Archiv für den Monat März 2021

Zensiert: Häusliche Gewalt

Es ist immer wieder faszinierend, sehen zu müssen, welche Harmlosigkeiten als zensurwürdig erachtet werden.

Renton auf dem Humanistischen Pressedienst: Auch an anderer Stelle kämpfe ich um die Freischaltung eines Kommentars. In einem Artikel über häusliche Gewalt kommen Männer nicht vor, und eine Zunahme häuslicher Gewalt wird methodisch falsch belegt:

„Der Frauentag vom Vortag hin oder her, beim Thema häusliche Gewalt nur von Frauen und nicht auch von Männern zu sprechen, ist sexistisch. Selbst wenn es laut Dunkelfeldstudien nicht fast ebenso viele männliche Opfer von häuslicher Gewalt gäbe wie weibliche, sondern nur ein einziges, darf das Geschlecht ebenso wenig wie Ethnie, Hautfarbe etc. ein Grund sein, jenen Menschen zu ignorieren. Kinder waren „trotz“ Frauentag ja auch eine Erwähnung wert.

Und zu den Zahlen der Charité sei folgendes angemerkt: Eine relative Zunahme kann mit einer absoluten Abnahme einhergehen. „Eine deutliche Zunahme schwerer Misshandlungen“ kann man mit den relativen Zahlen daher nicht begründen. Als interessierter Leser würde ich zusätzlich die absoluten Zahlen haben wollen oder wenigstens einen Link zur Quelle, damit ich selbst weiterrecherchieren kann; meine eigenständige Suche bei der Berliner Charité blieb erfolglos.“

Billy Coen: Zweifaches Maß bei der Quote

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Dieses Denken ist auch schon tief in unsere Gesellschaft gesickert. Die Talking Points finden sich schon längst weit gestreut. Bullshit der Marke „Ich bin ja selbst gar nicht für eine Quote, aber die Zahlen zeigen ja, es geht nicht ohne“ ist inzwischen schon überall zu hören. Kein Wunder. Politiker aller Fraktionen, selbst der CDU und FDP (!) quaken diesen Müll inzwischen rauf und runter. Man liest es überall in den Medien. DANN KANN ES JA NUR STIMMEN!!!

Kurz nebenbei: „Ich bin ja selbst gar kein Freund der Quote…“ ist in meinen Augen längst das linksidentitäre Pendant geworden zum rechtsidentitären All-Time-Classic „Ich habe ja nichts gegen Ausländer…“. Es kommt immer ein Aber und danach jede Menge Bullshit, warum man dann doch regelrecht dazu gezwungen ist, für die Quote zu sein (die Männer hören ja nicht von selber auf, Frauen klein zu halten) oder warum einem die Ausländer letztlich gar keine andere Wahl lassen, als dennoch was gegen sie zu haben (die können sich einfach nicht benehmen, etc.).

WIE asymmetrisch da gedacht wird, das zeigt nach wie vor dieser ältere Artikel wunderbar:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/frauenquote-koalition-bessert-gesetzentwurf-nach-a-1021432.html

„Experten“ (hinter diesem Wort werden wohl, um den politischen Lobbyismus nicht allzu offenkundig werden zu lassen, „Gleichstellungs“-Beauftragte und Damen vom Deutschen „Juristinnen“-Bund verborgen) befinden, dass ein komplett geschlechtsneutral formulierter Passus in der Novellierung des Bundesgleichstellungsgesetzes, der im Öffentlichen Dienst bei Einstellungen und Beförderungen in etlichen Bereichen auch zu einer „Männerquote“ führen würde, „offensichtlich verfassungswidrig“ sei.

