Telepolis: Linksidentitäre und alte weiße Männer

„Der Unmut ist einigermaßen nachvollziehbar: Warum sollte ein schwarzer Homosexueller, der beruflich erfolgreich ist und ein hübsches Einfamilienhaus mit Garten bewohnt, allein aufgrund seines Minderheitsstatus mehr politische Aufmerksamkeit verdienen als ein weißer unterbezahlter Arbeiter, der nebenan im Plattenbau wohnt?

Doch für die Gerechtigkeitsdebatten der neuen Linken spielt das sozioökonomische Prekariat kaum eine Rolle mehr. Was die großen Konzerne am meisten freuen dürfte. Eine Marketing-Abteilung nach der anderen hat in den letzten Jahren die linke Identitätspolitik und die neue „Woke“-Kultur, also das Bewusstsein für die politischen Anliegen vermeintlich oder tatsächlich benachteiligter Minderheiten, für sich entdeckt. Das Ergebnis sind Werbe-Spots, die politische Positionen transportieren, indem Black-Lives-Matter-Slogans benutzt werden oder toxische Männlichkeit verurteilt wird.

Die Kritik daran ist nicht von der Hand zu weisen: Warum gaben sich dieselben Konzerne nicht genauso aufgeklärt und vom Guten überzeugt, als es noch um faire Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen ging? Sollte es nicht zu denken geben, wenn ein Jeff Bezos die linksliberale Washington Post aufkauft? Nicht um sie auf Kurs zu bringen, sondern weil sie mit ihren Inhalten bereits einen Kurs vertritt, der für einen Multimilliardär, der immer wieder mit Vorwürfen der Ausbeutung und Steuerflucht konfrontiert ist, kein Problem mehr darstellt.“

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