Schwuler verpasst feministischem Medium einen Einlauf

[Kontext] Jetzt war es nicht zu peinlich, Schwule als privilegiert gegenüber Lesben darzustellen und kriegt dafür von einem Schwulen eine geharnischte Antwort…

Als schwuler Mann muss ich einfach auf diesen tokenistischen, homofeindlichen Artikel antworten, der auch in Teilen sexistische und rassistische Untertöne besitzt.

Der Grund warum der Fokus hauptsächlich auf schwule Männer liegt einfach daran, dass Lesben in der Gesellschaft weitaus akzeptierter sind. Und dafür habe ich sehr viele Beispiele, von einigen wurde ich auch Opfer:

1) „Schwuchtel“ und „bist du schwul oder was?“ sind diskriminierende Beschimpfungen auf jedem Schulhof. Das S-Wort ist dabei eines der am häufigsten Schimpfwörter Deutschlands. Ich kenne nicht ein mal ein Schimpfwort für Lesben.

2) Wenn Lesben offen küssen wird es, wie bei Heten, kaum beanstandet. Wenn zwei Männer sich küssen kommt es sogar heute noch oft vor, dass man auf offener Straße zusammengeschlagen wird oder zumindest beschimpft und beleidigt wird (Letzteres ist mir schon oft genug passiert).

3) Im Holocaust waren es ausschließlich homosexuelle Männer die in Konzentrationslager kamen. Alle Inhaftierten wurden schrecklich behandelt, die Homosexuellen (also Männer) wurden aber besonders schrecklich von den Nazis und sogar den Mitgefangenen behandelt. Man hat ihnen Holz“dildos“ in den Hintern geschoben und sie ständig schikaniert. Eine Geschichte die kaum Beachtung im deutschen Geschichtsunterricht findet, weil Schwule schon jeher gesellschaftlich ausgegrenzt wurden.

4) Nach der Befreiung der Konzentrationslager gab es nur eine Gruppe, die weiterhin ins Gefängnis mussten: homosexuelle Männer. Auch ein Stück Deutschland, über das niemand sprechen will.

5) Der Paragraph 175, der erst 1969 abgeschafft wurde, galt nur Männern. Lesbisch zu sein war schon immer legal.

6) Im Alten Testament ist ausdrücklich nur für Männer die mit Männer schlafen eine Todesstrafe vorgesehen. Frauen werden nicht bestraft.

7) Weltweit, zum Beispiel in Nahost, sind es nur Schwule, die von Dächern geworfen werden und ermordet werden. Auch beim IS. Lesbische gehen da auch straffrei.

8) Bei sämtlichen Diskussionen der Homofeinde geht es ausschließlich darum, dass homosexuelle Männer nicht heiraten sollen, nicht Eltern sein sollen, ja am besten nicht existieren sollten. Lesben sind davon nicht betroffen.

9) Wenn es um Homosexualität geht, dann sagen Politiker ja gerne mal, dass „so lange man nicht mit Kindern schläft …“ – allerdings auch nur, wenn es um schwule Männer geht. Schwul gleich Pädophil, auch wieder ein Stigma, wovon Lesben nicht betroffen sind.

10) Schwule Männer begehen weitaus häufiger Selbstmord.

11) Schwule werden gemobbt, ermordet, attackiert, gehänselt, beschimpft etc. … Homosexuelle Frauen sind davon weitaus weniger betroffen.

Ich habe so viel Scheiß durchmachen müssen weil ich schwul bin. Und jetzt kommt ihr und behauptet, dass ich ja kein Opfer bin?

Lesben sind schon seit jeher in der Gesellschaft akzeptiert(er). Wir Schwule müssen ständig dafür kämpfen, dass wir überhaupt leben dürfen.

3 Gedanken zu „Schwuler verpasst feministischem Medium einen Einlauf

  1. Matze

    Schwule werden angefeindet und diskriminiert.
    Lesben beschweren sich über eine zu geringe ‚Sichtbarkeit‘ von Lesben in der Gesellschaft.
    Die armen Lesben…

    Lesben wollen auch als Opfer gesehen werden, Opfer die sie oft gar nicht sind/waren.
    Sie sind anscheinend nicht froh darüber seltener Opfer von Diskriminierungen zu werden.
    Es ist aber vermutlich ein sehr kleiner Teil der Lesben, diejenigen die ihr Identität auf ihrer (trivialen) Sexualität aufbauen und damit versuchen alles in einem Kontext zum Lesbentum zu setzen.

