Das Böse ist eine Frau

Über obiges Video bin ich gestolpert, als ich noch ganz unter dem nachhaltigen Eindruck von „Antichrist“ stand, dem sich die Botschaft entnehmen lässt, dass das Böse eine Frau ist, anders als in der Bibel in geschlechtergerechte Sprache, wo alles bis auf den Teufel verweiblicht wurde.

„Antichrist“ also und gleich darauf diese verführerische Frau, die in dem Video vermutlich nur die Trennung zu ihrem Freund, den sie in die Wüste schickt, verarbeitet, was ich aber mal ausblende. Beides erinnerte mich an das unerquicklichen Bild, dass das weibliche Geschlecht das schreckliche ist.

Das Video oben erzählt die Geschichte eine Mannes, der in der Wüste draufgeht – wobei man bedenken muss, dass Verdursten einer der qualvollsten Tode ist, den man sterben kann. Zu diesem Drama tanzen die gute Alice und ihre Freundinnen breit lächelnd und lachend. Dazu die beiden einzigen Sätze: „Do you think you’re better off alone?“ und „Talk to me“.

Also die unverhohlene Foltertoddrohung an Männer, die ohne die Frau auskommen wollen. Der Mann soll sich der Frau zuwenden – „Talk to me“ – und ansonsten zugrunde gehen. Dieses Eingehen einer wie immer auch gearteten Beziehung mit dem Bösen ist wichtig. Der Teufel will, dass man sich auf ihn einlässt; das größte Ungemach, das ihm widerfahren kann, ist, dass man ihn einfach ignoriert, ohne ihn lebt. So fordert er einen auf, einen Vertrag mit ihm zu schließen, bei dem man aber immer alles verliert, nämlich seine Seele, was ewige Sklaverei bedeutet – wer sich auf ihn einlässt, zu ihm „spricht“, ist verdammt.

Die Erpressung – „Entweder ich oder Tod!“ – kleidet sich dabei in ein höchst verführerisches Gewand. In einigen Horrorfilmen erscheinen das Böse und seine Vertreter oft als besonders hässlich, so dass man sie sofort erkennen kann. Verführung aber arbeitet anders. Es präsentiert sich außerordentlich begehrenswert. Das ist auch etwas, das Feministen nicht verstehen, die einen selbstgerechten Zorn auf vermeintlich sexistische Darstellung von Frauen pflegen. Mit einer schönen und begehrenswerten Frau zu werben ist nicht frauenfeindlich, ganz im Gegenteil. Als Beispiel dazu könnte man die Propaganda der Nazis à la Riefenstein bemühen, die die Arier in höchst ästhetischer Weise abbildete – auch halbnackt. Wer jetzt davon spräche, in diesen monumentalen Szenen würde Deutsche zu Objekten reduziert, würde sich nur lächerlich machen. Das Böse verbirgt sich hinter einer Maske, die Schönheit und Harmlosigkeit vortäuscht, so wie es ein Medium in dem Film „Poltergeist“ beschreibt: Das Monster erscheint für das entführte Kind nur wie ein anderes Kind, das lediglich spielen will; für die Anderen ist es die Bestie.

In obigen Video haben wir also verschiedene Elemente. Zum einen das Gebot, sich als Mann der Frau zuzuwenden, was (sexuelle) Glückseligkeit verheißt, zum anderen die Androhung des Foltertodes, wenn man dieser Aufforderung nicht nachkommt. Das Böse in Reinform.

 

3 Gedanken zu „Das Böse ist eine Frau

  1. beweis

    Das Böse ist hier gar nicht die Frau, die sich anmalt und dann rumzappelt – das Böse ist die männliche Drüse, die den Verstand ausschaltet und Männer dazu bringt, für sowas ihr Leben wegzuwerfen und in der Wüste zu verdursten.

    Antwort
    1. uepsilonniks Autor

      Das wusste schon Schopenhauer:

      Das niedrig gewachsene, schmalschultrige, breithüftige und kurzheinige Geschlecht das schöne nennen konnte nur der vom Geschlechtstrieb umnebelte männliche Intellekt: in diesem Triebe nämlich steckt seine ganze Schönheit. Mit mehr Fug, als das schöne, könnte man das weibliche Geschlecht das unästhetische nennen.

      Antwort
  2. Sepp

    Jaja, das liebliche soziale wunderbare beste ™ Geschlecht…

    Ist zu so wunderbaren Sachen fähig:

    Aktuelle Nachrichten in der Süddeutschen Zeitung

    HomeMünchenMünchenPolizei und Feuerwehr in MünchenMünchen-Freimann: Frau drängt Ex-Freund mit Auto ab

    21. Januar 2021, 8:54 Uhr
    Freimann: Studentin passt Ex-Freund mit Auto ab – und rammt ihn von der Straße

    Die 23-Jährige aus dem Landkreis Freising wartet am Rand der Auensiedlung darauf, dass der junge Mann von der Arbeit heimkehrt.

    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-freimann-beziehungstat-autokollision-freising-1.5180416

    Antwort

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