Tatort: Borowski und die Angst der weißen Männer

So, dann werde ich mir mal den Tatort ansehen, der Antifeministen, PickUp-Artists und Incels ins Visier nimmt. Schon der Titel: „Die Angst der weißen Männer“ ist richtig leckerschmecker. Meinen Kommentar zur Angst der Männer vor empauerten Frauen habe ich hier aufgeschrieben.

Ich werde nur ein paar lose Anmerkungen raushauen parallel zum Filmgeschehen.

Vorher:

Was sind Incels? Nach dem Mainstream sind das gefährliche Frauenhasser, die Frauen deswegen hassen, da sie die Incels nicht – überspitzt ausgedrückt – heiraten wollen. Incels würden sich einbilden, sie hätten ein Recht auf Frauen, das ihnen vorenthalten würde. Daher der Hass.

Mann kann aber auch anders mit diesen tief unglücklichen Jungs umgehen.

Zum Beispiel so:

If you want to know why young men are broken, ask them.

oder so:

„Was sollten wir mit den gefährlichen Incels tun? Vielleicht ihnen helfen“

Was sind PickUp-Artists? Dass sind Männer, die gerne Frauen kennenlernen wollen, gute Frauen, und die sich dafür soziale Kompetenzen aneignen. PuAs werden gehasst, da sie sich eine Souveränität darüber bewahren, mit wem sie sich einlassen. Ein PuA lässt sich von einer Frau nicht schlecht behandeln, er sucht sich einfach eine Neue, während sich der durchschnittliche Mann alles gefallen lässt.

Ich wage eine Vorhersage zum Film, lehne mich aus dem Fenster. Der Film wird zeigen dass: PickUp-Artists, Incels sind mindestens rechts(1), wenn nicht Nazis(2); fürchten um ihre Privilegien(3), (die darauf zurückzuführen sind, dass sie ihr ganzes Leben lang hart arbeiten, was aber unterschlagen wird(4)), also diese Privilegien durch Männerbündelei erhalten(5), wobei aber immer mehr Pauerfrauen ihnen diese Privilegien rauben – zu Recht natürlich. Berechtigte Anliegen der Männer – Väter, die ihre Kinder nicht sehen dürfen; Jungen, die ins Prekariat abgeschoben werden; Beschneidung und damit Folter von Jungen und Säuglingen; Obdachlosigkeit und Selbstmord, wo man also einfach helfen sollte, genauso selbstverständlich, wie man auch Frauen hilft -, werden nicht präsentiert(6). Incels, Antifeministen und Männerrechtler sind einfach Frauenhasser(7) und wollen zurück in die 50er(8), wo sie sich auf dem Schlachtfeld abschlachten lassen wollen, so wie Nazis eben sind: Kinder zur Mutter, Männer zum Kriegszwangsdienst. Ja! So sind wir! Das Narrativ von diesem Tatort wird sein: Das Patriarchat wird durch Pauerfrauen zu Fall gebracht und frauenhassenden Männer, Antifeministen haben deshalb Angst und gehen in reaktionären Abwehr(9). Ist ja auch gut nachzuvollziehen, meinen Chefposten bin ich wegen der blöden Weiber auch schon los. PickUp-Artists manipulieren und wollen nur Frauen ficken, die sie verachten, aber keine erfüllenden Beziehungen finden.(10)

Zehn Punkte also sage ich voraus. Mal sehen, mit welchen ich steche, und was ich vergessen haben.

Und schon die Namen: Mario Lohse, klingt nach Loser. Der frauenverachtende Antifeminist Hank Massmann, klingt wie Hassmann. Das kann ja spaßig werden.

Und los geht’s: Der Film beginnt mit einem Incel – Lohse -, der PickUp betreibt und dabei eine Niete ist: „Du hast das Glück, mich heute kennenlernen zu dürfen!“ Der Spruch zieht nicht. Die, die er so angesprochen hat, lässt sich dann doch noch auf ihn ein, stirbt dann aber an drogeninduzierten Herzstillstand.

Lohse hört auf den PickUp-Guru und Coach Massmann, der sehr fragwürdiges zu lehren hat, eigentlich Anleitungen zum vergewaltigen. Auch ist er rechts, wenn nicht ein Nazis, der die Frauen verhöhnt, die beschützt werden wollen – von weißen Männern vor nichtweißen Männern. Die weißen Männer aber wollen nicht. Sie wurden von den Frauen gedemütigt und herabgesetzt. Aber sie haben vor zurückzukommen – im Stechschritt ahnt man. Dieser Haufen, vor dem das gepredigt wird, wirkt dann auch ganz besonders ekelhaft und reaktionär.

