Lieber Moslem, eine Frage wegen einer Sache

Die gläubigen Diener Allahs gehen in Gärten ein, durch die Bäche fließen, die ungläubigen Frevler hingegen werden auf ewig im Höllenfeuer brennen – Wahrlich: Allah ist der Barmherzige, der Allverzeihende, der Allweise.

Ok, Spaß beiseite… äh nee, ist ja gar kein Spaß, das ist ganz genauso todernst gemeint. Hierzu ergibt sich aber eine Frage für mich: Warum? Warum hat ein allmächtiges Wesen, erhaben und gewaltig, es nötig, von sterblichen Würmern angebetet zu werden? Was kümmert es mich, was die Ameise von mir hält?

Das ist nämlich extrem fragwürdig. Sicher, es steht in der heiligen Schrift, im Koran in endlosen Wiederholungen, es wird aber nicht erklärt warum, und es ergibt auch schlicht keinen Sinn.

Also: Warum?

5 Gedanken zu „Lieber Moslem, eine Frage wegen einer Sache

  1. Zadyr

    Geht man davon aus, dass durch Anbetung eine Art spirituelle Energie freigesetzt wird, die hypothetische Gottheiten als Macht-Resource verwenden können (wie auch immer) wäre es für Götter an sich wichtig möglichst viele Anhänger zu akquirieren, um besagte Energie anzusammeln. Das spirituelle Superwesen mit der meisten Spirituellen Energie gewinnt!

    Das würde natürlich nur Sinn machen, wenn man davon ausgeht, dass es mehrere solcher Superwesen gibt und diese tatsächlich in Konkurrenz zueinander stehen. Aber so könnt ich mir erklären, warum es für solche allmächtigen Gestalten wichtig sein könnte, dass Menschen an sie glauben.

    In der Serie Supernatural hat man den Gedanken mal aufgegriffen. Da gab es neben „GOTT“ alle möglichen alten Götter (z.B. Odin), welche wesentlich schwächer waren als der christliche Gott, weil diese nicht mehr die entsprechende Anhängerschaft hatten.

    Ein amüsanter Gedanke, realistisch ist dieses Szenario deswegen aber immer noch nicht 😉
    Für realistischer halte ich eher, das Menschen gerne Recht haben und das auch besonders bei ihren imaginären Superfreunden gilt.
    Aber wer bin ich, dass ich beim Thema Religion mit Realismus kommen will…

    Antwort
    1. uepsilonniks Autor

      Ja, das Konzept kenn ich. Aber wenn Du das auf Allah anwendest, begehst Du Blasphemie (sagt man das auch bei den Muslimen oder gilt das nur für den Christengott?)

      Antwort
  2. RW

    Die Frage habe ich mal einem Fundichristen gestellt, der trotz seines Fundamentalismus mir höflich geantwortet hat. Da ich denke daß man von einem höflichen Muslim eine ähnliche Antwort bekommen könnte, versuche ich mal zu rekonstruieren wie ich es verstanden habe:

    Es ist nicht Gott oder Allah der das anbeten notwendig hat, sondern es ist der Mensch der es notwendig hat. Der Himmel ist nunmal 100% perfekt und rein, weil da eben das perfekte Wesen drüber herrscht, da kann nichts imperfektes und schmutziges rein. Weil der Mensch nunmal starrsinnig ist muss man es ihm immer und immer wieder sagen daß er klein und schmutzig ist, und deshalb immer und immer wieder Abbitte für seine Verderbtheit leisten muss, damit er sich selbst ‚reinigt‘. Wer es nicht tut darf sich dann nicht wundern wenn der Himmel verschlossen bleibt, da ist nicht Gott dran schuld, sondern derjenige selbst. Gott wollte ja daß er reinkommt, aber der Ungläubige hat es vermasselt, so ähnlich wie jemand der mit abgerissenen Klamotten nicht in einen vornehmen Club reinkommt.

    Also die alte Litanei von der Erbsünde. Was man als aufgeklärter Atheist auch ganz anders interpretieren kann, nämlich als Machtausübung ganz weltlicher Autoritäten durch Einpflanzung von Schuldgefühlen.

    Das ist die Stelle an der man auch gleich den Bogen zu intersektionalem Feminismus und „Critical Race Theory“ schlagen kann, und warum diese Bewegungen nicht unkorrekterweise als sektenartige Pseudoreligionen bezeichnet werden.

    Antwort
    1. uepsilonniks Autor

      Warum muss es dann gleich die Hölle sein, wenn man nicht in den Himmel reinkommt?

      Warum leitet Allah arme Schweine irre, versiegelt ihnen Ohren und Seelen, so dass sie die göttliche Wahrheit, übersandt vom Propheten gar nicht zur Kenntnis nehmen können?

      Und ist „Anbeten“ der einzige Weg, wie man seine Beschmutzung loswird? Warum nicht intensiv Buddhismus praktizieren? Die leiten einen auch an, die eigenen Fehler zu überwinden. Oder wenn man aus ethischen Gründen ein besserer Mensch werden will.

      Antwort

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