Sind Frauen für Führungspositionen ungeeignet?

Eine Bekannte überraschte mich mal mit der Aussage, dass Frauen nicht geeignet wären für verantwortungsvolle Positionen, da sie dazu viel zu emotional seien. Ich widersprach und sagte, dass Frauen genauso wie Männer Chefs werden sollen und mit „genauso“ meinte ich: Ohne Quoten.

Das ist meine Position auch heute noch. Jetzt bin ich aber über diesen Artikel gestolpert, in dem eine Autorin über den seelischen Zustand einer Frau, die ihre Tage hat, folgendes schreibt:

Viele von uns würden einiges dafür geben, diese eine Woche im Monat überspringen zu können. Nicht mit permanenten Stimmungsschwankungen zu leben, die unsere Laune von einem Extrem ins nächste stürzen. Mal leiden wir unter leicht depressiver Stimmung, gepaart mit einem miesen Selbstwertgefühl, gelegentlichen Heulkrämpfen und Angstzuständen. Mal sind wir aggressiv und angriffslustig. Alles ist möglich, vieles unerträglich. Vor allem, für uns selbst.

Ok, wenn das so krass ist, dann müsste man eigentlich Frauen von Führungspositionen fernhalten, oder wäre es zu begrüßen, wenn so eine den Finger auf einem roten Knopf hätte, egal, was man damit zündet? Dass Frauen in so einer Phase Sklavinnen ihrer Hormone seien, wurde von Feministinnen bereits zur Verteidigung von Straftäterinnen, Mörderinnen angeführt: Da unzurechnungsfähig, seien sie schuldunfähig, also dürfte man sie nicht verurteilen. Dass man dieselbe Argumentation nutzen könnte, um eine Gläserne Decke – diesmal eine echte – für Frauen zu ziehen, so war das wahrscheinlich nicht gedacht.

Mich persönlich bringt das ganz schön in die Bredouille, denn was ich meiner Bekannter gesagt habe meine ich tatsächlich so: Frauen sollen ganz wie Männer die Möglichkeit haben, Karriere zu machen, Verantwortung zu tragen. Wenn sie aber – auch noch wissenschaftlich gestützt – einmal im Monat für eine Woche für unzurechnungsfähig erklärt werden müssen, ergibt sich die zwingende Konsequenz, dass man sie von Verantwortung fernzuhalten hat – eine Konsequenz, die ich nicht ziehen will. Aber was, wenn solche Frauen ganze Staaten zerstören? Als ein letzter Strohhalm bleibt da noch, dass Frauen unterschiedlich sind. Manche sind stärker, andere weniger stark von ihrer Periode betroffen. Und wenn eine einmal im Monat austickt, wird sie als führungsuntauglich auch nicht weiter aufsteigen in Folge einer Art natürlichen Auslese unter Führungskräften.

6 Gedanken zu „Sind Frauen für Führungspositionen ungeeignet?

  1. beweis

    Mir ist schon öfter die These begegnet, dass Frauen mehr Schmerz aushalten würden, allein schon wegen der Geburt.
    Ich empfahl dann, in desolaten Unternehmen, in denen viele Mitarbeiter gekündigt werden müssen, Frauen als Personalchefinnen für die Abwicklungsgespräche einzusetzen. Die schmerzt das nicht so, wenn sie Familien kurzerhand die Lebensgrundlage nehmen. Wie schmerzbefreit sie oft sind, merkt man auch gut am Gender Empathy Gap.
    Die Behauptung sollte daher lauten, dass Frauen nicht primär emotional, sondern eher wechselhaft und launisch seien, wenn sich ihre hormonellen Zyklen nach außen zeigen.