Massmann ist auch in einer Talkshow zu sehen. Es ging um Jungen. Das ist besonders infam. Denn den Jungen muss wirklich geholfen werden. Wer aber dafür eintritt ist ein Frauenfeind, dubioser Männercoach, der zu Übergriffen anleitet und ein Rechtsgesinnter. Damit ist klar: Wer Interesse an Jungen hat, will die wohl am liebsten in die Hitlerjugend stecken. Merke: Nur rechtsradikale, frauenverachtende Arschlöcher behaupten, dass Jungen gefördert werden müssen.

Oder auch: Der gute Kommissar betreibt kritisches Nachfragen: „Woher haben sie die Statistik, wonach geschiedene Männer oft mit finanziellen Problemen zu kämpfen hätten?“ – Ja, das kann natürlich nur fiese maskulinistische Propaganda sein, Trennungsvätern geht es bestens.

Und die Incels? Ja, die erfreuen sich an krassen Bildern von toten Mädchen.

Lohse will zum Ende amoklaufen, tötet eine Frau und wird selbst niedergestreckt.

Ok, einige Punkte habe ich getroffen:
Teils getroffen habe ich 3,5,10
Genau getroffen habe ich 1,4,6,7,9

Der Film ist infam. Besonders ekelerregend war die Verhandlung des Schicksals der Jungen – sie hätten nur die Arschlöcher auf ihrer Seite. Aber auch der Seitenhieb auf getrennte Väter war nicht ohne. Fazit des Films: Wer sich auf die Seite von Jungen und Männern stellt, ist: Der letzte Dreck.

4 Gedanken zu „Tatort: Borowski und die Angst der weißen Männer

  1. Jens

    Ich musste nur die reißerische Überschrift unseres Kölner Boulevardblättchens Express lesen: ‚„Tatort“ entsetzt Zuschauer Incels gibt’s wirklich – was sind das für kranke Männer?‘ dann war ich schon bedient. Borowski-Tatorts mag ich sowieso nicht. Respekt, das du dir das angetan hast.

    Antwort
    1. beweis

      ‚„Tatort“ entsetzt Zuschauer Incels gibt’s wirklich – was sind das für kranke Männer?‘

      Da leitet der Express aus einem fiktiven Tatort ab, dass es Incels wirklich gibt. Na, dann ist die ARD-Themenwoche Frauenhass natürlich dringend notwendig.

      Und das ist auch der Kern meiner Kritik an diesem Tatort. Nicht, dass sie das Thema Incel und männlicher Widerstand so aufgebauscht haben. Das tun sie auch mit vielen anderen Bereichen.
      Der Tatort löste die fiktive Geschichte nicht auf, sodass am Ende der Eindruck blieb, faschistische, gewalttätige Männerhorden würden in fast jeder Kegelbahn lauern. Nicht mal der eigentliche Fall wurde aufgeklärt:
      Frauen geben einer Freundin K.O.-Tropfen, die daraufhin kollabiert. Ein junger Borderliner, der gerade bei ihr ist, tritt auf die am Boden Liegende ein. Die Gerichtsmedizin kann nicht klären, ob die Frau an den heimlich verabreichten Drogen ihrer Freundinnen oder an den Tritten gestorben ist.
      Die dramaturgische Konsequenz: Incels sind gewalttätige Frauenhasser, die Frauen mischen ihrer Freundin als kleinen Scherz überdosiert K.O.-Tropfen ins Glas.

      Man hätte nach dem Streifen ein Voting machen sollen, wer in den Augen der Zuschauer den Tod der Frau verursacht hat. Ich glaube, das Ergebnis wäre sehr eindeutig ausgefallen.
      Und das bleibt bei den Zuschauern hängen.

      Antwort
  2. Jolanda

    Mir war es nicht möglich dem ganzen Tatort zu folgen. Zu sehr haben mich die Clichées getriggert.
    Zu simple und infantil die schablonenhafte Darstellung der Charakter (auch wenn die schauspielerische Leistung ordentlich war).
    Zu bemüht und verlogen die Geschichte und die Aktionen der Polizei, für die es beim Tatort nie auch nur Gesetze oder Vorschriften zur Einhaltung des Rechts zugeben scheint. Allein der gute Wille rechtfertigt alle Handlungen um Gerechtigkeit für die Frau/Opferin zu erlangen.

    Ich dachte immer die Futtwängler [sic] Tatorte wären unsehbar, aber jetzt haben die Kieler die Latte für das Niveaulimbo noch tiefergelegt. Nur noch Münster, vielleicht mal Dortmund oder Weimar (aber da ist die männliche Hauptdarstellerrolle gestorben!!), aber immer lieber eher gar kein Tatort mehr.

    Antwort

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