Ein Godwin…

Godwin’s Law bedeutet, dass es in jeder Diskussion früher oder später zu einem Nazivergleich kommt. Jeder hasst Nazis, weshalb man anderen gerne nachweist, sie wären wie Nazis, also scheiße, also hassenswert. Man sollte auf Nazivergleiche verzichten, auch wenn’s alle machen.

Ich leiste ebenfalls Godwins… Asche auf mein Haupt. Bei einem aber ist mir eine Besonderheit aufgefallen. Und zwar habe ich die Begrifflichkeit der toxischen Männlichkeit mit der des toxischen Judentums in Zusammenhang gebracht. Dabei stieß ich darauf, dass ich keine andere große Gruppe kenne, die allgemein akzeptiert als toxisch niedergemacht wurde oder wird, als eben Juden und Männer…

7 Gedanken zu „Ein Godwin…

  1. beweis

    Was bedeutet eigentlich „Nazi“, wenn es gar keinen Nationalsozialismus gibt? Was bedeutet „toxisch“ wenn gar keine Substanzen im Spiel sind?

    Wenn andere mich toxisch oder Nazi nennen, weil sie sich über meine Äußerung oder Einstellung empören oder weil ich ein in ihren Augen minderwertiges Geschlecht habe, dann juckt mich das nicht sonderlich. Das sind Beleidigungen auf Schulhofniveau.
    Wenn sie in der Sache ein Argument bringen, trifft das viel härter.

    Von mir aus können alle alles als toxisch und Nazi bezeichnen. Das leiert sich aus.

    Antwort
  2. Martin

    Ich hätte da noch eine Gruppe:
    Moslems.
    Entsprechende Artikel findest du auf deiner eigenen Seite.
    Aber auch auf anderen Seiten ähnlicher Art.

    Ich finde auch diese Ausweitung in andere Politikbereiche gefährlich. Es macht dich als Person angreifbarer, wenn du offen mit der AfD sympathisierst und es vereinfacht es enorm, die Männerrechtsbewegung in die rechte Ecke zu stellen.

    (Ich will damit nicht sagen, dass ich den Islam in irgendeiner Weise gut finde, aber die Erzählungen dazu gehen ja so weit, dass konstruiert wird, dass es eine Art islamische Verschwörung gäbe, die versucht so viele Muslime wie möglich im Westen anzusiedeln, die dann erstmal nur eine Art „Schläfer“ sind, den Auftrag bekommen sich möglichst viel zu vermehren und wenn eine kritische Masse erreicht ist, wird alles islamisiert.
    Und deshalb sind alle Muslimie schlecht – auch wenn der nervige Neologismus Toxisch dabei nicht unbedingt verwendet wird.)

    Antwort
    1. Billy Coen

      Passt finde ich überhaupt nicht. Ich zitiere nochmals Uepsis Feststellung: Dabei stieß ich darauf, dass ich keine andere große Gruppe kenne, die allgemein akzeptiert als toxisch niedergemacht wurde oder wird, als eben Juden und Männer…

      Selbst wenn einseitige, pauschale Diffamierung von Moslems etwa in Blogs betrieben wird, hat das doch nun wirklich nichts damit zu tun, dass dies allgemein akzeptiert ist. Es wäre mir zumindest neu, dass in großen, reichweitenstarken Medien ohne wahrnehmbaren Widerspruch Moslems beständig als toxisch, als Mängelwesen, als Krankheit, als Auslöser, wenn nicht gar als Synonym alles Schlechten und Verderbten in der Welt dargestellt würden. Wo sind denn die Politiker, Journalisten, „Wissenschaftler“, die bei jeder Straftat eines Moslems diese pauschal über die Bezeichnung „toxischer Islam“ auf alle anderen als „Mitverdächtige“ ausbreiten.

      Solche Darstellungen würden umgehend das Ende jeder politischen, journalistischen oder „wissenschaftlichen“ Laufbahn bedeuten. Somit passt dein Gleichnis von hinten bis vorne nicht.

      Allgemein akzeptiert ist nicht das, was ein Twittertroll von sich gibt und dafür sofort massiven Widerspruch erhält, allgemein anerkannt ist es, was Menschen in einflussreichen, reichweitenstarken Positionen von sich geben können, ohne auch nur die geringst Konsequenz dafür befürchten zu müssen. Du willst nicht allen Ernstes behaupten, dass letzteres auf moslemfeindliche Hetze in unserer Gesellschaft zutrifft?!

      PS: @Uepsi
      Weiße werden zunehmend zu einer weiteren Gruppe gemacht, denen man mit beschriebener Hetze und Hass begegnenen kann, ohne dafür Konsequenzen fürchten zu müssen; oft sogar noch dafür gefeiert wird. Ich halte diese Entwicklung sogar für noch gefährlicher als den Männerhass. Männer sind als Gruppe zu sehr mit Frauen in einem biologisch-sozialen Abhängigkeitsverhältnis verknüpft, als dass der schon lang sozial etablierte und durch den Feminismus in extreme Ausmaße gesteigerte Männerhass zu zumindest für Männer lebensgefährlichen Verhältnissen führen könnte. Der führt „nur“ dazu, dass es sozial als nicht nur nicht skandalös sondern gar als „positiv“ (Stichwort positive Diskriminierung) erscheint, wenn Männer offen aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt weren. Die rassistische Hetze gegen Weiße wird nicht durch ein solches Verhältnis involvierter Gruppen eingehegt. Hier sehe ich wirklich Potential dafür, dass uns die Sache irgendwann sehr übel um die Ohren fliegen könnte. Die Texte „kritischer Rassentheoretiker“ unterscheiden sich oftmals in ihren Aussagen über und Darstellungen von Weißen nicht im geringsten von antisemitischen Hetzschriften aus dem Dritten Reich.

