B. von „destruktiven Männlichkeitserwartungen“ o.ä. reden.

Fazit: Wer den Begriff „toxische Männlichkeit“ ernsthaft verwendet, ist entweder zu blöd oder zu uninformiert, um zu wissen, was er bzw. sie da eigentlich sagt – oder er/sie verwendet absichtlich eine faschistoide Begrifflichkeit und stellt sich dann unschuldig. Beides lässt keine lohnende Kommunikation erwarten.

Wer hat die Wahrheit? Feministen oder Männerrechtler?

Ist es nicht ziemlich arrogant, sich einzubilden, man sei im Recht, wenn man dabei ein Position vertritt, die der Auffassung der Mehrheitsbevölkerung entgegensteht? Wenn jeden Tag auf allen Kanälen eine Wahrheit kommuniziert wird – im Radio, im Fernsehen, in der Zeitung – die der eigenen Anschauung widerspricht? Kann es sein, dass alle anderen die Geisterfahrer sind und nicht man selbst?

Um der Antwort näher zu kommen, stellt sich die Frage, ob es das überhaupt gibt. Gibt es Beispiele, in denen Einzelne richtig lagen, entgegen der Auffassung der Mehrheit und des jeweiligen Regimes?

Nun gut, die Antwort ist, wie jeder weiß: Ja.

Beispielsweise wäre da Hitlerdeutschland. Humanisten wie die Mitglieder der weißen Rose lagen entgegen dem Mainstream richtig – aus unserer aufgeklärten Sicht.

Oder religiöse Diktaturen: Wer in Saudi Arabien eine Trennung von Kirche und Staat befürwortet, hat eine Mehrheit gegen sich und er riskiert sein Leben, legt er seine Sichtweise offen. Auch der liegt richtig – gegen den Mainstream – ist doch klar!

Ist es das? Wer kann denn garantieren, dass die Nazis falschliegen? Wer kann garantieren, dass Muslime falschliegen, wenn sie im Namen ihres barmherzigen, allverzeihenden Herrn Menschen bei lebendigen Leibe verbrennen? Wer kann garantieren, dass nicht spirituelle Naturfeministen richtig liegen, denen zufolge wir alle in den Schoß der Muttergöttin zurückkehren, wo jeder Anhänger des göttinlästerlichen Patriarchats bestraft wird, da die einzig gerechte Herrschaftsform ein Matriarchat ist, in dem es keine Vater-Kind-Beziehung gibt?

Und damit sind wir beim Feminismus. Der ist nicht einverstanden. Der ist nicht einverstanden damit, dass Männer für Frauen sorgen, was dazu führt, dass Frauen mehr zu Hause bleiben, was dazu führt, dass sie weniger arbeiten, was dazu führt, dass sie weniger verdienen und seltener Chefs sind. Das wusste schon die Hohepriesterin Simone de Beauvoir, die forderte, Frauen dieses Privileg zu entziehen.

Eine ganzheitliche Betrachtung kann das Paradoxon erklären, warum Frauen, obwohl privilegiert, scheinbar schlechter beruflich aufgestellt sind; wie auch, warum Männer, obwohl benachteiligt, öfter Chefs sind.

Im Mainstream aber gilt: Die Frau ist benachteiligt, unterdrückt, Opfer. Der Männer. Diese Prämisse – „Die Frau ist unterdrückt“ – wird nicht bewiesen oder belegt, von ihr wird ausgegangen. Sie bildet die Grundlage für Geschlechterpolitik, Geschlechterforschung und Berichterstattung über die Geschlechter. So wie man in der islamischen Diktatur Saudi Arabien jeden Tag im Fernsehen sieht, dass der Islam ein Verbrechen sei, so hört man in unserer patriarchalen Diktatur jeden Tag im Radio, dass das „Patriarchat“ ein Verbrechen sei.

Indikatoren, die auf was anderes hinweisen, werden umgedeutet:

  • Jungen bleiben in der Schule zurück? Die Machos finden gute Noten uncool und wollen sich nichts von einer Lehrerin sagen lassen!
  • Jungen, Männer begehen öfter Selbstmord? Die können halt aufgrund toxischer Männlichkeit nicht um Hilfe fragen!
  • Trennungsväter werden aus dem Leben ihrer Kinder ausgelöscht? Der Herr Papa hat sich die ganze Zeit nicht gekümmert und erst nach der Trennung fällt ihm ein, dass er Kinder hat!
  • Die meisten Obdachlosen sind Männer? Das „Patriarchat“ ist auch für Männer schädlich!
  • Männer haben eine geringere Lebenserwartung, was bei jeder anderen Gruppe – z.B. Schwarzen – als Indikator struktureller Benachteiligung gewertet wird? Die leben halt so ungesund!

