«Text me when you get home» – Männer sind wertlos

Ein Leidmedium schreibt:

Die Frustration eingefangen hat die britische Fitnessexpertin Lucy Mountain. Mit ihrem eindringlichen Instagram-Post mit dem Satz «Text me when you get home» (Schreib mir, wenn du zu Hause angekommen bist), hat Mountain für Tausende Frauen den Nagel auf den Kopf getroffen – ihr Beitrag hat fast drei Millionen Likes bekommen. Es sind nur sechs Wörter. Doch es handelt sich um eine kurze, aber vielsagende Textnachricht, die wahrscheinlich schon jede Frau verschickt oder erhalten hat. Der Satz macht die omnipräsente Angst um die Sicherheit von Frauen sichtbar – sich beim Nachhauseweg Sorgen zu machen, ist erschreckenderweise immer noch Standard.

…und macht damit deutlich, was es mit der aktuellen Propaganda auf sich hat. Was nicht deutlich wird, ist der sexistische Hintergrund dieser Kampagne, nämlich dass das Leben von Jungen und Männern nicht zählt, dass totgeschwiegen wird, wenn sie Opfer von Gewalt und Mord werden, denn davon sind sie häufiger betroffen. Die gesamte Kampagne dreht sich um jene Gruppe, die seltener betroffen ist. Es wäre zum Lachen wenn es nicht zum Verzweifeln wäre. Und Überraschung: Auch ich fühle mich mulmig, wenn ich nachts allein unterwegs bin, und dazu habe ich genau denselben Anlass wie eine Frau.

Ich wünschte, mehr Männer würden verstehen…

So? Ich soll also verstehen? Und ob ich verstehe. Ich verstehe, dass du eine Sexistin bist, die die Menschheit in lebenswerte und lebensunwerte Gruppen einteilst. Dass du dich einen Dreck dafür interessierst, wenn es die lebensunwerten erwischt – selbst wenn es männliche Kinder trifft, wie deutlich wird daran, dass du dir allein um „Frauen und Mädchen“ Sorgen machst.

Solltest du damit konfrontiert werden, dass die Öffentlichkeit für Männer ein gefährlicherer Ort ist, dann tust du das ganz schnell damit ab, dass die Täter ja auch Männer sind.

Um dieses Ablenkungsmanöver zu analysieren, lohnt es sich, den Blick auf eine andere Gruppe zu lenken, auf eine solche, die unter Schutz der Woken steht: Die Schwarzen. In den USA. Denn wenn dort ein Schwarzer stirbt, ist sein Mörder auch schwarz. Thema erledigt? Keine weitere Erörterung mehr nötig, da sie sich ja gegenseitig umbringen?

Um zu den Männern zurückzukommen: Wenn man bei einem männlichen Opfer auf das Geschlecht des Täters verweist, dann wird „der Mann“ als Tätergruppe definiert und das Opfer dieser zugeordnet: Das Opfer wird zum Täter gemacht, woraus sich erklärt, dass man als Mann auch mal zu hören kriegt, man sollte solche Opfererfahrungen als Gelegenheit sehen, über „toxische Männlichkeit“ zu meditieren.

Denn es geht um:

die Dringlichkeit der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen durch Männer

Im ersten Schritt werden Männer als Opfer ausgeblendet, im zeiten werden sie auf die Anklagebank gesetzt. Es geht also um eine Anklage und um die Verbreitung von sexistischem Hass. Es geht nicht um Schutz von Menschen vor Gewalt. Würde es darum gehen, müsste man auch Männer als potentielle Opfer inkludieren und dann würde auch eine sexistische Anklage gar nicht erst erhoben. Es geht also stattdessen um das Aufbauen und Pflegen eines Feindbildes; zum analogen Thema Vergewaltigung schrieb ich:

Anstatt also, dass man Frauen sagt, vorsichtig zu sein, soll man stattdessen Männern sagen, nicht zu vergewaltigen. Das macht ungefähr soviel Sinn, wie Hausbewohnern nicht mehr zu sagen, ihre Türen abzuschließen, sondern „Menschen“ zu sagen, sie sollen nicht einbrechen. Moment! „Menschen“? Welchen „Menschen“? Zigeunern etwa, oder wäre das rassistisch? Eben. Bei der Thematik „Einbruch“ – anders als bei Vergewaltigung – fehlt das Feindbild, fehlt der Feind, den man anklagen und gegen den man seinen Hass ausleben kann. Deshalb gibt es keine entsprechende Bewegung. Es geht nicht um Schutz der Opfer, es geht um Hass.

