Jetzt: Nicht alle Männer…

Jetzt kübelt mal wieder Dreck über Männer aus, aber wohlgemerkt: Nicht über alle Männer, soviel Zeit muss sein!

Auf Tiktok erklären Nutzer*innen mit anschaulichen Beispielen, was das Problem an der Aussage „Nicht alle Männer“ ist.

Der Spruch ist sexistisch. Denn ich nehme an, dass ihr den Spruch „Nicht alle Zigeuner sind Diebe“, den ich euch in den Kommentarbereich geschrieben habe, nicht auf diese Weise problematisch findet, wie ihr dieselbe Aussage gegen Männer problematisch findet.

Der Femizid an Sarah Everad hat nicht nur in Großbritannien, sondern weltweit für Erschütterung gesorgt und eine neue Diskussion über Gewalt gegen Frauen ausgelöst.

Als Mann bin ich gefährdeter, Opfer eines Verbrechens zu werden. Was aber keinen interessiert, was bedeutet: Kein ermordeter Mann löst eine breite Diskussion aus. Daraus schließen wir: Es geht nicht um Schutz möglicher Opfer sondern um Hetze gegen potenzielle Täter.

Weltweit erlebt eine von drei Frauen mindestens einmal in ihrem Leben sexualisierte Gewalt, so die Weltgesundheitsorganisation.

Männer genauso, interessiert aber kein Schwein. Heißt: Frauen sind privilegiert in der Hinsicht.

Andere dagegen nehmen die Vorwürfe gegenüber Männern, die Gewalt an Frauen ausüben, als persönlichen Angriff wahr.

Ach nee: Manche Zigeuner sind auch so wehleidig.

Mit der Aussage „nicht alle Männer“ halten sie Frauen und nicht-binären Menschen vor, sie würden verallgemeinern. Nicht alle Männer seien automatisch Täter seien.

Würde mir nie einfallen. Genausowenig wie ich von „Nicht alle Zigeuner“ spreche, womit ich das zigeunerfeindliche Narrativ übernommen hätte.

Als Reaktion darauf erklärt die Tiktokerin Prithika Chowdhury anhand von bildlichen Vergleichen, dass es bei der Diskussion nicht darum geht, dass alle Männer gefährlich sind – aber eben zu viele Männer. Und das führe dazu, dass sich weiblich gelesene Personen nicht sicher sein könnten, wem sie vertrauen könnten.

Zuviele Frauen sind gefährlich in der Hinsicht, dass sie den Vater ihres Eigentums entsorgen und selbstsüchtig zu seinen Lasten leben. Dies und andere Gefahren, die von Frauen ausgehen, ist die Motivation für Men Go Their Own Way (MGTOW), die bei Feministen komischerweise nicht auf Verständnis stößt.

In jeder größeren Gruppe finden sich gefährliche Elemente. Die Frage ist nur, bei welcher Gruppe man das betont und bei welcher man das ausblendet. Daran macht sich die gruppenbbezogene Menschenfeindlichkeit fest. Denn alle folgenden Beispiele mit tödlichen Türen unter harmlosen oder vergifteten Käsekuchen oder Maltesern lassen sich beliebig auf beliebige Gruppen anwenden, nur, ich wiederhole mich: Bei welchen Gruppen macht man das, und bei welchen nicht?

„Vor dir sind drei Türen, zwei davon sind sicher“, sagt Chowdhury in einem Tiktok-Video. „Öffnest du jedoch diese eine Tür, wirst du sterben. Würdest du mit diesem Wissen eine der Türen öffnen?“ Und gibt auch die Antwort: Wahrscheinlich ja wohl nicht….In einem weiteren Beispiel verbildlicht sie, dass man sich beim Angeln schon unsicher fühle, sobald man einen einzigen Alligator entdecke. Und würde man von zehn Käsekuchen, von denen zwei vergiftet sind,…

siehe oben.

Sie ist nicht die Einzige: Immer mehr Nutzer*innen ziehen Beispiele heran, um zu zeigen, was an der Aussage „nicht alle Männer“ falsch ist.

Wir leben in Zeiten männerfeindlichen Sexismus‘.

Sie ist nicht die Einzige: Immer mehr Nutzer*innen ziehen Beispiele heran, um zu zeigen, was an der Aussage „nicht alle Männer“ falsch ist. So auch die Userin Audrey Clare. Sie erzählt, dass sie in ihrer Kindheit von einem Hund, der viel größer war als sie, umgerannt wurde. Seitdem habe sie Angst vor Hunden.

Schlechte Erfahrungen, die man mit einem Vertreter einer bestimmten Gruppe gesammelt hat, rechtfertigen also Sexismus, Rassismus whatever? Äh, nein?

