Afghanen, die nach Deutschland wollen

Auszug aus einem Leserbrief, verfasst von einem Oberst a.D.:

[…] Auch ich gehöre zu den Soldaten der Bundeswehr, die in Afghanistan eingesetzt waren. 2005/2006 war ich, Dienstgrad Oberst, im 9. und beginnenden 10. Deutschen Einsatzkontingent Kommandant von Camp Warehouse in Kabul, des damals größten internationalen Camps mit ungefähr 2400 Soldaten aus mehr als 20 Nationen. Was die Ortskräfte angeht, so habe ich einen anderen Zugang als der, der üblicherweise in den Medien verbreitet wird. Als Kommandant von Camp Warehouse hatte ich einige Ortskräfte. Diese jungen Männer (bei Radio Andernach gab es sogar einige Afghaninnen) kannten haargenau die Situation in der sie umgebenden Gesellschaft.

Selbstlosigkeit war das Letzte, was diese Leute angetrieben hat, um für uns zu arbeiten. Diese romantisch-idealisierenden Vorstellungen sind dort unbekannt beziehungsweise stoßen auf völliges Unverständnis. Das Leben ist viel zu hart, um sich mit derartigen Wohlstandsgefasel zu beschäftigen.
Unsere Ortskräfte wurden für afghanische Verhältnisse fürstlich entlohnt, gut behandelt und nahmen wie selbstverständlich an unserer ausgezeichneten Mittagsverpflegung teil. Von den Soldaten des deutschen Kontingents wurden sie in der Regel bei Kontingentwechseln mit Kleidung, Schuhen und so weiter beschenkt. Ich habe Dutzende sogenannte Mitnahmebescheinigungen unterschrieben, damit ihnen diese Geschenke bei der Kontrolle an der Wache nicht abgenommen wurden.
Es hat sich also gelohnt, für uns zu arbeiten. Dies war selbstverständlich auch ihrer Umgebung bekannt. Gehörten sie starken Familien, Stämmen, Clans an, haben auch diese davon profitiert und schützten diese Leute. Gut zu wissen: Ein Afghane definiert sich ausschließlich über seine Familien- beziehungsweise Stammeszugehörigkeit; Individualismus ist unbekannt. Gehörten sie zu schwächeren Gruppen, waren Schutzgeldzahlungen fällig, um nicht umgebracht zu werden. Darüber hinaus waren Informationen zu liefern. Die Taliban oder ähnliche Gruppierungen waren somit bis ins Detail über unsere Zahl, Ausrüstung, gegebenenfalls sogar über unsere Absichten informiert.
Meine beiden deutschen Soldaten, die mich bei der Führung des Camps unterstützt haben, waren entsprechend instruiert und zur Vorsicht bei der Informationsweitergabe ermahnt. Dass gerade diese Ortskräfte jetzt sämtlich zu uns kommen wollen, überrascht mich nicht; hatten sie doch einen recht genauen Einblick über unseren Lebensstandard erlangt. Innerlich verachten uns diese Menschen, was sie aus nachzuvollziehenden Gründen natürlich nie zugeben werden. Sie wollen ja etwas erreichen: den Wohlstandsmagneten Deutschland. Ich will nicht verkennen, dass es Ausnahmen geben mag. Nur: mir sind sie nicht begegnet. Aber vielleicht war und bin ich ja blind. Mit Letzterem befinde ich mich, wenn ich mir die Berichterstattung über den Zusammenbruch der durch die westlichen Staaten geförderten politischen Ordnung in Afghanistan betrachte, jedoch in bester Gesellschaft.
Dr. T.S., Oberst a. D., A.

12 Gedanken zu „Afghanen, die nach Deutschland wollen

  1. Shitlord

    Wundert mich genau 0.

    Wir schulden den Leuten nix; die wurden bezahlt, und die wurden nicht dazu gezwungen, mit den Besatzern zu kooperieren.

    Ist blöd für sie, natürlich.

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    1. Mika

      Ich würde wetten, die Taliban haben ihre eigenen Leute eingeschleust und vom Salär der Amis und Deutschen profitiert. Die sind doch nicht blöd. Den Helfert passiert nix, die werden höchstens nach D geschleust um weiter Geld zu schicken.

      Antwort
  2. Renton

    „Innerlich verachten uns diese Menschen“

    Schade, dass er nicht geschrieben hat, wie er zu dem Urteil kommt.

    Antwort
      1. Renton

        Von den meisten muslimischen Schülern, die ich hatte, würde ich das nicht behaupten. Auch sonst von den meisten Muslimen, die ich persönlich kenne, nicht.

        Dass allerdings Afghanen auf uns und unsere Kultur hinabschauen – okay, klingt plausibel: Ich halte deren Kultur auch für, mh, ich sag mal – minderwertig. Das ist m.E. allgemein so: Fremde Kultur wird gegenüber der eigenen geringer geschätzt.