Übrigens werden auch in anderen Bereichen männliche Opfer ausgeblendet und weibliche betont, obwohl erstere ein Vielfaches ausmachen: Über manche Opfer redet man, über andere schweigt man, und somit kann man schön die Propaganda von „Femiziden“ als besonders ruchloses Verbrechen verbreiten. In der Folge werden Morde an Frauen, den wertvollen Menschen, besonders hart bestraft, und diese sowieso schon geläufige Praxis der Gerichte soll in Gesetze gegossen werden; der Mord an einer Arierin ist dann hochoffiziell ein besonders frevelhaftes Verbrechen.

Ich als Untermensch, der versteht, ziehe daraus Konsequenzen. Ich werde einer Arierin nicht zur Hilfe eilen, wenn ich Zeuge eines Angriffs werde. Denn wenn ich das täte, ginge der Angreifer vielleicht auf mich los, und wozu sollte ich meine Unversehrtheit riskieren in einer Gesellschaft, die mich in ihrem Namen alltäglich verhetzt, verleumdet, demütigt, als gering erachtet? Ach was schreib ich da. Natürlich würde ich helfen.

3 Gedanken zu „«Text me when you get home» – Männer sind wertlos

  1. moyn

    Guter Text, Danke! Und tatsächlich ist es jenseits aufgehetzter Feminismus-Twitterblasen durchaus nicht unüblich, dass eine Partnerin ihrem Partner diese Nachricht schickt, oder eine Mutter ihrem Sohn. So verhält es sich jedenfalls in meinem Umfeld. Man macht sich halt Sorgen um seine Liebsten, ohne vorher des Geschlecht aufzurechnen. Wer das nicht mehr hinbekommt, kann einem nur noch leid tun. Ein trauriges Beispiel, das zeigt, wie sehr der Feminismus unsere Gesellschaften vergiftet und den sozialen Zusammenhalt zerstört.

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  2. zehnter-ochse

    Es ist das Jammern des reichen Kaufmanns, der Angst beim Durchqueren des Sherwood Forrest hat, jenem Wald, in dem Robin Hood sein Unwesen treibt.

    Die junge Frau hat sehr begehrte Ressourcen, die ihr eine gehörige Menge Macht verleihen, und es gibt ein paar wenige, die bereit sind, sich die Ressourcen gewaltsam anzueignen.

    Was genau ist daran „erschreckend“?

    Dass selbst Frauen mit Realitäten und Ungleichgewichten konfrontiert werden?

    Ja, schlimm, ganz, ganz schlimm.

    Antwort
  3. Emannzer

    Ich denke bis heute und immer mehr: Wir müssen solchen aufgeblasenen „Bubble-Tröten“ einfach das zeigen, was schon die alten Germanen machten: Den Rücken zeigen, Sowas macht die meisten Gratzien fertig, hat sogar damals beim kollektiven Umdrehen der ganzen Klasse gezeigt, als sie der ungeliebten Französisch-Lehrerin selbigen präsentierten.

    Damit kommen diese Trutschen, welche sich für den Mittelpunkt der Erde halten, ganz einfach nicht klar! Diese merkwürdige Ausprägung von Frau, dreht durch, wenn sie jeder auslacht. Macht euch doch nicht verrückt. Umdrehen und auslachen.

    Ist nicht ganz einfach, ich weiß. Aber wenn das Alle machen würden, da könnte es im morschen Gebälk dieser Selbstüberpuderten mächtig knirschen.

    Ignoriert Idiot*Innen!

    Ihr seid Männer – und keine Schnullerpuppen!

    Antwort

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