Um zu begründen, warum ein Paritätsgesetz keinesfalls auch dazu führen darf, dass Männer in Berufung auf Parität Vorrechte einklagen können, gehen sie sogar so weit, eins zu eins das zu sagen, was nicht heuchlerische, also Quoten IMMER ablehnende Menschen sagen: „Denn allein aus der Feststellung, dass ein Geschlecht in einem bestimmten Bereich in der Minderheit sei, folge noch keine tatsächliche Benachteiligung.“ Nur dass sie das Argument vorbringen, um ein Gesetz so schleifen zu lassen, dass es faktisch explizit nur für Frauen nutzbar ist. Ein Gesetz, welches je nach Gemengelage mal Frauen, mal Männern Vorrechte einräumt, ist also verfassungswidrig, ein Gesetz, welches faktisch nur Frauen Vorrechte einräumt, ist hingegen die Erfüllung eines Verfassungsauftrags.

So etwas sagen Leute, die man medial als „Experten“ bezeichnet.
Und die Quelle ist tatsächlich der Spiegel und nicht der Postillon.
Und ja, diese „Experten“ meinen all das wirklich ernst.
Und nein, sie kommen sich dabei noch nicht einmal dämlich vor.

Lose Gedanken zu einer schönen Frau, die sich sexy gibt

Nehmen wir diese schöne Frau – Kimberly Williams, Schauspielerin und Regisseurin – auf dem roten Teppich, die Begehren auslöst, da sie sich sexy gibt. Sexy kommt von Sex und führt dazu.

Und hierzu klingeln mir die Ohren von dem feministischem Gezeter, wonach Frauen sexualisiert werden. Dass sie sexuell aufgeladen gelesen werden; dass bereits Blicke sexuelle Belästigung wäre oder was auch immer.

Von Feministen werden zwei Sachen behauptet. Erstens: Die Beziehung zwischen Mann und Frau wäre aufgeladen von sexualisierter Gewalt, beginnend mit Belästigung und vernichtet endend mit Vergewaltigung. Zweitens: Alles Sexuelle – wobei Sex, heteronormativer Heterosex kaum zu unterscheiden wäre von Vergewaltigung – geht allein vom Mann aus, er sexualisiert die arme Frau, die nicht weiß, wie ihr geschieht, sich umringt sieht von lüsternen, haarigen Viechern. Feministen hassen es, wenn Mann und Frau sich lieben, auch großartigen Sex haben, weshalb sie die Liebe zwischen ihnen vergiften müssen.

Die armselige Erbärmlichkeit der Feministen, die davon labern, Männer würden Frauen mit sexualisierten Blicken betrachten, wird deutlich anhand der alltäglichen Realität, nach der Frauen genau dazu einladen – wie Williams oben. Niemand zwingt sie, sie tut es mit Lust, womit auch der feministische Mythos widerlegt ist, dass Frauen ständig belästigt werden, denn wenn es so wäre, sie würden eher zur Burka als bauchfreiem Top tendieren. Frauen werden nicht sexualisiert, sie sexualisieren selber, aus sich heraus, und zwar den Mann und das bereitet ihnen Freude: „Hättest Du nicht gerne so eine scharfe Braut wie mich?“. Es gefällt ihnen, wenn sich ein Mann nach ihnen umdreht, daher die Redewendung: Jemanden den Kopf verdrehen, was heißt, dass man dabei ist jemanden zu verführen. Erbärmlich deshalb, weil jene, die sich Feministen nennen, und damit behaupten, besonders gut über Frauen Bescheid zu wissen, nicht in der Lage sind, sexuell aufgeladene Beziehungen zwischen Frauen und Männern richtig zu deuten. Nochmal: Frauen sexualisieren selbst, sei es einfach so in der Öffentlichkeit, auf dem roten Teppich oder auch bezahlt als Modell

Weniger humorvolle Männer könnten dann auch von sexueller Belästigung sprechen: „Wie kommt die dazu, mich ungefragt sexuell zu erregen?“ Ein Leidensgenosse kommt vor solcher geballter Belästigung kaum zum Arbeiten:

Kennt Ihr auch diese Haltung im Büro, wenn junge Frauen sich recken? Kopf hoch, Arme hoch, Titten raus, Hohlkreuz, Arsch raus, Oberteil gibt Blick auf Bauch und Taille frei, und der Hosenbund entfernt sich soweit vom Körper daß man die Marke der Unterwäsche erkennen kann.

