Maskulisten spielen „Katz und Maus“ – und können nur verlieren

Das Männermagazin über Männerrechtler:

Die Denkweise ist in etwa dieselbe wie bei dem Häuflein unverdrossener Männerrechtler im Lande. Kreuzbrav werden die diversen Benachteiligungen von Jungen an der Schule über männliche Selbstmorde, Todesberufe, reproduktive Rechte, bis hin zu Altersheim und kurzer Lebenserwartung der Männer aufgelistet und viele Forderungen aufgestellt. Alles blitzsauber argumentiert und mit Fakten unterfüttert, alles korrekt. Nun mach mal und ändere das endlich, Staat!

Der Witz daran ist, dass diese Forderungen ausgerechnet an genau die Instanzen gerichtet sind, die ihnen all diesen Bockmist mit voller Absicht eingebrockt haben. Absolut konstant über viele Jahrzehnte hinweg, stetig gesteigert und immer noch was obendrauf, nochmal nachgelegt. Die Ministerin für alle außer Männer (Minister gab es in dem Ressort schon seit Jahrzehnten nicht mehr) aufzufordern, die Menschenwürde für Unterhaltspflichtige wieder einzuführen, ist in etwa dasselbe, wie wenn die Mäuse eine Petition unter sich veranstalten und eine Delegation von Mäuserechtlern mit einer Forderungsliste zu den Katzen schicken. Forderungen: Schonzeit beim Mäusefang von 18 bis 8 Uhr! Anspruch auf ein gerechtes Verfahren und einen Anwalt für jede gefangene Maus! Eine Studie, wie sehr Mäusefang möglicherweise negative Effekte auf alle hat! Lauern auf Mäuse ächten!

Erst an diesem Beispiel merkt man, wie lächerlich diese Mäuse vorgehen, um ihre Probleme zu lösen. Keine Katzenregierung, keine höhere Macht, überhaupt keine Lebewesen, die sich mit Mäusen den Bauch vollschlagen, um selber fett zu werden, werden sich jemals durch irgendwelche Forderungen ihrer Ressourcenbringer davon abhalten lassen, weiter zuzuschlagen.

Ganzer Artikel.

4 Gedanken zu „Maskulisten spielen „Katz und Maus“ – und können nur verlieren

  1. elmardiederichs

    Meine Vermutung ist, daß die Sache eine wenig komplizierter ist:

    Die Argumente, die die blogs sammeln, richten sich nicht an den Staat oder die Frauen, denn beide machen im Grunde Machtpolitik. Vielmehr richten sie sich an andere Männer und sollen nach und nach geistige Landkarten zeichnen, mit deren Hilfe Männer sich orientieren können.

    Das ist ein wenig wie bei Demonstrationen, die eigentlich nicht gegen den Staat, sondern an das Volk gerichtet sind und Diskussionen anstoßen sollen – weswegen sie der Staat auch verbietet. Wären sie wirklich nur für den Staat relevant, würde der Staat sie einfach ignorieren.

    Die Sache mit den geistigen Landkarten ist insofern wichtig, als die Ausbeutung und Benachteiligung der Männer weniger mit körperlicher Gewalt, als mit Irreführung, Täuschung und systematischem Verleiten zu falschen Meinungen stattfindet. Das senkt für die Frauen die Kosten der Repression enorm. Ein Mann, der sein Leben lang belogen wurde, hat es nach seinem Ausstieg sehr schwer, in allen möglichen Lebenslagen das Richtige zu tun, da die meisten seiner Meinungen, die er benötigen würde, um sich selbst etwas beizubringen, selbst eigene falsche Meinungen zu korrigieren, ebenfalls falsch sind.

    Es ist vergleichbar mit einem Volk, daß über Jahrzehnte politisch belogen und unfaßbar politisch ungebildet ist und auf einmal sein eigenes Ding machen will, eine eigene Gesellschaft, eine eigene Demokratie, eine eigene Wirtschaft. Das kann erst mal kaum gut gehen, weil alle mit den Aufgaben völlig überfordert sind.

