Rassismus und Paranoia

Viele Medien kommunizieren den Schwarzen, dass sie strukturell benachteiligt seien und ihren Hass, ihre Wut auf Weiße zu Recht pflegen würden. Ihnen wird vermittelt, im Recht zu sein, wenn sie das Land anzünden.

Screenshot_2020-07-17 USA Black Lives Matter -Fans verspotten ermordete Mutter

Nehmen wir obiges: Wo findet sich Äquivalentes zu ermordeten Schwarzen? Eigentlich müsste es davon mehr als genug geben, wären die herrschenden Narrative über Rassismus und strukturellem Rassismus zutreffend. Wo sind sie, die Rassisten? In der letzten Zeit bin ich oft mit Klagen über Rassismus konfrontiert worden, wobei auffällt, dass sowas wie oben oder dem Erfahrungsbericht unten komplett fehlt. Wovon in den verschiedenen Formaten nicht die Rede ist, ist, dass Schwarze als Nigger beschimpft werden oder gleich zusammengeschlagen – von Nazis. Davon hört man nur wenig bist gar nichts, bzw. es stellt sich raus, dass es mehr rassistische Gewalt von Schwarzen gegen Weiße gibt.

Die Rede ist davon, dass man danach gefragt wird, wo man herkomme. Das sei Rassismus, da man damit nicht als Deutscher akzeptiert wird. Nur: Einen echten Rassisten interessiert deine Herkunft nicht. Er sieht deine Hautfarbe und weiß damit alles, was er wissen muss. Er will dich nicht kennenlernen. Diese beknackte Anklage heißt nichts weiter, als dass man das Denken einstellen soll, dass man keine Hautfarben sehen soll, welche zur logischen Schlussfolgerung führen, wie dass die (Ur-)Großeltern des Farbigen nicht für Hitler gekämpft haben. Dieser Vorwurf – die Frage nach den Wurzeln – ist ein Klassiker unter der schwarzen Jammerei und belegt eindrucksvoll, dass Rassismus hierzulande eben kein Problem ist – denn sonst würde man andere Geschichten erzählen. Weiter gibt es Klagen über „Blicke“ und – kein Scheiß – „Energien“, negative nämlich, die Menschen, potentielle Rassisten, aussenden. Oder einfach nur, dass die Mehrheit eine andere Hautfarbe hat, wie auch eine andere Kultur, was allein schon ausreicht sich unwohl zu fühlen, ganz ohne, dass es zu Vorfällen mit rassistischen Hintergrund gekommen ist, einfach nur, dass man einer Minderheit angehört, sonst nix.

Wie sollte man damit umgehen, einer Minderheit anzugehören? Und wie sollte man es nicht tun? homoduplex bezieht sich auf einen Schwarzen, der anführt, dass es noch immer Rassismus gebe, aber:

Was also sollte man einem schwarzen Kind besser sagen:

  1. »Systemischer Rassismus wird dich im Leben zurückhalten«, oder

  2. »Es gibt überall auf der Welt Rassismus, aber davon musst du dich nicht aufhalten lassen. Vielleicht ist mal jemand unfreundlich oder du bekommst eine Wohnung oder einen Job nicht. Aber dann findest du eine andere Wohnung oder einen anderen Job. Unterm Strich kann dich der Rassismus nicht daran hindern, ein gutes Leben zu haben. Er wird nicht verhindern, dass du Freunde findest, jemanden zum Heiraten findest und eine Familie gründest. Du kannst sogar von ihm profitieren, denn wenn du dich anstrengst und gute Leistungen bringst, bekommst du sicher einen guten Studienplatz und einen guten Job.«

