LKW-Fahrer und Systemrelevanz

Die Rechnung kommt spät, aber sie kommt. Mitten im Lockdown hieß es von mir (ich schäme mich so für diese schamlose Eigenwerbung):

Man nehme systemrelevante Berufe, die von Frauen dominiert werden, blende die männlich dominierten aus und folgere: Die Frauen rocken den Laden. Mir jedenfalls ist es unverständlich, wie hirnverbrannt, wie korrumpiert, wie ideologisch verblendet man sein muss, um so essentielle Berufe wie Technik (Strom!) oder Güterverkehr auszublenden.

Während sich LKW-Fahrer ohne Probleme zu Kassierer umbilden lassen, geht das umgekehrt nicht. Brummifahrer ist ein extrem harter und fordernder Job, was aber nicht in das Erbsenhirn von Ferministen vordringt. Und er ist systemrelevant. Ohne sie bricht buchstäblich das ganze System zsusammen. Nicht nur in Deutschland fehlt es an diesen essentiellen Arbeitern, besonders hart trifft es England. Die, die man vergessen hat, mit Missachtung straft, fehlen, und nun kommt es zu Engpässen – Benzin und anderer Güter werden knapp. Deshalb betteln die Briten nun darum, dass man doch bitteschön diesen Scheißjob übernimmt, wobei man in der Anrede auch das Gendern nicht vergisst: „Dear Sir/Madam“. Es ist ein Hohn.

Brummifahrer sind moderne Sklaven, während ideologietrunkene Feministen allen ernstes meinen, ihre Arbeit wäre mit der von Erziehern vergleichbar, ja „gleichwertig”. Diese Ideologie fährt das System gegen die Wand.

Money-Quotes zu den Härten dieses Berufs:

Über Wochen leben die Fahrer auf drei Quadratmetern. Einer wie Bartek muss von der Zahnpasta über den Wasserkocher bis zum Saft oder Bier für den Filmnachmittag alles dabei haben, einschließlich Toilettenpapier. Manche Fahrer haben sogar Campingkocher dabei. Wenn es kalt wird, hocken sie neben den Rädern, schützen sich mit Pappe gegen den Wind, und machen sich, wie auf dem Campingplatz, etwas zu essen, während ihre Frauen zuhause allein die Kinder groß ziehen, die ihre Väter im Zwei- oder Vierwochenrhythmus neu kennenlernen. Wie sich das anfühlt für einen wie Bartek, dessen Junge erst vier ist? Jeden Tag, sagt er, vermisse er ihn, suche er nach einem guten Job in Polen. Ein bisschen Fußball spielen mit dem Jungen kann er nur, wenn er mal frei hat.

Nicht selten bringen sie sich und andere in Lebensgefahr. Schwere Unfälle passieren fast jeden Tag, mehr als 19 000 waren es laut Statistik 2016, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden.

Die Infrastruktur dort [auf dem Rastplatz]? Zwei Dixi-Klos.

Die Tristesse des Trucker-Daseins wird selten zu Worten und Geschichten. Schon weil die wenigsten osteuropäischen Fahrer Fremdsprachen können. Sie ist zu erahnen, wenn man Fotos von Frauen und Kindern auf den Smartphones der Fahrer sieht. Wenn man die Sonntags-Langeweile auf den großen Rastplätzen fast zu greifen können meint. Wenn Asphalt und Beton über Wochen zum Lebensraum werden und der Geruch von Gummi und Diesel dessen Atmosphäre.

11 Gedanken zu „LKW-Fahrer und Systemrelevanz

  1. Shitlord

    Der große Irrtum hier ist, dass man mit einem Lkw-Führerschein wirklich Lkw fahren könnte.

    Kein Spediteur lässt Jemandemn ohne mindestens 5 Jahre Berufserfahrung in die Stadt. Ist zu teuer mit der Versicherung.

    Freilich, manche schon, aber so starb mein schöner Mercedes…. Waren mit Anwälten und Gutachtern echt viel Geld für die Versicherung des Spediteurs.

    Antwort
  2. GOI

    Um Benzin auszufahren,braucht es zusätzlich eine Qualifikation für die Beförderung von Gefahrgut (nach ADR).
    Das macht man auch nicht mal eben.