Ich sitze grade als senior scientist in einem Viererbüro mit drei Doktorandinnen/Studentinnen. Alle 10 Minuten streckt sich eine. Ich werd hier noch wahnsinnig.

Tja, was soll man tun? Wenn man reagiert: „Heißes Fahrgestell, Süße!“ ist man seinen Job los. Eine Machtdemonstration von weiblicher Seite also?

Es stellt sich die Frage nach ihren Motiven. Mag sie Männer und willen ihnen deshalb gefallen? Oder ist es das Kalkül, sich einen finanziell potenten Ernährer zu angeln? Dann tritt für Männer das leidvolle Phänomen auf, dass es nach der Eheschließung keinen Sex mehr gibt. Sie hat nur geheuchelt. Dass sie Spaß an Sex hätte. Dass sie ihn liebt. Das tritt so oft auf, dass es einen eigenen Namen dafür gibt: Sex stops after marriage. Damit ist der Mann in eine wirklich böse Falle getappt, er hat keinen Gewinn, keine Liebe sondern nur Kosten, da er ihr nun jetzt und über die Scheidung das Leben zu unterhalten hat, ihr dienen muss, ihr Sklave ist.

Ich will’s aber nicht so negativ enden lassen. Es gibt solche und solche Frauen. Alleinerzogene Töchter sollte man meiden, die werden selbst auch zu Alleinmächtigen, d.h. ein Vater bleibt auf der Strecke. Lebe vor der Eheschließung mehrere Jahre mit ihr zusammen. Führt sie eine liebevolle Beziehung zu ihrem Vater? Und wie spricht sie über ihre Exfreunde? Wenn sie an diesen kein gutes Haar lässt, nur schlecht über sie redet… renn, und such dir eine, die es wert ist. Es gibt sie: Anständige Frauen.

Ein Witz über die Ehe von Mann und Frau

Diesen schönen Witz habe ich vom großen Paul Watzlawick und gebe ihn aus dem Gedächtnis wieder:

Ehefrau in der Küche, sie backt einen Kuchen. Der Ehemann kommt rein.

Sie: „Ich glaube, der Kuchen wird nichts.“

Er: „Hast Du vielleicht das Backpulver vergessen?“

Sie (fängt an zu weinen): „Duuuuuuhuuu liiiiiiieeeeeeeebst miiiich niiiiiiiicht *schluchz*!!!“

Die Analyse dieses Witzes angewendet auf Geschlechterrollen kann einen viel über das Verhältnis zwischen Mann und Frau lehren. Früher zumindest, denn welche Frau von heute backt ihrem Mann denn noch einen Kuchen? Siehe dazu auch: Die charmante Hausfrau.

Warum steht dunkles, schwarzes für das Böse?

In Star Wars sprechen sie von der „dunklen“ Seite der Macht. Bei der gegenwärtigen Hysterie würde es mich nicht wundern, wenn das bald als rassistisch angeprangert wird. Wäre nur konsequent angesichts dessen, dass Weiße keine Werke mehr von Schwarzen übersetzen dürfen, „Masterpasswort“ zu „Hauptpasswort“ geändert wird oder der Staatsfunkd sich darüber aufregt, dass der Teufel als schwarz dargestellt wird (was nicht stimmt, seine Farbe ist rot, eine massive Anfeindung gegen Rothäute, äh, Indianer, äh, Native Americans), und genau dieser Punkt zeigt den Irrsinn auf: Dass schwarz für das Böse steht, sei Rassismus.

