Nils Pickert ist ein Diener des Bösen

Mir ist an einem Geschlechtefrieden gelegen, wobei mein Beitrag zur Debatte vielleicht nicht immer konstruktiv ausfällt. Ob sich der gute Nils Pickert solche Gedanken macht, weiß ich nicht. Er hat jedenfalls auch etwas zur Debatte beizutragen. Und zwar hat er ein Problem mit dem Hashtag #notall. Also: #NichtAlleMulimeSindFrauenverächter.

Nein, das war’s nicht. Vielleicht dieser hier: #NichtAlleMütterSehenKinderAlsIhrEigentum.

Nein, auch nicht. Sowas gibt der Diskurs in unserer Gesellschaft nicht her. Die genannten Gruppen dürfen ihre Angewohnheiten schön weiterpflegen. Solche Verbrechen stören nicht.

Was stört ist: Wenn Männer Verbrechen begehen. Gegen Frauen. Dann wird der Mann – #YesAllMen – in Kollektivhaft genommen. Genau das macht Nils Pickert. Er mag #notAllMen nicht. Er will #YesAllMen, der einzige anständige Mann ist er selbst. Da wendet er Energien auf, um es den Nigggern heimzuzahlen. Was heimzahlen? Das, was andere verbrochen haben. Dazu lavriert er herum und kommt mit vielen Verrenkungen und heimtückischen Manövern dahin, dass irgendwie alle Männer schuld sind. Solche Methoden lassen sich auf alle Gruppen von Menschen anwenden. Die Frage ist, bei welchen man das macht und bei welchen nicht. Wird die Anklage gegen Frauen erhoben, sie töteten Kindern – jeden dritten Tag – oder sucht man sich ein anderes Feindbild aus?

Als Mann kann man unterschiedlich darauf reagieren. Zum Beispiel so wie dieser arme Tropf:

Er erniedrigt selbst. Er nimmt die stalinistische Anklage an. Er demütigt sich selbst.

Man kann aber auch anders darauf reagieren. Bevor ich dazu komme, ein paar Worte über Selbstanspruch.

Wenn man einem Muslim – #notAll – sagt, dass er ein Sexist, da er nur Frauen mit Kopftuch achtet, solche also, die sich dem islamischen Diktat unterwerfen, dann… ist ihm das egal. Er stellt an sich selbst nicht den Anspruch, kein Frauenfeind zu sein, seine Religion sagt ihm, dass sie ihm zu gehorchen hat und fertig.

Zurück zur Genderdebatte: Dass man sich von Sexisten wie Nils Pickert angepisst fühlt (oder sich Asche auf’s Haupt streut), liegt daran, dass der (weiße) Mann an sich selbst den Anspruch stellt, kein Sexist und kein Frauenfeind zu sein. In dieser Hinsicht ist der Mann vielen anderen Kulturen und auch der Frau umgekehrt voraus, denn welche stellt schon an sich den Anspruch, keine Männerfeindin sein zu wollen und Männer anständig zu behandeln?

Wenn ein toxischer Feminist wie Pickert einen an’s Bein pinkelt, dann kann man diese Demütigung annehmen und sich selbst erniedrigen. Oder man macht sich die Mühe, die Konzepte von Kollektivhaft und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu analysieren und die Anklage zurückzuweisen. Oder man reagiert so: „Eine Frau wurde vergewaltigt? Wow. das ist ja so… egal.“ Mit dieser Gleichgültigkeit ob des Schicksals von Frauen kann ein toxischer Feminist rumplärren wie er will. Man hat nicht mehr als ein Achselzucken für ihn übrig.

Das ist toxischer Feminismus. Er vergiftet die Beziehung zwischen den Geschlechtern. Auf Seiten der Männer, entweder weil sie mit Achselzucken reagieren oder sich erniedrigen und die Anklage internalisieren – was krank ist. Auf Seiten der Frauen, da sie gegen Männer eingenommen werden (was aber nicht als Problem angesehen wird, da kein Selbstanspruch bei Frauen besteht, Männer anständig zu behandeln). All das macht aus Nils Pickert einen Diener des Bösen.

7 Gedanken zu „Nils Pickert ist ein Diener des Bösen

  1. Renton

    Mir fällt gerade etwas zu dem Foto und Deiner Interpretation dazu ein.
    Im Englischen gibt es einen Unterschied zwischen „to quit“ und „to stop“. Wenn ein Deutscher formuliert „I stopped smoking“, muss der Engländer lächeln: Das klingt, als wäre vom Deutschen eine Rauchsäule aufgestiegen, deren Ursache der Deutsche gleich einem Feuer gelöscht hätte. Richtig wäre „I quit smoking“: Ich habe aufgehört, zu rauchen. „To quit“ steht für das Aufgeben einer Angewohnheit, „to stop“ für das Stoppen eines Vorgangs.

