Billy Coen über Probleme von Männern, die sich als Gewaltopfer Hilfe suchen wollen

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Offen gestanden weiß ich gar nicht, wie signifikant sich die beständige „Partnerschaftsgewalt ist Männergewalt“-Propaganda direkt auf die einzeln gewaltbetroffenen Männer auswirkt. Ich sehe das Hauptproblem eher bei denen, die sich eigentlich dieser Menschen annehmen müssten, denen von feministisch-bösartiger Schwätzerei die Wahrnehmungsfähigkeit vernebelt worden ist.

Diese Hirnwäsche führt dazu, dass Männer schon am Telefon merken, wie sich dort gerade am anderen Ende der Leitung ein Polizist bei der Aufnahme des Notrufes amüsiert. Sie führt dazu, dass ein Mann, selbst wenn er mit Hämatomen übersät ist oder gar aus offenen Wunden blutet, erlebt, wie sich beim Eintreffen der gerufenen Streife der männliche Polizist mit unverkennbarer Argwohn mit ihm auseinandersetzt, während er aus einem Nebenzimmer vernimmt, wie zeitgleich die Polizistin in mitfühlendem, tröstendem Ton mit der Frau spricht. Da bleiben wenig Fragen offen, welch kafkaeske Wendung die Sache da gerade für ihn zu nehmen beginnt.

Das führt dazu, dass sich Gewalthilfehotlines grundsätzlich nur für Frauen zuständig fühlen und völlig überfordert sind, wenn sich ein Mann an sie wendet. Das führt dazu, dass diese dann dem Anfragenden „netterweise“ Kontaktdaten zu einer anderen Hotline geben, welche sich rasch als eine Anlaufstelle für Leute entpuppt, die lernen wollen, ihre Aggressionen gewaltfrei zu überwinden.

Das alles sind Dinge, die man immer wieder hört und liest, wenn von Partnerschaftsgewalt betroffene Männer über ihre Erlebnisse berichten. Dass sich in solch einem gesellschaftlichen Klima kaum einer traut, mal den Kopf rauszustrecken, auf die überaus realistische Gefahr hin, am Ende selber als Täter gebrandmarkt zu werden, ist wenig überraschend.

Es ist schon fast ein Wunder, dass es überhaupt etwa ein fünftel Männer unter den statistisch geführten Anzeigestellern gibt. Man beachte, wie sich die Sache auf der anderen Seite darstellt: eine Frau, die noch nie mit unterschiedlichsten Gewaltschutzangeboten – natürlich exklusiv für Frauen – in Begegnung gekommen ist, die muss ihr Leben mit zugenähten Augen und Ohren voller Wachs in einem Erdloch verbracht haben. Die Werbung für derlei Angebote ist regelrecht omnipräsent. Hinzu kommt noch, dass diese Angebote nicht nur nachweislich oft missbraucht werden, sondern dass den Anbietern dieser Missbrauch gleichermaßen bewusst wie willkommen ist, weil letztlich egal ist, ob Missbrauch oder nicht, es geht darum Zahlen zu generieren, die bequemerweise nie nach dieser Kategorie differenzieren, um auf dieser Basis regelmäßig erhöhte Budgets zu erhalten. Dieser Missbrauch wird ja auch gleichzeitig noch von Beratern aus anderen Gebieten teils unmissverständlich nahegelegt, wenn z. B. eine Frau im Zuge einer Trennung mit Kind mal eben den Tipp bekommt, doch einfach mal mit dem Kind in ein Frauenhaus zu „flüchten“. Auch das ist den Verantwortlichen in den Einrichtungen vollends bewusst und wird von ihnen toleriert, wenn nicht gar begrüßt, denn es „hilft ja der Sache“.

Wir haben also auf der Seite der Männer einen zähen Kampf gegen gesellschaftliche Tabus (Frau als Täter) und widerliche zynische bis menschenverachtende Aktivistinnen, die jeden Versuch, gegen diese Tabus anzugehen, verbiestert in der Luft zerreißen, schon alleine weil sie es nicht ertragen können, auch nur hypothetisch zur Verfügung stehendes Geld auch für männliche Gewaltopfer eingesetzt zu sehen.

Und auf der anderen Seite haben wir eine regelrechte Industrie mit all ihren Begleiterscheinungen (Lobbyismus, Nepotismus, Korruption), die aktiv bemüht ist, Zahlen über Zahlen zu generieren.

Erfreulich auf jeden Fall, dass sich die Anzeichen mehren, dass der eiserne Vorhang vor diesem Thema so langsam Rostlöcher zu entwickeln beginnt. Vielleicht ist auch er dann irgendwann so von diesen durchfressen, dass er vollständig in sich zusammenbricht.

2 Gedanken zu „Billy Coen über Probleme von Männern, die sich als Gewaltopfer Hilfe suchen wollen

  1. fckafd

    „Das führt dazu, dass diese dann dem Anfragenden „netterweise“ Kontaktdaten zu einer anderen Hotline geben, welche sich rasch als eine Anlaufstelle für Leute entpuppt, die lernen wollen, ihre Aggressionen gewaltfrei zu überwinden.“

    In meiner Jugend litt ich an Depressionen. Meine Mutter gab mir dann die Nummer eines Männernotrufs. Als ich dort anrief war sofort zu bemerken, dass die Frau am anderen Ende der Leitung mich hasste. Jedenfalls fragte sie mich, ob ich Frauen geschlagen habe. Auf mein irritiertes „Nein“ fragte sie, ob ich entsprechende Phantasien/Absichten hätte. Naja, wie auch immer: Hilfe erhielt ich dort nicht.

    Antwort
    1. Mario

      Vermutlich ist der Männer-Notruf dazu gedacht, dich als Mann davon abzuhalten, Gewalt gegen Frauen auszuüben. Dabei sollst und darfst du dir dann Hilfe suchen.
      Selbstverständlich kommt niemand auf die Idee, dass man als Mann auch mal Opfer weiblicher Gewalt sein könnte.

      Mich erinnert das an meine Wartezeit bei einem katholischen Frauenverband. Dort gibt es eine Schuldnerberatungsstelle, zu der ich mal eine Freundin begleitet hatte.
      Mit rein durfte ich nicht (aus Datenschutzgründen?), also wartete ich draußen auf dem Flur und hatte so Gelegenheit, mal ein paar Broschüren unter die Lupe zu nehmen.
      Ganz erfreut entdeckte ich auch eine, die sich an von Gewalt betroffene Jungen und Männer wendet.
      Versteht sich fast von selbst, dass natürlich Gewalt von Jungen und Männern gegen Mädchen und Frauen thematisiert wurde, wobei Jungen/Männer sich helfen lassen konnten, sich bzw. ihr gewalttätiges Verhalten zu ändern bzw. zu beenden.
      Janee, is klar…

      Antwort

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