Warum assoziiert man eher schwarz als weiß mit dem Bösen? Das hat nichts damit zu tun, dass sich Weiße so einen Rassismus entsprechend zurecht gezimmert hätten, sondern damit, dass das Unmoralische, das Verbotene, das Korrupte, das Kriminelle die Dunkelheit sucht, denn dort ist gut munkeln: es muss im Verborgenen bleiben. Licht, weißes, erhellt eine Angelegenheit und das ist nicht gewollt, wenn es sich bei dieser Angelegenheit und eine finstere Machenschaft handelt, die geheim bleiben soll – deshalb spricht man auch vom „lichtscheuen Gesindel“.

Schullektüre: „Der Besuch der alten Dame“

Die Auswahl der Lektüre für Schüler ist eine Qual besonders für Jungen – deren Interessen und Neugier werden am wenigsten bedient, was zur Freude der Feministen Konsequenzen hat. Ich kann mich noch an das todlangweilige „Gestern war heute“ erinnern, das ich trotz schulischem Zwang nicht vollständig gelesen habe.

Ein weiteres Stück, das ich lesen musste, und welches ich nicht hinterfragte, war „Der Besuch der alten Dame“, mit der korrekten politischen Botschaft, wonach der Mann, der nicht für eine Frau sorgt, ein Verbrecher ist, der auch mal ermordet wird; sein Verbrechen: Er hatte die alte Dame – die als Milliardärin zurückkehrt und dann Rache nimmt – in jungen Jahren geschwängert, dann aber nicht geheiratet.

Nur: Warum sollte er das nicht tun? Das war damals finstersten Patriarchat. Dass irgendwas zum Nachteil des Mannes gewesen sein könnte, ein Mann also irgendwelche Vorbehalte gegen eine Ehe haben könnte, ist vollkommen ausgeschlossen:

Selbst bei Zwangsehen weiß doch jeder, dass das nur ein Problem für Frauen aber nicht für Männer ist. Wenn also keine Nachteile damit verbunden sind, für eine Frau und ihr Eigentum zu sorgen, warum sollten ein Mann das ablehnen? Moment! Sorgen? Ist alles vielleicht ganz anders? Bedeutet Vaterschaft für einen Mann, sein Leben lang zu malochen? Sein Geld der Frau zu geben, was zu einem gigantischen Geldstrom führt, der als unsichtbares Privileg der Frau praktischerweise keine Namen hat, erst nach der Trennung „Unterhalt“ heißt? Bedeutet Ehe und Vaterschaft massive, lebenslange Verpflichtung, wie es bereits Esther Vilar formulierte?

Eine Verpflichtung, die auch dann nicht aufgehoben wird, wenn der Unterhaltssklave die Vorteile einer Familie – Nestwärme – nicht mehr erfährt; er also weiterzahlen muss, selbst wenn er von seinen Kindern gehasst wird aufgrund des psychoterroristischen Befehls der Mutter, den einst geliebten Vater zu hassen? Warum eigentlich sollte so einer nicht mal die Gerechtigkeit in die eigenen Hände nehmen? Warum nicht ein etwas mehr an die Realität angelehntes Stück schreiben, in welchem sie ihn entsorgen will und er dann zurückschlägt woraufhin sich selbst ihre Kinder gegen sie stellen: „Nur eine tote Frau ist ein gute Frau“ – als Bestseller aus den Regalen gerissen und alsbald vom Staatsfunk verfilmt und gesendet? Und natürlich als Schullektüre den Kleinen vorgesetzt.

„Anti“ -rassistischer Irrsinn

Ein sehr ausführlicher aber auch sehr lesenswerte Beitrag über die neue Blasphemie, die sich darin äußert, dass er sagt: „Ich bin kein Rassist“:

Critical Race Theory ist ein hasserfüllter, spalterischer, manipulativer Betrug. … Hate Groups und ihre Verbündeten in Politik, Medien und Bildung verkaufen CRT als Antirassismus und Vielfalt, Gleichheit und Inklusion, aber sie ist genau das Gegenteil. CRT ist von Grund auf rassistisch, unterdrückerisch, diskriminierend und spalterisch.