Dessen unbeachtet: Das Problem ist also schon allein, dass man nicht deutsch aussieht…. Halt! Weißt Du, was das war? Das war eine Mikroaggression. Denn wenn ich einem Farbigen sage, er sieht nicht deutsch aus, dann definiere ich damit Deutsche und grenze ihn aus. Ok Sorry, aber das ist: Eine paranoide Deutung. Man interpretiert in einen harmlosen Vorfall eine Monströsität von Bedeutungen hinein, die alle darauf hinauslaufen, dass man durch eine übermächtige Struktur benachteiligt, angefeindet wird. Wenn ein Paranoiker eine unangenehme Erfahrung macht, dann ist das nicht einfach nur eine unangenehme Erfahrung, sondern dann steckt ein System dahinter, zum Beispiel die CIA, die einen gezielt sabotiert – der Vorfall wird paranoid gedeutet. Parallel: Wenn ein Schwarzer eine unangenehme Erfahrung macht, dann steckt Rassismus dahinter. Er wurde nicht unfreundlich behandelt, weil sein Gegenüber gerade einen schlechten Tag hatte oder generell unfreundlich ist, sonder weil er ein Rassist ist. Damit kann so gut wie jede Begegnung – auch eigentlich positive, siehe „Nach-Herkunft-Fragen“ – umgedeutet werden und am Ende des Tages wurde man hunderte Male rassistisch angefeindet oder ist einfach nur negativen „Energien“ ausgesetzt. Das wird auch darüber gestützt, indem die Medien allen Weißen bescheinigen, Rassisten zu sein (zumindest dort, wo ich mitlese, schätze auf den Seiten der „Jungen Freiheit“ passiert das nicht). Der schwarzer Paranoiker fühlt sich bestätigt. Damit fachen diese Institutionen den Hass an: Auf Seiten der Weißen, wenn sie sich dumm angemacht fühlen über die Anklage, und auf Seiten der Schwarzen, die in jedem Weißen einen Rassisten sehen, was auch mal in Gewalt umschlägt:

Eine der seltenen Täter-Memoiren beschreibt ein solches Verbrechen in Virginia. Der Autor, damals ein Teenager, hielt sich eines Nachmittags mit seinen Freunden an einer Ecke in seiner Nachbarschaft auf, als sie »einen weißen Jungen« sahen, »der etwa 18 oder 19 Jahre alt zu sein schien und gemütlich auf seinem Rad durch die Nachbarschaft radelte.« Einer aus der Gruppe machte die anderen auf den Jungen aufmerksam, beschimpfte ihn und merkte an, dass er verrückt sein musste, hierher zu kommen. Die Reaktion der Gruppe »kam automatisch«. Sie rannten los, rissen ihn vom Rad und schlugen ihn bewusstlos, während Autos vorbeifuhren. Sie traten gegen seinen Kopf, bis Blut aus seinem Mund kam, und versuchten, seine Genitalien zu verletzen. Der Autor berichtet, dass er sich zurückgezogen habe, als er merkte, wie schwer das Opfer verletzt war. Andere taten es ihm gleich, doch einer aus ihrer Gruppe ließ nicht ab, »als wäre er durchgedreht«, und setzte der Episode die Krone auf, indem er das Fahrrad nahm und mit aller Kraft auf das Opfer niederkrachen ließ. Der bewusstlose Junge auf dem Boden zuckte nicht einmal.

Aber Hey! Sowas wie Rassismus gegen Weiße gibt es nicht! Nur: Wo findet sich die Spiegelung? Wo die rassistische Gewalt gegen Schwarze? Wäre bei obigen Vorfall die Hautfarben getauscht, er würde die Massenmedien beherrschen. Mit anderen Worten: Bei den ganzen Berichten über Alltagsrassismus fehlen mir die Rassisten, die in Mobs auf Schwarze losgehen und die ermordete Schwarze verhöhnen, und zwar massenhaft in Form eines Shitstorms. Es gibt keinen strukturellen Rassismus. Farbige sind hierzulande bei weitem nicht dem Druck ausgesetzt wie Weiße in Südafrika. Gäbe es strukturellen Rassismus, wir hätten keine Million Migranten aufgenommen und die Medien in den USA würden einem schwarzen Mob nicht erklären, es wäre schon in Ordnung wenn sie randalieren. Der vermeintliche Rassismus – besonders in Deutschland – findet sich oft nur in dem gefühlten Unbehagen über „negative Energien“, also Paranoia, welche sich nahtlos einfügt in die Diskurse über weiße, privilegierte Männer.

