„Die Frauen von Stepford“ (2004)

Den Film müssen Sie sich nicht ansehen, und noch weniger müssen Sie Geld für ihn ausgeben, es handelt sich um Propaganda, aber: Spoilerwarnung.

Der Film erzählt die schon endlos erzählte Geschichte, dass die Hausfrau und Mutter auf das übelste unterdrückt ist – ist natürlich Humbug, in Wirklichkeit beuten die Frauen die Männer aus, nicht umgekehrt. Die Frauen im Film, die alle wirken, als seien sie einem Küchenmaschinenkatalog aus den 50ern entsprungen, wurden durch Roboter ersetzt*, die nichts weiter sind als dumme Heimchen am Herd, die willigen Diener ihrer Herren – so würde sich der Mann seine Ehefrau wünschen. Das ist die Botschaft.

Nun, in den heutigen Zeiten ist es natürlich ein Unding, von einem Mann zu verlangen, seiner Frau ein guter Ehemann zu sein von einer Frau zu verlangen, ihrem Mann eine gute Ehefrau zu sein. Stellt sich nur die Frage, wie die Alternative aussieht. Das wäre dann eine völlig vermüllte Wohnung, wie sie auch im Film vorkommt, aber dafür ist die Frau emanzipiert – was natürlich nicht bedeutet, dass er seinerseits vom Arbeiten und Geldverdienen befreit wäre. Es fällt auf, dass diese Botschaft – die gute Ehefrau als versklavte Ehefrau, und zur Befreiung gehört Verwahrlosung – nur in Funktion als Hausfrau und Ehegattin, aber nicht als Mutter vermittelt wird. Es kommen so gut wie keine Kinder in dem Film vor, sie geraten aus dem Blick. Schade eigentlich. Warum nicht noch die Botschaft oben drauf packen, dass eine gute Mutter eine versklavte Mutter ist, dass sie völlig befreit werden sollte von der Pflicht zu Kindssorge – zu Lasten der Kinder? Schon andere Feministinnen äußerten sich in dies Richtung. Aber den Zuschauerinnen wären freie Mütter als schlechte Mütter, die ihre Kinder in einem Sau**stall verwahrlosen lassen, wohl nicht zuzumuten, es würde die Perfidie entlarven.

Wenn man also den Mutteraspekt weglässt, läuft die Propaganda rund. Dann erhält die Frau das Rüstzeug und die Rechtfertigung, sich auf einen selbstsüchtigen Egotrip zu begeben, die Familie zu zerstören mit der monströsen Macht, mit der Frauen im Westen ausgestattet sind, und sich dabei voll im Recht zu fühlen. Die Macher des Films dürfen stolz auf sich sein. Sie haben dazu beigetragen, dass noch mal ein paar Kinder mehr die Trennungshölle durchleben durften. Schön, wenn man die Welt besser macht. Von den Männer will ich gar nicht erst anfangen, denn die sind sowieso nur: „Schweine, eklige, verängstigte, widerwärtige Ratten“, wie mit Inbrunst vorgetragen wird, aber das haben die Kerle ja auch verdient, denn die wünschen sich ja einen guten, angenehmen Ehepartner, die Ratten! Das ist etwas, was mir oft in neuen Film- und Fernsehproduktionen auffällt: Die Frauen behandeln die Männer so richtig mies, sind aber zugleich welche von den Guten. Der Mann soll sich alles gefallen lassen, sonst kommt gleich die Anklage, dass man mit „starken Frauen“ überfordert wäre, die aber einfach nur schlechte Gesellschaft sind.

*Der Film kann sich nicht entscheiden, ob die Frauen nun Roboter sind oder doch aus Fleisch und Blut mit implantierten Gehirnkontrollchips.

**nix gegen diese sympathischen Tiere.

4 Gedanken zu „„Die Frauen von Stepford“ (2004)

  1. Emanuel

    Besten Dank für diese Bewertung, wieder ein Film den man sich sparen kann anzusehen. Wieder so schön beschrieben von Dir (wie eigentlich immer!) und damit ist dieser Bericht sehr angenehm zu lesen und unterhaltsam (wenn es schon der Film nicht ist)!
    Vielen Dank für Deine Arbeit hier und im Allgemeinen!

    Antwort
  2. Leon S.

    Ich habe den Film vor 20 oder mehr Jahren gesehen, es muß also der von 1975 gewesen sein, habe ihn aber eher als dezent-ironisch in Erinnerung. Wenn Frauen zu sehr zu einem Problem werden, sei es nun durch Feminismus, Zickigkeit oder wodurch auch immer, werden Männer dieses Problem lösen.

    Z. B. indem sie sie kurzerhand durch Roboterinnen ersetzen.

    Sehr Augenzwinkernd, ganz im Gegensatz zum Nachfolger „Die Kinder von Stepford“, den ich als billigen Abklatsch in Erinnerung habe.

    Antwort

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