Onward (2020) – Nachruf auf den Vater

Der Film Onward – Keine halbe Sachen lässt mich etwas ratlos zurück. Ich möchte mit aller Gewalt eine politische Botschaft hinein interpretieren, die sich dem Kinderfilm aber wohl nicht entnehmen lässt.

Aber doch: Der Film ist politisch. Zum Beispiel wird keine Mutter diesen Streifen ihren Kindern vorführen, wenn sie sie dem Vater entfremdet.

In dem Film dreht sich die Handlung um einen halbierten Vater – der Oberkörper fehlt. Er müsste also tot sein, lebt aber – noch -, ist aber so nicht ansprechbar; Kommunikation mit ihm gestaltet sich sehr schwer. Dieser Wiedergänger ist Anlass für eine Odyssee, um ihn zurück ins Leben zu holen, wobei einer der Söhne eine enorme Entwicklung hinlegt. Alles aber, was am Ende vom Vater bleibt, ist eine Umarmung und Erinnerungsfotos. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser Film unabhängig von den Erfahrungen einer Gesellschaft ist, die eine Entwicklung hin zu einer vaterlosen durchmacht, hin zum feministischen Endsieg, der Vernichtung des Vaters. Was vom Vater bleiben wird, sind trübe Erinnerungen an ein grotesk verzerrtes und verstümmeltes Wesen. RIP.

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