 „Wenn ich sage, dass Hunde beängstigend sind, dann ist es eine Tatsache, dass nicht alle Hunde beängstigend sind“, so die 18-Jährige.

Äh, was? Logischer Widerspruch? Was denn nun? Nein: Hunde sind nicht beängstigend, nur du als Individuum findest Hunde beängstigend. Andere lieben Hunde und fahren ihr ganzes Leben lang gut damit.

„Die Wahrscheinlichkeit von einem Hund gebissen zu werden, liegt bei einer von 73 Personen. Die Wahrscheinlichkeit, vergewaltigt zu werden, liegt bei einer von fünf Frauen.“

Nein.

Die Irin Riona hat kurzerhand ein Song geschrieben, um deutlich zu machen, dass „nicht alle Männer, aber alle Frauen“ betroffen sind.

Alle Menschen in allen Gruppen sind von etwas betroffen.

In dem Lied singt sie, dass nicht alle Wespen stechen und nicht alle Schlangen giftig sind. Und darüber, dass es schwer sei, den Unterschied zu erkennen. „Wir tragen flache Schuhe, wir ziehen Grimassen und wenn wir Straßen überqueren, ziehen wir unsere Kapuzen über den Kopf“, singt sie. Sie bezieht sich darauf, dass viele Frauen versuchen, nicht aufzufallen und so mögliche Übergriffe zu vermeiden.

Was ich erlebe ist, dass Frauen ihre Reize betonen, besonders im Sommer. Und ich als Mann könnte auch eine Angststörung in der Öffentlichkeit entwickeln, da gefährdeter.

Unter den Beiträgen lassen sich auch einige Männer finden, die sich mit Frauen und nicht-binären Personen solidarisieren und versuchen, anderen Männern das Problem begreiflich zu machen. So auch der User „big_boy_harry“. Er meint: „Wenn du ein Mann bist und du dich wunderst, warum Frauen sagen ‚all men‘ – sie haben keine Zeit, um zu unterscheiden.“

Es gibt auch antisemitische Juden. Oder frauenfeindliche Frauen.

Wenn über Vergewaltigungen, Femizide und die tägliche Diskriminierung von Frauen gesprochen wird, dann wird damit also im Normalfall nicht behauptet, dass alle Männer Täter sind und damit die Schuld tragen. Das Problem ist das System, das sexistisch ist und Frauen nicht schützt.

Das System schützt Frauen mehr als Männer. Frauen dürfen fast nach Belieben Gewalt gegen Kinder und Männer ausüben, ohne dass das System eingreift. Konfrontiert man Feministen aber damit, reagieren sie nur mit Hohn.

#toomanywomen. Daher MGTOW… also ich jetzt nicht, aber viele andere Männer.

Letztlich ist es aber egal. Alle vorgebrachten Argumente überzeugen einen Feministen genausowenig, wie man einen Nazi mit „Nicht alle Juden“ überzeugen könnte.

[Nachtrag] Apokolokynthose hat auch ein paar kluge Gedanken zum selben Artikel.

3 Gedanken zu „Jetzt: Nicht alle Männer…

  1. GOI

    Die Beispiele mit den Türen und den Käsekuchen suggeriert, dass 33% bzw. 20% aller Männer Serienmörder sind.
    Ja, das finde ich diskriminierend.

    Und übrigens, liebe Riona, es ist relativ einfach eine Giftschlange von einer ungiftigen zu unterscheiden. Man muss nur wissen, worauf man achten muss. /mansplaining

    Antwort
  2. beweis

    Das ist wieder ein gutes Beispiel für die massenpsychotische Epoche, in der wir leben. Es ist nicht ein sichtbarer, nachweisbarer Umstand, der die Gesellschaft zum Hyperventilieren bringt, sondern es ist die Angst davor.

    Wenn jemand Angst vor einem unsichtbaren Virus, vor einer Klimaveränderung oder eben schlicht vor Männern hat, dann ist das bereits als Beweis für eine Gefahr ausreichend. Das eigentliche Geschehen oder die Taten sind irrelevant. Selbst wenn die Statistik ganz klar darlegt, dass andere Menschen gefährdeter sind als Frauen, erreichen diese massive gesellschaftliche Veränderungen zu ihrem Schutz, weil sie lautstark „Angst“ rufen und seit Jahrtausenden die Erwartung haben, dass die anderen Menschen sie dann besonders beschützen.

    Was mit diesen anderen Menschen selbst passiert, die sie gefälligst beschützen und retten, das ist ihnen scheißegal. Feminismus macht Frauen zu rücksichtslosen und komplett egozentrischen Wesen.

    Antwort
  3. Pingback: Problematisch – apokolokynthose

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