Grundüberzeugungen und unethisches Verhalten am Beispiel Islam

Vor meiner Meinungsänderung bin ich auf die Information gestoßen, dass der Prophet Mohammed eine Sechsjährige geheiratet hat. Das… irritierte mich. Der Islam und auch der Gesandte waren für mich was gutes.

Bei mir setzte die Assimilation ein, das heißt, ich versuchte diese neue Information in mein Weltbild, in dem der Islam positiv besetzt war, zu integrieren, ohne die bestehende Anschauungen zu verwerfen. Ich schrieb dazu z.B. islamische Verbände an und fragte, wie man am besten argumentieren sollte, wenn man auf diese dunkle Seite des „heiligen Mannes“ angesprochen wurde. Ich erhielt niemals eine Antwort, stattdessen erklärte mir ein anderer Theologe und hochgebildeter Mann aus meinem Bekanntenkreis, dass man das einfach auf sich beruhen lassen sollte – was ich dann auch machte.

Dieses mein Verhalten war nicht außergewöhnlich. Muslime reagieren auf das Problem, dass sie Pädophilie nicht verwerfen sondern ihr tolerant gegenüberstehen. Man kennt das auch von anderen Sekten, in welchen der „heilige Mann“ unmoralisches Verhalten zeigt, z.B. sexuellen Verkehr mit verheirateten Frauen, was aber von den Sektenmitgliedern nicht verurteilt wird. Man lässt nichts auf den Sektenguru kommen, es wird einfach hingenommen. Genau so reagierte ich auch. Und wenn man selbst Kinderschändung* als nicht verwerfliche Tat wertet, dann passiert das bei anderen Verbrechen im Namen des Glaubens erst recht nicht. Somit ist es fast unmöglich, einen Indoktrinierten eines Besseren zu belehren. Heute bin ich gegen den Islam, nicht weil ich rechts bin, sondern weil der Islam rechts ist.

4 Gedanken zu „Grundüberzeugungen und unethisches Verhalten am Beispiel Islam

  1. Alles nicht einfach

    Vor 1400 Jahren krähte in der Gegend vermutlich kein Hahn danach, ob ein alter Mann Sex mit einer 9jährigen hatte. Da der Islam niemals reformiert wurde oder durch eine Aufklärung gegangen ist, hat sich auch an den Schriften von damals nichts geändert. Darum wird in dem alten Schinken immer noch der gleiche Inhalt wie früher weitergegeben. Die Muslime werden von Kleinkindalter an schon auf die Religion eingestimmt, und im Erwachsenenalter ist das dann relativ fest verankert.
    Diese vermittelten Werte (mir fehlt dafür grad ein besseres Wort) als ernsthaft gläubiger Moslem heutzutage zu hinterfragen und vielleicht sogar in der Gemeinschaft zu verurteilen, setzt eine gewisse Intelligenz und noch mehr eine Menge Rückgrat voraus. Immerhin kritisierte man damit den wichtigsten Vorzeigemoslem überhaupt. Und das könnte bei gläubigen Moslems sehr gefährlich werden, bzw. zum Ausstoß aus der Gemeinschaft führen.

    Für uns heute ist das relativ einfach. Unsere eigene Gemeinschaft ist mit einer anderen Ethik aufgezogen worden, und wenn man in unserem Freundes-/Familienkreis den Propheten kritisiert, wird dort vermutlich niemand das Verlangen verspüren, den Propheten mit dem Messer zu verteidigen.

    In unserer neuzeitlichen Kultur ist Pädophilie schlecht. Dem altertümlichen Koran nach ist Pädophilie in Ordnung.

    Und nun haben wir ein Problem: Wenn wir den Koran mit unseren neuzeitlichen Werten beurteilen wollen, dann machen wir das Gleiche wie diese Social Justice Warriors, wenn sie die „Mohrenstraße“ oder den „Negerkuss“ wegen angeblichem Rassismus umbenennen wollen. Eine Zwickmühle.

    Das Beste wäre es wohl gewesen, wenn sich gewisse krass unterschiedliche Kulturen von Anfang an nicht miteinander in einem Land verwoben hätten. Und wenn sich die getrennten Kulturen dann auch wirklich nur um ihre eigenen Probleme gekümmert hätten.