Im Ernst, schauen Sie mal rein, denn als Weißer sind Sie privilegiert und diese Privilegien wollen sie ihnen wegnehmen!

 

Repressionen gegen freie Männer und Stand der Meinungsfreiheit

Auf den Seiten des Männermagazins wird anlässlich des Neustarts berichtet, welche Probleme es mit sich bringen kann, kein Blatt vor den Mund zu nehmen:

[…]

Die Angriffe hat auch der Männermagazinmacher erlebt. Es gab Klagen vor Gericht, weil manchen Damen einige Inhalte nicht gefallen haben. Sie fuhren große Siege ein und bekamen viel Geld zugesprochen. Leider war unser Unterhaltspreller schon vorher pleite und so wurden aus dem Geldsegen nur weitere uneinbringliche Schulden plus viel Amüsement. Andere Blogger trifft man damit aber empfindlich. Wer ein braves bürgerliches Leben lebt, pfändbar und aberntbar ist, wird unter Umständen plötzlich sehr viel Geld los, nicht nur für irgendeinen Fantasie-Schadenersatz, sondern auch für die Anwalts- und Verfahrenskosten. Die Juristerei ist eine Tretmine und viele der eifrigen Ankläger tragen null Risiko, weil sie nicht privat klagen, sondern eine Organisation klagen lassen. So wie es dem bekannten Blogger Hadmut Danisch öfter passiert ist, der von Rundfunkanstalten verklagt wurde, denen seine Beiträge nicht passten. Deren Vertreter kassieren keinen Euro weniger Gehalt, wenn sie Gerichtsverfahren verlieren – der Gebührenzahler hat dafür geradezustehen. Dann gibt es noch technische Angriffe. Gegen das Männermagazin gab es einen DDOS-Angriff, es wurde ferner versucht, einen Webhoster zur Kündigung zu bewegen, die Videos auf Videoplattformen beseitigen zu lassen.

Trauriger Standard mit immer neuen Höchstständen wurde auch das persönliche Auslöschungsprinzip. Es ist einfach. „Gefällt mir deine Meinung nicht, lösche ich dich aus, stelle dich an den Pranger“. Ich gebe dir keine Aufträge, sorge dafür, dass dir alles versagt und entzogen wird, was in meiner Macht steht, schwärze dich beim Arbeitgeber an, bei deinem Vermieter, in deiner Lieblingskneipe und fordere alle auf, sich von dir zu distanzieren. Wie sehr dies dem Vorgehen gegen als minderwertig bezeichnete Gruppen in dunkler deutscher Vergangenheit ähnelt, ist diesen meinungshassenden Kleindenunzianten egal. Die Schere ist heute sogar in vielen Durchschnittsmensch-Köpfen bereits fest verankert, was in Kombination mit den Werkzeugen Googles fatale Folgen hat. Da will beispielsweise jemand einen neuen Gartenzaun um sein Privatanwesen ziehen lassen und sucht im Internet nach Gartenbaufirmen. Er sucht nach dem Namen einer Firma, die er von einem Werbeschild am Straßenrand kennt. Er findet die Firma. Und auch Links zu anderen Aktivitäten des Firmeninhabers, harmlos, frei, aber eben nicht mit einer „Haltung“ kompatibel, die sich der Privatanwesenbesitzer von der Menschheit gerne wünscht. Auftrag nicht erteilt, auch wenn die Arbeit der Gartenbaufirma nachweislich gut ist. So läuft das heute massenhaft und so manche Leute, die sich mit Klarnamen im Internet bewegen, wundern sich über unerklärliche Umsatzeinbußen. Wer die Wahrheit sagt, braucht nicht nur ein schnelles Pferd, sondern muss auch wirtschaftlich wie menschlich völlig unangreifbar sein. Unmöglich in der heutigen Welt. Auch unserem Männermagazingründer wird das passiert sein, er hat es überlebt, aber wenn man die Einbußen der Firma einrechnet, bei der er angestellt ist, dann war das Männermagazin eine sehr teure Angelegenheit, viel teurer als nur die Hostingkosten und die Arbeitszeit für Betrieb und Artikel. Das ist auch der Grund, wieso ich und fast jeder andere seine Aktivitäten nicht mit seinem wahren Namen und einer Adresse verbindet und wieso ich mit wenigen begründeten Ausnahmen lieber keine echten Namen von anderen Bloggern nenne. Auch wer unter seinem Namen Meinungen äußert, will vielleicht später einmal wieder mehr Ruhe. Wurde er aber früher von Dritten genannt und können deren Äußerungen nicht gelöscht werden, dann kehrt diese Ruhe nie mehr ein. Fazit: Bloggen außerhalb des Meinungskorridors ist extrem teuer und oft selbstzerstörerisch. So verstärkt sich der Meinungskorridor stetig selbst und die Abstürze werden immer heftiger, wenn man ihn überschreitet.