        Antwort
        1. Renton

          P.S.: Die Kulturunterschiede zwischen den Moslems, die ich kenne, und mir sind zu gering, als dass es für ein Herabsehen reichen würde, glaube ich. Jedenfalls nicht mehr als so mancher Christ auf mich und ich auf Religiöse herabsehe.

          Antwort
        2. Oha

          Welche Leistungen in Kunst u. Wissenschaft brachten die Afghanen in den letzten 50 Jahren hervor, daß sie auf den Westen verächtlich sein müssten?

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        3. uepsilonniks Autor

          Solange Muslime eine Minderheit sind, sind sie recht umgänglich; damit folgen sie auch Mohammed und dem Koran als Vorbild, langfristig streben sie aber die Macht an. Zu sagen, Moslems sind umgänglich hat den gleichen Wert wie „Nazis sind umgänglich, die halten sich doch ans Gesetz und begehen keine Straftaten bis auch ein paar Ausreißer“. Wenn Muslime eine kritische Masse erreichen, lässt die Umgänglichkeit nach, dann beginnen sie Mitschüler zu mobben und äußern ganz klar, dass das Wort Allahs selbstverständlich über dem Grundgesetz steht:

          Die Feministin, der alte weiße Mann und der Moslem

          Antwort
  3. Sabrina Seerose

    Die heutige „Generation Blöd“, die inzwischen leider alle Altersgruppen mehr oder weniger unfasst und erfasst hat, besitzt außer weitgehender Ignoranz aber wenigstens ein geschlossen „egozentrisches Weltbild“. Dementsprechend verfügen diese Experten weder um (inter-)kulturelle Kompetenz, noch um ein erforderliches Geschichtswissen, um sich auf diesem Terrain geerdet „bewegen“ und agieren zu können: Bezeichnend für das soeben bezahlte „Fersengeld“ in Afghanistan ist der dazu passende Spruch:
    „Das konnte ja KEINER ahnen, daß wir so überstürzt abziehen mußten!“
    Aber jetzt sind wir wenigstens „unseren treuen Ortskräften“ gegenüber in der „Pflicht“, sie alle hierher zu holen! (wobei weniger als 4 Prozent der bislang nach D Ausgeflogenen tatsächlich „Ortskräfte“ sein sollen…)

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  4. NBG

    Es scheint so, als wolle Maas als letzte Amtshandlung noch soviele Afghanen wie möglich ins Land holen. Dabei stört es auch überhaupt nicht, dass bisher unter 10% davon überhaupt „Ortskräfte“ waren. Es gibt da anscheinend auch keinerlei Obergrenze.

    Den meisten droht keine „Gefahr“ und auch keine „Verfolgung“. Ein alimentiertes Leben in der BRD aber ist natürlich verlockend. Einmalige Chance jetzt zu „flüchten“ (sich gratis ausfliegen zu lassen).

    Abschiebung nach Afghanistan gibt’s natürlich jetzt auch „erstmal“ keine mehr.

    Wir haben lachhafte Gesetze und massenweise Rechtsbruch.

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  5. oneiros

    Interessant ist, dass die Tribalistischen Strukturen im nahen Osten erstaunlich Überlebensfähige Gesellschaften hervorgebracht haben und das trotz der genetischen Defekte die Consanguinität über Generationen verursacht (schön im viralen Interview eines afghanischen Nachrichtensenders zu sehen…der Djihadist mit dem M16 und dem Silberblick links hinter dem Moderator:D).
    Man könnte sogar fast sagen, dass diese Strukturen dem westlichen Konzept der Demokratie und Aufklärung deutlich überlegen sind, da sie die Verweiblichung und Emotionalisierung aller Lebensbereiche aktiv unterdrücken und den Feminismus schon im Keim ersticken. Hätten die Amerikaner Heinsohn gelesen, hätten sie schon vor 20 Jahren wissen können, dass sie entweder dort alles in eine Wüste verwandeln müssen, Zwangssterilisieren wie die Chinesen die Uiguren oder den Krieg verlieren werden, da die Taliban zu schnell neue Soldaten erschaffen.
    Genauso müssten eigentlich die westlichen Feministinen wissen, dass die nächsten 5-10 Jahre wohl die Letzten sein werden, in denen sie frei ihre Meinung zu Geschlechterrollen äußern können, bevor die Demografie automatisch in Richtung Patriachat pendelt. Schon jetzt macht sich das in milden Urteilen für sexuelle Übergriffe bemerkbar. Bin gespannt, wie der #Aufkreisch sein wird, wenn die ersten Gruppenvergewaltiger frei gelassen werden aus Mangel an Beweisen und unklaren Zeugenaussagen und weil sie nachts alleine im Minirock unterwegs war.

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