    Aber du hast schon recht: Zyklisch launischen Frauen eine Armee zu unterstellen, in der ihresgleichen nicht mal selbst kämpfen müssen, ist grob fahrlässig.
    So entstand vielleicht gar das Patriarchat in den Köpfen. Männer müssen die Welt oft vor den zyklischen weiblichen Launen bewahren, von denen viele Frauen nach Eintritt der Periode für ein paar Wochen nichts mehr wissen wollen. Wenn die dann aber in ihrer launischen Wut mal eben einen Krieg begonnen haben, ist halt alles pulverisiert.

    Leider wissen viele Männer gar nicht mehr, was sie eigentlich für eine Verantwortung haben.

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  2. elmardiederichs

    „Das ist meine Position auch heute noch.“

    Ich sehe die biologische Konstitution der Frauen überhaupt nicht als Problem. Stattdessen ist meine Vermutung, daß Frauen aufgrund ihrer sozialen Privilegien infolge des Fehlens von Versagenserfahrungen sehr viel weniger Chancen haben, sich zu verantwortungsbewußten, charakterstarken und moralisch zuverlässigen Menschen zu entwickeln. Im Vergleich dazu ist das Leben der Männer deutlich härter und es scheitern auch im Verhältnis mehr Männer an der entsprechenden Aufgabe, aber diejenigen, die es schaffen, sind wahre Perlen – welche unter den Frauen fast nie anzutreffen sind. Und dafür mache ich nicht die Existenz von weiblichen Privilegien generell verantwortlich, sondern deren inhaltliche Ausgestaltung.

    Am Beispiel von PMS: Eine Frau sollte irgendwann gelernt haben, trotz PMS ein zuverlässiger und vernünftiger Sozialpartner zu sein – was wir empirisch aber nicht beobachten.

    Es ist ein großes Versäumnis der Männerbewegung, daß die sozialen Privilegien der Frauen und ihre Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung nie untersucht und nie eine maskulistische Theorie der Geschlechterrollen entwickelt wurde. Wäre das erfolgt, hätte unsere Bewegung sicher großen Zulauf, da wir eine enorme Aufklärung leisten würden, welche den betroffenen Männern auch Möglichkeiten an die Hand geben würden, etwas in ihrem privaten Leben zu verändern.

    Da es eine empirische Tatsache ist, daß dieser Zulauf fehlt, ist der Schluß unausweichllich, daß der unbelichtete Biologismus, der als Surrogat für eine Geschlechterrollentheorie verwendet wird, den Männern im Alltag schlicht nicht weiterhilft. Und ich persönlich sehe keinen Grund, fortzusetzen, was nicht mal im statistischen Mittel funktioniert.

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  3. apokolokynthose

    Manche Frauen sind halt besser für Führungspositionen geeignet als andere. Wie bei Männern auch.

    Außerdem, wenn eine Frau was unterschreibt, und sie den Vertrag im nachhinein für ungültig erklären kann, ist das doch ein Vorteil für ihre Firma, oder?

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  4. Renton

    Ein paar Gedanken meinerseits.
    1. Wir sind alle Sklaven unserer Hormone, bei Frauen fällt es nur mehr auf, weil ihr Hormonspiegel größeren Schwankungen unterworfen ist.
    2. Jeder hat mal einen schlechten Tag oder mehrere hintereinander.
    3. Gerade weil das bei Frauen regelmäßig auftritt, sollten sie Experten darin sein, damit umzugehen.
    4. Wenn man Frauen nicht mit Quoten oder dergleichen fördert, werden diejenigen Frauen, denen ein professioneller Umgang mit ihren (schlechten) Tagen abgeht, von der angesprochenen „natürlichen“ Auslese auf dem Weg zu einer Führungsposition ausgesiebt, und alles ist paletti.
    5. Obwohl die Idee, dass Frauen während ihrer Tage unzurechnungsfähig seien, tatsächlich einmal wirkmächtig war (vor Gerichten irgendwo im angelsächsischen Raum Mitte des letzten Jahrhunderts, glaube ich), ist sie so hirnrissig, dass man sie am besten einfach ignoriert. Auch so mancher Schalke-Fan befindet sich angesichts des Derbyergebnisses vor ein paar Stunden und der seit einem Jahr andauernden Schalker, *räusper*, FormKrise, *hüstel*, (Dauerform! Ein Bundesligasieg in zwölf Monaten :-) Ahahaha :-P ) sicherlich in einem emotionalen Ausnahmezustand, aber das taugt nicht als Rechtfertigung für irgendetwas außer bloß eben seiner schlechten Laune. Man sollte Frauen genau so ernst nehmen wie Schalke-Fans. (Also sie halbwegs sanft auf die bald anstehende Zeit in der zweiten Liga vorbereiten *rofl*; sorry, Lockdown macht albern :-) aber es ist zu amüsant – für mich zumindest ;-) )