    Aber ob die Akzeptanz von Lesben höher ist? Heute im Westen und anderen nicht-islamischen Regionen wahrscheinlich schon, aber soweit ich weiß werden/wurden Lesben im Islam oder bei den Nazis oft einfach mit einem Mann verheiraten und der hat sie dann vergewaltigt. Das ist zweifelsohne auch die Hölle, aber eine Hölle aus der man wieder entkommen kann, wo man heilen und wieder ein glückliches Leben führen KANN. Ein Schwuler, der kurzerhand fürs schwulsein getötet wird, kann das nicht.

    Antwort
  2. Mario

    5) Der Paragraph 175, der erst 1969 abgeschafft wurde, galt nur Männern. Lesbisch zu sein war schon immer legal.

    Ist das so? Die allwissende, feministische Müllhalde sagt, der § 175 sei erst 1994 abgeschafft worden. Zuvor ist er 1969 und 1973 reformiert worden. Seitdem waren nur noch sexuelle Handlungen mit männlichen Jugendlichen unter 18 Jahren strafbar, wogegen das Schutzalter bei lesbischen und heterosexuellen Handlungen bei 14 Jahren lag.
    Hier könnte man jetzt natürlich argumentieren, dass Jungen hier bevorzugt worden waren. Denn sie sind ja gegen fürchterlichen sexuellen Missbrauch alter weißer Männer geschützt gewesen. Tatsächlich soll es aber auch schon unter Minderjährigen Einwilligungsfähigkeit zu sexuellen Handlungen mit Älteren (auch Erwachsenen) geben – und schwule Teens sowieso.

    Das ist zweifelsohne auch die Hölle, aber eine Hölle aus der man wieder entkommen kann, wo man heilen und wieder ein glückliches Leben führen KANN. Ein Schwuler, der kurzerhand fürs schwulsein getötet wird, kann das nicht.

    Was mich mittlerweile immer wieder angewidert den Kopf schütteln lässt, wenn es irgendwo heißt, dieses und jenes (insbesondere wenn Frauen betroffen sind), sei das schlimmste Verbrechen der Welt.

    Antwort
    1. Mario

      Nachtrag: Keine Ahnung wieso, ich hatte gerade noch eine Schutzalter.pdf im Downloadmanager. Einfach mal runtergeladen, Quelle ist auch Wikipedia.

      Hier wird explizit auf die Einwilligungsfähigkeit in heterosexuelle Handlungen nach
      Mindestalter und Staat hingewiesen. Ach wie schön, wenn Schwule auch hier offensichtlich wieder einmal benachteiligt werden.

      In einzelnen Ländern werden Männer bzw. Jungen natürlich ebenfalls wieder benachteiligt. Nach kurzem Überfliegen musste ich bspw. feststellen, dass das Schutzalter bei heterosexuellen Handlungen bei 13 Jahren liegt. (Bei Wikipedia fälschlich mit 12 angeben?)

      Hervorzuheben ist dabei die übliche Diskriminierung von Jungen.

      Das japanische Strafgesetzbuch (刑法, Keihō) sieht in § 176 für unsittliche Handlungen an Kindern unter 13 Jahren
      eine Freiheitsstrafe zwischen 6 Monaten und 10 Jahren vor. Sexuelle Handlungen an Mädchen unter 13 Jahren werden
      zudem nach § 177 als Straftatbestand der Vergewaltigung mit nicht unter 3 Jahren Freiheitsstrafe geahndet.[17]

      Man kann sich darüber streiten, ob härtere Strafen besser schützen, weil sie abschreckender wirken (Man kann Triebe nicht abschrecken – es sind nicht die Eier. V. Pispers).
      Verglichen mit deutschem Recht wäre der sexuelle Missbrauch von Jungen unter 13 aber weniger hart zu bestrafen und nur bei Mädchen ein Verbrechen.

      Antwort

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