    Daß wir Deutschen aber auch nicht so anders gestrickt sind hat mir dann der Fall „Uli Hoeneß“ und seine Steuerhinterziehung gezeigt. Gestandene FC Bayern Fans hätten den Typen straffrei laufen lassen, weil „der hat ja auch viel Gutes getan!“

    Das ganze Dilemma ließe sich wohl nur noch auf eine Art lösen: Allah, wirf Hirn vom Himmel.

    Antwort
    1. uepsilonniks Autor

      Da hast Du recht, ich ergänze: Der Koran und die Hadithe sind das perfekte Wort eines perfekten Gottes (bzw einfach heilig). Das heißt, sie hätten auch das als falsch geißeln sollen, was damals vielleicht allgemein akzeptiert aber dennoch nicht richtig war. Meine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Koran hier:

      Der edle Qur’an

      Antwort
      1. Alles nicht einfach

        Die ausführliche Auseinandersetzung habe ich jetzt auch noch gelesen und sehr vieles davon ist mir auch schon durch den Kopf gegangen. Ich arbeite in der Industrie und habe über die letzten 20 Jahre viele Unterhaltungen mit mal mehr mal weniger strengen (türkischen) Muslimen gehabt. Wenn es irgendwie passt und sie über ihre Religion sprechen können, dann tun einige das durchaus mit missionarischem Eifer. Ich finde die Unterhaltungen auch recht interessant, spreche Widersprüche aber auch immer direkt an. Wenn dann keine plausible Erklärung zur Hand ist, wird immer auf ältere Kollegen oder den Hodscha verwiesen.

        Ich habe grundsätzlich Probleme mit allen heiligen Texten, die erst von Experten erklärt werden müssen. Da bekommen Leute eine gewisse Macht in die Hände gelegt, die zwar ganz viel Wissen haben, aber vielleicht nicht die moralisch gefestigten Personen sind.
        Als Bittsteller („erklär mir das“) ist man immer darauf angewiesen, daß der Experte ein wirklich anständiger Mensch ist.
        Und das ist für mich bei allen noch so schönen Religionen oder Ideologien der größte Schwachpunkt. Der Mensch.

        Ein Text der interpretiert werden muss, ist in meinen Augen weder heilig noch perfekt.
        „Du sollst nicht töten.“ Klipp und klar und unmissverständlich.
        „Du sollst nicht töten, außer es gibt Ausnahmen für diese Regel, die dir im weiteren Text aufgezählt werden.“, schafft Hintertüren, die schlechten Menschen in Machtpositionen die Möglichkeit geben, einfältige Menschen schlimme Dinge tun zu lassen.
        Nein, nicht perfekt.

        Sowohl bei der Bibel als auch bei dem Koran haben wir es mit Texten zu tun, die nicht vom Botschaftsverkünder selbst niedergeschrieben wurden. Und zusätzlich sind die zusammengetragenen Texte aus Sprachen übersetzt worden, die die heute lebenden Menschen im Normalfall nicht sprechen bzw. verstehen. (Humor z.B. lässt sich auch nur schlecht übersetzen. Der Witz ja, der Humor nicht.) Obendrein gab es bei beiden Büchern eine Auswahl, was aufgenommen wurde und was nicht.
        Ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, daß da nie irgend jemand seine Macht missbraucht hat. Vielleicht beten die heute Gläubigen in Wahrheit schon längst zum Teufel.

        Wer weiß?

        Antwort
        1. Billy Coen

          Die Sache mit der Macht von Übersetzern war Luthers Grund, sich an eine Übersetzung der Bibel zu machen. Ihm missfiel, dass die zentrale Glaubensschrift der christlichen Religion in einer Sprache geschrieben war, die nur sehr wenige Gelehrte überhaupt lesen konnten. Und ja, diese Gelehrten haben ihre Macht extrem missbraucht. Der Katholizismus wurde von ihnen teils regelrecht pervertiert und in erster Linie in eine Massenkontroll- und Gelddruckmaschine verwandelt. Wenig überraschend, dass Luthers Ansinnen, die Bibel für jeden Deutschen verständlich zu machen auf wenig Gegenliebe bei Machthabern stieß und er dieses Projekt erst als Vogelfreier im Schutze der Wartburg umsetzen konnte.
          Tatsächlich ist von den ursprünglichen Evangelien der Bibel wohl nur noch ein kleiner Rest erhalten und bekannt. Nicht wenige Könige und Kaiser ließen im Zuge großer Konzile ganze Evangelien vernichten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

          Antwort

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