Crumar über das neue Verständnis von Rassismus und Unterdrückung

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

(…)

„Unterdrückung“ ist inzwischen das hyperbole Standardwort geworden – man ist nicht einfach benachteiligt oder diskriminiert, sondern „oppressed“ und das muss nicht nachgewiesen werden, sondern wird einfach aus der „Theorie“ abgeleitet.

Dieses Konzept hat nichts mehr mit dem ursprünglichen „Class, Race, Gender“ zu tun, in dem sich in einer kapitalistischen Gesellschaft Mehrfach-Benachteiligungen nach Klasse, Geschlecht und Hautfarbe ergeben (können).
Sondern die Klasse, auch die sozioökonomische Position des Individuums spielt gar keine Rolle mehr, alles wird wird aus einer eindimensionalen Perspektive der „Rasse“ gesehen.

Und zwar einer sehr speziellen.
Unterstellt wird, a. alle „Weißen“ hätte eine über die Sozialisation erzeugte Gruppenidentität, die es ihnen b. ermöglicht, gemeinsam ein System weißer Vorherrschaft (White Supremacy) aufrecht zu erhalten, um c. aus diesem ihre weißen Privilegien (White Privilege) zu beziehen.

Demzufolge sind zwangsläufig alle (!!!) „Weißen“ Rassisten, vorzugsweise die gebildeten Progressiven, welche leugnen rassistisch zu sein.
Wer sich bspw. Martin Luther King zu Herzen genommen hat, ist ein besonders gefährlicher Rassist, denn er leugnet seinen Rassismus und seine Verstrickung in die weiße Vorherrschaft.
Es kann umgekehrt keinen Rassismus gegen „Weiße“ geben, weil nur „Weiße“ die Macht in diesem System haben.

Aus dieser Ideologie lässt sich zwanglos ableiten, dass es Armut von „Weißen“ gar nicht geben kann, denn trotz ihrer sozioökonomischen Stellung in der Gesellschaft sind sie als „Weiße“ privilegiert. Die reine Unterstellung reicht bereits, ein Beweis muss gar nicht mehr erbracht werden.
Andererseits reicht die gefühlte Unterdrückung bereits aus, um tatsächlich unterdrückt zu sein (Feminismus sei Dank!).

Wie praktisch, dass diese „Weißen“ die Mehrheit der Armen in den USA stellen. Falls man sich fragt, warum eine solch „revolutionäre“ Bewegung so großzügig von Milliardären und deren Stiftungen (Ford, Soros) unterstützt wird – nun ja, eine nützliche „Theorie“.

Es ist dadurch möglich, selektiv Gruppen die Unterstützung und das Mitleid in ihrer realen Situation von Armut und Verzweiflung zu entziehen. Wer sich mit der falschen Hautfarbe und dem falschen Geschlecht in einer solchen Situation befindet, den kann man ruhig noch treten.

Es ergibt sich ebenfalls ein sehr spezieller Blick auf den Globus und die Geschichte, in dem alle Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnisse ausgeblendet werden, die dieser einzigartigen Sichtweise nicht entsprechen.

Die Sklaverei in arabischen Staaten kann es gar nicht gegeben haben und geben, das Osmanische Reich und die Barbareskenstaaten, die Sklaven handelnden afrikanischen Herrscher und Stämme werden ignoriert.
Auch die sprachliche Herkunft > „slave“ = Slawe.
Hat der Unterdrücker die falsche Hautfarbe, die falsche Religion, das falsche Geschlecht, dann wird man keinen Protest vernehmen können.

Was sich aus einem weiteren Aspekt der „Theorie“ ergibt, wonach es sich bei universellen Prinzipien um solche handelt, die von „Weißen“ erfunden worden sind und selbstredend nur „Weißen“ nutzen.
D.h. in diesem Raster ist die durch und durch ideologische Wahrnehmung der Realität kein bug, es ist das feature.

Es ergibt sich aus einer Institutionalisierung dieser „Theorie“ zwangsläufig ein riesiger Bedarf an Geschichtsfälschung und Leugnung der empirischen Realität und natürlich wirkt sie spaltend in der Bevölkerung. Deshalb wird sie seitens des „progressiven Neoliberalismus“ so hofiert.

Was das aus Individuen macht, wie sie zugerichtet, dressiert werden und sich selber zurichten, dafür ist das Video ein Beispiel aus dem Lehrbuch.
Tauscht einfach spaßeshalber „Weiße“ durch „Juden“ aus und stellt euch eine Befragung durch den „Stürmer“ im Jahr 1933 vor: „Wo sänd de Joden aigentlich öberlägen?“ Und dä Arrrier gäben eine Antwort!

2 Gedanken zu „Crumar über das neue Verständnis von Rassismus und Unterdrückung

  1. Emannzer

    Sorry – aber mir ist dieser „wertvolle Kommentar“ viel zu monokausal und betrachtet (aus dem Kontext gerissen) sehr einseitig eine Kausalkette, die so ein wenig mehr als nur sehr konstruiert wirkt.

    Wo sind die Pendants und warum werden hier immer wieder Kommentare aus dem Kontext gerissen und lapidar mit einem Link zum Original gezeigt. Ist es zuviel verlangt, @uepsilonniks, mal zu erläutern, warum du den Beitrag z.B. von Crumar als so wertvoll im Kontext der Diskussion erachtest – und dabei den inhaltlichen Zusammenhang des Kommentars/Beitrags zu erläutern?

    So, aus dem Zusammenhang gerissen, wirkt es einfach nicht „wertvoll“ – warum auch, kenne ich doch nicht den Hintergrund des Kommentierten?! Ist nur mal eine Anregung, mehr nicht, Aber so machen zitierte Meinungen aus meiner Sicht keinen Sinn. Ist aber nur meine Meinung – und natürlich dein eigenes Blog.

    Antwort
    1. uepsilonniks Autor

      Danke für das Feedback. Der Kommentar steht für sich, unabhängig vom Kontext, aus dem heraus er ursprünglich entstanden ist. Hier in dem Fall zur Thematik Rassismus bzw. der neuen Bedeutung von Rassismus im Kontext der woken.

      Antwort

Kommentar verfassen:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s