Bei Pinkstinks weiß man nicht, wer das Haus baut – oder doch?

Der Hausmann Pickert verwirklicht sich selbst – indem er die Frauenrolle übernimmt (via). Er kocht gerne, kümmert sich um die Kinder und interessiert sich leidenschaftlich für Farben. Kurz: Wenn er eine Frau wäre, wäre er unterdrückt, bzw. wenn sich eine sie ganz für typische Frauendinge interessieren würde, für Kücher, Kinder und weiblich codierte Farben, dann würde der Herr Pickert diese Frau oder dieses Mädchen, das sich gerne als Prinzessin verkleidet, massiv angreifen und beschämen: Pink stinks! Du stinkst!

Da stellt sich natürlich die Frage, warum das, was bei Frauen als Unterdrückung und Verdummung gilt, für Männer gut sein soll. Wenn Herr Pickert sich so selbst verwirklichen kann, warum sollte das eine Frau nicht können? Ist Herr Pickert der lebende Beweis dafür, dass Frauen, die nicht arbeiten müssen, privilegiert sind und nicht benachteiligt, da er zu Protokoll gibt, mit dem typischen Hausfrauendasein glücklich zu sein? Ist die Hausfrau – so gedacht – gar nicht im Nachteil, verwirklicht sie sich gar selbst, wenn sie gerne kocht, sich um die Kinder kümmert und sich leidenschaftlich für Farben interessiert? Ist das Patriarchat am Ende gar keins, weil es von Frauen immer so gewollt war und sie dieses per Erziehungshoheit den kleinen Jungen so eintrichterten: Dass die Hauptaufgabe im Leben eines Mannes ist, einer Frau diese Art von Selbstverwirklichung zu ermöglichen?

Pickert weiter: Er interessiert sich nicht für Männerdinge, das überlässt er seiner Frau. Sie ist verantwortlich dafür sich mit dem Techniker über die Autoreparatur auseinanderzusetzen. Und das ist für ihn Gelegenheit, gemeinsam mit anderen ganz doll emanzipierten Frauen über die Handwerker zu lästern, die offenbar von gestern sind, da sie meinen, der Mann wäre zuständig. Diese sind aber ebenfalls immer – immer – irgendwie Männer, jedenfalls erwähnt Pickert nicht, dass er mal eine Technikerin darin belehren musste, doch bitte schön die Frau, die der Mann im Haus ist, in der Sache anzusprechen. Und das legt die ganze Erbärmlichkeit der feministischen Bewegung bloß: Denn es zeigt nur, dass nach wie vor der Experte männlichen Geschlechts ist, und der Handwerker liegt in ~90% der Fälle richtig, wenn er sich in der Sache an den Mann und nicht an die Frau richtet.

Ich habe mal eine Bauarbeiterin gesehen. In meinem ganzen Leben. Gut: Vielleicht auch zwei. Die jedenfalls stand rum und blies in eine Trillerpfeife, wenn sich eine Straßenbahn näherte, um damit ihre männlichen Kollegen anzuweisen, die Arbeiten am Gleisbett zu unterbrechen. Wer baut das Haus? Ein Mann. Immer noch. Und wenn sich eine Technikerin über Menschen lustig macht, die nicht sie sondern den Azubi ansprechen, dann zeigt das nur, dass die Leute auch im Zeitalter der sog. Emanzipation tagtäglich die Erfahrung machen, dass für technische Dinge nach wie vor Männer zuständig sind. Ein vernichtendes Urteil für einen wirklich weitgediegenden Feminismus, der so mächtig ist, dass er inmitten des „Patriarchats“ Quoten durchsetzen kann und Väter entsorgen lässt, aber nichts, wirklich gar nichts an den grundlegenden Geschlechterrollen geändert hat.

3 Gedanken zu „Bei Pinkstinks weiß man nicht, wer das Haus baut – oder doch?

  1. PW

    Wieso muß man sich als Berufsvater in allen Belangen vollkommen typisch weiblich verhalten ? WTF ? Ich mache seit meiner Kindheit Kampfsport und Kraftraining, esse täglich Fleisch, Zucker und trinke Bier – nur um einmal ein paar Klischees zu nennen – und habe 2 Kinder 20 Jahre lang 24/7 von Geburt an erzogen. Das war schöner und vor allem sinnvoller als mein dummer Bürojob früher. Die Evolution hat den Mensch doch nicht für ein Büro geschaffen. Jetzt bin ich den ganzen Tag mit den Kids in der Natur und ganz nebenher habe ich mir auch meine Väterrechte gesichert.

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