Neoliberalismus: „Wer macht die Drecksarbeit?“

In der Thematik zum bedingungslosen Grundeinkommen kenne ich mich nur schlecht aus. Ich finde die Idee faszinierend, befürchte aber, das ließe sich nicht umsetzen. Ich habe aber eine Umfrage in Erinnerung, die zu einem recht witzigen Ergebnis kam: Die Mehrheit der Befragten gab an, dass sie weiterarbeiten würden (vielleicht etwas weniger), zugleich vertrat aber auch die Mehrheit die Auffassung, dass „die Anderen“ dann nicht mehr arbeiten würden, weshalb das Modell nicht realistisch sei. Nun ja, wie auch immer: Gäbe es ein Bedingungsloses Grundeinkommen und wäre Obdachlosigkeit abgeschafft, dann hätte ich auch kein Problem mit Frauenquoten für die Jobs mit Macht, Geld und Status.

Mich interessiert jetzt aber was anderes: Im Zusammenhang mit der Diskussion über das BGE bin ich bei einem Neoliberalen über eine Frage gestolpert, die ich für vielsagend halte:

„Wer macht dann die Drecksarbeit?“

Denn es zeigt auf, dass Libertäre die Behauptung, wir lebten in einer gerechten Gesellschaft – „Wer sich ehrlich bemüht, bringt es zu Wohlstand“ und „Hier wird man fair entlohnt“– selbst auch als Lüge durchschauen. Lebten wir in eine freien, gerechten Gesellschaft, hätten diejenigen, die die Drecksarbeit erledigen auch die Freiheit, diese Arbeiten abzulehnen, und würden trotzdem überleben, in Würde, was z.B. mit einem BGE gegeben wäre. In der Realität haben sie diese Freiheit nicht, sind also unfrei.

Neoliberale Vordenker wie etwa Hayek wissen ganz genau, dass die Entlohnungen in der Arbeiterklasse ungerecht sind, sie sehen aber ungerechte Löhne – nicht für sich selbst, nur für andere – als notwendig an, damit die Gesellschaft weiterläuft, also dass sie – nicht die anderen – es auch weiterhin gut haben – das nennen sie dann Freiheit, für die andere Opfer zu erbringen haben.

Wie ließe sich aber regeln, dass unter den Bedingungen eines BGE die Drecksarbeit dennoch erledigt wird? Dazu der erste Vorschlag: Diese Jobs müssten eben so gut bezahlt werden, dass sich Leute finden, die das übernehmen. Das wäre dann auch eine tatsächlich gerechte Entlohnung. Zweiten müsste die Arbeitszeit begrenzt werden, zum Beispiel maximal 5 Stunden.

Wie gesagt, ich bin skeptisch, ob ein BGE funktionieren könnte, aber ich sehe diesen ersten neoliberalen Einwand als so herrlich entlarvend an.