      Antwort
      1. uepsilonniks Autor

        Sehe ich ähnlich, und damit sind wir nicht allein. KuchenTV – und der ist nicht radikal – meint sogar, dass man „hier raus müsse“ (sinngemäß), wenn das weiter um sich greift, also die Stimmungsmache gegen Weiße.

        Antwort
    2. uepsilonniks Autor

      @Martin: Die Rechtskeule wird so oder so geschwungen. Und Muslime sind absolut mit Nazis vergleichbar; beide streben einen Umsturz demokratischer Verhältnisse an, es gibt keinen liberalen Islam – sagt derjenige, der den Begriff „Euro-Islam“ erfunden hat und große Hoffnungen darauf setzte, also dass Muslime die Aufklärung übernehmen und eine entspannte Religion wie Christen pflegen, als Privatsache, und jeder so, wie er will.

      Antwort
      1. Martin

        DIe Frage ist nicht, ob die „Rechtskeule geschwungen wird“ sondern ob der Nazivergleich trifft. Du wirst niemals radikale Feministen überzeugen. Dein Ziel ist die gemäßigte Mehrheit, die bereit ist nachzudenken und verschiedene Positionen zu hören. Und wenn man dich erfolgreich in die rechte Ecke gestellt hat kommst du da nicht mehr so leicht raus.

        Der Islam ist an sich wohl radikal, da würde ich dir zustimmen. Aber genau wie unter allen anderen Menschen, die einer Religion irgendwie angehören, gibt es auch zahlreiche Muslime, die das alles nicht so streng beachten und sich trotzdem als Moslem bezeichnen.

        Ein Problem für eine freiheitliche Gesellschaft sind Menschen, die ihre Religion wirklich ernst nehmen. Da spielt es eigentlich nicht so sehr eine Rolle welche Religion sie ernst nehmen, da die meisten unserer freiheitlichen moderne Gesellschaftsordnung entgegen stehen. Auch die christlichen Religionen.
        Alle möglichen modernen Freiheiten, die wir heute haben, haben wir nicht wegen des Christentums sondern trotz. Auch wenn das gerne anders dargestellt wird.

        Und das ist es was unsere Situation von der in Nordafrika und im nahen Osten unterscheidet. Die echten Anhänger der Religion sind unbedeutend geworden. Sie haben noch eine gewisse Macht, aber längst nicht mehr so sehr wie zu früheren Zeiten.

        Antwort
        1. uepsilonniks Autor

          Hallo Martin,

          Du schreibst: Dein Ziel ist die gemäßigte Mehrheit, die bereit ist nachzudenken und verschiedene Positionen zu hören. Und wenn man dich erfolgreich in die rechte Ecke gestellt hat kommst du da nicht mehr so leicht raus.

          Bei denen, die so eine Haltung pflegen, wird man auch nicht so leicht in eine rechte Ecke gestellt. Ich möchte hierbei daran erinnern, dass inzwischen die Mehrheit der Bevölkerung in Umfragen angibt, das Gefühl zu haben, man könne seine Meinung nicht mehr gefahrlos äußern. Das heißt die veröffentlichte Meinung ist nicht die öffentliche. Die überwiegende Berichterstattung mag die Männerrechtsbewegung in die rechte Ecke stellen, ob die Bevölkerung da mitspielt, ist die eigentliche Frage. Wenn die gemäßigte Mehrheit dazu neigt, wie Du schreibst, die Positionen fair abzuwägen, dann wird bei ihr auch nicht die Strategie greifen, jemanden als rechts zu verleumden.

          Was die Mainstreamberichterstattung angeht, also nicht die öffentliche sondern die veröffentlichte Meinung, so ist die gesamte Männerrechtsbewegung sowieso des Teufels.

          Das größere Problem, sich als Männerrechtler Gehör zu verschaffen, sehe ich im Empathygap und nicht in Verleumdung. Wäre man über verbrannte Jungen genauso erschüttert, wie über entführte Mädchen, bräuchte es uns eigentlich gar nicht.

          Was den Islam angeht: Er ist einfach nicht im selben Maße reformierbar und aufklärbar wie das Christentum, das geht schon mit den heiligen Schriften los. Der Koran ist im Gegensatz zur Bibel Gottes direktes und unfehlbares und verbindliche Wort – es ist ein Irrtum, auf den Islam dieselben Maßstäbe wie auf das Christentum anzulegen und dann zu folgern, die Errungenschaften der Aufklärung könnte auch hier helfen, ein Irrtum, dem viele westliche Intellektuelle unterliegen.

          Liebe Grüße yx

          Antwort

Kommentar verfassen:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s