Und so weiter, und so fort. Ein Feminist weiß ganz genauso wie ich umgekehrt, dass er im Recht ist. Er weiß das für sich genauso wie ich für mich. Wie komme ich dazu, mir einzubilden, er läge falsch?

Menschen ändern nicht ihre Meinung. Ok: Nur selten. Jeder hängt seiner Überzeugung an, und wenn er mit dieser zuwiderlaufenden Argumenten konfrontiert wird, findet er sofort – siehe oben – ein Gegenargument. Wenn Du einem Flachweltler sagst, er müsse sich nur in ein Flugzeug setzen, um die Erdkrümmung zu sehen, sagt er dir, dass es sich hierbei um eine optische Täuschung handelt. Wenn selbst so ein Wahn geglaubt wird, wie verhält es sich dann erst bei Streitthemen, in dem die Wahrheit nicht so offensichtlich ist?

Gegenargument schlägt Argument. Solche Debatten kennen kein Ende. Aber um der Antwort auf die Frage, wer im Recht ist, näher zu kommen, kann man von den Inhalten der Diskussion wegkommen und betrachten, wie die Debatte geführt wird.

Der erste Punkt ist, dass Männerrechtler das Gespräch suchen, Feministen nicht. Maskulisten gehen auf feministisches Hoheitsgebiet und versuchen sich dort Gehör zu verschaffe – wo sie zensiert werden. Umgekehrtes findet so gut wie nicht statt. Die einzige Feministin, die sich noch regelmäßig auf der regen Plattform „Alles Evolution“ zu Wort meldet, setzt ganz auf Ignoranz – sie geht so gut wie nie auf das ein, was man ihr entgegnet. Andere Feministen, die sich vor Jahren dort noch blicken ließen, haben das wohl aus Frustration eingestellt.

Zweitens wurden führende Feministen bereits dabei erwischt, wie sie lügen und manipulieren. Damit meine ich nicht einfach nur schlechte Argumente, sondern: Lügen und Manipulationen. Ich denke, wer die Wahrheit auf seiner Seite hat, hat sowas nicht nötig. Dabei zeigen die jeweiligen Feministen Respektlosigkeit nicht nur gegenüber denjenigen, die sie verleumden, sondern auch gegenüber ihrer eigenen Anhängerschaft. Ich persönlich wäre extrem angepisst, würde ich den Paten der internationalen Männerbewegung, Warren Farrell, bei einer solchen Lüge erwischen, wenn er mich manipuliert hätte. Es heißt, dass sich die Wahrheit am Ende immer durchsetzt. Es heißt aber auch, dass die Lüge bereits um die ganze Welt gereist ist, während sich die Wahrheit noch die Schuhe anzieht. Eva Herman ist für viele Zeitgenossen vermutlich immer noch die nicht besonders helle Nazibraut. Ich persönlich wurde schon mit Diskutanten konfrontiert, die auf solche Lügen hereingefallen sind. Auch über mich heißt es beispielsweise, ich sie ein „Frauenhasser,“ womit man sich der Pflicht entledigt, sich auf meine Inhalte und Argumente einzulassen. Auch wird viel mit Strohmännern gearbeitet, wie zum Beispiel das ehemals führende Blog „Mädchenmannschaft.“ Auch hier: Wenn man nicht auf die tatsächliche Position des diskursiven Gegners eingeht, ist das ein Indikator dafür, dass man ihn nicht widerlegen kann. Die Lieblingsverleumdung der Feministen ist aber, dass Männerrechtler „rechts“ wären.

Ich sprach bereits Zensur an. Dies passiert systematisch. Gesterkamp gab die Richtlinie aus, Männerrechtler von jedem Diskurs auszugrenzen, und offenbar folgen viele dieser Politik.

