Warum steht dunkles, schwarzes für das Böse?

In Star Wars sprechen sie von der „dunklen“ Seite der Macht. Bei der gegenwärtigen Hysterie würde es mich nicht wundern, wenn das bald als rassistisch angeprangert wird. Wäre nur konsequent angesichts dessen, dass Weiße keine Werke mehr von Schwarzen übersetzen dürfen, „Masterpasswort“ zu „Hauptpasswort“ geändert wird oder der Staatsfunkd sich darüber aufregt, dass der Teufel als schwarz dargestellt wird (was nicht stimmt, seine Farbe ist rot, eine massive Anfeindung gegen Rothäute, äh, Indianer, äh, Native Americans), und genau dieser Punkt zeigt den Irrsinn auf: Dass schwarz für das Böse steht, sei Rassismus.

Warum assoziiert man eher schwarz als weiß mit dem Bösen? Das hat nichts damit zu tun, dass sich Weiße so einen Rassismus entsprechend zurecht gezimmert hätten, sondern damit, dass das Unmoralische, das Verbotene, das Korrupte, das Kriminelle die Dunkelheit sucht, denn dort ist gut munkeln: es muss im Verborgenen bleiben. Licht, weißes, erhellt eine Angelegenheit und das ist nicht gewollt, wenn es sich bei dieser Angelegenheit und eine finstere Machenschaft handelt, die geheim bleiben soll – deshalb spricht man auch vom „lichtscheuen Gesindel“.

5 Gedanken zu „Warum steht dunkles, schwarzes für das Böse?

  1. Jens

    Eigentlich ganz einfach: Die meisten Menschen haben Angst im Dunklen, der Hauptsinn, das Sehen ist quasi ausgeschaltet und man kann sich nur mithilfe der anderen Sinne orientieren. Und dabei erzeugt das Hirn aus jedem Geräusch, jedem noch so kleinen Windhauch, angstvolle Bilder, der Körper ist permanent im Alarmmodus etc.

    Das erzeugt in uns das Gefühl, dass Dunkelheit, Schwärze, eine Bedrohung ist.

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    1. Billy Coen

      Knapp zuvor gekommen; das wollte ich auch grad ergänzen. In Zeiten, als der Mensch noch weit mehr der Natur ausgeliefert war, stellte die Schwärze der Dunkelheit auch noch eine reale Gefahr dar, weil sich Raubtiere bevorzugt auch die Dunkelheit zunutze machen, sich an ihre Beute anzuschleichen. Und da beim Menschen Gehör und Geruchssinn vergleichsweise unterentwickelt sind, war er im Dunkeln der Gefahr, einem sich von ihm unbemerkt anschleichenden Raubtier zum Opfer zu fallen, in hohem Maße ausgesetzt. Die Beherrschung des Feuers war da für unsere Vorfahren ein erster riesiger Segen.

      Der ganze Irrsinn, alles irgendwie aus unserer Sprache zu tilgen, wo schwarz oder dunkel negativ konnotiert verwendet wird, geht ja aber noch weiter. Und, wie so oft, exponieren diejenigen, die das vorantreiben damit eigentlich nur ihren eigenen frappierenden Mangel an Allgemeinbildung, der sie alles in ihrer Umwelt immer nur mit ihrem ersten intuitiven Bauchgefühl bewerten lässt.

      Beispiel: Schwarzfahren! Ganz doll rassistisch das!!! Das kann ja nur heißen, dass Leute, die ohne zu zahlen ein öffentliches Verkehrsmittel nutzen, böse sind und weil Weiße allesamt rassistische Kolonialisten sind, beschreiben sie böse mit schwarz, weil in ihren Augen alle Schwarzen böse und minderwertig sind.

      Bullshit: https://www.schule-und-familie.de/wissen-redewendungen/kategorie/woher-kommt-der-begriff-schwarzfahren.html

      Das Wort kommt aus dem Jiddischen, leitet sich also von einem hebräischen Wort ab. Und so kommt es, dass man im Überschwung des „Anti“-Rassismus‘ in Deutschland damit beginnt, aus der jüdischen Sprache abgeleitete Worte tilgen zu wollen. Wäre ich genauso borniert und bösartig wie der übliche SJW, würde ich aus dieser Erkenntnis umgehend den unwiderlegbaren Schluss ableiten, dass SJWs schlimmere Antisemiten sind, als es die Nazis je waren.

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  2. apokolokynthose

    Ich meine, die Bezeichnung „Rothäute“ kam daher, dass ein (1) Stamm eine Kriegsbemalung hatte, die aus flächendeckender roter Farbe bestand.

    Ist natürlich etwas verallgemeinernd und pauschalisierend. Aber hat immerhin einen Grund.

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  3. Matze

    Deine Erklärung ist natürlich richtig und dass das etwas mit Rassismus zu tun hat, ist eine bewusste falschinterpretation.

    Ich vermute die betroffenen Begriffe existierten schon bevor Schwarze in und für Europäer eine rolle spielten. Was SJW ja immer gerne ignorieren ist ja das Europa, also Nord-West Europa die letzten Jahrhunderte fast die ganze Zeit über zu >90%, wahrscheinlich sogar eher 95% mit Weißen bevölkert war.

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    1. Renton

      Mach mal über >99,9% draus.

      Folgende Anekdote soll verdeutlichen, wie ungewöhnlich ein Schwarzer im Stadtbild noch vor 70 Jahren war:

      Unser Lateinlehrer hat uns mal erzählt, dass seine Mutter in der Zeit kurz nach dem Krieg sich immer versteckt hatte, wenn es hieß, da käme ein schwarzer Mann die Straße entlang. Es handelte sich natürlich bloß um einen amerikanischen GI; unser Lehrer, damals ein Kind, fand schnell heraus, dass bei den Schwarzen am leichtesten Süßigkeiten abzustauben waren, weil die als Schwarze in ihrer Einheit von den Weißen gedisst wurden und deshalb „Freunde“ oder halt wenigstens freundlichen Umgang außerhalb der Army suchten.

      Seiner Mutter jedenfalls waren Schwarze gänzlich unbekannt. Wahrscheinlich hatte sie, wenn überhaupt, vor der Besatzung Schwarze höchstens im Kuriositätenkabinett gesehen.

      Das ereignete sich höchstwahrscheinlich in Essen, also nicht in einem Kuhkaff, sondern einer Metropolregion (auch damals schon). Essen war später zwar britische Besatzungszone, aber die Amerikaner waren es, die das Ruhrgebiet eroberten.

      Es gab vor der Neuzeit praktisch keine Farbigen in Deutschland. Sporadisch verschlug es mal einzelne dorthin, als Gefangene bei den Kämpfen mit muslimischen Piraten im Mittelmeer z.B. Aber das waren absolute Ausnahmen.

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