    Das ist bei den Männern ebenfalls so: Nachdem sie über Frauen, Menschen, Soziales, Ethik und Gesellschaft von den Frauen und dem Staat nur Lügen gehört haben, sind sie wie Kinder, die erst wieder lernen müssen aufrecht zu laufen – mit Argumenten.

    Was das Männermagazin so lächerlich findet, hat nach meiner Einschätzung wenigstens drei Quellen:

    1. Die Männer der Männerbewegung waren nicht umsonst bereitwillige Dienstleister der Frauen. Sie haben ihre lebenslange soziale Exklusion psychologisch nicht gut vertragen, sind einsam und können sich nicht damit abfinden, endgültig ohne zurückzublicken, ihren eigenen Weg zu gehen. Und natürlich sind sie emotional, romantisch, vielleicht verliebt und möchten es noch mal versuchen. Das ist nur menschlich.

    2. Männer sind es gewohnt zu kooperieren und auf diese Weise ihre Probleme auch wirklich zu lösen. Es steckt also ein Stück Gewohnheit in der Sache.

    3. Wenn ein Mann bemerkt, daß ihn die Frauen und der Staat gewissermaßen einsam und allein wie auf einer argentienischen Hochebene zurückgelassen haben, dann tun die Männer das, was auch die Menschen im demokratischen Widerstand tun: Sie versuchen nichts, aber auch wirklich nichts falsch zu machen, weil ihnen noch nicht klar ist, auf was es in Sachen Machtpolitik und Geschlechterkampf wirklich ankommt. So halten sie sich mit Details auf, wollen sich wenigstens moralisch nichts vorwerfen lassen, wenn sie schon ein eigenes Leben und Gerechtigkeit verlangen und stehen sich auf diese Weise selbst im Weg, kommen zu nichts und bleiben wirkungslos und erbärmlich anzusehen.

    Die Krise bringt solche Dinge leicht an den Tag: Was in beiden Fällen allein hilft, ist konsequent ein Leben entkoppelt vom bisherigen System aufzubauen, denn Frauen sind unfaßbar dekadent und durch die Dienste der Männer unfähig geworden, ohne deren Hilfe ihr eigenes Leben zu leben, geschweige denn ihr Wohlstandslevel und psychologisches Wohlbefinden zu halten. Im Grunde bezahlen und organisieren Männer ihre eigene Repression.

    Und die Männer der Männerbewegung müssen der Tatsache ins Auge sehen, daß nicht alle Männer, die ihren eigenen Weg versuchen, es auch schaffen können – egal, wie sehr man sich auch um sie bemüht.

    Antwort
    1. zehnter ochse

      Das scheint mir ziemlich exakt auf den Punkt zu sein.

      Man kann nicht viel mehr tun, als Informationsangebote in die Welt zu setzen für jene Männer, die – wodurch auch immer – bereit für einen Paradigmenwechsel in ihrem Leben sind.

      Erst wenn auf diese Weise genug erreicht wurden (und bei der jungen Generation habe ich gewisse Hoffnung), lässt sich vielleicht auf politischer oder gesellschaftlicher Ebene was ändern.

      Antwort
      1. elmardiederichs

        Ich bin weniger pessimistisch: Sowie der wirtschaftlche Druck auf alle Nicht-Männer wachst, wird es recht schnell gehen. Die Lügerei wird dadurch natürlich nicht aufhören, das benötigt wohl wirklich eher Jahre der Entwicklung.

        Antwort
      2. Renton

        „Das scheint mir ziemlich exakt auf den Punkt zu sein.“

        Ich find’s traurig. Ich jedenfalls möchte meine Freundin nicht missen. Ich liebe sie und werde von ihr weder ausgebeutet noch unterdrückt. Wir stützen uns gegenseitig, wo wir können, und gewähren einander den Freiraum, den wir brauchen.

        Auch ich sehe den männerfeindlichen Sexismus in unserer Gesellschaft, jeder Frauenparkplatz erzählt davon. Ich will ihn weghaben, und Aufklärungsarbeit wird dabei helfen. Aber das heißt nicht, dass man bis dahin im Privaten zwangsweise Opfer davon sein muss. Mit der richtigen Frau geht es auch anders.

        Antwort

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