Wenn das Empathiedefizit den Pinsel schwingt in der schönen neuen Welt

Heute ist Tag des Empathiedefizits, das heißt es jährt sich der Tag des Massakers von Srebrenica, bei dem 8000 Jungen und Männer ermordet wurden – das größte Massaker auf europäischen Boden seit Ende des zweiten Weltkriegs, was den Leitmedien aber kaum eine Erörterung wert ist. Ich fragte mal eine Alltagsfeministin, ob ihr „Srebrenica“ etwas sagte. Ja, das tat es. Da wurde gemordet. Und vergewaltigt, also Frauen jetzt, womit die Morde an den Männern wieder relativiert waren. Es ist faszinierend zu sehen, wie gut geölt die feministische Propagandamaschine läuft – das Opferabo lassen sie sich nicht nehmen, unter keinen Umständen.

Heute möchte ich dieses schöne Bild der Schizophrenie betrachten:

Ist das nicht schön? So liebreizend und verheißungsvoll die Regenbogenfarben, die die Zukunft symbolisieren, die die Progressiven – also Weiterentwickelten (nicht so wie der gemeine Pöbel) – für uns schaffen. Jeder ist willkommen, egal woher er kommt, welche Hautfarbe er hat oder welcher sexuellen Orientierung er angehört. Sie alle begegnen sich mit Liebe und Respekt und Akzeptanz. Es herrscht Harmonie und Eintracht, niemand wird ausgegrenzt…

… es sei denn natürlich, Du bist ein alter weißer Mann und zudem obdachlos. Dann sagt dir diese Harmonielehre, dass Du nicht willkommen bist. Du bist auf der Suche nach einem Schlafplatz, der etwas bequemer ist als der Asphalt? Wohin gehst Du? Hier jedenfalls kannst Du nicht bleiben; lass uns mit deinen niederen Sorgen in Ruhe während wir in höheren Sphären weilen.

Ehrlich: Wie muss man eigentlich drauf sein, um sowas zu fabrizieren? Es ist die eiskalte Demonstration, dass Not und Leid nicht vom geringsten Interesse sind, solange sie sich nur auf Männer beschränken. Wäre es andersrum, wäre Obdachlosigkeit weiblich, wäre es regelmäßiges Thema bei Freitag und Zeit wie z.B. auch die Lohnlüge und Gewalt (also gegen Frauen jetzt) und niemanden würde so ein Fauxpas unterlaufen; dann wäre man sensibilisiert gegenüber einer marginalisierten Minderheit, für die man Schutzräume fordern und auch erhalten würde, anstatt ihr ins Gesicht zu spucken. So aber wirkt das Empathidefizit. Die schöne neue Welt meint nicht alle, sie meint nicht diejenigen, gegen die man Hasskampagnen fährt, sei es, dass man ihre Täterschaft betont, sei es, dass man als renommierter Verlag Hassschriften veröffentlicht. Wer gehasst wird, dem wird nicht geholfen. Aber hey, psst: Männer können gar nicht Opfer von Sexismus sein, weil sie an der Macht sind! Muss man wissen.

Weiterlesen: Obdachlosigkeit.

Privilegiert.

Einen sehr, sehr lesenswerten Beitrag hat Gunnar Kunz verfasst: Justitia ist einäugig

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