    Der Mann auf dem Foto hält das Schild „I can stop rape“ hoch. Da er erkennbar niemanden im Moment der Fotoaufnahme vergewaltigt, verstehe ich die Aussage so, dass er Vergewaltigungen generell stoppen kann. Also im Sinne von Einschreiten, für eine bessere Gesellschaft sorgen. Nicht im Sinne von „selbst nicht mehr vergewaltigen“, dann müsste er sagen „I can quit raping“ – man beachte auch den Unterschied zwischen „rape“ und „raping“.

    Nun bin ich auch kein englischer Muttersprachler, aber ich bin mir nicht sicher, ob Deine Interpretation einer stalinistischen Selbstanklage richtig ist.

    Antwort
    1. uepsilonniks Autor

      Hi Renton, Du schon wieder 🙂

      Der Rape-Culture-Theorie zufolge sind alle Männer für die Vergewaltigungskultur verantwortlich und alle Männer profitieren davon – der Mann stellt eine eigene Klasse. Dem folgt der arme Tropf oben, der sich in der Verantwortung sieht nach der Logik, dass es an jedem Mann läge, Rape-Culture zu beenden. Er sagt ja nicht, er wolle Einbruch oder Mord verhindern, da er als Mann nicht dafür verantwortlich ist oder gemacht wird – anders als bei Vergewaltigung. Auch wenn er selbst nicht vergewaltigt, ist er nichtsdestotrotz als Mann mitschuldig an einem System der Vergewaltigung.

      Antwort
    2. Billy Coen

      @ Renton

      Ich wäre mir da nicht so sicher und denke, dass die Interpretation von Uepsi durchaus passen kann. Was du über den semantischen Unterschied zwischen to stop und to quit schreibst, mag formal stimmen, aber ich wäre nicht zu sicher, dass dies auch im Sprachalltag wirklich noch so gelebt wird. Unter Umständen würde der Engländer aus deinem Beispiel selber to stop verwenden, um zum Ausdruck zu bringen, dass er mit dem Rauchen aufgehört hat. Man bedenke nur mal, wie man als Deutscher eingebläut bekommen hat, dass man nach einer Verneinung (don’t, haven’t, etc.) keine zweite Negation verwenden darf, sondern danach mit Kombinationen des Wortes „any“ fortfahren muss (I didn’t do anything). Und nun erlebt man als Fremdsprachler, wie die Muttersprachler vermehrt selbst mit doppelten Negationen operieren, wenn sie faktisch ein einfache Verneinung ausdrücken wollen, speziell in den USA (I didn’t do nothing, womit wohl nicht selten jene, die das so sagen, ungewollt mit einer doppelten Verneinung eine der Wahrheit sehr nahe kommende Aussage tätigen… 😉 ).

      Insofern mag dein Einwand formal berechtigt sein, aber geht wohl an der Realität vorbei, schon alleine, weil die originär korrekte Bedeutung des Satzes „I can stop rape“, so wie du sie hergeleitet hast, faktisch keinen Sinn ergibt.

      Antwort
      1. Renton

        @Billy Coen
        Vergleiche Dein „Ich wäre mir da nicht so sicher“ mit meinem „ich bin mir nicht sicher“. Was fällt auf? Ich schrieb explizit, dass ich mir nicht sicher bin. Insofern bin ich mir jetzt sehr sicher, dass Du mich falsch interpretiert hast 😉

        Spaß beiseite, ist nur eine Floskel von Dir gewesen, weiß ich. @uepsi mag mit seiner Interpretation recht haben, das will ich gar nicht ausschließen, denn es verhält sich, wie Du sagst: Nicht jeder verwendet selbst seine Muttersprache immer 100% nach den Regeln aus dem Grammatikbuch. Man müsste mehr über den Kontext des Fotos wissen. Es kann aber auch so sein, wie ich schrieb. Zum Vergleich: Stünde auf dem Schild „I can stop Trump“ oder „We can stop climate change“, würden wir beides wohl kaum als eine stalinistische Selbstanklage verstehen.

        (Vielleicht sollte ich aber auch aufhören, so viel herumzumosern, und uepsi seine Interpretation des Bildes als Illustration eines allgemeinen Sachverhaltes einfach lassen, selbst, wenn sie in diesem speziellen Fall falsch sein sollte. Aber ich mosere doch so gerne 😦 )

        Antwort
  2. Peter Müller

    „Man hat nicht mehr als ein Achselzucken für ihn übrig.“

    Bestenfalls.

    Ich wüsste auch zu gerne, ob Nils P. seine Thesen so vehement auch in einem realen Umfeld vertreten würde, wo er dafür was aufs Maul bekommen könnte.

    Sich wie er es macht, auf einer Website von Feministas zu produzieren, ist ja von außen betrachtet da eher so ein Femdom/malesub-Ding.

    Da grinst mann beim reinschauen höchstens ob dieser Paraphilie und macht leise wieder die Tür zu.

    Antwort

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