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4 Gedanken zu „Rassismus und Paranoia

  1. GOI

    Sehr gut analysiert. Entspricht meiner Meinung.

    Als Beispiel für „alltägliche“ rassistische Polizeigewalt wird zur Zeit immer Oury Jalloh angeführt.
    Der ist 2005 gestorben.

    Antwort
  2. beweis

    Ich glaube, das Grundproblem entsteht noch eine Stufe höher. Dadurch, dass wir Rassismus immer stärker thematisieren, die Lupe darauf richten, wird er erst im Alltag präsent. In den Medien werden Beispiele gesucht und benannt, und jeder verhält sich dann dazu oder bildet seine Meinung. Plötzlich ist Rassismus in Deutschland omnipräsent, die Polizei durchseucht und überhaupt findet an jeder Ecke mindestens rassistische Mikroaggression statt.

    Es gibt Demos, Veranstaltungen, Untersuchungsausschüsse, obwohl sich faktisch eigentlich nichts verändert hat. Trotzdem spaltet sich die Gesellschaft in Kämpfer für die guten Schwarzen und Kritiker, für die Weiße nicht automatisch böse sind.

    Das Ganze ist in meinen Augen eine massenhysterische Veranstaltung, die keiner wirklich initiiert hat und die immer mehr aus dem Ruder läuft.

    Als seinerzeit der angebliche Rassismus der Polizei damit begründet wurde, dass Dunkelhäutige häufiger verdachtsunabhängig kontrolliert würden, habe ich mich gefragt, was damit wohl bewiesen werden soll. Denn Männer werden doch auch erheblich häufiger verdachtsunabhängig kontrolliert als Frauen, junge Menschen viel öfter als alte. Warum ist also die Kontrolle von Dunkelhäutigen diskriminierender als die von Männern oder jungen Menschen?

    Der Justice-Wahn schafft neben Gewalt, Polarisierung und gesellschaftlicher Spaltung oft auch das, gegen das er sich angeblich richtet – nämlich, dass unveränderbare menschliche Merkmale das Urteil über diese Menschen stärker prägen als deren Taten und Worte.

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  3. Emannzer

    Ich habe bei dem ganzen Thema immer wieder das Gefühl, dass die Nähe zum Feminismus in wesentlich brutalerer Auswirkung überdeutlich zu erkennen ist:

    Sich als Opfer zu inszenieren und dabei mit aller Macht alles um sich herum kurz und klein hauen! Die Parallelen sind da und werden, wie du schön dargelegt hast, munter durch die Medien auch noch befeuert – auf dass beide Blasen niemals platzen mögen.

    Ekelhaft im Grunde.

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  4. Renton

    „Die Rede ist davon, dass man danach gefragt wird, wo man herkomme. Das sei Rassismus.“

    Völlig bescheuert, und tatsächlich in manchen Kreisen normal. Man muss sich nur mal die letzte „Die Anstalt“-Folge zum Thema Rassismus anschauen. Schon die Höflichkeit, bei einem ungewöhnlichen Namen nachzufragen, ob man ihn korrekt ausspricht, gilt da als Rassismus.

    „Was also sollte man einem schwarzen Kind besser sagen:…“

    Ich habe jugendliche Flüchtlinge unterrichtet (und tue es noch) und empfehle ihnen immer, an ihrer Aussprache zu arbeiten. Wenn ich ihnen erkläre, Menschen, die Fremde nicht leiden können, gibt es überall auf der Welt, übrigens auch dort, wo sie herkommen, und deshalb sei es besser, möglichst nicht schon durch seinen Akzent fremd zu erscheinen, ernte ich immer nur verständiges Nicken, ob im Gruppen- oder Einzelgespräch. Mein Votum und meine Tat fällt daher klar für Option 2 aus.

    Antwort

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