Kollektivhaft und eine gesunde Haltung gegen Empörung

Bei dem Drecksblatt Zeit arbeitet man mit Kollektivhaft; war ja historisch schon immer der Renner, diesmal mit Männern, die sich für Verbrechen an Frauen schuldig fühlen sollen – unter Ausblendung der Tatsache, dass Männer mehr von Gewalt betroffen sind.

Dass Kollektivhaft von Männern – Frauen werden getötet und kein Mann ist daran unbeteiligt – ein Grund zur Empörung unter Männern ist, wird ihnen angekreidet. Da kenne ich einen Ausweg, nämlich eine gesunde Scheiß-egal-Haltung: Frauen werden getötet. So what.

Damit ist die nächste Stufe der Entfremdung gezündet, ich bin ein Diener des Bösen. Die Geschlechter sollen sich einfach nicht liebhaben, das prophezeite schon George Orwell. Denn dass sich Männer empören, liegt ja daran, dass ihnen die Ermordung von Frauen eben nicht egal ist, weil sie Frauen lieben, und zwar viel mehr als umgekehrt. Aber ein selbstbewusstes Leck-mich ist allemal besser, als sich der stalinistischen Anklage zu unterwerfen und seine Schuld einzuräumen. Der Zeit-Journalist redet übrigens auch von Macht. Die Machtverhältnisse sind aber so: Sollte es ihnen egal sein, dass Frauen getötet werden, etwa so, wie es egal ist, dass Männer Leid erfahren (Wo wird über ermordete Männer gesprochen? Eben.), sprechen Sie das besser nicht offen aus; sowas darf man nur mit Männern. Dass es so ist, wissen Sie ganz genau, oder? Sind Sie mutig genug, in ihrem Bekannten- oder Freundeskreis, auf der Arbeit frei heraus zu verkünden, dass ihnen das Schicksal von Frauen scheißegal ist, oder fürchten Sie die Konsequenzen? Das sind die Machtstrukturen, an die der Typ da oben ironischerweise anknüpft. Was er sich leistet, ist genauso mutig wie in Zeiten des Kolonialismus Schwarze zu Untermenschen zu erklären.

Ausführlich hat sich Apokolokynthose dem Dreck gewidmet.

2 Gedanken zu „Kollektivhaft und eine gesunde Haltung gegen Empörung

  1. beweis

    Was für ein psychiatrischer Müll in der ZEIT.

    Wie wäre es damit: Da wir Männer unbestreitbar eine Quelle extremer Ereignisse sind, macht es sich besser, wenn wir uns auch dazu bekennen.

    Sofort denke ich an die Kindergärtnerin letztens, die eines der Kleinen beim Mittagsschlaf mit dem Kissen erstickt hat. Oder an die deutsche IS-Kämpferin, die ein angekettetes Kind in der Sonne hat verdursten lassen. Oder die Mutter, die nacheinander ihre drei Kinder ertränkt hat.

    Und dann kommt so ein Dr. Naseweis und will mir geschlechtsspezifische Bösartigkeit vorhalten, weil in grauer Vorzeit mal ein Mann einer Joggerin auf den Po gehauen hat.

    Der sollte mal lernen, die Taten zu beurteilen – und nicht primär das Geschlecht. Er könnte außerdem eine Weiterbildung zu relationaler Gewalt machen.

    Antwort

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