Wilhelm Busch – „Der Einsame“

Grüße gehen raus an alle Incels.

Wilhelm Busch – „Der Einsame“

Wer einsam ist, der hat es gut,
Weil keiner da, der ihm was tut.
Ihn stört in seinem Lustrevier
Kein Tier, kein Mensch und kein Klavier,
Und niemand gibt ihm weise Lehren,
Die gut gemeint und bös zu hören.
Der Welt entronnen, geht er still
In Filzpantoffeln, wann er will.
Sogar im Schlafrock wandelt er
Bequem den ganzen Tag umher.
Er kennt kein weibliches Verbot,
Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.
Geschützt vor fremden Späherblicken,
Kann er sich selbst die Hose flicken.
Liebt er Musik, so darf er flöten,
Um angenehm die Zeit zu töten,
Und laut und kräftig darf er prusten,
Und ohne Rücksicht darf er husten,
Und allgemach vergißt man seiner.
Nur allerhöchstens fragt mal einer:
Was, lebt er noch? Ei, Schwerenot,
Ich dachte längst, er wäre tot.
Kurz, abgesehn vom Steuerzahlen,
Läßt sich das Glück nicht schöner malen.
Worauf denn auch der Satz beruht:
Wer einsam ist, der hat es gut.

6 Gedanken zu „Wilhelm Busch – „Der Einsame“

  1. Renton

    Zur Widmung:
    Ich glaube, Busch hatte bei diesem Einsamen einen gesetzten, älteren Mann im Sinn, und nicht einen virilen, jungen Mann voller Sexualhormone. Die Bedürfnisse der beiden unterscheiden sich stark. Ich glaube daher nicht, dass das Gedicht vielen Incels ein Trost sein kann.

    Es könnte aber der Text zu einer MGTOW-Hymne werden.

    Antwort
    1. Emannzer

      „Es könnte aber der Text zu einer MGTOW-Hymne werden.“

      Au weia, nein und auf keinen Fall! Es sei denn, man möchte depressiven „Grasfressern“ noch mehr Nahrung geben, anstatt MGTOW als starke und autarke Reaktion auf den Feminismus und dieses ganze Woken-Gedöns mit seinen Stotter-Sternchen zu präsentieren.

      Ansätze sind ja durchaus vorhanden – aber doch nicht so umgesetzt, bitte.

      MGTOWs brauchen keinen Trost. Sie sind autark genug und grinsen irgendwann über die „fat white wales“, die auf der Suche nach Liebe in bestimmte Auffanglager strömen oder mit Teddybärchen um sich werfen!

      Motto: Mädels – es geht prima ohne euch,
      unsere Achtung müsst ihr euch verdienen!

      Antwort
      1. Renton

        „Es sei denn, man möchte depressiven „Grasfressern“ noch mehr Nahrung geben,..“

        Ich finde das Gedicht in keiner Weise depressiv. Kann es sein, dass uepsis Widmung bei Dir andernfalls nicht vorhandene Assoziationen geweckt hat?

        Antwort
    2. beweis

      Stimmt. Ein junger, hormonspritzender Partyhopper findet das Gedicht sicher nicht so nice. Wäre mir auch so gegangen. Ich denke aber auch, man braucht generell eine gewisse Reife und Hormon-Balance, um überhaupt MGTOW zu sein. Denn das ist ja keine Ideologie oder Religion, sondern eher ein emanzipatorisch-freiheitlicher Zustand, den man anstreben und erreichen kann.

      Antwort
  2. beweis

    Dank für das Gedicht. Kannte ich noch nicht. Nach „Vom Fischer und seiner Frau“ der Gebrüder Grimm ein erneuter historischer Beleg dafür, dass früher die Männer in der Geschlechterbeziehung nicht pauschal die dominant-aggressiven Machtwesen waren, die ihre Frauen zuhause einsperrten, unterdrückten und beliebig vergewaltigten. Denn diese Mär wird uns spätestens seit der zweiten Welle des Feminismus eingehämmert und gilt mittlerweile sogar unter feminismuskritischen Menschen als Allgemeingut.

    Antwort

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