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  3. Feminismus-Renton

    Bartek, der Brummifahrer, bla bla bla. Der Typ drückt sich vor seiner Hälfte der Care-Arbeit und treibt gleichzeitig den Gender Pay Gap nach oben, während er mit seiner Fernfahrerfotze und dem Playboy-Häschen Frauen objektifiziert und seine Ehegattin hintergeht.

    Was für ein mieses Chauvinistenschwein.

    Antwort
  4. Mika

    Ich hab ja noch den alten 3er und Erfahrung mit 7,5t, auch in der Stadt. Für richtig Geld würde ich das machen, einfach weil ich gerne gefahren bin. Aber es geht denen noch zu gut, die wollen nix bezahlen. Ich warte, bis es eng wird, richtig eng. Dann fordere ich das Gehalt einer zu entlassenden Frauenbeauftragten plus Zulage. Mal schauen, wer da gewinnt, wenn der Hunger kommt 🙂 Noch läuft der Laden ja halbwegs. Noch!

    Wenn erst mal 3 Tage der Strom wech ist, dann schau mer mal.

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    1. Sepp

      Ich würde gerne Güterzug fahren, weil ich große Kräfte liebe. Aber dazu verdiene ich einfach am Schreibtisch zu gut (da sorge ich dafür, dass es etwas zu liefern gibt – wenn auch nichts wirklich lebensnotwendiges).

      Und ich finde es eigentlich ganz cool jeden Abend zu Hause bei meiner Freundin zu sein.

      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Logistik deutlich mehr Wertschätzung benötigt und schlage deshalb vor, Savespaces für Trucker, Lockführer, Seemänner und Luftfahrtpersonal zu bauen, also gute Unterkünfte an Rastplätzen und Umschlagplätzen oder sogar an Bord.

      Gerne können sich die Frauen, die über unbezahlte Carearbeit jammern, mit Mindestlohn dafür bezahlen lassen, diese Orte in einem wunderschönen Zustand zu halten und diverse Dienstleistungen (Frühstück, Unterhaltung, etc.) anbieten (sogenannte Reinigungs- und Servicefachkraft).

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      1. Mika

        Würden sich die Malocher mal ihrer Macht bewusst, sich organisieren und abstimmen, dann könnten sie die Regeln machen. Ordentliches Gehalt. Kein Steuergeld für Leute, bei denen niemand merkt, wenn sie streiken, also Frauenbeauftragte, Kunstschaffende und so. LKW Touren nur noch so 400 Kilometer, dann Pause und dann Wechsel auf den heimwärts fahrenden LKW, geht bei der Bahn ja auch. 80% der Jungs wären dann auch jeden Abend daheim. Geht, wenn man es erzwingt. Wer sagt geht nicht, kriegt kein Essen geliefert und kein Benzin, kein Heizöl, kein Bier usw. Hunger bewirkt Wunder. Wir zahlen nur noch Sesselfurzer in D, warum eigentlich? Doch nur, weil die Malocher keine Zeit haben zu streiken und sich zu organisieren.
        Man stelle sich vor, Berlin würde von Aliens weggebeamt. Das bekämen wir einfach kaum mit. Wir wären nur plötzlich alle viel reicher.

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        1. PfefferundSalz

          Ja, die bräuchten mal eine echte Gewerkschaft, nicht so einen weichgespülten korrupten Verein wie Verdi. Diese Drecksschweine sind die schlimmsten Verbrecher seit Adolf Eichmann.

          Antwort
          1. Mika

            Macht aber keiner mit, die sind immer noch zu satt und faul. Jeder LKW Fahrer ist besser qualifiziert als Annalena und Habermas zusammen, aber die spielen ihre Macht nicht aus. Wenn 200.000 Fahrer streiken und fordern, daß Frauenbeauftragte verbrannt werden müssen, dann würde das klappen. Entweder die brennen, oder ihr verhungert alle. Und erst die Bauern…..

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            1. uepsilonniks Autor

              Sehe ich anders. Es gibt ganze Unternehmen, die vom Management engagiert werden können und deren einzige Aufgabe es ist, zu verhindern, dass sich Arbeiter und Angestellte im Betriebsrat organisieren oder eine Gewerkschaft bilden. Da sind Kräfte am Werk, die verhindern, dass sich LKW-Fahrer (und andere Arbeiter) zusammentun.

            2. Mika

              Ja, gibt es. Aber ohne Manager können wir leben, ohne LKW Fahrer nicht. Wenn die einfach nicht fahren, verhungern die Leute.

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