Oder ein ganz aktuelles Beispiel in einer Publikation des Innenministeriums (von wegen „institutionelle Macht“):

„Was können wir [gegen Männerrechtler] tun?“ Hechler empfiehlt, die Themen ernst zu nehmen, also natürlich nicht die tatsächlichen politischen Anliegen der Männerrechtler, sondern „Sexismus und Online-Communities“. Wichtig wäre darüber hinaus, ein „De-Platforming, also Sexisten ihre Plattform zu entziehen“, „Monitoring“ (also Überwachung) zu betreiben sowie „repressiv zu handeln“, denn es handele sich um „Terrorismus“. Sich auf Diskussionen einzulassen, ergänzt die Schweizer Genderforscherin Franziska Schutzbach, sei jedenfalls nicht sinnvoll. Man habe es schließlich oft mit einem Gegenüber zu tun, der ein geschlossenes Weltbild besitze, und außerdem müsse man die eigenen Ressourcen und Energien schonen. Nur wenn man es mit einem Gesprächspartner zu tun bekommt, der lediglich „uninformiert“, aber offen dafür ist „dazuzulernen“, sei eine Diskussion vorstellbar.

Das finde ich bemerkenswert. Offenbar will man die Gefahr eindämmen, dass maskulistische Argumente auf fruchtbaren Boden fallen, dass sie überzeugend wirken. Diese Gefahr ist real. Ich selbst war Feminist und zwar ein sehr überzeugter. Die Konfrontation mit Männerrechtlern führte dazu, dass ich meine Meinung änderte. Das war heftig – ein Red-Pill-Erfahrung. „Red Pill“ ist der Titel eines Streifens einer ebenfalls ehemaligen Feministin. Sie wollte eine Dokumentation über die der Propaganda nach bösartigen Maskulisten drehen. Dabei machte sie etwas, was Feministen sonst nicht tun: Sie hörte sich an, was die Anliegen der Männerrechtler, zum Beispiel entsorgter Väter, sind. Feministen kamen bei ihr auch zu Wort, und die wirkten mit dem, was sie zu großer Not auf Seiten der Männer zu sagen hatten sehr, sehr hässlich. Die Produzentin änderte ihre Meinung. Feministen reagierten natürlich nicht inhaltlich, sondern wollten die Aufführung des Films verbieten lassen – teils erfolgreich. Vorzuschreiben, was in Kinos gezeigt werden darf, hat was mit Macht zu tun.

Auf Macht also baut die gesterkampische Strategie auf, Männerrechtler systematisch vom Diskurs auszugrenzen. Es zeigt, dass Feministen die Diskurshoheit innehaben. Denn wenn ein Maskulist dies genauso kontern würde, er würde sich nur lächerlich machen. Wer würde die Agenda, Feministen systematisch von der öffentlichen Debatte auszugrenzen, befolgen? Die Tagesschau? Die Zeit? Feministen sind an der Macht, und wer an der Macht ist, hat kein Interesse an freier Rede, Debatte, da er dadurch nur verlieren kann.

Gut, Feministen unterdrücken Maskulisten, lassen sie nicht zu Wort kommen. Ist das der Beweis, dass wir die Wahrheit auf unserer Seite haben, das also, was nach Ansicht einiger Philosophen niemals letztgültig erkannt werden kann? Nein, auch hier lässt sich ein Gegenargument finden: Maskulisten leugnen die systematische Vergewaltigung der Frau im „Patriarchat“. Und dass man so einen Holocaustleugner nicht frei sprechen lässt, versteht sich von selbst!

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Quickie: Respekt vor Sexarbeiterinnen

Sexarbeiterinnen werden oft als „Huren“, „Nutten“, „einfach zu haben“ oder „billig“ beschimpft. Besonders Letzteres lässt tief blicken, impliziert es doch, dass die „normale Frau“ sich ebenfalls verkauft, nur halt nicht so „billig“. Eine Ehe, mit der die Frau ausgesorgt hat, sollte es schon sein! Ich unterstelle natürlich nicht allen Frauen, dass dies ihr Motiv ist, Hashtag: #notAll. Aber es ist schon auffällig, dass nach der Eheschließung für Männer öfter mal das Problem „SSAM“ – Sex Stops after Marriage – auftritt. Nachdem die Frau ihren Fang gemacht hat, sie per Eheschließung Ansprüche erworben hat, stellt sie Verhaltensweisen – Sex – ein, mit denen sie sich ihren Mann „geangelt“ hatte. Der Sex war lediglich der Köder. In so einem Fall ist die teuerste Prostituierte die Ehefrau – nur dass es hier noch nicht mal mehr Sex gibt. Ich habe mehr Respekt für Sexarbeiterinnen, die nicht manipulieren, sondern mit denen man klare Verträge schließt.

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