Propaganda von Ayliva

Im Hintergrund läuft ein Musikvideo. Ich werde aufmerksam, denn dort heißt es: „Deine Schuld“. Der Song vermittelt die Botschaft, dass die Schuld und Verantwortung für Missverhältnisse allein – ganz allein – bei dem anderen lägen. Ich höre und gucke weiter, da ich neugierig bin, ob sie noch einen plausiblen Grund dafür liefert, warum sie zu der guten alten Regel: „Zu einem Streit gehören immer zwei“ die Ausnahme bildet; warum sie nicht einfach nur eine Narzisstin auf dem Level „Du hast aber angefangen!“ eines Kleinkindes ist. Ich werde enttäuscht, diesen Grund liefert sie nicht, dafür aber die Propaganda von den armen misshandelten Frauen – von Männern misshandelt, wohlgemerkt.

Alles Bullshit. Alles. Erstmal geht im häuslichen Bereich mehr Gewalt von Frauen aus, nur dass die das dürfen. Es besteht eine gigantisch klaffende Lücke zwischen Hell- und Dunkelfeld, Frauengewalt spielt sich viel öfter im Verborgenen ab. Frauen dürfen beinahe nach Belieben Kinder, Pflegebedürftige und Männer misshandeln, ohne dass einer einschreitet. Wenn ein Kind stirbt, ist sein Mörder in aller Regel die eigene Mutter, was aber Humanisten und Feministen nicht interessiert und auch kein Anlass für Hasspropaganda ist mit Plakaten, auf denen düstere, bedrohliche Frauenfiguren vor verängstigten Kinder zu sehen sind – solche Hetze bleibt für den Mann reserviert.

Die Propaganda, wonach nur einer allein Täter ist, ist beliebt, geht aber meilenweit an der Wirklichkeit vorbei. Solche Gewalt findet eingebettet in einer Beziehungsdynamik statt, in der sich die Beteiligten gegenseitig hochschaukeln; beide haben ihren Anteil daran. Deswegen können vor Männerhass triefende Konzepte auch nicht wirksam helfen, da die Mitverantwortung von Frauen nicht gesehen, sondern geleugnet wird. So bleiben die Gewaltursachen erhalten und als einzige Lösung bietet sich dann nur noch die Vernichtung der Familie an, die bei Feministen besonders beliebt ist und worunter besonders Kinder und Männer zu leiden haben, wobei erstere an die Schlägerin gehen. Ein Trennungsvater berichtet, wie ihm seine Tochter sagte: „Das, was Mama früher mit dir gemacht hat, macht sie heute mit mir.“ Aber solche Menschen bleiben allein, für sie gibt es keine Hilfe. Ganzheiltiche Ansätze, z.B. in Gewaltschutzhäusern, die beiden Geschlechtern offenstehen, beziehen alle Familienmitglieder mit ein und arbeiten nicht mit simplen Täter-Opfer-Narrativen, mit strunzdummen, einseitigen Verurteilungen wie in Frauenhäusern oder wie in diesem Video hier:

4 Gedanken zu „Propaganda von Ayliva

  1. Renton

    Es gibt manchmal merkwürdige Unterschiede zwischen dem Inhalt eines Liedes und dem des dazugehörigen Musikvideos.

    Das pure Lied enthält weder direkte noch indirekte Hinweise auf häusliche Gewalt. Es geht um eine sehr unausgewogene Beziehung, aus der die Protagonistin sich gelöst hat, weil der Wille zum Eingeständnis von Fehlern immer nur bei ihr vorhanden war. Jetzt, im Nachhinein, dreht sie den Spieß um und erklärt, Schuld habe immer nur der Partner gehabt. (Man könnte auch sagen, sie unterscheidet zwischen Fehlern und Schuld, und erklärt sich deshalb für zwar nicht fehler-, aber schuldfrei. Naja.)

    Im Musikvideo gibt es den unmissverständlichen Einleitungstext und die Szene mittendrin, in der eine Auseinandersetzung von ihrem Partner auch körperlich ausgetragen wird und in einer Ohrfeige gipfelt.

    So etwas fällt mir nicht zum ersten Mal auf. Ich frage mich dann immer, inwiefern der Liedermacher den Inhalt des Musikvideos mitbestimmt. Gab es vielleicht erst das Lied, und dann wurde durch die Musikvideoproduzenten eine weitere Botschaft für das Video ersonnen? Das soll den Künstler nicht von der Verantwortung für den Inhalt des Videos entlasten, insbesondere, wenn er darin mitspielt. Aber ich sag mal so:

    Deiner Qualifizierung als „dumme Kuh“ kann ich mich beim Sehen des Musikvideos anschließen, beim bloßen Hören des Liedes jedoch nicht.

    Antwort
      1. Renton

        Och, warum? Du hast doch ausreichend begründet, warum Du sie für eine dumme Kuh hältst. Ich finde, dann darf man das auch sagen 🙂

        Antwort

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