Empfehlung: Prinzessin Mononoke

Prinzessin Mononoke ist ein wunderbarer Fantasyfilm, der mich berührt hat. Er verhandelt, ob Mensch und Natur in Frieden zusammenleben können. Die Darstellung von Geistern, Tieren und Waldgottheiten ist einfach märchenhaft gelungen, ein opulentes Filmerlebnis mit einem ernsten Anliegen.

Zu Beginn wird die Hauptfigur Prinz Ashitaka von einem tödlichen Fluch getroffen, woraufhin er sich aufmacht, Heilung zu suchen bei einem Waldgott, der Leben schenken kann. Dabei trifft er auf Menschen, die eine Eisenhütte (Symbol für die Industrialisierung) betreiben und Krieg führen gegen die Geister und Waldgottheiten, deren Heimat sie abholzen. Als Zuschauer ist man dabei ganz auf der Seite der Natur. Es stimmt einen traurig, wie Tiere und Geister hingeschlachtet werden. Man kann aber die Menschen unter ihrer Anführerin Eboshi nicht einfach als „böse“ abtun, ihrer Interessen sind nachvollziehbar, der Film macht es einem also nicht zu leicht. Ashitaka ist nicht daran gelegen, einfach einer Partei zum Sieg zu verhelfen, sondern sucht einen friedlichen Ausweg aus dem Konflikt.

Während man in der Klimadebatte Männer anfeindet, steht hier eine rundum gelungene Männerfigur mitten im Krieg zwischen Natur und Mensch. Der Film ist also geeignet, Kindern auf männerfreundliche Weise das Anliegen des Naturschutzes nahezubringen, ohne in simple Gut-Böse-Muster abzugleiten.

2 Gedanken zu „Empfehlung: Prinzessin Mononoke

  1. B E A N

    Hochinteressant ist hierbei auch, dass die Natur nicht einfach nur als unschuldig-gut dargestellt wird, sondern durchaus ihre Zähnen und Klauen zu mehr als nur der Selbstverteidigung einsetzt. San (die „Prinzessin Mononoke“) beispielsweise hat ein klares Rachemotiv, und ihre wölfische „Mutter“ Moro macht Ashitaka ganz eindeutig klar, dass er als Mensch für sie Beute ist und keineswegs jemand, mit dem man friedlich zusammenleben kann.

    Der Film macht es einem wirklich schwierig, in einfachem Gut-Böse-Schema zu denken und versetzt den Zuschauer eher in Ashitakas Lage – zwei verfeindete Parteien zum Frieden zu leiten als höchstes Ziel. Definitiv einer der ganz großen Miyazakis.

    Antwort

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