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  5. Gendern, bis der Arzt kommt

    Man kann’s auch so rum sagen: Frauen sind von Natur aus weniger abgrenzungsfähig, rustikal und aggressiv – und von daher schon weniger geeignet für Führungspositionen.

    Wobei es weniger um Eignung als um Präferenzen geht. Frauen wollen halt auch weniger führen. Es entspricht nicht so sehr ihrem Wesen.

    Und die Menstruation ist ein zusätzlicher Rucksack.

    Gleichberechtigung bedeutet, daß wir juristisch und mental Frauen in Führungspositionen akzeptieren.

    Gleichstellung bedeutet, die (eventuell vorhandenen) natürlichen Geschlechtsunterschiede prinzipiell zu leugnen und sich anzumaßen zu wissen, wieviel Prozent Frauen in bestimmten, sehr selektiv ausgewählten Bereichen vorhanden sein müssen, damit „Gleichberechtigung“ erreicht ist.

    Wer Frauen in Führungspositionen haben will, weil da angeblich ein Mangel bestehe, hat das Konzept der Gleichberechtigung einfach nicht verstanden. Es ist ja sowieso immer wieder schockierend, wenn man Medien wie den „Spiegel“ liest oder den Deutschlandfunk hört, wie unglaublich feministisch verpeilt die Leute dort sind.

    Die haben noch nie den Begriff der Gleichstellung kritisch hinterfragt. Das ist alles intellektuell so unterirdisch, daß mir die DDR in immer besserem Licht erscheint. Man hält ja auch kaum für möglich, was mittlerweile alles an den Universitäten möglich ist. Siehe aktuell diese promiske Evolutionsbiologin oder diese Afropolitologin. Was die erzählen, ist nichts weiter als Spekulation, Phantasie, Ideologie etc.

    Mit Wissenschaft hat das nicht das geringste zu tun. Und ich meine, vor 20 Jahren war die Universität noch nicht so kaputt und degeneriert. Wenngleich das alles damals schon seinen Anfang nahm.

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  6. Emannzer

    Ich habe genug von diesen Frauen hinter mir, die während ihrer Tage nicht nur etwas Hämoglobin verloren haben. Ob sie deswegen unzurechnungsfähig waren, möchte und kann ich nicht bewerten, denn danach kommt ja noch das Klimakterium bzw. die Wechseljahre, wo sie auch nicht unbedingt leidlicher werden.

    Wie auch immer: Ein Geschlecht, dass es nicht in den Griff bekommt, den eigenen Zyklus kontrolliert in den Griff zu bekommen, sondern sich *mimimi*sonierend hinter Hormonschwankungen versteckt und als Opfer fühlt, hat in meinen Augen bis heute kein Recht von Männern als „Fehlgriff der Natur“ zu schwadronieren bzw. heulsusig in der Ecke zu hocken und ihre Zickigkeit auf „molekulare Unebenheiten“ zu schieben. Das hier, das scheint ja nicht zu helfen:

    Und „Emotionsflexibilität“ ist auch keine Ausrede, sondern ein Schönreden von Zickigkeit (im Minimum)

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