„Ich habe dir meine Jugend geschenkt!“

Was für ein Satz. Dieser Satz dient dazu, eine grenzenlose, parasitäre Nehmenmentalität zu rechtfertigen: „Deshalb hast Du jetzt für mich zu zahlen!“ – wahrlich: Ein gewichtiges Geschenk.

Es ist die Bestätigung von Esther Vilar, die viel Empörung auf sich gezogen hat mit der Feststellung, dass Mädchen schon in jungen Jahren die Entscheidung treffen, die Laufbahn von Prostituierten einschlagen – in der Ehe aber sind sie die kostspieligsten und zudem die unehrlichsten. Dafür, dass sie einfach sind, nichts leisten, nichts arbeiten haben sie Anspruch auf den Sklavendienst eines Mannes, der den enormen Geldstrom zu ihr ganz real mit lebenslanger Maloche erwirtschaften muss.

Die naheliegende Frage ist natürlich, was sie sonst mit ihrer Jugend gemacht hätte? Sie hätte sie einem anderen armen Trottel „geschenkt“ – wenn aber eine Gegenleistung erwartet wird – Unterhalt vor und nach der Scheidung – dann handelt es sich nicht um ein Geschenk sondern um einen Tausch, einen Handel – womit wir wieder bei der Sexarbeit wären, der inoffiziellen. Was hätte sie sonst tun können, mit ihre Jugend? Zum Beispiel Model werden. Aber diese moderne Prinzessinnenlaufbahn ist stark begehrt, der Konkurrenzdruck ist überwältigend – trotz aller feministischer Unke erfreut sich GNT großer Beliebtheit gerade auch bei kleinen Mädchen, die entgegen der Frauenvertreter begriffen haben, dass ihre Schönheit Kapital ist, welches sie so oder so ausbeuten wollen, und wenig daran denken Maschinenbauingenieurinnen zu werden.

Und weiter: Von Liebe ist hier ebenfalls nicht die Rede? Hat sie ihn nicht geliebt, als sie ihn ehelichte? Hat sie kühl kalkuliert? Wieviele Frauen lieben ihren Mann überhaupt? Man betrachte die Scheidungszahlen – die Mehrheit aller Scheidungen werden von der Frau eingereicht.

Und hat sie keinen Spaß an Sex? Mal wieder das alte Spiel: Sex ist etwas, das Frauen geben und Männer nehmen. Damit ist er kompensationspfichtig, hat ihr zu dienen. Er hat es ihr zurückzuzahlen und wird dann vom Gericht dazu verknackt, per Zwangsarbeit für sie zu arbeiten.

Dass es sich um so ein Geschenk handelt, hätte sie mal eher gesagt.

4 Gedanken zu „„Ich habe dir meine Jugend geschenkt!“

  1. Renton

    Ich habe neulich auch mal wieder über den Satz „Meine besten Jahre habe ich an Dich verschwendet!“ nachgedacht. Einerseits würde ich auch in Frage stellen, wieso eine jahrelange glückliche Beziehung, die irgendwann endet, Verschwendung gewesen sein soll. Andererseits habe ich für diese typisch weibliche Sicht ein gewisses Verständnis, nämlich dann, wenn es um die Frage der Familiengründung geht.

    Eine Frau hat nunmal nur ihre „besten Jahre“, dann wird es mit der Familiengründung rasch immer schwieriger, und bald auch praktisch unmöglich. Männer können sich mehr Zeit lassen. Wenn die Situation nun die ist, dass eine Frau eine jahrelange Beziehung geführt hat, sie und ihr Partner vorhatten, beizeiten eine Familie zu gründen, und der Mann dann Schluss macht, ist das für die Frau ein empfindlicherer Rückschlag als im umgekehrten Fall. Rein menschlich kann ich die Empfindung, Zeit verschwendet zu haben – bzw. vom Partner vergeudet bekommen, bzw. sie umsonst verschenkt zu haben – in so einem Fall nachvollziehen. Denn es ist ja wahr: Als Frau hat man die fruchtbarsten Jahre nur kurz, dann sind sie futsch, wie ein Geschenk, das man nicht zurückbekommt. Als Mann hat man noch viel mehr fruchtbare Jahre und erleidet dementsprechend keinen Verlust an Lebensperspektive.

    (Andererseits wäre es natürlich ein Zeichen von menschlicher Größe, zu akzeptieren, dass manche Lebensentwürfe halt platzen können, und man dafür nicht unbedingt dem Partner die Schuld geben sollte, der sich das bestimmt auch anders gewünscht hätte.)

    Antwort
  2. Shitlord

    Ich glaube, das ist zu einem gewissen, großen Teil genetisch bedingt, bei Frauen. Was ich „Instagram-Hurerei“ nenne hat jüngst auch meine „ist ganz anders“ Frau befallen; die saß geschlagene drei Stunden auf dem Vordeck in der wunderschönen Çığlık Koyu auf dem Vordeck, um ein (!) fucking Selfie zu machen. Meine Frau ist 40.

    Gelernt hat sie das von unserer Patentochter. Die ist 7. Aber deren Mama macht das auch.

    Antwort
  3. beweis

    „Ich habe dir meine Jugend geschenkt.“
    „Tja. Hättest du sie mal besser behalten. Aber dann wäre sie jetzt auch weg.“

    Dass Frauen ihr bloßes Dasein zum Geschenk umdeuten und das später als Vorwurf aussprechen, ist ja wohl an Egozentrik kaum zu überbieten.

    Antwort

Kommentar verfassen:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s