Frauenblut und Göttinnenkomplex

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sie es nicht mitbekommen haben: Männer haben was erfunden für die Frauenhygiene, nämlich ein Utensil zur einfachen diskreten Entsorgung von Tampons. Die ganze Geschichte endete damit, dass die Erfinder angesichts eines gigantischen Shitstorms um Entschuldigung bettelten für diesen Akt des „Menstruationsshaming“.

Ich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass sich mal ein Diskurs etablieren wird, wonach Jungen, Männer die Intimität des Onanierens öffentlich machen sollten, alles andere wäre „Spermashaming“. Wobei: Eigentlich gibt es keinen Grund, sich für menschliche Körperfunktionen und allem, was damit zusammenhängt – Blut, Sperma, Kot –  zu schämen, denn wir alle produzieren das und es ist nur natürlich, wie wohl auch die hier anführen würde:

…bin grad am Scheißen.

Onanieren ist weit stärker stigmatisiert als Menstruieren und damit könnte man ein Problem haben, da das ja ein Akt gegen männliche Selbstbestimmung darstellt. Dennoch wird das alles schambesetzt bleiben und dabei gilt die Formel, dass sich Schwachsinn durch den Verlust von Schamgefühl auszeichnet.

Jetzt ist es aber doch faszinierend, warum um die simple Tatsache, dass Bluten ein intimer Vorgang ist, so ein Bohei gemacht wird. Der Kommentator Beweis vermutet, dass der Grund in männlicher Aneignung läge: Hätten Frauen das Produkt erfunden und vorgestellt, es hätte nicht den Zorn der Selbstgerechten auf sich gezogen.

Ich vermute was anderes, nämlich den Göttinnenkomplex, der hier schon Thema war. Dazu gehört u.a. dass die Frau ihre Kinder als ihr Eigentum begreift und sie dem Vater entfremden; dass sie verfügt, dass die Kinder nur einen Gott, eine Göttin kennen, nämlich sie selbst, die keinen anderen Gott neben sich duldet. Die Frau ist eine Göttin, weshalb es auch lästerlich ist, ihr ein profanes Kompliment zu machen, was folgerichtig eine breite gesellschaftliche Debatte auslöst und Existenzen vernichtet. Wie schreiben die Stinker von Pink-Stinks? So: …dann gebt einen Ratgeber heraus, wie Kerle damit klar kommen können, dass Frauen bluten (via). Es geht darum die Kerle zu erziehen, von deren Urteil sie sich abhängig machen. Natürlich nicht zu sexueller Autonomie, nein: Die Frau ist heilig und alles, was von ihr kommt, ist es ebenfalls, weshalb es sich nicht verstecken sondern geehrt und geheiligt werden soll, womit Kerle, die (angeblich) nicht damit klarkommen, Gotteslästerung begehen, nichts weniger als Blasphemie, und die Menschen sind bereit, für ihre Götter zu töten, womit sich die Morddrohungen erklären, die die Erfinder erhielten.

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